Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Inspector Gadget

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 28.10.2005 (7:10) |

Was für Frauen Handtaschen, das sind für Männer Spielsachen. Dingsbumsis. Kleine (oder auch grössere) Sächelchen, meistens (aber nicht immer zwingend) aus dem technischen Bereich. Keine Notwendigkeiten, sondern eben Dinge, die man einfach BRAUCHT. Nicht ein banales technisches Gerät, mit dem man beispielsweise telefonieren kann, sondern dermassen erweitert, dass das Handbuch dazu die Ausmasse der Gesamtausgabe Telefonbuch Stadt New York besitzt. Das ein richtiger Mann natürlich nie und nimmer lesen würde, schliesslich hat ein MANN das im genetischen Grundprogramm. Wie der Cro Magnich anno dazumals schon. Früher tat selbiger, wenn etwas nicht funktionierte (Mammut, Feuer, Ehefrau), nichts anderes, als einfach mal drauf hauen. Was macht Mann heute, wenn der Computer oder das Auto oder die Ehefrau streikt? Er haut mal drauf. Also wozu Bedienungsanleitungen?

Diese Gerätschaften, die eigentlich rein zur Beschäftigung des Mannes dienen und ihn von anderen Dingen abhalten (Krieg führen, am Sack kratzen, auf Frauen hauen) sollen, werden heutzutage “Gadgets” genannt. Mann braucht sie nicht, mann WILL sie. Warum, weiss er meisten nicht so genau, aber das wissen Frauen bei Schuhen, Taschen, Klamotten, etc. auch nicht, weswegen wir aus fairnesstechnischen Gründen das unter den von der Frau gewollten Designertisch fallen lassen. Dem Mann hätte ein Holzbrett auf einigen Bierkisten gereicht, denn dann wäre mehr Geld für Gäddschätts übrig geblieben. Die sind ja nicht billig. Ähnlich wie der pawlowsche Hund (Glocke = sabbern) wird der Mann durch gewisse Schlüsselreize gesteuert. Bei mir ist das zum Beispiel dieses kreisförmige Ding im Mediamarkt-Logo.

Beim Anblick desselben fängt sich das auf unheimliche Art und weise zu drehen und Stimmen sprechen aus meinem kopf zu mir. Zehn Sekunden später stehe ich im Laden und habe irgendwas in der Hand und die Frage im vorderen Stirnlappen “Brauche ich das?”. Natürlich nicht. Das heisst aber nicht, dass ich es nicht trotzdem in mein Körbchen packe, schliesslich ist das doch durchaus eine optimale Erweiterung meines bestehenden Gerätepools. Man muss schliesslich auf Eventualitäten vorbereitet sein. Man kann nie wissen. Habe jetzt einen neuen MP3-Player. Eigentlich hätte ich ja noch einen, aber der hat eine Macke an der Festplatte. Den müsste ich aber zur Reparatur einsenden, wozu ich aber die Kaufquittung bräuchte, die ich aber wiederum zu faul zum Suchen bin. Ergo.. halt, nein, ich hab eine bessere Begründung: EIN MP3-Player mit Memorystick ist NÖTIG fürs Training. Da wird die Festplatte im andern sonst zu fest geschüttelt. Also BRAUCHE ich den.

Zuhause befinden sich derzeit auch verschiedenste Hilfsmittel, um meine ganze Computerinfrastruktur zu optimieren, mit Wireless noch praktischer einzurichten und überhaupt alles ganz schön zu gestalten, weil keine Kabel und überhaupt. Aber der Drang fehlt. Also nicht DER Drang, sondern wenn’s mal da ist, dann bin ich wohl irgendwie zu faul… nein, falsch, meine Prioritäten verlagern sich spontan auf etwas anderes. Ich sollte Gadgets aus dem nicht technischen Bereich bevorzugen. Dazu habe ich nämlich auch etwas entdeckt. Einige dürften den Spot von Blaupunkt schon kennen, für die anderen HIER der Clip. Die beiden Hauptdarsteller, Benny und Bunny gibt es jetzt auch als Plüschviecher. Zum situativen Nachstellen. Das wäre dann ein Kaufen, Mitnehmen und Auspacken, ohne dass man noch Handbücher lesen muss. Cool. Fast wie Schuhe. Und nein, ich hab die beiden NICHT gekauft. NOCH nicht.

Aktuell im Ohr: a-ha – Stay

In die Sterne geblinzelt

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 24.10.2005 (23:07) |

“Saturn ist in Konflikt mit Ihrem Geburtsstern Mond : Sie zeigen sich besorgt, da Sie Angst haben, alleine leben zu müssen.”
Sagt eine Tageshoroskopseite über mich. Da steht auch, dass ich zwar powere und mein Intellekt und mein Glück auf dem Höhepunkt sind, aber in Bezug auf Sensibilität und Gefühl völlig unten durch bin. Nun ja, das kommt vielleicht daher, dass mir auf Kekspackungen suggeriert wird, ich wäre nur zu zweit ein Ganzes. Duo-Keks. Dabei, wenn ein Teil fehlt, dann liegt doch meine Schokoladenseite offen. Bloss liegt niemand drauf, das stimmt. Nun gut, Es gibt ja mehr als ein Tageshoroskop, vielleicht sagt mir ein anderes ja genaueres.

Dabei stelle ich fest, dass tatsächlich etwas dran sein muss, dass wir aus den Sternen alle etwas über uns lesen können und es immer wieder stimmt, denn egal, ob ich bei Yahoo, Antenne Bayern, Pro7, Brigitte oder noch ein paar anderen nachschlage, alle schreiben das Gleiche. Also schauen DOCH alle in dieselben Sterne. Und die sagen heute:
“Je früher Sie an die Arbeit gehen, desto eher dürfen Sie Feierabend machen und private, vor allem aber gesellige Interessen pflegen. Denn dies ist einer jener Tage, die sich abwechslungsreich und anregend gestalten und einfach Spass machen. Aber, wie erwähnt, Ihr berufliches Pensum sollten Sie darüber natürlich nicht schleifen lassen.”
Nun, ich war heute um sieben im Büro, dank Bereitschaft beschränkt sich mein geselliges Leben auf Mails und Instant Messenger und mit früh Feierabend machen ist auch nichts zu wollen. Anscheinend verwenden hier alle ein identisches Teleskop und das hat einen Sprung in der Linse.

Berlin Life trifft es da schon besser, die haben erkannt, dass ich heute improvisieren muss (Sitzungen schieben, Projekte umgestalten, Leute zusammen sammeln für spontane Aufträge). Passt also. Ich sei körperlich angeschlagener als sonst (bingo, nach einer Woche Grippe auch keine Kunst) und solle mir eine Wohlfühloase schaffen (frisch gepresster Grapefruitsaft, mjam) und ich solle mich nicht mit Sport unter Druck setzen. Das hingegen hätte ich heute früh VOR der Physiotherapie wissen sollen, würde mir morgigen Muskelkater ersparen. Erstaunlich, wo man noch alles Muskeln findet. Meine Schicksal macht Kurven und ich solle ein klärendes Gespräch führen. Sagt leider nicht, mit wem. Aber dass sich dadurch am Ende alles zum Guten wendet. Was allerdings sehr subjektiv gewertet werden kann.

Noch ein Versuch: “Heute geht es Ihnen ausgezeichnet”. Drum sagen mir wohl auch alle, ich sähe aus wie ein Sack Weissmehl. “Sie sind einfühlsam und charmant und strahlen ein Selbstbewusstsein aus, das anderen Sympathie signalisiert und Vertrauen erweckt.” Na aber da sind wir doch am Schleimen! Das sollen jetzt aber ein paar Leute mal merken, ja? Und darauf reagieren, alles klar? Ja, genau du da. So geht es weiter als durchwegs postive Beschreibung meines Tages, der nur einmal im Jahr kommt. Super. Ist der Rest also gelaufen. Allerdings, wenn ich jetzt eine Reaktion hierauf bekomme, dann wer weiss, dann ach egal. Aber nach dem Text geht’s mir schon fast gut. Ich bin dankbar. Steht da, ich solle das sein. Es hätte positive Folgen.

Noch in einem steht geschrieben, ich sei megakreativ und voller Ideen. Stimmt! Ich bin nur zu faul, um mich hinzusetzen. ” Ihre Vorstellungskraft ist allgemein sehr gesteigert, und so können Sie Ideen erfassen, die Ihnen sonst nicht zugänglich sind. Wenn diese Vorstellungskraft überhandnimmt, kann sie jedoch leicht zur Illusion werden”. Kenn ich. Vermeide ich gezielt. Behaupte ich mir selber gegenüber zumindest, bin schliesslich sehr kreativ beim Vorgaukeln. Nun erfahre ich an EINEM Tag so viel über mich, es ist erschreckend. Einige der Angaben sind sogar tatsächlich auf meinen Geburtstag ausgerechnet. Nun bin ich aber doch gespannt, wie sich das jetzt im weiteren Verlauf des Tages noch entwickelt. Mindestens einen Punkt werde ich aber beherzigen: “Wenn es Ihnen jetzt schwerfällt, anderen Leuten gegenüber ehrlich zu bleiben, sagen Sie lieber gar nichts”. Genau. Wenn ich nämlich ehrlich wäre, bekäme ich Schläge oder mein Gegenüber einen Heulkrampf. Heute bleibe ich friedlich. Ausser ich würde noch ein Horoskop finden, in dem etwas anderes steht.

Aktuell im Ohr: Radiorauschen

Nachlese. Spätlese. Weinlese. Auslese.

Abgelegt unter: Allgemein | 17.10.2005 (13:00) |

Der keks steht vorn am Bühnenrand, macht wüste Gesten mit der Hand.

Am Freitag war ja noch was. Das Konzert von The Mission, das ich noch nachholen musste, weil mir das letzte jemand versaut hat. Nach nunmehr siebzahn Jahren also der Versuch, endlich ein Ziel zu erreichen. Nachmittags also ab und den Zug schnappen und nach Bern tuckern. Zuerst habe ich noch zwei Kollegen aus betreffendem Kanton gefragt, ob sie mir ein Medikament empfehlen könnten, das mich genug runterbremst, damit mich auch Berner verstehen können. Darauf wurde ich mit Erdnüssen beworfen, was mich wiederum an Schimpansen im Zoo erinnerte, die mit Nüssen nach Besuchern werfen. Egal. Aber die haben halt nun so einen Dialekt.

Also nach Bern und ab ins Hotel. Das hiess sinnigerweise Hotel Bern. Wenigstens nicht Hirschen. Im Zug bin ich schon fast weggedöst, also habe ich zuerst das Bett ausprobiert. Falsch, zuerst habe ich das Schokoladenherz vom Kopfkissen weggefressen und danach habe ich mich ausgebreitet und war sofort weg. Auch falsch, zuerst hatte ich den Wecker gestellt und dann. Hat gut getan. Eineinhalb Stunden später bin ich weckerlos aufgewacht und war fit wie ein Turnschuh. Nein, auch falsch. Naja, sagen wir Freizeitschuh. Wenn ich nun an einen Ort komme, der mir essensmässig unvertraut ist und ich habe danach noch etwas Wichtiges vor, dann riskiere ich keine Zwiebelattacke und gehe zu MäcDoof. War ich schon länger nicht mehr und überhaupt kann Globalisierung durchaus auch Vorteile haben. Ich bekomme auf der ganzen Welt bestimmt immer etwas Sicheres zu essen. Keine spezielle Gewürzmischung an den Pommes. Diesmal nur ultrazuviel Salz. Atlantik komprimiert auf eine Tüte. Konnte aber nicht an meiner Stimmung rütteln.

Zu Fuss dann los zum Bierhübeli (heisst tatsächlich so), an der Garderobe Jacke abgeben, das Mädel anstrahlen. Ein T-Shirt kaufen bei einer rothaarig gezopften Lack- und Lederbraut mit gepushupten Verkaufsargumentsverstärkern. Grinsen nicht verkneifen können. Zurück zur Garderobe und T-Shirt in Jacke stopfen lassen. Mädel anstrahlen. Ab zur Bar und ein Kinley bestellen und ich bekomm einfach mein Strahlen nicht aus der Fresse, dafür dass es ein düsteres Konzert ist ziemlich unpassend. Aber nicht so unpassend wie einige der anderen Besucher. Um es kurz zu machen, das Konzert war geil und ich stand tatsächlich am Bühnenrand. Ganz vorne. Und einen halben Meter hinter mir konsequente Mitgröler (je länger das Konzert, desto lauter und falscher und in totaler Unkenntnis der Lyrics). Die hätten irgendwann auch fast eine Prügelei angefangen, weil ein Bully seine Lady gegen Pogotänzer schützen wollte. The Mission ist nicht zum pogen geeignet, auch wenn Shades of Green in einer Speedversion gespielt wurde. Berner sind ein seltsames Völkchen. Besonders der Krawattenträger, der sich wohl im Büro entschieden hat, einen auf Böse zu machen. Der ging mir aber nur deswegen nicht weiter auf den Sack, weil er wie fast alle anderen hinter mir stand. Ausser dem Halbtaktklatscher neben mir, der das Rhythmusgefühl eines Spechts nach einem halben Kilo gärender Kirschen hatte.

Danach ging dann noch Party los. Genehmigte mir dann noch einen Vodka, habe mich gewundert, dass der Light Engineer kein fetter Bärtiger, sondern eine dralle Blondine mit High Heels und einer Art Strapsschnürstiefeln war. Ungewöhnlich. Nur die kettenrauchende DJane mit null Skills ausser ein paar zufällig geglückten Klassikerauflegern störte. Da reifte wohl auch in mir der Wunsch, endlich mein Musikzimmer fertigzustellen, um mein DJing wieder aufzunehmen. Wenn man mit keinem Können öffentlich auftreten darf, warum dann nicht mit wenig Können? Insofern ist viel passiert und ich kann das Weekend durchaus mit einem Prädikat “gelungen” versehen, was jetzt nicht nur rein auf den Freitag bezogen ist. Aber das mögen andere Leute vielleicht anders beurteilen, ich weiss ja nicht, wie der Rest der Menschheit die Tage verbracht hat. Aber ich fand’s voll gut. Zeigt doch immer wieder, dass gut Ding Weile haben will.

Aktuell im Ohr: Kelly Osbourne – One Word (Kaum zu glauben aber wahr, das ist ein ziemlich cooles Album)

Riddle me this, riddle me that

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 16.10.2005 (18:07) |

???
Aus aktuellem Anlass, nämlich der Betrachtung des aktuellsten Batman-Films fiel mir ein alter Bösewicht wieder ein, der Riddler. Und das motivierte mich, auch mal etwas in die Richtung zu machen, also:

Kein Atlas, keine Karte, kennt den Punkt, auf den ich meinen Fuss gesetzt
Wie ein and’rer Reisender zuvor, doch sein entdecktes Land der kleinen Wesen
Trug einen Namen, heute noch verbreitet, und der Mann der ihn dort ausgesetzt
Führt’ die Feder wie ein Schwert und war zeitlebens sehr belesen

Entdecker, Reisende, Führer ganzer Flotten, reisten zu unbekannten Weiten
Von Naturschauspielen erzählten sie, von Tieren wie eine Sonnenfinsternis
Zerbrechlich zart wie Nymphen, die über Wiesen tanzen, springen, schreiten
Wer erkennt, was hier zusammenpasst, dem ist die Lösung schon gewiss

Wer glaubt zu wissen wo ich stehe, der möge mir das an kekslog at gmx dot ch MAILEN. Nicht in die Kommentare bitte.

Aktuell im Ohr: Nik Kershaw – The Riddle

Die kleinen Freuden

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 14.10.2005 (5:33) |

Szene an der Vorverkaufskasse:
keks: “Stimmt es, dass das Simple Minds-Konzert im März ausverkauft ist?”
Frau1: “Ja, die gingen schnell weg.”
keks: “Das Zusatzkonzert auch?”
Frau2: “Wollen Sie eins?”
keks: “Fürs Zusatz?”
Frau1: “Nein, für Zürich.”
Frau2: “Wollen Sie eins?”
keks: “???”
Frau2: “Eins hätt’ ich noch.”
keks: *sabber*

Und da soll noch einer sagen, es gibt keine guten Momente mehr.

Aktuell im Ohr: Simple Minds – Kiss The Ground

The Power of Hirsch

Abgelegt unter: Kuchenförmchen | 11.10.2005 (8:17) |

Am Samstag wollte ich spontan raus an die Luft, in die Stadt, in den Jubeltrubel, mich in der ausklingenden Herbstwärme an den See setzen und an einem flüssigen Irgendwas nippen. Bloss, der Bus blieb aus. Kam nicht. Blick auf Uhr. Blick auf Fahrplan. Aha, zu früh. Aber jetzt müsste er kommen. Tat er nicht. Blick auf Uhr. Blick auf Fahrplan. Doch, müsste eigentlich, tat er aber nicht. Naja, was soll’s, kann ja zu spät sein. Blick auf Uhr. Blick auf Fahrplan. Aber fünf Minuten an einem Samstag Abend? Unwahrscheinlich. Ja, ich weiss, klingt nach wenig, aber in der Schweiz ist eine fünfminütige Verspätung sehr ungewöhnlich. Blick auf Uhr. Blick auf Fahrplan. Zehn Minuten. Das wollte jetzt ums Verrecken dramatische Ausmasse annehmen. Im Gegensatz zu anderen Menschen bin ICH nicht zu doof, um einen Fahrplan zu lesen, der nur aus vier Ziffern besteht (nicht wie bei Datumsangaben, jaja). Nach einer Viertelstunde bin ich zurück nach Hause und dabei fiel mein Blick in die Richtung aus der eigentlich der Bus hätte nahen sollen und da wurde es mir klar.

Der Bus lag da unten im Wald auf dem Rücken, umgeschubst von einem Hirsch. Das Umwerfen von A-Klassen war nur ein Testlauf einer ihrer Untergruppen, um zu testen, ob sie sich an Grösseres wagen könnten, wie zum Beispiel die Übernahme der Weltherrschaft. Man könnte jetzt anführen, dass Hirsche nicht verbreitet genug sind, dass da Hunde, Katzen, Vögel besser geeignet wären. Nur theoretisch. Hitchcock hat die Vögel schon vor Jahren demaskiert und sie werden seitdem argwöhnisch beäugt. Wir denken zwar bei sehr engen menschlichen Kontakten gern mal an sie, aber sie werden nicht an die Macht kommen. Katzen sind zu egozentrisch, divenhaft, die rudeln sich nicht zusammen. Hunde sind einfach zu doof. Mensch, wir übernehmen die Hundschaft, wirf deine Waffe weg! Und wenn der Mansch dann seine Knarre wirft, rennt Hundchen und apportiert. Diese Rasse hat die Macht nicht verdient. Aber Hirsche haben etwas edles. Kraft. Eleganz. Ein imposantes Geweih. Ohne “Pimp my Horn”. So edel, dass man sie nur einmal pro Jahr auf den Teller bekommt.

Unbemerkt haben sie sich breit gemacht. Treten in verschiedenen Formen auf, wie im Norden als Elche (und somit in jedem IKEA-Shop als Plüschvieh zur Unterwanderung der Kinderzimmer). Deutsche Wohn- und Schlafzimmer sind seit Jahrzehnten als hirschisches Bollwerk in Beschlag genommen worden. Dann diese Köpfe an der Wand… Bewegen sich da nicht die Augen, wenn man vorbei geht? Um uns in Sicherheit zu wiegen, haben sich sogar zwei Hirschköpfe in der Werbung breit gemacht, als harmloser Partygag in einer Kneipe. Alles Beschiss, die untersuchen unsere Gewohnheiten und Schwachpunkte. Und irgendwann schlagen sie zu. Siehe Beispiel Bus. Das tragische Ausmass wird einem erst bewusst, wenn man nachforscht und feststellt, dass es Hirsche in Hasengrösse gibt. Ach was bist du aber auch ein süsser kleiner… ABSTECH! Ein Gerücht besagt, sie würden sich jetzt sogar als Eichhörnchen tarnen. NOCH putziger. NOCH gefährlicher. Aber nein, alle fanden Bambi putzig. Seht ihr es denn nicht? Überall sind sie. Arschgeweihe noch und nöcher, muss ich noch mehr sagen? Ich glaube nicht. Ich werde mir jetzt das AntiHirschSpray holen, die Schrecktröte und in den Keller schleichen. Eventuell habe ich noch etwas Hirschpfeffer im Gefrierschrank. Entweder er oder ich.

Nachtrag:
Ich habe es doch gewusst! Am Tag nach meinem Eintrag in einer der verbreitetsten Tageszeitungen der Schweiz dieser TV Tipp. Ja kann man es denn NOCH offensichtlicher machen? Hm? HM? Unheimlich wird es mir da. Kalt. Nicht nur, weil meine Physiotin, über die ich kürzlich hergezogen bin, extra kalte Hände vorbereitet hat. Und gelesen? Heilig. Jetzt übernehmen die auch noch die Kirche. Und die Götter der anderen Religionen gleich mit. Sogar das baldige Weihnachtsfest wird durch Rentiere unterwandert. Unheimlich.

Aktuell im Ohr: Howard Jones – I’ve Said Too Much

Welches Dirndl hätten’s denn gern?

Abgelegt unter: Allgemein | 10.10.2005 (12:52) |

Wenn Mann am Kiosk stehen bleibt und gebannt auf Zeitschriften starrt, dann kann das solche Gründe haben:

Witzigerweise ist bei der Jolie sogar in der Damenwelt die Ansicht verbreitet, dass sie gut aussieht. Ich habe zumindest noch nie eine Frau fragen hören “Was findest du eigentlich an DER?”. Nein, da herrscht Einheit wie sonst kaum. Was ich dann aber zu hören bekam: “Würdest du die nehmen, wenn du die kriegen könntest?”. Hier heisst es hellhörig werden. Vorausgesetzt, man lebt in einer Beziehung, dann ist jegliche Antwort die man gibt ein Todesstoss. Sofort bewusstlos zusammensacken kann Zeit schinden, aber man kommt nicht raus. Denn sagt man JA, dann kommt “Dann GEH doch!” oder bekommt irgendwann die Frage vorgesetzt “Denkst du Angelina (oder um wen es denn grade ging) könnte das auch / besser / whatever?”. Sagt man hingegen NEIN, wird man sofort als Lügner gebrandmarkt und bekommt AUCH immer wieder Dolchstösse versetzt. Sollte man hingegen von einer Nichtbeziehungsfreundin gefragt werden, dann muss man sich tatsächlich überlegen, ob man denn, WENN…

Würde ich? Hm. Gut, zum Anschauen sicher nett, für Ähääääm möglicherweise auch, sollte man bisherigen Klatschzeitschriftsartikeln glauben, aber sicher sehr anstrengend, wenn auch durchaus abwechslungsreich. Aber als Beziehung? Och, nööö. Aber schon kommt dann die Fragestellung oder Einschätzung, wer denn für den keks in Frage kommen könnte. Und da gibt es dann ja ganz spannende Aussagen. Uma Thurman wurde genannt. Nö. Ich mag die schon als Schauspielerin nicht, warum also in meinem Gesicht? Kate Moss. Schnee finde ich im Winter gut, aber nicht in der Nase und abgesehen davon ist die mir zu modelig. Dann hatte ich den Vorschlag Eva Padberg, die sei was zum Kucken, edel und doch irgendwie verrucht und mein Gegenüber (weiblich) klopft dabei mit der flachen rechten Hand auf die hohle linke und ich weise darauf hin, dass das jetzt schon ziemlich schmutzig wirkt. Aber das sei jetzt völlig unzusammenhängend gewesen. Ja, ja.

Aber das könnte man doch jetzt weiter ziehen. Ich nehme ja gerne noch weitere Vorschläge entgegen, würde mich schon brennend interessieren, was denn meine Leser mir so zutrauen würden. Was ICH will ist mir mehr oder weniger klar. Kann man die PussyCat Dolls eigentlich für zuhause buchen? Halt, nein, ich meine, das war jetzt aus dem Zusammenhang gerissen, ich meine, ich habe meine Vorstellungen, die sind aber jetzt nicht Thema, sondern aussenstehende Ansichten, schliesslich ist ja Selbst- und Fremdsicht durchaus verschieden und Selbst- und Fremdeinschätzung erst recht. Deshalb finden sich viele Männer so attraktiv. Anders gefragt, wen denkt ihr hätte ich gerne und wen würde ich tatsächlich bekommen?

Aktuell im Ohr: Marc Cohn – Walking In Memphis

Hart an der Scherzgrenze

Abgelegt unter: Allgemein | 06.10.2005 (7:26) |

Weisheiteneinheiten. Witz bits. Scherzkekschen. Oder Scherzkrümel. Oder ganz banale Feststellungen. Zum Beispiel, dass Einwohner Sardiniens Sarden sind und keine Sardinen. Dass in Rom die Schweizer Garde keine Frauen nimmt, weil Schweizer Gardinen blöd klingt. Dass in Zürich am Rüben-Weg eine Scharfrichter wohnen. Eine Firma, die Kopierer vertreibt sollte sich nicht unbedingt “Afterprint” nennen, ausser sie haben ein besonders hilfreiches Produkt für das nachfeierabendliche Kopieren spezifischer Körperteile. Ich sollte keinem Club eine Mail schreiben und fragen, warum es für ein Konzert, das am 28.10. gemäss der Band-Website, auf der ich fünfmal das Datum überprüft habe, noch immer keine Tickets gibt. Darauf antwortet der Club, das Datum würde schon stimmen, die hätten bei ihnen gespielt. Vor einem Jahr. Bei meinem sechsten Besuch auf der vorgenannten Website fällt mir die 2004 dann auch auf.

Was ich gut finde sind Bücher. Bücher geschenkt bekommen ist etwas Schönes, sofern der Schenker sich dabei etwas überlegt. Und sofern der Schenker nicht einfach ein ausgelesenes Buch weiterschenkt. So viel Einsatz sollte schon sein, ausser es ist ein ultraseltenes oder antiquarisches Exemplar. Aber ansonsten gibt es doch diese Buchablecker, die keine Seite umblättern können, ohne sich vorher die Finger einzusabbern. Stellt euch das bei Büchern aus der Bibliothek vor, da findet man mehr DNA-Spuren als in Dolly Buster. Es gibt Dinge, die will man nicht, wie zum Beispiel das und Bauchweh. Also holt man es sich nicht. Ausser HooBee, der ein seltenes Talent hat, genau zu wissen, dass ihm künstlich gesüsste Bonbons ebensolches bescheren. Bauchweh, nicht Dolly. Aber nein, man weiss es und greift trotzdem herzhaft zu. Zwei Stunden später geht das Gewinsel los. Es ist nun mal gefährlich. Wie Golf. Also zu erwähnen, dass Golffahrer in der Regel alles Bekloppte sind. Ich tat das direkt nach der Erwähnung meiner Physiotherapeutin, sie würde einen fahren. Junge, die Frau weiss, wo man drücken muss, damit’s weh tut. Ich sollte auf dieser Liege einfach lernen, die Klappe zu halten. Zumindest weiss ich jetzt, dass meine Quäle… meine Therapeutin rein namensmässig etwas mit einer Zarin zu tun haben muss. Reinkarniert. Oder hiess die Dame gar nicht Katharina, die Grausame?

Aktuell im Ohr: Mike Oldfield – Light (from Light & Shade)

Hasenphasen

Abgelegt unter: Allgemein | 05.10.2005 (22:28) |

Tramfahren bildet. Also entweder bildet es die Abneigung gegen Menschen und Trams (in Zürich es Tram, in Basel es Drämmli und in Bern ds Tram – in Zürich Trämli sagen wird mit Peitschenhieben geahndet) oder eben wirklich. Erstaunlich, was man da über die Gesetzgebung in Sachen Hanfanbau, Verkauf und Benutzung bekommt. Das Tolle daran war, die Informationen kamen von drei Dreizehnjährigen. Die interessieren sich für Themen, die sind da mittendrin, bis der Kopf raucht. Im Wallis wird eine Zehnjährige von einem (wird vermutet) Dreizehnjährigen gemuttert. Ich kann mich irren, aber bei uns damals hat alles ein bisschen später gezündet. Bei mir sowieso, aber das haben alle Mitleser schon gemerkt, dass ich nicht der Schnellste bin. Aber trotzdem, ist das unsere Zukunft? Immer jüngere und bekiffte Eltern? Es gibt ja irgendwelche Viecher, die kommen schon schwanger zur Welt. Keine Ahnung wie das beim Menschen gehen könnte, aber da gibt es bestimmt bald ein Produkt auf dem Shoppingchannel. Nur Neunneunundneunzig und umsonst dazu ein Fensterwischtuch.

Aber apropos Zukunft: Nachwuchs gibt es auch beruflich und da kann unser Auszuwildernder nicht mehr länger unerwähnt bleiben. Hin und wieder kommen so grandiose Perlen von ihm wie “Da kann dann die Pizza zu sich genommen werden”, aber er hat durchaus gute Ideen. Oder Theorien. Nicht alle, aber eine, die in seinem Zusammenhang anscheinend aktueller wird. Ich (und er) erlaube mir, die Ansätze von ihm aufzunehmen und hier etwas detaillierter in seinem Sinne auszubreiten. Gemäss seinem theoretischen Gebilde sind die Kontakte zwischen Männchen und Weibchen in verschiedene Phasen unterteilt:

Phase 0 – Mann rennt durchs Leben, sieht Frauen. Interessiert sich spontan höchstens hormonell und nicht wirklich, dafür für alle. Oder beinahe. Je nachdem wie lange Phase 0 dauert allerdings eher ersteres.

Phase 1 – Erste Kontaktaufnahme, Mann versucht, nicht in die allerbilligsten Balzverhalten zu rutschen. Kramt Charme raus, um die Phase 1 durch Erhalt der Telefonnummer abzuschliessen.

Phase 2 – Kennen Schrägstrich Kennenlernen, Mann und Frau haben Kontakt, wissen aber noch nicht wie weiter. Gemeinsame Unternehmungen oder verstärkte Kommunikation, dadurch kann Phase 2 schweinelange dauern. Mann hört grundsätzlich auf, sich nach Phase 0 zu verhalten, weil doch eigentlich jemand im Auge, aber grübelt trotzdem an Phase 0 rum, weil doch eigentlich nicht sicher, ob im Auge was passieren wird.

Phase 3 – Hurra! Die beiden haben es geschafft und nennen sich Paar. Werden gelegentlich beim gemeinsamen Händchenhalten gesichtet. Mann weist Phase 0 von sich.

Phase 4 – Das erste Jubiläum! Eine Woche überstanden. Erste Kontakte zu den jeweiligen Freundeskreisen werden aufgenommen. Jeweilige Kreise beidseits könnten wegen dem ununterbrochenen verliebten Gesülze kotzen.

Phase 5 – Der erste Streit und trotzdem trennt man sich nicht. DAS ist Durchhaltevermögen. Wahrscheinlich aber bloss, weil das Versöhnen so Spass macht. DAS braucht auch Durchhaltevermögen.

Phase 6 – Ein Jahr (oder wenn jünger ein halbes) überstanden haben, tüchtig feiern und anfangen, das Singleleben zu vermissen. Sich gegen gleiche Trainingsanzüge wehren, aber feststellen, dass andere gemeinsame Eigenheiten (nein, nicht Sex) doch ganz nett sein können.

Phase 7 – Letzte Entscheidung vor dem Schritt ins Verderben, auch “Nicht heiraten!” genannt. Ausgedehnte Überlegungen ob man lieber alleine oder zu zweit depressiv wird.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass das auf seinem Mist gewachsen ist. Interpretationen sind zu unterlassen. Abgesehen davon ist eine Phase wie ein Gleis und zwischen jedem Gleis und dem nächsten ist eine Weiche und wie man die stellt, und wohin das nächste Gleis führt, das bleibt jedem selber überlassen. Vielleicht nimmt ja auch die andere Partei den Steuerknüppel in die Hand. Was durchaus auch seinen Reiz haben kann.

Aktuell im Ohr: Paul van Dyk – The Politics of Dancing 2 (MixCD)