Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Was ist DAS denn bitte?

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 26.01.2006 (7:16) |

[ ] Ein BH aus der Bondage-Szene
[ ] Schlittenanhänger zum Transport von Kindern (inklusive Sicherheitsgurt)
[ ] Scheuklappen für ein Pferd
[ ] Ein SM-Eierbecher mit Darkroom-Erweiterung
Ich weiss ja nicht. Ich wusste, was es ist, aber spontan kamen mir eben doch andere Gedanken. Liegt das jetzt an mir oder am Produkt? Es kann durchaus sein, dass ich wieder völlig fehlinterpretiere, aber damit muss ich wohl leben. Ich muss ja auch mit HooBee als Büromitinsassen leben, der auch mit Produkten unzufrieden ist. Er ist nach wie vor der Meinung, dass sein neuer iPaq von Dämonen besessen ist (oder verhält sich zumindest so) und nervt sich, dass er seine Digicam-Fotos noch selber drehen muss, von wegen Hoch- und Querformat. Das müsse die Kamera doch eigentlich übernehmen können.

Sicher doch. Klar. Kann die. Kamera erkennt, was auf dem Bild ist und dreht automatisch, damit der Endbenutzer (Hat schon mal jemand überlegt, warum Enddarm da eine gewisse Ähnlichkeit im Wortgrundriss aufweist?) keine Arbeit mehr hat. Die Geräte lassen uns verfaulen und verblöden. Noch mehr, als es das Nachmittagsprogramm schon tut. Aber warum nicht, das wäre für die Produktehersteller eine Herausforderung zusätzlich. Noch einen Schritt konsequent weiter gedacht: Die Kamera kann alleine Aufnahmen machen. Die reist dann um die Welt, knipst die besten Motive und dreht die automatisch für bessere Ansicht. Der Besitzer braucht kein Geld mehr auszugeben für teure Reisen, kann gemütlich auf der Couch hängen und sich am Ende anschauen, wo er überall gewesen ist. Wäre. Klingt im ersten Moment doof, hat aber einen ganz klaren Vorteil: Die hässlichen Touristen würden von den ganzen Fotos verschwinden. Dann bräuchten wir die Scheuklappen von oben nur noch beim Einkaufen, aber auch dafür wird bestimmt eine Lösung erfunden werden. Worden sein. Was auch immer.

Aktuell im Ohr: Commercial Breakup – Walking Back Home

Es gibt da so DIESE Tage…

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 17.01.2006 (13:05) |

Damit sind nicht die monatlich wiederkehrenden Tage gemeint. Es sind eher diese sporadisch auftretenden, von Beginn weg darauf hinweisenden Tage, dass das Verlassen des Bettes ein Fehler gewesen ist. Das Ausrutschen in der Dusche könnte bereits ein Ansatz sein. Die restlichen vier Zentimeter Zahnseide ein Anhaltspunkt. Selbst krampfhaftes Quetschen ringt der Zahnpastatube eine Maximalmenge ab, die für die Schneidezähne des gemeinen Hamsters knapp ausreichte, aber eben nur für den. Die Kleenexbox zeigt nicht nur kein herausgezupftes Blatt sondern nur noch Leere. Wenigstens ist das Rasiergel noch voll, entleert dafür keine haselnussgrosse Menge auf die Handfläche sondern liegt von der Kubikmenge dichter an der Orange. Ich weiss auch nicht. Es hätte mir eventuell etwas sagen wollen. Aber dadurch, dass ich mir beim Rasieren nicht die Fresse zersäbelt habe, gab ich dem Tag noch eine Chance. Sieht bisher nicht übel aus. Ausser vielleicht die Stimmen in meinem Kopf. Die sind sonst nicht da.

Da fragt mich eine davon, was Frauen an diesen geschniegelten Anzugfritzen finden. Wollen, die wirklich jemanden, der morgens erst seinen Frisurenkamm aufbürstet und am Frühstückstisch den Börsenteil zu sich nimmt? Wäre es da nicht angebrachter, sie zu bürsten und auf dem Frühstückstisch herzunehmen? Marmeladenbrötchen an der Arschbacke sind bestimmt lustiger als Druckerschwärze an den Fingern. Apropos Finger: Wenn Frauen sich im Bus oder Tram an den Stangen festhalten, ist das ein Hinweis darauf, wie sie auch andere… ähm… Gestänge festhalten? Falls ja, dann nähme ich die von gestern und würde vor der Vorgestrigen weit weg flüchten. Auch wegen ihres penetranten Gelächters, das sich wie ein Schlagbohrer durch den Gehörgang frisst. Aber sie hatte schon vorher verloren, als ihre Freundin vorbeikam, die sich quiekend um den Hals gefallen sind und sie ihre Nase gekräuselt und die Schneidezähne vorgeschoben hat wie ein Tussimeerschweinchen auf Speed.

Ziehe ich sowas an? Alleine die Tatsache, dass das einzige, was mir in letzter zeit zwischen die Beine ist, ein riesengrosser Hund war, gibt mir zu denken. Liegt es an meiner Umgebung? Beeinflussen meine bekloppten Kollegen mich in einer erschreckenden Art und Weise? Wenn es von einem Platz weiter schnieft und hustet und ich bemerke, es wäre an der Zeit, dagegen etwas zu unternehmen, da erwarte ich nicht, dass kommt: “Hab ein Medikament genommen. Gegen Schmerzen im Bein”. Öh. “Gegen gynäkologische Schmerzen hilft es auch”. Das hilft extrem, wenn man ein Mann ist. “Aber irgendwo stand auch gegen Schmerzen im Brustraum und so”. Durchaus möglich, aber vielleicht ging es um WEIBLICHE Brusträume. Man sollte grundsätzlich nicht die Pillen seiner Freundin fressen. Die eben genannten sind wahrscheinliche gegen Effekte DIESER Tage. Nur eben nicht gegen jene, die ich meine.

Aktuell im Ohr: Mike & the Mechanics – All I Need Is A Miracle

Pimp my Märchenstunde, Season 2.1

Abgelegt unter: Allgemein | 08.01.2006 (21:37) |

Es war einmal vor langer Zeit, da zog ein Ritter los, um einen Drachen zu erlegen und die Prinzessin zu befreien. Er rüstete sich, er gürtete sich und ritt los. Die Sonne lachte, doch der Ritter schimmerte nicht in seiner eher ehernen als silbernen Rüstung. An verschiedenen Stellen schon ein wenig eingedellt, die Lederbänder knarzten leise vor sich hin, während sein Pferd gemächlich gen Drachenschloss trabte. Seinen Helm hatte er leicht in den Nacken geschoben, das Visier liess sich nicht mehr bewegen und so konnte er immerhin etwas sehen. Die Federn, die zur Zierde angebracht worden waren, hatten wie der alte zerzauste Papagei eines Piraten (der erst einige hundert Jahre erfunden werden sollte) schon bessere Zeiten gesehen. Viel bessere. Aber der Ritter ritt und ritt und war voller Tatendrang und Wagemut und schon gute zwei Stunden später war er am Schloss angelangt. Er stieg aus dem Sattel und knarzte und quietschte dabei etwas lauter. Nun, es mochte nicht mehr die neuste Rüstung sein, aber er war stolz darauf. Dann schlich er vorsichtig durch das Tor und versuchte, so wenige Geräusche wie möglich zu machen. Sein Schwert war leider auch schon älter und trug mehr Narben als eine aufgebrezelte Schickimickine (die erst einige hundert Jahre erfunden werden sollte). Ein Kampf wäre also sehr heikel bis aussichtslos gewesen, aber die Feder war schon immer mächtiger als das Schwert und so hoffte er, dass seine zerzauste Glücksfeder auf dem Kopf ihm einmal mehr helfen würde.

Treppenstufe um Treppenstufe hastete er schleichend nach oben, bis er vor dem vermeintlichen Gemach der Prinzessin angekommen war. Die Tür war verschlossen, doch dies überraschte ihn nicht. Schliesslich hätte die Prinzessin sonst nicht befreit werden müssen. Die Wohnlage als solches lud nicht zum bleiben ein und sie wäre bestimmt gegangen. So holte er Anlauf und donnerte mit seiner Schulter gegen die schweren Eichenbohlen. Zu jenen Zeiten konnte man mit Bohlen noch sinnvolle Dinge anstellen. Die standen noch für Qualität. Ein zweites Mal warf er sich gegen die Tür, doch diesmal anders. Wieder nichts. Dann vernahm er von drinnen die zarte Stimme der Prinzessin:
“Nehmt den Schlüssel!”
Der Ritter sah sich um und entdeckte neben der Tür einen Haken am Fels, an dem ein Schlüssel hing. Sofort ergriff er ihn, steckte ihn ins Schloss, drehte ihn knirschend und stürzte in den Raum. Er riss sich den Helm vom Kopf, um die holde Prinzessin sehen zu können und war geblendet von ihrer Schönheit. Oder von der Sonne, die hinter ihr durchs Turmfenster fiel. Er fiel auf die Knie und seine Gelenke knarzten mit den Bändern seiner Rüstung um die Wette. Als nun die Sonne so auf seine matten Platten und auf seine platte Matte (Helmhaar) schien, da lachte die Ratte, die die Dame noch im Zimmer hatte und die Dame schaute nach Schwert und Latte. LANZE! Sie schien leicht enttäuscht, doch der Ritter konnte ihr Gesicht nicht sehen und so blieb ihm dies erspart.
“Seid Ihr mein edler Ritter, in, ähm, schimmernder Rüstung?”
“Nun, so ähnlich”, antwortete der Ritter, als er sich ächzend erhob.
Sie drehte sich und sagte, er solle sich nicht sorgen deswegen, sie kenne eine Zauber und rief:
“Oh Xibit! Xibit! Bitte, PIMP MY KNIGHT!”
Aus einer flammenden Rauchsäule trat ein dunkles Wesen mit übermächtigen Muskeln und ganz mit goldenen Ketten behängt und sprach. “YO!”
Die Prinzessin quietschte und hüpfte um das Wesen und fing fast an zu heulen.
Dieses Xibit genannte Zauberwesen machte seltsame magische Gesten mit seinen Fingern und sagte: “No problem, Bitch. Wir fliegen mit deinem Knight zu Märchenländ Customs und pimpen den richtig PHAT!”
“Aber ich habe doch eben erst zwei Kilo abgenommen.”
“YO, you M*zwitscher*ker, keine Angst, du bist danach wie f*zwitscher*ing neu!”
Und mit einem Riesenknall verschwanden Xibit und der Ritter zu Märchenländ Customs.

Nach der Werbepause sassen die Knappen von Märchenländ Customs an ihrer Tafel und der Chefknappe sagte: “Also, wir haben da draussen einen 957er Knight Rider, etwas rostig, macht Geräusche und bringts nicht mehr so. Er gehört einer Prinzessin, die war jahrelang in einem Turm eingesperrt und braucht jetzt was richtig Geiles. Was habt ihr für mich? Mad Spike?”
“Yo, der ist ja schon leicht rostig, wir flexen den komplett ab, polieren ihn und dann bekommt er als Erinnerungswert ein freaky Dragonred verpasst mit aufgesetzten Rückenspoilern, damit er aussieht wie ein Drache.”
“Zu Fuss ist er ja nicht mehr SO gut, ich dachte wir legen ihn tiefer, indem wir seine Füsse…”
NEIIIIIIIIIIIIIIIIN kreischte der Ritter aus dem Pimpinstall.
“Nun ja, wir könnten auch einfach ein bisschen Fett in die Gelenke schmieren.”
“BigDanManIfYouCan?”
“Ich dachte daran, seine Glocken ein bisschen zu schmücken, es gibt da ganz neu diese Ringe und die klemmt man…”
NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!
“Ach verdammt, wir tunken ihn in Öl, damit er nicht mehr quietscht und dann eine Runde durch den Hühnerstall für die Federapplikationen. Wird nicht ganz drachenähnlich, aber ich denke, das als Prototyp… Wird sicher mal ganz gross werden (Einige hundert Jahre hat der wilde Westen das übernommen. Und wer hat’s erfunden?).”
“Ich mag eure Ideen, also ab an die Arbeit, die Prinzessin wartet.”

To be continued…

Aktuell im Ohr: ATB – Let U Go (Reworked)

Kretins der Volksmusik

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 05.01.2006 (16:46) |

Samstagabend und ich zappe tatsächlich auf eine Volksmusiksendung, wenn das mal nicht beweist, dass ich leidensfähig bin. Krone der Volksmusik. Das sind die Sendungen, wo die Sender neben ihrem Logo auch noch LIVE einblenden, was alleine darauf hinweisen soll, dass hier keine Zombieansammlung den Abend bestreitet. Sehen zwar so aus, aber eben. Gerade als ich zuschalte tritt Hansi Hinterlader auf, ausgestattet mit einer hochfritierten Fönfrisur und demonstriert lebhaft… gut, lebhaft ist übertrieben… wie ein sehr schlechtes Vollplayback aussieht. Und der Text! Ein Liebeslied, wo irgendwann drin vorkommt “Du hast mich ins Herz getroffen”. Sie hätte ein grösseres Kaliber verwenden sollen, er zuckt noch.

Dann im Hintergrund diese Chorprostituierten. Schunkelschlampen. Wie tief muss man als junge, hübsche Frau gesunken sein, um hinter Betonhansi einen auf Strahle-Lisl zu machen? Mir fällt grad auf, dass die hier im Gegensatz zum Musikotzenstadl das Publikum kaum zeigen. Entweder sind die so stolz auf ihr Bühnenbild, weil es weit über die Biergartenromantik der Konkurrenz hinaus geht oder sie haben Angst, dass Angehörige sie verklagen, weil Omas und Opas gegen ihren Willen aus Pflegeheimen entführt worden sind, damit jemand da sitzt und klatscht. “Wo ganz leise meine Seele in der Einsamkeit ein Gespräch mit den Bergen führt”. Ein Anwärter auf das Berglied des Jahres. Welche Krankheit war das, wenn man mit Bergen spricht? Almdödler?

Meine Güte, jetzt kommt die Krone der Volksmusik für ein Lebenswerk. Caroline reibt unter rhythmischem Geklatsche die Laudatio auf die armen Seelen der Gepeinigten und leitet Heino ein. Der findet ja Rammstein gut, was ihn schon fast cool macht. Die Reiberschen Witze kommen an. Jeweils zwei Minuten nachdem sie ihr von den Lippen geflutscht sind. “Hääh? Was hat sie gesagt?”. Wow, ist die Frau gut informiert. Heino ist Kult. Man hört ihn auf Platte, auf CD und im Internationalen TV. Gut, Heino ist wirklich konsequent, über fünfzig Jahre die gleichen Klamotten und damals schon für Schwarz-Weiss-Fernsehen optimiert. Und immer dabei geblieben. Lenkt fast davon ab, dass die sich drehende Figur im Hintergund aussieht wie ein Riesendildo. Jetzt brauch ich Alkohol. UND WO IST MEINE VERDAMMTE FERNBEDIENUNG?

Aktuell im Ohr: Meine Finger

Tja, da sind wir nun. 2006.

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 01.01.2006 (12:47) |

So. Wieder ein Jahr geschafft. Und schon geht es wieder von vorne los. Am besten fängt man sich doch jetzt schon an zu überlegen, wie man den nächsten Sillyvester verbringen will. Das enthebt einen vom Stress, dass Weihnachten durch ist und man immer noch nicht weiss, was man machen will. Die Angebote als solche ändern sich ja nicht grossartig. Silvesterparty. Sich mit einigen hundert Leuten die man weder kennt noch kennen will in eine Location zwängen, überteuerte Eintrittspreise zahlen, weil ja Silvester ist, Partymusik hören, die einem das ganze Jahr über schon als Klingelton auf den Sack gegangen ist und um neun Uhr sich schon anstellen für ein Glas Puffbrause, das man frühestens um Viertel nach Zwölf bekommt. Jippieh. Oder man trifft sich bei Freunden, isst was Nettes, diejenigen, die zu Besuch kommen bringen Vanillepudding mit (im Bus sitzen dann lauter Pärchen, bei denen der Mann jeweils die Schüssel auf dem Schoss hat) und um Mitternacht ist man der Einzige, der niemanden zum Knutschen hat, dafür aber wenigstens die Schüssel auslecken darf.

Dann gehen die guten Wünsche los und diese lustigen Fragen. Gut gerutscht? Jaaa, frag das den Eingegipsten auf der Notaufnahme, weil Glatteiseinbruch war. Da freut der sich bestimmt. Bist du gut reingerutscht? Jaaa, bloss nicht da, wo ich rein wollte! Na, bist du gut rüber gekommen? Schon mal jemanden gesehen, der im alten Jahr hängen geblieben ist? Frohes neues Jahr. Falsch, der Mensch als solches sollte froh sein. Frohes Jahr. Wie sieht das denn aus? Wie sieht ein Jahr überhaupt aus? Ein Kalender füllt das in Zahlen ab und der kann je nach Bebilderung auch durchaus frohe Gefühle erwecken. Aber ein Jahr? Also wünschen wir uns doch lieber: Ein frohes neues DU. Sollte man im Zug oder auf der Strasse jedem wünschen, der schon zu Beginn eine solche Fresse zieht, dass man ihn am liebsten ins alte Jahr zurückprügeln würde und dann hofft, er rutscht nicht. Man merkt schon, ich werde im neuen Jahr nicht unbedingt freundlicher. Aber einer muss sich doch wehren. Insofern wünsche ich mir und euch vor allem eines: Ein inspirierendes Jahr, in jeder Beziehung.

Aktuell im Ohr: Die Firma – Endzeit