Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Frauen und das Shopping-Gehn-Gen

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 28.02.2006 (13:02) |

Auf Singleportalen trifft man nicht nur Singles, sondern sogar richtige Menschen. Andersrum. Nicht alle, die man dort trifft, sind Singles. Stimmt zwar, da suchen die verheirateten, kommunikationsgestörten Ehemänner Fleisch, aber die Aussage trifft nicht meine Absicht. Noch nicht mal Streifschuss. Na gut, auf Singleportalen trifft man auch Menschen, mit denen man sich einfach gut verstehen kann. Idealerweise sind die dann auch noch vom andern Geschlecht und weisen Geist auf und mit noch etwas mehr Glück kann man auch die Schublade “attraktiv” zusätzlich öffnen. Dabei können durchaus interessante Feststellungen gemacht werden, nämlich die, dass die letzten vier Bekanntschaften allesamt aus Basel sind UND mehr oder weniger rothaarig sind. Kein “Theme from Twilight Zone” aus dem Off, aber seltsam war das schon. Ungewöhnlich. Was will mir das Schicksal damit sagen? Bestimmt nicht das Gleiche wie Tomati, der mir in der Londoner U-Bahn angeraten hat, ich solle doch die nebenan sitzende Rothaarige fragen, ob sie aus Basel kommt. Möglicherweise schlägt auch die frühkindliche Prägung meiner Kindergärtnerin durch, die war ein Rotschopf. Aber dann müsste ich auch auf ausladende Hinterteile abfahren, was nun doch auch nicht wieder der Fall ist.

Aber eigentlich bin ich ja nicht fixiert, zumindest nicht so fixiert wie Frauen aufs Einkaufen. Falsch, Einkaufen wird mit Absicht und gezielt durchgeführt und es werden Sachen gekauft, die entweder halbwegs Sinn machen (und dies nicht NUR für Frauen) oder benötigt werden. Ein Beispiel: Was aus den folgenden vier Begriffen passt nicht in das vorgängig erwähnte, befindet sich aber mit ziemlicher Sicherheit in der Einkaufstasche, wenn die Frau zu Hause ankommt:
Brot. Milch. Lammfelljäckchen. Salat.
Genau. Nun mag die XX-Chromosomen-Abteilung anfügen, das sei doch aber bei dieser Kälte durchwegs eine sinnvolle Anschaffung. Korrekt. Aber, die Information über besagten Einkauf ereilte mich letzten September und da herrschte im Freien eine Temperatur von 30 Grad. Celsius. Im Schatten. Wer möchte nochmals das Gespräch über Sinn und Unsinn aufnehmen?

Ein weiteres brilliantes Beispiel ist eine sehr geschätzte Kollegin, die mich kürzlich durch zwei (möglicherweise nachträglich bereuter) Anekdoten endgültig auf die Schiene dieses Eintrags schob. Nicht mehr ganz ins Detail nachvollzogen, aber doch so in etwa begab es sich (eigentlich ist die Vorgeschichte egal, aber trotzdem), dass SIE in Termindruck war, weil SIE ihrem Freund noch was organisieren wollte, weil er dringend weg musste. Nun hatte sie mit ihrem Fahrzeug ein leichtes Problem bei der Parkplatzfindung (und ich schwöre, ich verkneife mir diesbezügliche Kommentare) und zerschrammte sich die Fahrerseite (des Autos, sonst wäre es die Fahrerinnenseite gewesen). Aufgelöst ruft sie IHN zu Hilfe und er steht der in Auflösung Begriffenen natürlich zu, muss dann allerdings nach Festigung des Aggregatszustandes nun zu SEINEM Termin, was ihn mit ziemlich übersetzter Geschwindigkeit in eine Polizeikontrolle geraten lässt (was sich ja in einem Dorf auch ziemlich schnell rumspricht). Nun, der Sache Schluss sind zwei Rechnungen, wobei eine Reparatur und eine Zahlungsaufforderung der Vollzugsjustiz zusammen auf einen vierstelligen Frankenbetrag hochschaukeln. Was aber sagt SIE? “Ich war so fertig, ich musste gleich zum Shoppen”. Ja, wenn man es hat.

Apropos haben: Wir haben ja noch Beispiel zwei: Ausverkauf. Eine Freundin ruft SIE von eben an und weist darauf hin, dass Esprit (nicht eben billig) Ausverkauf macht. Mit richtig guten Schnäppchen, besonders diese eine Jacke da. Oder Hose. Oder egal. Denn, wenn Frau schon DA ist, warum denn auch nur dieses EINE Teil mitnehmen. Ist ja schliesslich alles billiger und wenn man für (sagen wir mal) 700 Franken Fummel shoppt, dann hat man gegenüber dem Normaleinkauf bestimmt 300 bis 400 Franken GESPART! Das ist eine “Logik”, die sich mir wohl nie erschliessen wird. Vielleicht erklärt mir eine Frau bei Gelegenheit in für mich leicht verständlichen Worten (WAHAHA, der war gut), was es damit auf sich hat. Sie muss auch nicht rothaarig sein. Apropos Rot: über roten Wodka kamen wir im Büro kürzlich darauf, dass Männer sehr gezielt und sparerisch einkaufen, denn mir wurde Trojka Blue Wodka empfohlen. Geschmack sei ähnlich, wie diese Vicks Blau Bonbons. Sprich: Schnell besoffen, aber immer frischen Atem. Wenn DAS nicht Zeit und Geld gespart ist.

Aktuell im Ohr: Limp Bizkit – Home Sweet Home

Das Blog, das aus der Kälte kam

Abgelegt unter: Allgemein | 21.02.2006 (21:21) |

Blog ist bekanntlich die Kurzform von Bärenlog. Genau so eines drängt ans Licht der Öffentlichkeit und zwar hier: SNOWY. Jetzt aber richtig.

Aktuell im Ohr: Getippe

Hmmmmm.

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 20.02.2006 (7:58) |

Sorry, falls ihr hier von einem beschissenen Werbe-Popup angesprungen werdet. Ich bin auf der Suche nach der Ursache, um diesen Dreck zu entfernen. Nein, es hat mit mir nichts zu tun und nein, ich bekomme kein Geld.

Another day in para… naja… England

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 08.02.2006 (12:30) |

Ich habe das dumpfe Gefühl, ich hätte einem Blauwal eins geblasen. Das Kiefergelenk leicht ausgeleiert, die Lippen angeschubbert und die Mundwinkel leicht ausgefranst. Es hätte eine Alarmglocke anspringen sollen, als meine Zahnärztin zur Gehilfin sagte, sie solle für die Lippen doch kurz die Vaseline holen gehen. Insbesondere nachdem ich da vorher schon Mitarbeiterinnen mit den gelben Gummihandschuhen rumrennen sah. Wenigstens bekam ich diesmal keines dieser Gummizelte implantiert. Aber angenehm war es nicht. Aber nach dem Horror des Wochenendes eigentlich fast schon banal. Ja, es war wieder ein Jahr um und wir waren in England zum Life Action Rollenspiel. Dieses Wochenende stand unter dem Thema Clan Reunion, also ab nach England/Wales, wo wir trotz der wunderbaren Temperaturen und Wetterverhältnissen natürlich im Kilt eingefahren sind.

Die grundsätzliche Idee unterschied sich nicht so von der des Vorjahres, also Treffen in abgelegenem Gemäuer und dann versuchen, die Mysterien der Handlung zu ergründen, die sich die Spielleitung ausgedacht hat. Ich weiss, für den banalen Mitteleuropäer hört sich das alles etwas freakig an, aber zu mir passt das ideal. Wir haben auch diesmal nicht den Flug verpasst, kamen ohne Gebrechen oder Erkrankungen (also kein Grund die Apothekenschnuckeline zu besuchen) mit selbstgefahrenem (Tomati) und navigiertem (ich) Mietwagen am Ziel an. Ohne fremde Hilfe. Na gut, an jedem Morgen EINMAL in die falsche Richtung fahren, was aber unter den Voraussetzungen des verkehrt herumten Verkehrs gar keine üble Leistung ist. Die Diskussion ums Abendessen fiel erstaunlich kurz aus: Engländer: “Well, I could do…” Schweizer: “STEW!” Engländer: “Ehm. Okay.” So muss das gehen.
Zumindest hatten wir eine Menge Spass, zur Erinnerung brachte ich einen handtellergrossen blauen Fleck mit nach Hause, denn schliesslich kann der keks nicht einfach nur umfallen, sondern muss einen filmmässigen Sterbestunt hinlegen, was bei Filmaufnahmen natürlich ungefährlicher ist, weil dort herumstehende Hindernisse wie Stühle, Tische oder Wände gepolstert werden. Dafür konnte ich danach umso besser stöhnen. Impressionen aus der Monsterecke und der Herr auf den zwei kleinen Bildern ist doch ein Schnuckel. So ein Clown auf einem Kindergeburtstag und der Tag ist erledigt. Die Kinder auch.


Bei diesem Aufenthalt sind uns allerdings noch andere Dinge(r) begegnet. Zum einen arbeitet eine unserer Freundinnen in einem Outdoorladen, wo wir… Nein, der Laden ist nicht draussen. Die Produkte sind für dort. Also, die bieten dort Handschuhe an. Man kennt diese Dinger mit den abgesäbelten Fingern, um mit den Fingerspitzen auch bei kaltem Wetter doch noch in der Nase popeln zu können oder ähnliche Verrichtungen ausführen zu können. Unsere Modelle haben fünf Fingerspitzen weniger, diejenigen DORT haben einen kompletten Daumen und dieses geniale Feature:


Brilliant. Können keine Duschen in Häuser bauen, aber diese Kleinigkeiten… Ge-Ni-Al. Wenn wir schon bei Kleinigkeiten sind, das was jetzt kommt, treibt einem als Mann durch den Namen alleine ein leichtes Ziehen in die Lendengegend: Eggbeater. Der Eierschläger. Gemächtprügler. Genitalhooligan.

Ein Rührdingens, das extra dazu dient, Eier zu schlagen. Kleiner und schmaler. Heisst bei uns sonst Schwingbesen, in Deutschland Schneebesen und in Österreich wahrscheinlich Jogeehrüührdiebeesn. In England keine Ahnung, aber der kleine eben Eggbeater und wird dann auch noch in der Putzigvariante t, damit es weniger weh tut. Wobei mich der kleine Klötenhämmerer bei genauerer Betrachtung ein bisschen an Calimero erinnert, dem man tüchtig einen auf die Mütze gehauen hat. Als Info für die Jüngeren: Calimero war in den Siebzigern eine Zeichentrickfigur, die in der Nachdrogenära konsequent unter Depressionen litt und damit als Rollenmodell für die Heranwachsenden galt, die später als depressive Generation niX vor sich hin vegetierten und Internet-Start-Ups ruinierten. Als Kopfbedeckung trug er imm seine Eierschale und wenn man da mit der Faust drauf geschlagen hätte, dann hätte das so ausgesehen wie hier. Und jetzt rächt er sich wohl. Aber glücklicherweise in England.

Aktuell im Ohr: Texas & Paul Buchanan – Sleep