{"id":344,"date":"2003-01-29T21:25:54","date_gmt":"2003-01-29T19:25:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=344"},"modified":"2003-01-29T21:25:54","modified_gmt":"2003-01-29T19:25:54","slug":"sport-ist-mo-geschmackssache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2003\/01\/29\/sport-ist-mo-geschmackssache\/","title":{"rendered":"Sport ist Mo&#8230; Geschmackssache"},"content":{"rendered":"<p>Winter ist es und erneut brettern die menschlichen Werbeschilder die mit Kunstschnee impr\u00e4gnierten Bergh\u00e4nge hinunter. In verschiedenen Disziplinen messen sich M\u00e4nnchen und Weibchen beim versuchten Nicht-auf-die-Schnauze fallen. Weil wer auf die Schnauze f\u00e4llt, kann sich im Zielraum &#8211; noch w\u00e4hrend dem Einfahren &#8211; nicht sofort die Skier von den F\u00fcssen reissen und dem ersten Reporter plakativ vor die Kamera halten. Das kostet Werbegelder. Das Grundprinzip ist aber immer das Gleiche: Menschchen steht oben, muss aber unten sein. Also runterfahren, aber nicht egal wie. Entweder man h\u00fcpft suizid\u00e4r \u00fcber eine Sprungschanze oder aber bleibt auf dem Boden (abgesehen vom quer durch die Gegend in die Botanik fliegen bei ekligen Kurven) und versucht dort, so schnell und korrekt wie m\u00f6glich ins Ziel zu kommen. Bei Abfahrtsrennen ginge es auf breiten Pisten ziemlich unspektakul\u00e4r bergab, w\u00e4re da nicht die abartige Geschwindigkeit. Mit 110 in einem Auto kann es ja schon unangenehm sein, aber mit 110 in einem bunten Strampelanzug zwischen Felsen und B\u00e4umen durch brettern, da darf der IQ nicht allzu weit oberhalb der Schneetemperatur angesiedelt sein. Eigent\u00fcmlicherweise wundern sich immer alle, wenn einer der Abfahrer wieder mal quer in einem Fangnetz oder einer Tanne h\u00e4ngt. Wie konnte sowas aber auch passieren? F\u00fcr weniger Kamikaze-Bed\u00fcrftige stehen noch Super-G (ist kein Stringtanga f\u00fcr Fette) und Riesenslalom auf dem Programm. Dort geht es gem\u00e4chlicher zu, weil man mehr Kurven fahren muss, jeweils zwischen zwei Toren durch. Wenn man eins verpasst hat man verloren. Aber man kann es verstehen, wenn eins verpasst wird. Ncht, wenn der Busfahrer wie heute die Haltestelleneinfahrt verpasst. Da h\u00e4tte er nur zwischen zwei grossen Verkehrsschildern durchfahren m\u00fcssen. Er hat es dann vorgezogen, \u00fcber das Trottoir (=B\u00fcrgersteig) weiter zu fahren und dabei mit dem Heck schrammend eins der Schilder halb umzus\u00e4beln. Hoffentlich f\u00e4hrt der nicht \u00f6fters diese Strecke und irgendwann mal noch Slalom, ich w\u00fcrde es nicht m\u00f6gen, wenn der uns in \u00e4hnlicher Art um irgendwelche Stangen wickelt, wie es bei Slalomfahrern ab und zu passiert. Mir nicht. Ich mach sowas nicht. Hab ich auch nie. Ausser einmal einen kleinen Riesenslalom. Da wurde ich Dritter von zwanzig. Ansonsten war ich Sport eine Null. Immer. Naja, fast immer. Zumindest bei Ausdauersport wie Laufen war ich unter aller Sau. F\u00fcr einen Kilometer brauchte ich im Gegensatz zu den anderen generell doppelt so lange. So um die f\u00fcnf bis sechs Minuten. Auf hundert Meter war ich okay, aber weiter? N\u00e4\u00e4\u00e4h. Ich staune dann auch, wenn Tsch\u00e4ikb sagt, er will an einem 21-km-Lauf teilnehmen. Daf\u00fcr br\u00e4uchte ICH ungef\u00e4hr achtzig Stunden. Zwei bis drei Stunden f\u00fcrs Laufen und den Rest f\u00fcrs Koma. Abwechslungsweise. Bei Hochsprung dagegen war ich spitze und hab mal an einem Schulsporttag aller Schulen des Ortes den ersten Preis meiner Altersklasse mit nach Haus genommen. Dabei war ich damals noch einer der Klassenkleinsten. Frustrierend f\u00fcr die anderen war nur, dass die mit ihren f\u00fcnf Spr\u00fcngen schon fertig waren und ich noch nicht mal angefangen hatte, weil die Latte noch nicht weit genug oben lag. Ich wollte halt hoch hinaus. Ausser bei Volleyball. Da hab ich mich gedr\u00fcckt. Nach jedem Spiel haben alle Finger mehr oder weniger geschwollen in verschiedenste Richtungen geschaut. Das hat mich dann doch irgendwie abgehalten. Dann lieber Hochsprung. Oder Mattenball. Das ist eine Abart des Baseballs mt Malen, aber ohne Schl\u00e4ger. Der Ball wird abgeschlagen und wenn man weit genug schl\u00e4gt, dann hatte man Zeit, loszurennen. Und ich hatte einen perversen Abschlag. Entweder hoch in die Hallenecke, dass ihn die Gegner per Kletterstange runterholen mussten oder weit ins Feld. Oder mit einer bl\u00f6dsinnigen Geschwindigkeit auf Kopfh\u00f6he. Ich war gef\u00fcrchtet. Das war ein \u00fcberaus netter Anblick, die Angst in den Augen und die schon im voraus halb eingezogenen K\u00f6pfe wenn ich nur den Ball in die Hand nahm. Aber die Zeiten sind vorbei. Heute ist es mir lieber, wenn die Leute den Kopf einziehen und einen panischen Ausdruck in den Augen bekomme, wenn ich einen Block und Schreiber z\u00fccke. Das ist etwas subtiler. Und nachhaltiger.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Auge: Medical Detectives<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Winter ist es und erneut brettern die menschlichen Werbeschilder die mit Kunstschnee impr\u00e4gnierten Bergh\u00e4nge hinunter. In verschiedenen Disziplinen messen sich M\u00e4nnchen und Weibchen beim versuchten Nicht-auf-die-Schnauze fallen. 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