{"id":176,"date":"2002-09-13T19:37:12","date_gmt":"2002-09-13T17:37:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/?p=176"},"modified":"2002-09-13T19:37:12","modified_gmt":"2002-09-13T17:37:12","slug":"kleines-land-grosser-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kay-x.net\/gmwp\/2002\/09\/13\/kleines-land-grosser-sport\/","title":{"rendered":"Kleines Land, grosser Sport"},"content":{"rendered":"<p>Schweizerwochen bei mckeks. Nachdem ich in einem der letzten Eintr\u00e4ge schon unseren Bergzwergen Unrecht getan habe, m\u00f6chte ich unseren internationalen Lesern unser sch\u00f6nes Land noch etwas n\u00e4her bringen. Diesmal zum Thema Sport statt Kultur (ha!) wie letztes Mal. Rausgepickt habe ich ein paar Sportarten, die ETWAS exotischer sind und vermutlich an anderen Orten nicht anzutreffen sind (in dieser Form zumindest). Aber ich kenn ja auch nicht jede kranke Ecke dieser Welt, also ich kann mich da irren. Und ich kann mich auch irren, wenn es um die Regeln geht, ich zieh hier bloss dr\u00fcber her, aber stundenlange Recherchen habe ich mir erspart. Und euch.<br \/>\nAuf die erste Disziplin hat mich RAndy hingewiesen, denn in der Kategorie &#8222;Tiere sind nicht nur zum Essen da&#8220; tritt ein Kuriosum aus seinem Heimatkanton auf, dem Wallis. Ebenfalls ziemlich bergig (Matterhorn steht dort) und ebenfalls mit d\u00fcnner Luft versehen, scheint dies ein guter N\u00e4hrboden f\u00fcr einheimische Eigenheiten zu sein. Es geht um Kuhk\u00e4mpfe. Dabei wird die Rasse der Eringer K\u00fche eingesetzt, weil die etwas st\u00e4rker und wohl auch etwas doofer sind als die anderen, die sich f\u00fcr Werbezwecke einsetzen lassen. Eine Anzahl von um die 15 K\u00fche werden in eine Arena getrieben und dort sich selber \u00fcberlassen. Nach anf\u00e4nglichem Beobachten kann es dann schon mal vorkommen, dass paarweise aufeinander losgegangen wird, bis die Weicheuter-Kuh den Schwanz einzieht und aus dem Rund fl\u00fcchtet. So lange bis halt nur noch eine drin \u00fcbrig ist. Zur Beruhigung, die murksen sich nicht ab, die schmeissen bloss die andern raus. So hab ich das zumindest verstanden. Drum ist das wohl auch noch erlaubt und eine Attraktion. Der Besitzer der Gewinnerkuh ist dann tierisch stolz und gewinnt was. Ruhm und Ansehen. Tjaja, worauf Bergbewohner nicht alles kommen wenn sie ein paar Wochen eingeschneit sind.<br \/>\nNummer Zwei der illustren Auflistung ist das Schwingen. Die Schweizer Version von Sumo-Ringen f\u00fcr nicht ganz so Fette und nicht ganz so Nackte. Eigentlich tragen die alle in etwa das Gleiche (stalltaugliche Cordhosen und was hellblaues Hemd\u00e4hnliches mit kleinen Alpenbl\u00fcmchen drauf&#8230; aber schwuchtelig darf man sie trotzdem nicht nennen, das m\u00f6gen sie gar nicht). Statt dieser Reifengummi-Tangas, wie sie die Japapaner tragen, werden hier Sackshorts \u00fcbergest\u00fclpt. Nein, das sind keine Eierw\u00e4rmer oder anders geartete Genitalienw\u00e4rmer, sondern wirklich kurze Hosen aus Sack. Mehlsack oder so. Daran packen sich die Kontrahenten dann und schwingen einander dann durch eine kleine Arena aus S\u00e4gemehl. Deshalb wohl der Name. Wenn man einen an der Hose packt (also nicht am Sack, das ist verboten und tut weh) und durch die Gegend wuchtet, heisst das Hoselupf. Dann muss das so \u00e4hnlich funktionieren wie beim Wrestling, dass der Gegner im Mehl landet und dort festgehalten wird, bis er entweder in den S\u00e4gesp\u00e4nen erstickt ist oder der Ringrichter den oben liegenden zum Sieger erkl\u00e4rt. Oder so. Also ich find da Sex besser, da kann man auch gewinnen, wenn man unten liegt.<br \/>\nGewinnersportart der Exoten in unserem Land ist aber das Hornussen. Das hat nichts mit Hornissen zu tun, auch wenn in der Schweiz beides gleich heisst. Daf\u00fcr ist im Gegensatz zu den beiden Vorg\u00e4ngern keine Arena n\u00f6tig, sondern ein grosses Feld. Am Anfang des Feldes liegt die Abschlagstelle. Das ist ein langgezogener Holz-(oder Metall-)bogen in Bodenn\u00e4he. Am Ende dieses Holzes liegt der Nuoss auf, das ist ein ball\u00e4hnliches Gebilde, ich glaub Hartgummi. Daneben steht der Abschl\u00e4ger mit einem langen Schl\u00e4ger. Ne, Schl\u00e4ger ist nicht richtig, sieht fast aus wie eine vier Meter lange Reitpeitsche, also das ding ist biegbar und hat am Ende eine Verdickung. Nun holt der Schl\u00e4ger aus, schwingt die Peitsche (aber trotzdem ist Schwingen der andere Sport) und l\u00e4sst dann den Schlagkopf genau \u00fcber den Holzbogen gleiten (erfordert Pr\u00e4zision) um mit dem Schlagkopf den Nuoss wegzuballern. Bis hier bestehen noch ganz ganz entfernte \u00c4hnlichkeiten zum Baseball. Nun bekommt die Sache aber neue Dimensionen und \u00e4hnelt eher dem Pizzabacken. Denn auf dem Feld verteilt stehen die F\u00e4nger und die haben alle grosse Holzkellen in H\u00e4nden, die verdammt so aussehen wie die Backschaufeln der Pizzab\u00e4cker. Wenn der Nuoss geflogen kommt, schmeissen alle ihre Pizzaschaufeln in die H\u00f6he, um das heranschiessende Etwas abzufangen und sich gegenseitig zu erschlagen. Ihr seht den Sinn dahinter nicht? Willkommen im Club.<br \/>\nSollte hier tats\u00e4chlich jemand mitlesen, der vielleicht eine Ehrenrettung betreiben will, oder sich da super auskennt (kann auch jemand ausser Niela sein, h\u00e4h\u00e4), so m\u00f6ge man doch bitte Licht ins Dunkel bringen. Ich lerne ja gern was dazu. Zum Beispiel ob Eringer K\u00fche auch auf Pizza lecker sind.<\/p>\n<p><i>Nachtrag:<\/i> Fast h\u00e4tt ich es vergessen. Beim Kampfkuh-Infos suchen bin ich im Wallis noch auf eine andere Sportart gestossen, die wollte ich euch nicht vorenthalten: Schweizer Meisterschaft im Milit\u00e4rschuh-Weitwurf. Das sollte diesem Land zu denken geben.<\/p>\n<div class=\"music\">Aktuell im Ohr: Assemblage 23 &#8211; Awake (Imperative Reaction Mix)<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizerwochen bei mckeks. Nachdem ich in einem der letzten Eintr\u00e4ge schon unseren Bergzwergen Unrecht getan habe, m\u00f6chte ich unseren internationalen Lesern unser sch\u00f6nes Land noch etwas n\u00e4her bringen. Diesmal zum Thema Sport statt Kultur (ha!) wie letztes Mal. 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