{"id":288,"date":"2002-11-24T19:15:08","date_gmt":"2002-11-24T17:15:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=288"},"modified":"2002-11-24T19:15:08","modified_gmt":"2002-11-24T17:15:08","slug":"souvenirs-souvenirs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2002\/11\/24\/souvenirs-souvenirs\/","title":{"rendered":"Souvenirs, Souvenirs"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Sachen, die vergisst man, es gibt Sachen, die verdr\u00e4ngt man und es gibt Sachen, die vergisst man zu verdr\u00e4ngen. So lange bis sie wieder auftauchen, nachdem sie eine kleine Runde durch den Ged\u00e4chtnispool geschwommen sind. Dann komme sie wieder an die Leiter, klettern raus und verlangen nach einem Handtuch. Da stehen sie dann im Bewusstsein und tropfen den Boden voll. Mir fiel zum Beispiel wieder ein, was auf dem Umbau meines Bettes stand (so ein M\u00f6bel, das zwei Seiten des Bettes umrandete, wo im Kopfteil Bettzeug drin war und im Rest Platz f\u00fcr kleine Sachen und darauf das Nachttischl\u00e4mpchen, keine Ahnung, ob es so M\u00f6bel noch gibt). Da stand eine kleine venezianische Gondel, aus allerbilligstem Goldplastik, zumindest die Aufbauten. Der Unterbau war schwarz, der Gondoliere abgebrochen. Das war aber noch nicht das Erschreckende daran, das kam erst so richtig zum Vorschein, wenn es dunkel war. Dann konnte man n\u00e4mlich das aus der Gondel f\u00fchrende Kabel in die Steckdose st\u00f6pseln und dann gingen etwa zwanzig bunte L\u00e4mpchen an, die im Innern des Gondelbaldachins angebracht waren. Sofort war mein Kinderzimmer in eine surreale Mischung bunter Lichtflecken getaucht. Wenn ich das als Kind schon formulieren h\u00e4tte k\u00f6nnen, dann h\u00e4tte ich wohl gesagt, ich bin auf einem Trip. Optisch zumindest. Wenn ich bloss gewusst h\u00e4tte, wo das Teil eigentlich herkommt, denn diese Art brutalsten Touristenkitsches gibt es normalerweise nur vor Ort. Da ich aber nie in Venedig war, geschweige denn jemand aus meiner Verwandschaft, konnte ich mir das nicht erkl\u00e4ren. Bis heute nicht. Ich w\u00e4re wohl damals selber noch nicht geschmackssicher genug gewesen, um nicht mein Taschengeld f\u00fcr so einen M\u00fcll auszugeben, daher wenn ICH dagewesen w\u00e4re, ich w\u00fcsste woher. Damals faszinierte mich das Farbenspiel n\u00e4mlich durchaus. Heute w\u00e4re die Abschreckung wahrscheinlich das ganze Plastik und der daf\u00fcr verlangte Preis, in und zu dem eigentlich in jeder Grossstadt diese Bedenken&#8230; \u00f6hm&#8230; Andenken feilgeboten werden. Egal ob Gondeln, Eiffelturm oder Tower Bridge, ich wette, der ganze Krempel wird zentral in der Marketingh\u00f6lle der Fremdenverkehrsvereine ausgestanzt und ausgeliefert. Sprich: in China. Steht doch auf keinem dieser Augenbeleidiger &#8222;Made in Paris&#8220;. Wobei in Frankreich das auch wieder nicht stehen w\u00fcrde, weil die hundertprozentig NICHTS auf Englisch anschreiben w\u00fcrden. Also machen wir &#8222;Made in London&#8220;, sonst muss ich das W\u00f6rterbuch holen. Aber das Bunte vermisse ich irgendwie, wenn ich jetzt so daran denke. Da ich mich aber nicht stundenlang vor einen t\u00fcrkischen Laden stellen will mit seinen Lichterketten, werde ich mir wohl eine Lavablubberlampe kaufen. Hm. M\u00f6glicherweise w\u00fcrden aber auch drei davon cool aussehen im Abstand von je einem Meter auf einem Bord. Wenn ich noch eine Flasche Wein finde, dann geh ich schon mal die Farben austesten.<\/p>\n<p>Aufruf (wieder mal): Gestehet und erz\u00e4hlet! Was war das peinlichste Souvenir, das ihr aus dem Urlaub zur\u00fcckgebracht habt (Knutschflecken und Geschlechtskrankheiten z\u00e4hlen nicht)?<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Apoptygma Berzerk &#8211; Fade To Black<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Sachen, die vergisst man, es gibt Sachen, die verdr\u00e4ngt man und es gibt Sachen, die vergisst man zu verdr\u00e4ngen. So lange bis sie wieder auftauchen, nachdem sie eine kleine Runde durch den Ged\u00e4chtnispool geschwommen sind. 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