Mach mir die Banane
Ich will die neuen Chiquita-Werbespots mit den Fröschen haben. Weiss jemand wo gibt?
Ich will die neuen Chiquita-Werbespots mit den Fröschen haben. Weiss jemand wo gibt?
Nachdem Coke mit der Vanilla Edition ja doch einen ziemlich dunklen Punkt auf meiner Geschmacksweste hinterlassen hat und sich Pepsi (was ich eigentlich nie anfasse) mit der Twist-Edition einen regelmässigen Platz in meinem Kühlschrank erobert hat, ist es an der Zeit, einen neuen Blick auf die aktuellen (oder re-aktualisierten) Produkte zu werfen. Dabei treten in den Ring: Cherry Coke in der relaunchten Ausgabe in schwarzer Dose und Pepsi Cappuccino. WAS? Ja, genau, das dachte ich mir auch. Ebenfalls im Ring: ich. Leider nicht als Schiedsrichter, sondern wohl als derjenge, der von beiden Opponenten eines af und ins Maul bekommt. Nun denn.
Das Dosenöffnen als solches ist noch kein neues Erlebnis und das Knack-Zisch ist handelsüblich. Die Nase sagt, zwischen dem Kohlnsäurekribbeln hängt ein Duft dieser eingelegten Kunstkirschen, die als Billigdeko auf Altersheimkuchen eingesetzt werden. Der Geschmack ist der gleiche wie vor vielen Jahren, als Cherry Coke das erste Mal rauskam: süss wie sau. Die Dose stand aber fünf Stunden im Kühlschrank. Also müsste das Gebräu bei subtiler annäherung an Zimmertemperatur ein Gefühl erwecken, als ob einem die Mundhöhle mit Flüssigzucker ausgeschäumt wurde. Kirsche. Kirsche. Naja, was im Lebensmittelchemiesektor halt unter Kirsche verstanden wird. Da schmeckt sogar die künstlich gesüsste Kirschmarmelade mehr danach. Vergleichbar mit den ganz billigen Bonbons vom Kiosk nur mit Kohlensäure und flüssig. Ich traue mich kaum zu rülpsen, da quillt mir sicher eine grosse Zuckerblase aus dem Mund, zerplatzt und schliesst meinen Kopf luftdicht ab. Der Abgang ist zwar auch süss und chemisch, aber erstaunlicherweise noch erträglicher als Vanilla Coke. Trotzdem werde ich frühestens beim Relaunch in zehn Jahren wieder einen Versuch machen, das gut zu finden.
Bevor ich zu Pepsi übergehe, brauche ich eine geschmacksneutrale Pause.
*PAUSE*
Okay, weiter geht’s…
Weil es neu ist, kommt Pepsi in ein Glas. Es bildet sich wie beim Cappuccino ein Schaum, allerdings verflüchtigt sich der so schnell, dass gar keine Zeit ist, Schokopulver drauf zu streuseln. Es riecht wie… wie… Mist. Nein, falsch, es riecht nicht wie Mist, es ist Mist, dass ich den Geruch nicht zuordnen kann. Ich hab das schon mal gerochen. Erinnert mich an die Herbstmesse, wenn zwischen den Ständen zigtausende Gerüche zusammenkommen. Hat was von Magenbrot. Zuckrig. Es erinnert sehr entfernt an Cola, aber nicht an Kaffee oder Cappu. Nun, bleibt wohl nichts anderes, als einen Schluck zu nehmen. Hm. Hmhm. Hat etwas von abgestandenem Schokomilchshake. Es überzieht die Zunge mit einem süssen Film von karamelisiertem Zuckerkonzentrat, das mit künstlichem Schokoladengeschmack unterlegt wurde. Himmelarsch. Nebenbei scheint sich beim Eingiessen die Kohlensäure total zu verflüchtigen, damit auch keine Spur von Pepp oder Fizzle erhalten bleibt, das könnte die Sache gar am Ende noch etwas rausheben, aber… Meine Güte. Früher hab ich gesagt, wenn man Coke drei Tage lang offen stehen lässt, bekommt man Pepsi. Das war ein Scherz. Bis heute. Aber es gibt bestimmt einen Zweck für dieses Getränk. Abbeizen. Unkraut vernichten. kekse verarschen. Zumindest letzteres hat geklappt. Wo ist meine Zahnbürste?
Letzten Sonntag stand der Besuch der alljährlichen Herbstmesse in Basel auf dem Programm. Dort gehe ich grundsätzlich gerne hin, unter anderem deshalb, weil ich dort mit ziemlicher Sicherheit Zuckerwatte bekomme. Zugegebenen, dieses Jahr war das nur das Zweitbeste an der Messe, aber immerhin. Interessante Eindrücke bekam ich auf den Weg, was mir schon nach der Ankunft am Bahnhof aufgefallen war. Zwei verschiedengeschlechtliche Securityleute schlenderten an mir vorbei und dort stellte ich fest, dass Mann und Frau identische Uniformen und Schuhe und Gürtel und und und trugen, aber: Nur der Mann trug einen Schlagstock. Warum ist das so? Ist das wieder die im letzten Eintrag angesprochene genetische Programmierung? Typischerweise fielen mir bei Frauen und Schlagstöcken allerdings erst (jaaa, ich geb es zu, ich bin ein Schwein) eher schlüpfrige Verwendungsmöglichkeiten ein. Aber, und das sollte ich erst später feststellen, möglicherweise lag ich da gar nicht SO falsch.
Ein paar Viertelstunden später passierten wir nämlich eine Polizeiwache und bisher war die Farbe, die ich mit Polizei in Verbindung brachte, entweder grün oder blau. Die Polizei in basel aber hat eine ROTE Laterne. Nun, daraus lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen. Flexible Arbeitsplatzgestaltung. Handschellen und Schlagstöcke können bei Verhaftungen ebenso wie bei Tabledancing durchaus variabel eingesetzt werden. Wenn jemand unartig war und sich stellt, wird nicht nur ein Bericht aufgenommen, sondern auch gleich noch präjustiziär mit der Gerte ein Muster auf den blanken Arsch gefizzt. Erlebnissadomasie. Auf Distanz zeigt nachts die dunkle Laterne den bestrafungsbegierigen Sündern an, wo ihnen geholfen wird. Interessantes Geschäftsmodell für sonst nicht sooo beliebte Beamte. Deshalb war das mit dem Schlagstock gar nicht zu weit hergeholt. Der steckte dann statt im Halfter möglicherweise in einem Kunden. Und da würde ich doch als zukünftig zu Verprügelnder doch darum bitten, dass zuerst gereinigt wird.
Der keks steht vorn am Bühnenrand, macht wüste Gesten mit der Hand.




Am Freitag war ja noch was. Das Konzert von The Mission, das ich noch nachholen musste, weil mir das letzte jemand versaut hat. Nach nunmehr siebzahn Jahren also der Versuch, endlich ein Ziel zu erreichen. Nachmittags also ab und den Zug schnappen und nach Bern tuckern. Zuerst habe ich noch zwei Kollegen aus betreffendem Kanton gefragt, ob sie mir ein Medikament empfehlen könnten, das mich genug runterbremst, damit mich auch Berner verstehen können. Darauf wurde ich mit Erdnüssen beworfen, was mich wiederum an Schimpansen im Zoo erinnerte, die mit Nüssen nach Besuchern werfen. Egal. Aber die haben halt nun so einen Dialekt.
Also nach Bern und ab ins Hotel. Das hiess sinnigerweise Hotel Bern. Wenigstens nicht Hirschen. Im Zug bin ich schon fast weggedöst, also habe ich zuerst das Bett ausprobiert. Falsch, zuerst habe ich das Schokoladenherz vom Kopfkissen weggefressen und danach habe ich mich ausgebreitet und war sofort weg. Auch falsch, zuerst hatte ich den Wecker gestellt und dann. Hat gut getan. Eineinhalb Stunden später bin ich weckerlos aufgewacht und war fit wie ein Turnschuh. Nein, auch falsch. Naja, sagen wir Freizeitschuh. Wenn ich nun an einen Ort komme, der mir essensmässig unvertraut ist und ich habe danach noch etwas Wichtiges vor, dann riskiere ich keine Zwiebelattacke und gehe zu MäcDoof. War ich schon länger nicht mehr und überhaupt kann Globalisierung durchaus auch Vorteile haben. Ich bekomme auf der ganzen Welt bestimmt immer etwas Sicheres zu essen. Keine spezielle Gewürzmischung an den Pommes. Diesmal nur ultrazuviel Salz. Atlantik komprimiert auf eine Tüte. Konnte aber nicht an meiner Stimmung rütteln.
Zu Fuss dann los zum Bierhübeli (heisst tatsächlich so), an der Garderobe Jacke abgeben, das Mädel anstrahlen. Ein T-Shirt kaufen bei einer rothaarig gezopften Lack- und Lederbraut mit gepushupten Verkaufsargumentsverstärkern. Grinsen nicht verkneifen können. Zurück zur Garderobe und T-Shirt in Jacke stopfen lassen. Mädel anstrahlen. Ab zur Bar und ein Kinley bestellen und ich bekomm einfach mein Strahlen nicht aus der Fresse, dafür dass es ein düsteres Konzert ist ziemlich unpassend. Aber nicht so unpassend wie einige der anderen Besucher. Um es kurz zu machen, das Konzert war geil und ich stand tatsächlich am Bühnenrand. Ganz vorne. Und einen halben Meter hinter mir konsequente Mitgröler (je länger das Konzert, desto lauter und falscher und in totaler Unkenntnis der Lyrics). Die hätten irgendwann auch fast eine Prügelei angefangen, weil ein Bully seine Lady gegen Pogotänzer schützen wollte. The Mission ist nicht zum pogen geeignet, auch wenn Shades of Green in einer Speedversion gespielt wurde. Berner sind ein seltsames Völkchen. Besonders der Krawattenträger, der sich wohl im Büro entschieden hat, einen auf Böse zu machen. Der ging mir aber nur deswegen nicht weiter auf den Sack, weil er wie fast alle anderen hinter mir stand. Ausser dem Halbtaktklatscher neben mir, der das Rhythmusgefühl eines Spechts nach einem halben Kilo gärender Kirschen hatte.
Danach ging dann noch Party los. Genehmigte mir dann noch einen Vodka, habe mich gewundert, dass der Light Engineer kein fetter Bärtiger, sondern eine dralle Blondine mit High Heels und einer Art Strapsschnürstiefeln war. Ungewöhnlich. Nur die kettenrauchende DJane mit null Skills ausser ein paar zufällig geglückten Klassikerauflegern störte. Da reifte wohl auch in mir der Wunsch, endlich mein Musikzimmer fertigzustellen, um mein DJing wieder aufzunehmen. Wenn man mit keinem Können öffentlich auftreten darf, warum dann nicht mit wenig Können? Insofern ist viel passiert und ich kann das Weekend durchaus mit einem Prädikat “gelungen” versehen, was jetzt nicht nur rein auf den Freitag bezogen ist. Aber das mögen andere Leute vielleicht anders beurteilen, ich weiss ja nicht, wie der Rest der Menschheit die Tage verbracht hat. Aber ich fand’s voll gut. Zeigt doch immer wieder, dass gut Ding Weile haben will.
Wenn Mann am Kiosk stehen bleibt und gebannt auf Zeitschriften starrt, dann kann das solche Gründe haben:

Witzigerweise ist bei der Jolie sogar in der Damenwelt die Ansicht verbreitet, dass sie gut aussieht. Ich habe zumindest noch nie eine Frau fragen hören “Was findest du eigentlich an DER?”. Nein, da herrscht Einheit wie sonst kaum. Was ich dann aber zu hören bekam: “Würdest du die nehmen, wenn du die kriegen könntest?”. Hier heisst es hellhörig werden. Vorausgesetzt, man lebt in einer Beziehung, dann ist jegliche Antwort die man gibt ein Todesstoss. Sofort bewusstlos zusammensacken kann Zeit schinden, aber man kommt nicht raus. Denn sagt man JA, dann kommt “Dann GEH doch!” oder bekommt irgendwann die Frage vorgesetzt “Denkst du Angelina (oder um wen es denn grade ging) könnte das auch / besser / whatever?”. Sagt man hingegen NEIN, wird man sofort als Lügner gebrandmarkt und bekommt AUCH immer wieder Dolchstösse versetzt. Sollte man hingegen von einer Nichtbeziehungsfreundin gefragt werden, dann muss man sich tatsächlich überlegen, ob man denn, WENN…
Würde ich? Hm. Gut, zum Anschauen sicher nett, für Ähääääm möglicherweise auch, sollte man bisherigen Klatschzeitschriftsartikeln glauben, aber sicher sehr anstrengend, wenn auch durchaus abwechslungsreich. Aber als Beziehung? Och, nööö. Aber schon kommt dann die Fragestellung oder Einschätzung, wer denn für den keks in Frage kommen könnte. Und da gibt es dann ja ganz spannende Aussagen. Uma Thurman wurde genannt. Nö. Ich mag die schon als Schauspielerin nicht, warum also in meinem Gesicht? Kate Moss. Schnee finde ich im Winter gut, aber nicht in der Nase und abgesehen davon ist die mir zu modelig. Dann hatte ich den Vorschlag Eva Padberg, die sei was zum Kucken, edel und doch irgendwie verrucht und mein Gegenüber (weiblich) klopft dabei mit der flachen rechten Hand auf die hohle linke und ich weise darauf hin, dass das jetzt schon ziemlich schmutzig wirkt. Aber das sei jetzt völlig unzusammenhängend gewesen. Ja, ja.
Aber das könnte man doch jetzt weiter ziehen. Ich nehme ja gerne noch weitere Vorschläge entgegen, würde mich schon brennend interessieren, was denn meine Leser mir so zutrauen würden. Was ICH will ist mir mehr oder weniger klar. Kann man die PussyCat Dolls eigentlich für zuhause buchen? Halt, nein, ich meine, das war jetzt aus dem Zusammenhang gerissen, ich meine, ich habe meine Vorstellungen, die sind aber jetzt nicht Thema, sondern aussenstehende Ansichten, schliesslich ist ja Selbst- und Fremdsicht durchaus verschieden und Selbst- und Fremdeinschätzung erst recht. Deshalb finden sich viele Männer so attraktiv. Anders gefragt, wen denkt ihr hätte ich gerne und wen würde ich tatsächlich bekommen?
Weisheiteneinheiten. Witz bits. Scherzkekschen. Oder Scherzkrümel. Oder ganz banale Feststellungen. Zum Beispiel, dass Einwohner Sardiniens Sarden sind und keine Sardinen. Dass in Rom die Schweizer Garde keine Frauen nimmt, weil Schweizer Gardinen blöd klingt. Dass in Zürich am Rüben-Weg eine Scharfrichter wohnen. Eine Firma, die Kopierer vertreibt sollte sich nicht unbedingt “Afterprint” nennen, ausser sie haben ein besonders hilfreiches Produkt für das nachfeierabendliche Kopieren spezifischer Körperteile. Ich sollte keinem Club eine Mail schreiben und fragen, warum es für ein Konzert, das am 28.10. gemäss der Band-Website, auf der ich fünfmal das Datum überprüft habe, noch immer keine Tickets gibt. Darauf antwortet der Club, das Datum würde schon stimmen, die hätten bei ihnen gespielt. Vor einem Jahr. Bei meinem sechsten Besuch auf der vorgenannten Website fällt mir die 2004 dann auch auf.
Was ich gut finde sind Bücher. Bücher geschenkt bekommen ist etwas Schönes, sofern der Schenker sich dabei etwas überlegt. Und sofern der Schenker nicht einfach ein ausgelesenes Buch weiterschenkt. So viel Einsatz sollte schon sein, ausser es ist ein ultraseltenes oder antiquarisches Exemplar. Aber ansonsten gibt es doch diese Buchablecker, die keine Seite umblättern können, ohne sich vorher die Finger einzusabbern. Stellt euch das bei Büchern aus der Bibliothek vor, da findet man mehr DNA-Spuren als in Dolly Buster. Es gibt Dinge, die will man nicht, wie zum Beispiel das und Bauchweh. Also holt man es sich nicht. Ausser HooBee, der ein seltenes Talent hat, genau zu wissen, dass ihm künstlich gesüsste Bonbons ebensolches bescheren. Bauchweh, nicht Dolly. Aber nein, man weiss es und greift trotzdem herzhaft zu. Zwei Stunden später geht das Gewinsel los. Es ist nun mal gefährlich. Wie Golf. Also zu erwähnen, dass Golffahrer in der Regel alles Bekloppte sind. Ich tat das direkt nach der Erwähnung meiner Physiotherapeutin, sie würde einen fahren. Junge, die Frau weiss, wo man drücken muss, damit’s weh tut. Ich sollte auf dieser Liege einfach lernen, die Klappe zu halten. Zumindest weiss ich jetzt, dass meine Quäle… meine Therapeutin rein namensmässig etwas mit einer Zarin zu tun haben muss. Reinkarniert. Oder hiess die Dame gar nicht Katharina, die Grausame?
Tramfahren bildet. Also entweder bildet es die Abneigung gegen Menschen und Trams (in Zürich es Tram, in Basel es Drämmli und in Bern ds Tram – in Zürich Trämli sagen wird mit Peitschenhieben geahndet) oder eben wirklich. Erstaunlich, was man da über die Gesetzgebung in Sachen Hanfanbau, Verkauf und Benutzung bekommt. Das Tolle daran war, die Informationen kamen von drei Dreizehnjährigen. Die interessieren sich für Themen, die sind da mittendrin, bis der Kopf raucht. Im Wallis wird eine Zehnjährige von einem (wird vermutet) Dreizehnjährigen gemuttert. Ich kann mich irren, aber bei uns damals hat alles ein bisschen später gezündet. Bei mir sowieso, aber das haben alle Mitleser schon gemerkt, dass ich nicht der Schnellste bin. Aber trotzdem, ist das unsere Zukunft? Immer jüngere und bekiffte Eltern? Es gibt ja irgendwelche Viecher, die kommen schon schwanger zur Welt. Keine Ahnung wie das beim Menschen gehen könnte, aber da gibt es bestimmt bald ein Produkt auf dem Shoppingchannel. Nur Neunneunundneunzig und umsonst dazu ein Fensterwischtuch.
Aber apropos Zukunft: Nachwuchs gibt es auch beruflich und da kann unser Auszuwildernder nicht mehr länger unerwähnt bleiben. Hin und wieder kommen so grandiose Perlen von ihm wie “Da kann dann die Pizza zu sich genommen werden”, aber er hat durchaus gute Ideen. Oder Theorien. Nicht alle, aber eine, die in seinem Zusammenhang anscheinend aktueller wird. Ich (und er) erlaube mir, die Ansätze von ihm aufzunehmen und hier etwas detaillierter in seinem Sinne auszubreiten. Gemäss seinem theoretischen Gebilde sind die Kontakte zwischen Männchen und Weibchen in verschiedene Phasen unterteilt:
Phase 0 – Mann rennt durchs Leben, sieht Frauen. Interessiert sich spontan höchstens hormonell und nicht wirklich, dafür für alle. Oder beinahe. Je nachdem wie lange Phase 0 dauert allerdings eher ersteres.
Phase 1 – Erste Kontaktaufnahme, Mann versucht, nicht in die allerbilligsten Balzverhalten zu rutschen. Kramt Charme raus, um die Phase 1 durch Erhalt der Telefonnummer abzuschliessen.
Phase 2 – Kennen Schrägstrich Kennenlernen, Mann und Frau haben Kontakt, wissen aber noch nicht wie weiter. Gemeinsame Unternehmungen oder verstärkte Kommunikation, dadurch kann Phase 2 schweinelange dauern. Mann hört grundsätzlich auf, sich nach Phase 0 zu verhalten, weil doch eigentlich jemand im Auge, aber grübelt trotzdem an Phase 0 rum, weil doch eigentlich nicht sicher, ob im Auge was passieren wird.
Phase 3 – Hurra! Die beiden haben es geschafft und nennen sich Paar. Werden gelegentlich beim gemeinsamen Händchenhalten gesichtet. Mann weist Phase 0 von sich.
Phase 4 – Das erste Jubiläum! Eine Woche überstanden. Erste Kontakte zu den jeweiligen Freundeskreisen werden aufgenommen. Jeweilige Kreise beidseits könnten wegen dem ununterbrochenen verliebten Gesülze kotzen.
Phase 5 – Der erste Streit und trotzdem trennt man sich nicht. DAS ist Durchhaltevermögen. Wahrscheinlich aber bloss, weil das Versöhnen so Spass macht. DAS braucht auch Durchhaltevermögen.
Phase 6 – Ein Jahr (oder wenn jünger ein halbes) überstanden haben, tüchtig feiern und anfangen, das Singleleben zu vermissen. Sich gegen gleiche Trainingsanzüge wehren, aber feststellen, dass andere gemeinsame Eigenheiten (nein, nicht Sex) doch ganz nett sein können.
Phase 7 – Letzte Entscheidung vor dem Schritt ins Verderben, auch “Nicht heiraten!” genannt. Ausgedehnte Überlegungen ob man lieber alleine oder zu zweit depressiv wird.
Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass das auf seinem Mist gewachsen ist. Interpretationen sind zu unterlassen. Abgesehen davon ist eine Phase wie ein Gleis und zwischen jedem Gleis und dem nächsten ist eine Weiche und wie man die stellt, und wohin das nächste Gleis führt, das bleibt jedem selber überlassen. Vielleicht nimmt ja auch die andere Partei den Steuerknüppel in die Hand. Was durchaus auch seinen Reiz haben kann.
Es gibt Dinge, die sagt man nicht. Es gibt Dinge, die sagt man nicht zu allen. Es gibt Dinge, die sagt man besser zu einem anderen Zeitpunkt. Es gibt Dinge, die kann man sagen, aber nicht, wenn das Umfeld eventuell anders sein sollte. Meine Kollegen sind Schweine. Da muss ich sowas von aufpassen, was ich sage, sonst wird sofort die Augenbraue hochgezogen oder ein dreckiges Grinsen aufgesetzt. Obwohl das alles völlig situativ korrekt ist. “Ich sitze vorm OBI und hab eine Wurst in der Hand”. Da denk KEINER, dass ich mir eben am Grill etwas zu essen geholt habe, NEIN. Da wird sofort sonst was angenommen. Das Wort “kommen” habe ich aus meinem Vokabular gestrichen. Es ist übel. Auch beim Einkaufen muss man auf der Hut sein, da darf man nicht eben mal sagen “Soll ich kurz Ihre Melonen halten?”, auch wenn sich die Dame in der Obstabteilungen mit grossen runden Beerengewächsen und einem Einkaufskorb abmüht. Wassermelonen sind ja Beeren, wenn ich das richtig mitbekommen haben, wie Tomaten nicht unter Gemüse, sondern unter Obst laufen. Gut, bei einigen laufen Pommes Frites unter Gemüse, sind ja schliesslich Kartoffeln. Was Schokolade wiederum auch zu Gemüse macht. Oder Früchten, ich weiss jetzt gar nicht mehr sicher, wozu Nüsse gerechnet werden. Hülsenfrüchte? Statt Bohnen Kakaobohnen. Oder Kaffeebohnen. aha, Kaffee ist also kaum von Karottensaft zu unterscheiden. Interessant.
Schokolade. Macht glücklich. Ganz viel Schokolade macht ganz viel glücklich und ganz viel fett. Dann ist man unglücklich und isst mehr Schokolade, weil die ja glücklich macht und… Eben. Und dann sagt mal zu jemandem “Du hast eine Figur wie Miss Piggy”. WUAH! Dabei hat Piggy die Masse 69-50-81. Wenn man die Taille als Basis nimmt, dann ist das ein Verhältnis von 1.38-1.00-1.62. Neunzig sechzig neunzig wäre dann 1.50-1.00-1.50, insofern weicht Piggy oben ein bisschen gegen unten ab und unten ein bisschen gegen oben. Und das ist, mit Verlaub gesagt, genau das, was man am Meisten auf der Strasse sieht. Also bedeutet der Vergleich mit der froschgeilen Sau eigentlich nur, dass man eine Figur hat wie viele andere auch (ob das jetzt gut ist oder nicht) und sich wegen gar nichts aufregen muss. Auch die zartrosane Haut, die man als Vergleich hinzuziehen kann ist nichts schlechtes, grade weil Miss Piggy ja aus Stoff war und eine sehr weiche, angenehme, samtige Oberfläche hatte. Gut, einen Rüssel, abstehende Ohren und das Sprechorgan einer Luftschutzsirene, aber man muss ja nicht jedes Detail herausheben. Also wenn irh wieder mal jemandem eins aufs Maul hauen wollt, dann überlegt doch erst mal. Tiefere Zusammenhänge, aktuelles Umfeld, Situation, möglicherweise war es ein Kompliment. Wenn nicht, dann hatte der Aussprecher wenigstens eine Denkpause lang Zeit, um abzuhauen.
Gestern Abend war Besuch bei Marco Rima angesagt. Genial gewesen, habe immer noch eine halbe Kiefersperre und Seitenstechen vom Lachen. Da sowieso die Hälfte schon wehtut, kann ich mir auch ein neues Produkt zu Gemüte führen, 135mg Koffein auf 250 Milliliter, Néscafe Xpress, Variante Choco. Im Kühlschrank steht noch eine Ausgabe White, aber wenn schon Zuckerschock auf fast nüchternen Magen, dann richtig. Dose auf und vorsichtig hinein linsen ergibt die Ansicht von etwas Bräunlichem. Flüssig. Riecht wie der in Sommerlagern mit Wasser angepanschte Kakao, nasal quergelagert mit einem Hauch synthetischem Kaffeeduft. Vielerbrechend. Einen kräftigen Schluck später bestätigt sich die synthetische Vermutung. Bisher stelle ich so gut wie keinen Abgang fest, aber ein leicht milchigpappiges Gefühl auf der Zunge. Auf der Dose steht “Qualität schafft Vertrauen”, allerdings wird meines in Néstle soeben ganz leicht erschüttert, nicht gerührt.
Schokomilch. Angereicherte Schokomilch, allerdings mit weniger Milch und weniger Schoko, dafür dickwässriger und.. nein, ich spür den Kaffee nicht. Zumindest geschmacklich kommt der nicht wirklich rüber, so muss sich ein Caffé Latte anschmecken, der von Kaffee ja eigentlich nur die Namensanleihen besitzt. Als vorgestern neben mir eine FRAU einen Kaffee SCHWARZ bestellte, ich hätte sie fast umarmt. Mir ist die Zielgruppe dieses Getränks nicht ganz geläufig. Kaffeeliebhaber können es nicht sein, also gehe ich mal davon aus, es sind Koffeinjunkies. Insofern hoffe ich auf den Flash, der demnächst auftreten sollte. Schliesslich wirkt Kaffee zeitverzögert, habe ich gelernt. Also werde ich die Restdose mutig in mich entleeren und der Dinge harren, die da kommen könnten. Abgesehen von dem schrägen Nachgeschmack. Liegt möglicherweise daran, dass Kaffee aus Dosen einfach eine Abwehrhaltung auslöst. Wein trinkt man auch nicht aus Pappbechern. Zumindest nicht ausserhalb Deutschlands. Also ich warte dann mal.
Was Kaffee, Cola und nervige Telefonanrufe nicht schaffen, eine kleine Dose Migros Budget Energydrink für Einszwanzig schafft es: Ich kann nicht einschlafen. Zumindest nicht einfach. Oder schnell. Erst einige Male wie ein horizontal gelagerter Brummkreisel rotieren (ohne Brummen), analog Lebensrettungskurs verschiedenste Lagerungen ausprobieren, durch Selbstbegähnen motivieren oder Meditationsübungen ins Gedächtnis rufen. Aber nein. Geht nicht. Irgendwann dann schon. Eigentlich sollte ich daraus etwas lernen. Beziehungsweise aus den elf vorhergehenden Malen, wo ich mir abends noch so eine Dose eingeschüttet habe. Aber der Mensch kann hin und wieder ein extremer Lerneffektverweigerer sein. Bei Tieren geht es doch auch. Ich konnte am Samstag einem Raben zusehen, wie er auf einem Mülleimerrand sass. Hat mit dem Schnabel reingepackt und hat den eingelegten Plastiksack hochgezogen und dann mit den Krallen festgehalten. Dann wieder mit dem Schnabel hochziehen und mit den Krallen festhalten. So lange, bis er reinschnäbeln konnte, um das Stück weggeschmissenes Brot rauszuholen. Genial. Dagegen der Stadtstreicher, dem das leichter fallen würde, DER hängt sich kopfüber in die Tonne um an das unten Liegende zu kommen. Mensch, du Krone der Schöpfung. Der geistigen Er-schöpfung.
Mensch gegen Natur. Die ist ja ganz böse. Greift den Menschen an. Quatsch, obwohl er’s verdient hätte, aber die Natur macht nun mal, was sie kann: sie naturt. Nature World Tour 2005. Natour. Coming to YOUR home too! So kommt es mir in der letzten Zeit vor. Da ein Sturm, dort eine Überschwemmung, hier ein Erdbeben. Das ist normal. Seit Milliarden von Jahren. Aber dann kommt der Mensch und denkt mit seinen paar tausend Jährchen auf dem Buckel, die Natur, die kann mir nix. Und baut eine Stadt unterhalb des Meeresspiegels. Schon mal eine Badewanne bis zum Rand gefüllt und ein bisschen geplanscht? Sich aber dann nicht ernsthaft gewundert, wenn der Boden klatschnass war, oder? Eben. Was erwarten die Leute denn? In San Francisco bauen sie Wolkenkratzer auf eine Erdbebenspalte und wundern sich, wenn die Häuser umfallen. In der Schweiz, da gibt es wunderschöne Plätze. Mit super Aussicht. Lawinengefährdet. Aber das wird schon nur den nebenan erwischen. WUUUSCH. Ooch, wie konnte das nur passieren. Aber dann bauen wir das Haus eben wieder hin. Am gleichen Ort, schliesslich ist die Aussicht so toll. Und wenn am einen Ort mal ein Erdrutsch runterkam, dann kommt der nächstes Mal woanders. Das ist bei Blitzen meistens der Fall. Prozentual gesehen. Die Lawine (Schnee oder Geröll) denkt sich da nur eins: WUUUSCH. Aber wer weiss, vielleicht dringt es doch noch durch. Ich werde heute Abend eventuell noch eine Dose Energydrink aus dem Kühlschrank holen. Es könnte ja sein, dass DIESES Mal… WUUUSCH.