Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Ins Fett genapft

Abgelegt unter: Allgemein | 30.09.2005 (5:28) |

Es gibt Dinge, die sagt man nicht. Es gibt Dinge, die sagt man nicht zu allen. Es gibt Dinge, die sagt man besser zu einem anderen Zeitpunkt. Es gibt Dinge, die kann man sagen, aber nicht, wenn das Umfeld eventuell anders sein sollte. Meine Kollegen sind Schweine. Da muss ich sowas von aufpassen, was ich sage, sonst wird sofort die Augenbraue hochgezogen oder ein dreckiges Grinsen aufgesetzt. Obwohl das alles völlig situativ korrekt ist. “Ich sitze vorm OBI und hab eine Wurst in der Hand”. Da denk KEINER, dass ich mir eben am Grill etwas zu essen geholt habe, NEIN. Da wird sofort sonst was angenommen. Das Wort “kommen” habe ich aus meinem Vokabular gestrichen. Es ist übel. Auch beim Einkaufen muss man auf der Hut sein, da darf man nicht eben mal sagen “Soll ich kurz Ihre Melonen halten?”, auch wenn sich die Dame in der Obstabteilungen mit grossen runden Beerengewächsen und einem Einkaufskorb abmüht. Wassermelonen sind ja Beeren, wenn ich das richtig mitbekommen haben, wie Tomaten nicht unter Gemüse, sondern unter Obst laufen. Gut, bei einigen laufen Pommes Frites unter Gemüse, sind ja schliesslich Kartoffeln. Was Schokolade wiederum auch zu Gemüse macht. Oder Früchten, ich weiss jetzt gar nicht mehr sicher, wozu Nüsse gerechnet werden. Hülsenfrüchte? Statt Bohnen Kakaobohnen. Oder Kaffeebohnen. aha, Kaffee ist also kaum von Karottensaft zu unterscheiden. Interessant.

Schokolade. Macht glücklich. Ganz viel Schokolade macht ganz viel glücklich und ganz viel fett. Dann ist man unglücklich und isst mehr Schokolade, weil die ja glücklich macht und… Eben. Und dann sagt mal zu jemandem “Du hast eine Figur wie Miss Piggy”. WUAH! Dabei hat Piggy die Masse 69-50-81. Wenn man die Taille als Basis nimmt, dann ist das ein Verhältnis von 1.38-1.00-1.62. Neunzig sechzig neunzig wäre dann 1.50-1.00-1.50, insofern weicht Piggy oben ein bisschen gegen unten ab und unten ein bisschen gegen oben. Und das ist, mit Verlaub gesagt, genau das, was man am Meisten auf der Strasse sieht. Also bedeutet der Vergleich mit der froschgeilen Sau eigentlich nur, dass man eine Figur hat wie viele andere auch (ob das jetzt gut ist oder nicht) und sich wegen gar nichts aufregen muss. Auch die zartrosane Haut, die man als Vergleich hinzuziehen kann ist nichts schlechtes, grade weil Miss Piggy ja aus Stoff war und eine sehr weiche, angenehme, samtige Oberfläche hatte. Gut, einen Rüssel, abstehende Ohren und das Sprechorgan einer Luftschutzsirene, aber man muss ja nicht jedes Detail herausheben. Also wenn irh wieder mal jemandem eins aufs Maul hauen wollt, dann überlegt doch erst mal. Tiefere Zusammenhänge, aktuelles Umfeld, Situation, möglicherweise war es ein Kompliment. Wenn nicht, dann hatte der Aussprecher wenigstens eine Denkpause lang Zeit, um abzuhauen.

Aktuell im Ohr: Girls Under Glass – In The Darkness

Schocko am Morgen

Abgelegt unter: Allgemein | 29.09.2005 (12:03) |

Gestern Abend war Besuch bei Marco Rima angesagt. Genial gewesen, habe immer noch eine halbe Kiefersperre und Seitenstechen vom Lachen. Da sowieso die Hälfte schon wehtut, kann ich mir auch ein neues Produkt zu Gemüte führen, 135mg Koffein auf 250 Milliliter, Néscafe Xpress, Variante Choco. Im Kühlschrank steht noch eine Ausgabe White, aber wenn schon Zuckerschock auf fast nüchternen Magen, dann richtig. Dose auf und vorsichtig hinein linsen ergibt die Ansicht von etwas Bräunlichem. Flüssig. Riecht wie der in Sommerlagern mit Wasser angepanschte Kakao, nasal quergelagert mit einem Hauch synthetischem Kaffeeduft. Vielerbrechend. Einen kräftigen Schluck später bestätigt sich die synthetische Vermutung. Bisher stelle ich so gut wie keinen Abgang fest, aber ein leicht milchigpappiges Gefühl auf der Zunge. Auf der Dose steht “Qualität schafft Vertrauen”, allerdings wird meines in Néstle soeben ganz leicht erschüttert, nicht gerührt.

Schokomilch. Angereicherte Schokomilch, allerdings mit weniger Milch und weniger Schoko, dafür dickwässriger und.. nein, ich spür den Kaffee nicht. Zumindest geschmacklich kommt der nicht wirklich rüber, so muss sich ein Caffé Latte anschmecken, der von Kaffee ja eigentlich nur die Namensanleihen besitzt. Als vorgestern neben mir eine FRAU einen Kaffee SCHWARZ bestellte, ich hätte sie fast umarmt. Mir ist die Zielgruppe dieses Getränks nicht ganz geläufig. Kaffeeliebhaber können es nicht sein, also gehe ich mal davon aus, es sind Koffeinjunkies. Insofern hoffe ich auf den Flash, der demnächst auftreten sollte. Schliesslich wirkt Kaffee zeitverzögert, habe ich gelernt. Also werde ich die Restdose mutig in mich entleeren und der Dinge harren, die da kommen könnten. Abgesehen von dem schrägen Nachgeschmack. Liegt möglicherweise daran, dass Kaffee aus Dosen einfach eine Abwehrhaltung auslöst. Wein trinkt man auch nicht aus Pappbechern. Zumindest nicht ausserhalb Deutschlands. Also ich warte dann mal.

Aktuell im Ohr: Spirit Corpse – Weeping A Lake Of Blood

Selber schuld

Abgelegt unter: Allgemein | 28.09.2005 (5:47) |

Was Kaffee, Cola und nervige Telefonanrufe nicht schaffen, eine kleine Dose Migros Budget Energydrink für Einszwanzig schafft es: Ich kann nicht einschlafen. Zumindest nicht einfach. Oder schnell. Erst einige Male wie ein horizontal gelagerter Brummkreisel rotieren (ohne Brummen), analog Lebensrettungskurs verschiedenste Lagerungen ausprobieren, durch Selbstbegähnen motivieren oder Meditationsübungen ins Gedächtnis rufen. Aber nein. Geht nicht. Irgendwann dann schon. Eigentlich sollte ich daraus etwas lernen. Beziehungsweise aus den elf vorhergehenden Malen, wo ich mir abends noch so eine Dose eingeschüttet habe. Aber der Mensch kann hin und wieder ein extremer Lerneffektverweigerer sein. Bei Tieren geht es doch auch. Ich konnte am Samstag einem Raben zusehen, wie er auf einem Mülleimerrand sass. Hat mit dem Schnabel reingepackt und hat den eingelegten Plastiksack hochgezogen und dann mit den Krallen festgehalten. Dann wieder mit dem Schnabel hochziehen und mit den Krallen festhalten. So lange, bis er reinschnäbeln konnte, um das Stück weggeschmissenes Brot rauszuholen. Genial. Dagegen der Stadtstreicher, dem das leichter fallen würde, DER hängt sich kopfüber in die Tonne um an das unten Liegende zu kommen. Mensch, du Krone der Schöpfung. Der geistigen Er-schöpfung.

Mensch gegen Natur. Die ist ja ganz böse. Greift den Menschen an. Quatsch, obwohl er’s verdient hätte, aber die Natur macht nun mal, was sie kann: sie naturt. Nature World Tour 2005. Natour. Coming to YOUR home too! So kommt es mir in der letzten Zeit vor. Da ein Sturm, dort eine Überschwemmung, hier ein Erdbeben. Das ist normal. Seit Milliarden von Jahren. Aber dann kommt der Mensch und denkt mit seinen paar tausend Jährchen auf dem Buckel, die Natur, die kann mir nix. Und baut eine Stadt unterhalb des Meeresspiegels. Schon mal eine Badewanne bis zum Rand gefüllt und ein bisschen geplanscht? Sich aber dann nicht ernsthaft gewundert, wenn der Boden klatschnass war, oder? Eben. Was erwarten die Leute denn? In San Francisco bauen sie Wolkenkratzer auf eine Erdbebenspalte und wundern sich, wenn die Häuser umfallen. In der Schweiz, da gibt es wunderschöne Plätze. Mit super Aussicht. Lawinengefährdet. Aber das wird schon nur den nebenan erwischen. WUUUSCH. Ooch, wie konnte das nur passieren. Aber dann bauen wir das Haus eben wieder hin. Am gleichen Ort, schliesslich ist die Aussicht so toll. Und wenn am einen Ort mal ein Erdrutsch runterkam, dann kommt der nächstes Mal woanders. Das ist bei Blitzen meistens der Fall. Prozentual gesehen. Die Lawine (Schnee oder Geröll) denkt sich da nur eins: WUUUSCH. Aber wer weiss, vielleicht dringt es doch noch durch. Ich werde heute Abend eventuell noch eine Dose Energydrink aus dem Kühlschrank holen. Es könnte ja sein, dass DIESES Mal… WUUUSCH.

Aktuell im Ohr: No Angels – Still In Love With You

Schlag mir ins Gesicht, Gedicht

Abgelegt unter: Allgemein | 27.09.2005 (5:21) |

Ich warne vor. Sollte jemand, der/die hier mitliest, noch einen Ansatz von Moral oder ethischen Grundsätzen haben, bitte woanders hinklicken. Seite wechseln. Einfach mal eine Pause machen. Weg! Kusch!

Das Leben ist nett

Das Leben ist nett, das Leben ist schön
In der Wanne liegt ein Föhn
Unter Wasser, noch gesteckt
Daneben einer hingestreckt

Das Leben ist nett, und in der Küche
Herrschen leichte Brandgerüche
Im Toaster steckt ´ne Gabel drin
Auch der Besitzer ist wohl hin

Das Leben ist nett, auch unterm Dach
Macht heute Abend niemand Krach
Vor kurzem noch dort hoch getaumelt
Jetzt friedlich unterm Balken baumelt

Das Leben ist nett, in der Garage
Ist es fertig mit der Rage
Einmal tüchtig Bleifrei tanken
Reicht auch um stille abzudanken

Das Leben ist nett, im Bettchen liegen
Fertig mit “die Kurve kriegen”
Ein Pillchen kämpft Wehwehchen nieder
Mit 100 komm’ sie auch nicht wieder

Das Leben ist nett, geniess die Sicht
Schwerkraft schert nicht um Gewicht
Der Flug wär’ sicher zu geniessen
Wär’ die Landung nicht beschissen

Empört? Entsetzt? HAH! Behauptet nicht, ich hätte euch oben nicht gewarnt, aber demzufolge beweist ihr soeben eine Theorie. Der Mensch ist mit jedem Fitzelchen zu ködern, was nach Verbot oder nach Tabu klingt. Hat doch funktioniert. Andere Frage: Wer von euch hat beim Lesen gegrinst? HAH! Eine andere Theorie ist, dass wenn man es in der heutigen Zeit richtig verpackt, kann man via Medien alles verbreiten. Egal wie krass es ist, wir schlucken es. Macht das die Medien schlecht oder uns? Oder sind wir doch nicht so gut, brav und anständig, wie wir es gerne sein möchten? Hat nicht jeder von uns gute Seiten, schlechte Seiten?

Aktuell im Ohr: Bel Canto – Intravenous

Technik, die entgeistert, Edition 09.2005

Abgelegt unter: Allgemein | 26.09.2005 (17:15) |

In Sachen Technik bin ich nur teilweise brauchbar, ich weiss bei den meisten Geräten, wie sie zu bedienen sind, bei einigen mehr, wie sie ein- und vor allem auszuschalten sind und einige weitere kann ich namentlich bezeichnen. Ab und zu treffe ich auf Produkte, die mich faszinieren oder auf welche, die mich ratlos machen. Eine Werbeanzeige von Mediamarkt ist der Auslöser dieses Textes, denn dort wurde mir ein Gerät in Erinnerung gerufen, über das ich mich schon öfters gewundert habe: Eine Personenwaage. Aber nicht irgendeine, denn das Grundprinzip einer Waage ist sogar MIR klar. Aber diese hat als zusätzliche Funktionen Körperfett- und Körperwassermessung. Ah. Aha. Nun ist ja das Spannende daran, dass die Waage mir kein Blut abnimmt oder sonstwelche seltsamen Laborexperimente anstellt, nein, ich würde mich dort drauf stellen und durch meine Fusssohlen misst die vorgenannte Anteile in meinem Körper. Wenn jetzt irgendjemand eine Erklärung hat, wie das geht, her damit.

Was ist denn nun, wenn ich zu den Menschen gehören würde, die einen Zentimeter Hornhaut ihr Eigen nennen? Das verfremdet doch ungemein. Gut, vielleicht sind Menschen mit Hornhautschichten dem Wissen gegenüber, mit wieviel Fett sie durch die Gegend wanken, völlig gleichgültig. Oder sie können das Display nicht ablesen. Was zeigt die denn an? Zahlen? Klänge? Spielt die Waage den Titanic-Soundtrack, wenn sich der Bulle von Schmalz drauf begibt? Was zeigt sie bei Paris Hilton an? Fett = Null, Wasser = Kopf? Bei einem italienischen Gigolo? Zählt da die Pomade im Haar zum Fettwert dazu? Und die Duftwässerchenpartikel, die lose im Umkreis von drei Metern mitschweben, rechnet sich das mit ein? Und die Aussage bezieht sich ja nur auf den Anteil, aber nicht auf die konkrete Verteilung.

Ein Körperfettanteil von sagen wir (ich hab jetzt momentan keine Ahnung, was halbwegs normal ist) zehn Prozent kann ja gut sein, wenn sich das allerdings alles zusammen in einem Doppelkinn konzentriert, dann muss das nicht gut aussehen. Beim Fett kann ich mir auch noch vorstellen, dass ein höherer Wert bessere Isolationswerte hat, also mit mehr friert man weniger. Sie: “Schatz, ich hab 2% weniger!” Er: “Nein! Mist! Schon wieder diese kalten Füsse!” Aber was nun bezüglich Körperwasseranteil? Wir bestehen grundsätzlich zu achtzig Prozent aus Wasser, demzufolge müsste das so angezeigt werden. Hm. Angenommen ich wiege 70 Kilo, dann wären 56 davon Wasser. Dann trinke ich einen Liter Wasser, der ungefähr einem Kilo entspricht, wiege neu also 71, wovon 57 Wasser. Also neu 80.3% Wasseranteil. Wieviele Liter müsste ich also trinken, um zu 100% aus Wasser zu bestehen? Technik hat etwas Faszinierendes. Und sehr, sehr Verstörendes.

Aktuell im Ohr: Megaherz – Rappunzel

Wühling im Frühlingfühling

Abgelegt unter: Allgemein | 22.09.2005 (6:45) |

Wie heissen diese Dinger, die aussehen wie Pingpong-Schläger mit einer Gummischnur und einem Ball dran? Heisst es eigentlich Pingpong-Schläger oder Pingpongschläger? Die Holzbrettchen mit Gummi drüber, nicht die rabiaten Spieler im Freibad. Will man eine Freundin, die Angina heisst? Interessiert das jemanden ausser mir? Ist das elementar, grundsätzlich wichtig, zum Überleben notwendig? Nein, ist es nicht. Aber was dann? Essen, trinken, schlafen, lieben. Wobei ich zu letzterem gestern eine interessante Theorie gelesen habe (in meinen Worten, ich zitiere so schlecht, aber sinngemäss kommt es hin): Jeder hat so eine Art Verliebtheitstank. Wenn man sich verknallt, verliebt und so, dann fliesst da etwas ab. So eine Art Liebesbenzin. Allerdings kann man nicht nachtanken, auch wenn man Amors auspresst. Und demzufolge wird man (wenn man sich oft und leicht verliebt) irgendwann zum Reservezeiger, dann ist entweder ganz Schluss mit lust-ig oder tja, man guckt auf seinen Kontostand und denkt “Mist, das ging ja schnell” (muss kein reiner Frauengedanke sein).

Da steht man also mit dem Auszug, hat eine (ich leg das jetzt mal für mein Geschlecht aus) Frau vor sich und fragt sich, ob man jetzt lieber noch spart oder ob man da investiert. Rückgaberecht gibt’s ja nicht, also muss man je länger desto umsichtiger sein. Soll man sein Benzin in einen eventuellen Amischlitten stecken und VRRROOM ist der Tank ganz leer? Schnell aber intensiv. Oder aber man liest eine Mail, stellt fest, dass das Ding von vorhin Paddleball heissen könnte und kehrt zurück zum Thema (danke, Doc). Oder tankt man überhaupt? Es gibt Männer, die hinterlassen überall Flüssigkeit, aber das ist keine Love Potionlotion, wie hier angedacht. Höchstens von der Konsistenz her, aber ehm, lassen wir das. Also wie entscheiden wir, ob das Gegenüber einen Einsatz wert ist? Hirn? Bauch? Herz? Wenn man das schnetzelt, zusammen mischt und anbrät, dann ergibt sich daraus ein ganz würges österreichisches Gericht, wenn ich mich recht erinnere. Also was dann?

Möglicherweise löst eine Checkliste das Problem. Ja, ich weiss, das klingt völlig unromantisch, aber wie viele heiss Verliebte trennen sich nach diversen Tankentleerungen wieder? Eben. Und das Parship-Prinzip mit den wissenschaftlichen und psychologischen Hochrechnungen scheint ja nicht so falsch zu liegen. Will mann also nicht auf der Falschen liegen, dann muss da mit Überlegung dran gegangen werden. Dazu gehört erst der grundsätzliche Gedanke daran, was will ich eigentlich? Sieht die Frau so aus, wie ich will? Check. An allen Stellen? Check. Soll sie ein Gehirn besitzen (das schreckt einige ab)? Check. Soll sie das Gehirn auch nutzen (das noch mehr)? Check. Hat sie gleiche Interessen? Ch… Hm. naja, ein Teil davon kann ja auch reichen, sonst klebt man dauernd zusammen. Ausser man will das. Nach einem Monat kauft man sich die gleichen Trainingsanzüge für zum Sport. Vergleichbarer Musik- und Filmgeschmack? Oho, klingt banal, ist es aber nicht. Aber darüber alleine gibt es schon zig Abhandlungen (zig gross oder klein?). Natürlich muss man dann am Ende festlegen, wie viele Punkte der Fragebogen ergeben sollte, damit man das “Risiko” eingeht. Dann vergleicht man die Punktzahlen und wenn es passt, kann man übereinander herfallen. Kann man natürlich auch schon vorher, aber eben…

Nachtrag: Nein, ich weiss nicht, wie man den Kontostand abfragt. Nein, ich weiss auch nicht, wie man auf das gegenüberliegende Blatt schaut. Ist wie beim Pokern.

Aktuell im Ohr: FAQ – How To Make Love Like

Wenn der Spiegel leise wimmert

Abgelegt unter: Allgemein | 20.09.2005 (22:17) |

Geboren wurde ich als Nachzügler, weise demzufolge meinen Geschwistern und Eltern gegenüber einen geringfügigen Altersabstand auf. Das kann je nach Thema nicht nur ein kleiner Generationensprung, sondern dann schon durchaus ein Generationenmarianengraben sein. Kommt doch meine Mutter und wedelt mit einem Katalog vor meinem Gesicht rum. Da seien ganz tolle Männer drin und super Mode. Cornelia Versand. Aber klar doch. Ich bestelle mir sofort eine Strickjacke. Heisst das, wenn man die trägt nimmt man lieber den Strick? Ich kann mich irren, aber ich glaube nicht, dass die zu mir passen würde. Wie auch diese lustigen Hemden mit Knopfleistenapplikationen in modernem Design. Dazu eine Kreole ins Ohr, diese mit einem Brilli, der unten drunter baumelt. Eigentlich müsste man sich dann nur noch einen Schnurrbart wachsen lassen. Einen Schnauz, wie das in der Schweiz heisst. So gerüstet kann eigentlich gar nichts mehr passieren und wir gehen einen Schritt, beziehungsweise ein paar Seiten weiter.

Zurück zur Natur, warum nicht, ein Spaziergang durch den Wald, sehr schön, mag ich, aber muss ich dabei aussehen, als sei ich direkt von des Jägers Hochsitz runtergekotzt worden? Wenn ich jemals hundertachtzig Jahre werden sollte, dann hole ich mir das Teil für den Ausflug mit meiner Ollen zum Musikantenstadl, aber ich werde mich sehr, sehr, sehr betrinken, um nicht zufälligerweise beim Erblicken meines Spiegelbildes in der glattpolierten Front eines gegenüber sitzenden prothetischen Fressbretts in spontanen Brechdurchfall auszu…. ja, brechen. Kein Wunder nimmt selbiges hervorrufender Norovirus gerne zuerst in Altersheimen aus. Ein Gamsbart gehört an eine Gams und nicht an die Mütze eines Herrn, der röhrende Hirsche nur von seinem Schlafzimmerwaldpanorama kennt. Legen sich Wildtiere beim Anblick solcher Entgleisungen nicht direkt hin und bitten um einen Schuss? Oder lachen sich tot?

Das passierte mir nämlich selber beinahe, noch ein paar Seiten weiter. Ich weiss, es gibt Männer, die unterschreiten in sichtbaren Masseinheiten nicht mehr feststellbare Niveautiefen locker, aber bitte, was für eine Krankheit muss Mann haben, um ein Nachthemd zu tragen? Gut, bei Brechdurchfall geht’s schneller, aber jetzt rein vom Optischen her gesehen. Mann MIT Nachthemd kommt so direkt neben Hella von Sinnen OHNE. Fehlt eigentlich nur noch das Häubchen. Halt falsch, weg mit den Gedanken, das einzige Häubchen im Schlafzimmer ist das einer scharfen Mieze im Zimmermädchen- oder Schwesternoutfit. Sonst geht das gar nicht. Röcke an Männern haben sich schon nicht durchgesetzt, ausgenommen in Schottland, aber das sind andere Kulturkreise, dort braucht Mann einen Rock zum hochheben, weil sonst das Schaf schon weggerannt sein würde. Bei uns machten den Rockträgerversuch nur ganz trendige Stecher (mein Kilt zur Energy zählt nicht), die dachten, das würde in unseren samstagabendlichen Breitengraden auch funktionieren, aber unsere Frauen hatten glücklicherweise hier doch etwas von Schafen. Wegen dem Wegrennen, nicht wegen dem Blöken. Und wenn der nächste Katalog kommt, dann sind die Damenseiten dran.

Aktuell im Ohr: Apoptygma Berzerk – Mercy Kill

Kurz was in eigenen Sachen

Abgelegt unter: Allgemein | 20.09.2005 (18:46) |

Kurz ein paar Anmerkungen, die ich gelegentlich (also jetzt) noch loswerden wollte. Demnächst wird der keks neu aufgebacken, sprich, ich ziehe auf einen neuen Server um. Das heisst für euch, es könnte sein, dass hier demnächst einen Tag lang gar nichts geht. Keine Motzmails und keine wimmernden, flehenden Groupies vor meiner Tür bitte. Streicht das letzte, einfach keine Motzmails bitte. Groupies sollen was zu trinken und Knabberzeug mitnehmen. Da ich keine Ahnung habe, wann ich a) Lust habe, b) Zeit habe und c) wie schnell die Adresseinträge angepasst sind, wenn ich denn a) und b) hatte, lässt sich wie immer schwer voraus sagen, wann das sein wird. Ihr merkt das dann schon.

In diesem Zusammenhang noch der dezente Hinweis, dass ich noch nicht komplett senil (aber dicht dran) geworden bin und eure Kiddie-Fotos vergessen habe. Nein, die habe ich alle gespeichert. Irgendwo. Aber ich will das mit Voting-Option, damit sich auch die konsequent anonymen Clickaholiker beteiligen können und das installier ich auf dem alten Server nicht mehr. Also nach Umzug gibt’s das. Falls also noch jemand das dringende Bedürfnis hat, sich mit einem ganz üblen (oder soooo süüüüüssen) Foro aus seiner Windelscheisserzeit zu beteiligen… Falsch, es gibt welche, die tun das mit 30 auch noch, einfach einstellige Alterszahlen müssen sein. Ihr wisst schon, was ich meine.

Dann noch eine Erwähnung zu den Kommentaren, die ich für wichtig erachte: Ich schreibe, ihr kommentiert. Ich lese die und hin und wieder antworte ich drauf. Dalls ich das nicht tun sollte, dann liegt das nicht daran, dass ich nicht will, nicht kann, es nicht verstehe, es doof finde, euch ignoriere, ins Wachkoma gefallen oder sonstwas bin, ich VERGESSE es ganz einfach. Also nichts gegen euch, macht weiter. Ich versuche mich zu bessern und euren vor Sarkasmus triefenden Anmerkungen etwas entgegen zu setzen. Schliesslich ist das hier ein friedliebendes Tage-Buch. Und ja, ich bin verwirrt und ich BRAUCH KEIN MITLEID! Also wenn, dann ein bisschen. Zuschriften werden zutraulich behandelt. Habe ich was vergessen? Kann sein. Aber meine Stimmen im Kopf sind grad beim Essen und helfen nicht.

Aktuell im Ohr: Melotron – Menschenfresser

Warum ICH?

Abgelegt unter: Allgemein | 16.09.2005 (6:30) |

Da sitze ich also, es ist morgen früh, der Tag ist im Gegensatz zu mir schon wach. Gehe die seit dem letzten Abend eingetrudelten Mails und versuche, meine Augen dem buchstablerischen Geschehen auf dem Bildschirm zu widmen. Schleppend pinseln die Worte vor mir ihren Sinn auf die Leinwand meines umnebelten Geistes und ich stelle fest, das wollte ich nicht lesen. Eine Freundin berichtet von ihrem Gynäkologenbesuch und dumpf erinnert ging es da um eine weisse glibbrige Masse, die wohl für irgendwelche Untersuchungen verwendet worden sein muss. Ich kann ja das nicht aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Weisse glibbrige Masse. Ich blicke auf den Becher mit Naturejoghurt in meiner einen Hand, auf den metallenen Löffel in der anderen und plötzlich habe ich so gar keine Lust mehr auf gesunde weisse Glibbernahrung. Ich stehe auf und schlurfe zur Kaffeemaschine, nehme einen Becher zur Hand und die sehen aus wie die Pissbecherchen in der Urologie. Spontan verliere ich die Lust auf Kaffee (es gibt Leute, die trinken daraus Zitronentee) und stelle fest, dass es Tage gibt, die zu Ende sind, bevor sie eigentlich richtig begonnen haben.

Stehe ich dann später in der Schlange der Cafeteria oder Kantine oder wo auch immer, dann bekomme bestimmt ich die Dame mit dem flüchtigsten Gedächtnis überhaupt. Ein Espressotasse auf meiner Handfläche, deute mit dem Zeigefinger der anderen Hand auf den Kaffee und sage “nur den hier”. Sie guckt mich fragend an und sagt: “Einen Expresso?”. Wobei hier ein natürlicher Schlagreiz einsetzt. ESPRESSO VERDAMMT! Das ist kein Schnellzug! Ja, nur einen Espresso oder sehen Sie noch was anderes? Dann wünscht sie mir wieder (wie immer) “En Guete” und weg bin ich. Ich bastel mir auch demnächst ein Schild “Das ist ein Menusalat, auch wenn er nicht so aussieht”, weil ich ein Diätmenu ohne Zwiebeln bekomme, das separat zubereitet wird und entsprechend der Salat nicht genau so aussieht wie alle anderen Salate, ich aber pro Woche mindestens zweimal erklären muss, warum das so ist und warum mein Salat so aussieht, wie er aussieht. Nicht, dass wir eine so hohe Personalfluktuation hätten, nein, nur Gedächtnisfluktuation. Ein Salat?

Unterschwellige Botschaften sind glaube ich verboten. Diese Nachrichten, die in Einzelbilder verpackt in Filmen in unser Unterbewusstsein gelangen oder per Akustik versteckt ihre Steuerfunktionen in unsere Hirnlappen einätzen. Wenn die tatsächlich verboten wären, können wir dann nicht einfach mal alle Frauen verklagen? Metabotschaften gingen ja noch, die werden wenigstens mimisch und gestisch untermalt. Aber diese Nachrichten, die kein Schwein (Männer sind Schweine) erkennt, die sind fies. Können die nicht einfach sagen, was sie wollen? Das ist wie im Internet, wenn ich eine Anfrage eintippe und Enter drücke, dann kommt irgendwann sichtbar das Ergebnis. Bis da hin sind aber für mich unsichtbar schon ganz ganz ganz viele Informationen gelaufen, die ich nicht sehen kann, aber die wichtig sind. Kaum sehe ich eine Frau, dann geschieht das auch. Bloss kann ich da keinen Quelltext oder ein Nachrichtenprotokoll nachgucken, was jetzt da genau gelaufen ist oder warum eben etwas NICHT gelaufen ist. Ich plädiere für Deutlichkeit. Einfach mal so. Ach, ich weiss doch auch nicht.

Aktuell im Ohr: Rammstein – Ohne Dich

Am Gehörgang sollst du sie erkennen

Abgelegt unter: Allgemein | 13.09.2005 (20:27) |

Man mag es ab und zu bemerken, Musik ist mir wichtig. Da kann ich schwärmen, da kann ich schwelgen, da kann ich mich einfach auskoppeln. Entweder bei Musik, die ich gut finde oder bei welcher, bei der sich einfach nur die Ohren ausklinken um mich vor Schmerzen und bleibenden Schäden zu bewahren. Im Zweifelsfalle lauter singen als die Beschallung. Ausser vielleicht bei einem klassischen Konzert, das kommt dort nicht so gut. Selbst bei Mozart nicht. AMADEUS, AMADEUS! Besser nicht. Da vergeht den Platzanweisern das Musikgehör. Meinen musikalischen Geschmack gezielt zu umschreiben ist ein Ding der Unmöglichkeit, da mir FAST keine Sparte fremd ist. Das geb ich meinen Ohren denn auch und wenn ich Besuch habe, dann gibt es zwei Versionen: Zuhören und sich öffnen oder sagen “Was ist DAS denn”. Ich erwarte niemals, dass jemand meinen Geschmack teilt, ebenso wenig schleime ich jemandem vor, das was mir grade als akustische Errungenschaft des Jahrzents angeohrt wird, würde mich vor göttlicher Hingabe schmelzen lassen. Ich nehme mir die Freiheit zu sagen, es gefällt MIR nicht. Die gleiche Meinung räume ich auch anderen ein, aber abschätziges Gehabe kann ich nicht ab.

Lustigerweise schimpfen sich neue Trends (und deren Anhänger) immer sehr offen und tolerant, nur um nach einiger Zeit, wenn sich ihre Sparte etabliert hat, offen über alle anderen her zu ziehen, auch wenn sie aus eben jenen Sparten Wurzeln oder Samples bezieht. Toleranz in der Musikszene ist rar. Geht mal mit einem bunten T-Shirt an ein Wave-Konzert. Mit Anzug an einen Rave. Mit der Hose direkt unterm Bauchnabel an einen Battle. Mit allem ausser Wanderklamotten an einen Musikantenstadl. Obwohl dort jeder unter achtzig ja eigentlich schon deshalb aussieht wie von einem anderen Planeten. Ausgenommen vielleicht dieser Trompetenfutzi Mross und sein Dirndlchick, die Hertl. Die sind da ja schon als Kinder aufgetreten, hatten wohl keine Freunde, ausser später dann sich. Haben ja auch geheiratet und seit ich denken kann und aus Langeweile in einem Wartezimmer eine “Herz für die Glückpost für die Frau mit Herz” zur Hand nahm, da haben die Eheprobleme. Vorletzte Woche beim Friseur, da lag eine “Post für die Frau mit Herz von Gestern” und nach einem Blick aufs Titelblatt dachte ich, der Fetzen müsste zwanzig Jahre alt sein. “Mross und Hertl – Ihre Ehe noch zu retten?” Seid IHR noch zu retten? Die fetzen sich seit Jahren ununterbrochen, was bitte soll da zu retten sein? Vielleicht sollte einfach zur Abwechslung SIE einmal blasen, damit ER jodelt. Oder er zieht das Dirndl an.

Apropos Jahre: Ich denke, alle, die gerne Musik geniessen, die gehen auch ab und an zu einem Konzert, weil dort die Atmosphäre eben auch mitspielt und das ein richtig geiles Erlebnis sein kann. Dabei gibt es Bands oder Künstler, die WILL man live sehen, bei anderen ist es auch in Ordnung, wenn nicht. Dabei ist es einem teilweise nicht vergönnt, weil ein wichtiger Teil der Band plötzlich die Harfe spielen geht. Andere Bands verkrachen sich und reden bis zur überteuerten Revival-Tour dreissig Jahre später nicht mehr miteinander. Oder sie gehen einfach nie auf Tour. Entsprechend stärker wird der Wunsch, die dann auch zu sehen und plötzlich, ja plötzlich steht im Konzertanzeiger: SIE KOMMEN. Nun gibt es als Grundsatz falsche Konzerte mit den richtigen Leuten. Da hat man fehl gegriffen, oder die können live nicht spielen, aber man hat feine Menschen bei sich und man kann sich wenigstens leicht betrinken und sich über wen auch immer lustig machen. Dann gibt es die richtigen Konzerte mit den falschen Leuten, wo man sich tierisch drauf freut, aber die Begleitung sich wie ein komplettes Arschloch benimmt, dass einem die Freude schon vor dem Eingang flöten geht, egal ob man fünfzehn Jahre auf das Konzert gewartet hat.

Dann gibt es noch die Konzerte mit cooler Musik, aber keinen Leuten, grade wenn man wie ich Sachen hört, die aber keine der Säue, die man kennt kennt. Das macht es dann nicht einfach, wenn ich nicht alleine hin will. Kommst du mit zu (hier unbekannte Band einfügen)? – Was ist denn das? – Das ist eine Band. – Was spielen die denn? – Musik. – Ja, aber was denn? Kenn ich die? – Offensichtlich nicht. Also von denen ist (hier mehrere unbekannte Titel obiger Band einfügen). – Kenn ich nicht. – Die spielen oft zusammen mit (hier andere unbekannte Band einfügen). – Was spielen denn DIE? – Ach, vergiss es, ich geh alleine. Und zu guter letzt gibt es die richtigen Konzerte mit den richtigen Leuten. Die auch bei Songs, die sie nicht kennen einfach mal zuhören können. Nicht dauernd meckern. Dann hat man Spass. Begeisterung teilen können. Und irgendwann ist im Musikerjenseits ein Gitarrengott gnädig und schickt eine Band nochmals auf Tour, deren Konzert man beim ersten Mal (nach fünfzehn Jahren) nicht geniessen konnte. Und man geht auf eine Mission um den Glauben an das richtige Konzert wieder her zu stellen. Ticket kaufen, durch die halbe Schweiz fahren (ja ist gut, ist nicht weit), Hotel buchen und wissen, diesmal wird gut. Sinnigerweise ist es The Mission. In Bern. In einem Monat. Und wer weiss, vielleicht schunkelt der kleine keks dort sogar mit richtigen Leuten.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Whirlie Pool für die Hilfe beim Hotelsuchen.

Aktuell im Ohr: Simple Minds – Stranger (übrigens ein sehr sehr schönes neues Album)
Nächste Seite »