{"id":507,"date":"2003-09-19T21:19:09","date_gmt":"2003-09-19T19:19:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=507"},"modified":"2003-09-19T21:19:09","modified_gmt":"2003-09-19T19:19:09","slug":"nix-kartchen-nix-wertchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2003\/09\/19\/nix-kartchen-nix-wertchen\/","title":{"rendered":"Nix K\u00e4rtchen, nix wertchen"},"content":{"rendered":"<p>Ab und zu kommt mir mein Portemonnaie&#8230; Muss ich das jetzt eigentlich Portmon\u00e4 schreiben? Poatmon\u00e9? Oder d\u00fcrfen Schweizer angesichts der Mehrsprachigkeit des Landes bei der optisch sch\u00f6neren Version bleiben? Auch wenn Franz\u00f6sisch eine Scheisssprache ist, Geldb\u00f6rse sieht so wie oben besser aus. Eleganter. Hat Scheisssprache wirklich drei S? Beziehungsweise vier? Egal. Ab und zu kommt mir mein Portemonnaie vor wie das komprimierte Recycling der gesamten Siebzigerjahre. Tonnenweise Plastik aus ehemaligen Designhockern zusammengeschmolzen und in viereckige K\u00e4rtchen geschnitten. Mit bunten Bildchen bedruckt und auf jedem steht mein Name. Ohne Plastik bekomme ich kein Geld, kann das Land nicht verlassen, bezahle mehr f\u00fcr meine Tickets und beim Einkaufen f\u00fchle ich mich ausgegrenzt, weil ich nicht mit jedem Einkaufen Bonuspunkte sammle, die ich sp\u00e4ter gegen schlecht designte Salzstreuer eintauschen kann. Das geht nat\u00fcrlich nicht und ich besitze f\u00fcr die meisten L\u00e4den, in denen ich regelm\u00e4ssig verkehre, auch ein Plastikscheibchen. Alleine aus dem Grund, dass ich es geil finde, wenn man mich nach dem Einkauf mit Namen verabschiedet. Das m\u00fcssen die n\u00e4mlich machen, nennt sich pers\u00f6nliche Kundenbindung herstellen, gutes Gef\u00fchl vermitteln, Prim\u00e4rmotive ansprechen. Verkaufsschulung. Da stehe ich drauf.<br \/>\nAb und zu w\u00fcrde ich mich ja gerne an die Kasse stellen, meine Karte hochhalten, die Verk\u00e4uferin breit anstrahlen und mit einem quietschigen Ton sagen: &#8222;Leeloo, Multipaaaass!&#8220;. Leider w\u00fcrde sie den Gag wahrscheinlich nicht verstehen und da ich nicht aussehe wie Milla Jovovich (hallo Google-Benutzer) und auch kein Bruce Willis (hallo Google-Benutzerinnen) mir zu Hilfe kommt, da lasse ich das eben sein. Auch so Sp\u00e4sse wie die Identit\u00e4tskarte vor dem Grenz\u00fcbertritt in Puderzucker zu tunken ist eine denkbar idiotische Idee. Warum fallen immer mir so Sachen ein? Sollte mir das zu denken geben? Jedenfalls sind Kreditkarten und Konsorten eine gute Sache, wenn man Langeweile hat. Ausser damit einkaufen zu gehen kann man auch Kartenh\u00e4uschen bauen oder (durch leichtes Einstecken in den Untergrund) ein Labyrinth f\u00fcr M\u00e4use basteln. In Filmen lernt man, dass man amerikanische Haust\u00fcren damit knacken kann. Auf der Strasse lernt man, dass man auch Zahnstocher damit ersetzen kann. Und hier bei mir lernt man, dass man als Verk\u00e4ufer(in) immer erst genau auf die Karte sehen sollte, ob nicht noch ein Rest vom Mittagessen dran h\u00e4ngt. &#8222;Entschuldigen Sie, aber mit American Exfress k\u00f6nnen Sie hier nicht bezahlen.&#8220;<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Pet Shop Boys &#8211; Love Comes Quickly<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab und zu kommt mir mein Portemonnaie&#8230; Muss ich das jetzt eigentlich Portmon\u00e4 schreiben? Poatmon\u00e9? Oder d\u00fcrfen Schweizer angesichts der Mehrsprachigkeit des Landes bei der optisch sch\u00f6neren Version bleiben? Auch wenn Franz\u00f6sisch eine Scheisssprache ist, Geldb\u00f6rse sieht so wie oben besser aus. Eleganter. 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