{"id":332,"date":"2003-01-21T20:26:28","date_gmt":"2003-01-21T18:26:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=332"},"modified":"2003-01-21T20:26:28","modified_gmt":"2003-01-21T18:26:28","slug":"gib-mal-nimm-dies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2003\/01\/21\/gib-mal-nimm-dies\/","title":{"rendered":"Gib mal! Nimm dies!"},"content":{"rendered":"<p>Gebe und es wird dir gegeben werden. Nimm ungefragt und du kriegst eins auf die Finger. Aber vor dem Nehmen kommt erst mal das Geben. Wir geben es auf an der Nabelschnur zu h\u00e4ngen und kommen raus, wo wir es mit dem Tageslicht aufnehmen. Und dem Onkel Doktor der uns eins hinten drauf gibt, damit wir Gepl\u00e4rre von uns geben. Warum einige ihrer Lebzeit nicht damit aufh\u00f6ren ist mir noch unklar. Auf jeden Fall nehmen wir unser Leben in Angriff und irgendwann geben wir einen feuchten Furz darauf, was diejenigen sagen, die uns das Leben gegeben haben. Das nehmen uns die dann erstmal \u00fcbel. Zuerst gibt es daf\u00fcr einen Satz warme Ohren oder &#8211; in Zeiten, wo man gleich verklagt wird von den eigenen Kindern &#8211; eine leichte Verwarnung. Das kann ausnehmend unangenehm sein. Irgendwann gibt sich das aber auch. Man kann ja nicht alles krumm nehmen und muss auch mal vergeben k\u00f6nnen. Schliesslich haben die einem ja auch ein gewisses Mass an Benimm mit auf den Weg gegeben. Aber jetzt mal ungeachtet der Tatsache, dass ich in einigen sinnlosen S\u00e4tzen (denken einige Leute jetzt sicher) versucht habe, m\u00f6glichst oft (um nicht zu sagen: bis zum \u00fcbergeben) die beiden W\u00f6rter (ich gebe euch jetzt keinen Tipp, aber nehmen wir an, der Titel ist eine kleine Hilfe) in Wechselwirkung unterzubringen, wollte ich eigentlich auf einen anderen Gedanken hinaus. Wie das aber bei mir so ist, ich mache Umwege und fasle zuerst von ganz anderen Dingen oder mache S\u00e4tze wie den vorherigen, der einerseits zu lang ist und andererseits mit Einsch\u00fcben \u00fcberh\u00e4uft ist, so dass ihn kein Schwein mehr versteht, ohne ihn mindestens dreimal gelesen zu haben. Wie dieser grade eben auch. Im Schreibkurs habe ich gelernt, dass ein verst\u00e4ndlicher Satz nicht mehr als 25 W\u00f6rter enthalten darf. Mit regelm\u00e4ssiger Verachtung umgehe ich diese Regel und teste die Aufmerksamkeitsspanne meiner Leser. Und von mir. Bei mir geht es dann aber eher da hin, dass ich den Satz mehrfach durchlese und versuche rauszufinden, was ich am Anfang eigentlich schreiben wollte. Aber am Anfang dieses Artikels wollte ich auf die Gaben hinaus. Darauf, was wir mitbekommen, wenn wir zur Welt kommen. Nein, NICHT einen Pipi oder eine Mumu, sondern etwas tiefer. Nein, NICHT die Organe. Die einen Menschen kommen zur Welt und sind Idioten. Das ist dann wohl deren Gabe (das muss aber irgendwo einen ganz gewaltig grossen Gabentisch geben). Was mag meine Gabe sein? Ist es die F\u00e4higkeit mit meinen Halswirbeln knacken zu k\u00f6nnen, dass man es auch noch in zehn Metern Entfernung deutlich h\u00f6ren kann? Oder ist es die Tatsache, dass ich mit blanker Ignoranz an Weihnachten Hardcore-Techno h\u00f6ren kann mit ein paar Weihnachtssamples drin? Oder sind es wirklich diese verworrenen S\u00e4tze und Gedanken? Oder noch was anderes. Was unsere Gabe ist, das erkennen wir selber meist am wenigsten. Aber wir geben es weiter und unsere Mitmenschen nehmen es auf. Und vielleicht, vielleicht geben sie uns eines Tages dieses Wissen zur\u00fcck. Dann nehmen wir einen t\u00fcchtigen Schluck Wein und denken: &#8222;Was? Meine Gabe ist es, bei Witzen die Pointe zu versieben?&#8220;. Ja, auch das kann es geben. Aber ich lasse den Betreffenden noch ein paar Jahre im Glauben, es sei was anderes&#8230;<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Erasure &#8211; Solsbury Hill<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebe und es wird dir gegeben werden. Nimm ungefragt und du kriegst eins auf die Finger. Aber vor dem Nehmen kommt erst mal das Geben. 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