Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Immer mitten in die Fress… AUTSCH!

Abgelegt unter: Allgemein | 29.07.2005 (8:15) |

Ich muss ventilieren. Es baut sich druck auf und entsprechend muss das ausgeglichen werden, also Ventil auf. Weil ich dann aber gerne richtig Überdruck abbaue, geht es schon in Richtung hyperventilieren. Statt eines Blattes nehme ich dann eben eine Papiertüte vor den Mund. Beleidigt also ein Individudumm meine Ohren, dann muss da etwas raus. Sonst platze ich. Gut, die beiden Girlies haben nicht nur durch völlig sinnlosen Verbaldurchfall in Schrillheitsgraden einer Hundepfeife meine doch musikgestöpselten Ohren belastet. Sie haben nach dem Aussteigen auch meine optischen Aufnahmeorgane durch totale Fehlgriffe in die Kleiderkiste zu Pupillenversagen geführt.

Aber, einmal mehr festgestellt: Frauen mit aus dem Mundwinkel hängenden Zigaretten wirken so erotisch wie entzündeter Fusspilz. Riecht ja auch ähnlich. Ja, ich weiss, im Internet gibt’s Seiten, auf denen rauchende Mädels als Fetisch bebildert werden, weil das einige Leute geil macht. Aber im Internet gibt es auch Seiten, auf denen gewisse Leute mit Tieren geil gemacht werden, das zählt also nicht als Pro-Grund. Mir mag man nun einmal mehr Intoleranz vorwerfen, buhu, damit kann ich leben, aber wegen Intoleranz stinke ich nicht. Darüber hinaus finde ich Seniorenraucherinnen, die wie Dörraprikosen (nicht nur wegen der Falten, auch wegen der Farbe) aussehen, nun mal nicht als ästhtische Aufwertung der Umgebung an. Wobei optisch gesehen hier Seniorentum meist schon bei etwa 35 anfängt.

Herr keks kann austeilen, aber nicht einstecken… Kommt jetzt bestimmt aus irgendeiner Ecke. Ach was, ich konnte auch ertragen, dass mich in einem Forum jemand ganz ganz böse niedergemacht hat, weil ich mir erlaubt habe, jemanden, der seine Überzeugung vertritt, als Arschloch zu bezeichnen. Kein Problem. Freie Meinungsäusserung für alle. Gell. ALLE. Ich bleibe wenigstens freundlich und sage “Sie Arsch” und nicht “Du Arsch”. Oftmals wird nämlich von älteren genrationen angenommen (zu Unrecht), alles was nach dem Krieg geboren wurde zu duzen. Weil früher hatte man ein so hartes Leben und man solle erst mal so alt werden. Alt werde ich trotzdem automatisch. Das ist keine Leistung. Habe ich das schon mal erwähnt? Weil aufs Alter hin wird man ja leicht vergesslich, du Schnösel.

Apropos Schnösel und Tussis: Ist es unbedingt notwendig, Sonnenbrillen zu tragen, die so gross sind, dass der seitlich aufgedruckte Designername auch in totaler Dunkelheit noch auf fünfzig Meter zu erkennen ist? Dior stellt sowas her. Ich habe mich in der Stadt tatsächlich erschreckt, als an mir eine Frau vorbei stöckelte, bei der ich echt nicht sagen konnte, ob sie ein missglücktes Experiment aus “The Fly” war. Vor sowas muss man doch gewarnt werden. Sonnenbrillen bekommen auch immer mehr die Funktion eines Haarreifs, vor allem bei langhaarigen Männern. Girlie-Haarreife sehen bei denen so extrem Kacke aus, dass sie wie Golf Cabrio-Fahrerinnen eine Sonnenbrille obenrum tragen. Die Golferinnen allerdings blinzeln trotzdem wie blind in die Sonne, weil sie die Brille wegen des Fahrtwindes ja mehr oben statt unten brauchen. Da helfen kurzgeschorene Haare. Mein Hinterkopf sieht zwar nach erhöhter Sonneneinstrahlung aus wie ein rasierter Pavianhintern, aber immer noch besser als die Fraktion der Weicheiermachos. Die benutzen bei Regen sicher auch einen Schirm, damit das Haargel beim runterseiern nicht die Augen verklebt.

So. Jetzt ist mir wohler.

Aktuell im Ohr: Frou-Frou – Holding Out For A Hero

Paläolithische SMS

Abgelegt unter: Allgemein | 27.07.2005 (13:02) |

Die Kamera schwenkt und gibt den Blick auf eine Szenerie der frühen Menschheitsgeschichte frei. Saftige Auen und Wälder, Wasserfälle, dicht gewachsene grosse Bäume, Trampelpfade einer frühen Zivilisation, ein Säbelzahntiger, der sich einen Homo Erschrectus aus den Zähnen puhlt. Idylle. Am Berghang dort drüben eine Höhle, bewohnt von einigen unserer Vorgänger. Hätten sie damals das Rad schon erfunden gehabt, es wären unsere Vorfahren gewesen. Gut möglich, dass Säbelzahntiger zu einer anderen Zeit als Homo Irgendwus gelebt haben und es vor allem zu einer anderen Zeit war als das Dingsbums im Titel, aber ihr wisst, meine Folgerungen und Schlussfolgerungen sind zeitlich nicht verbandelt. Entweder es gilt immer oder gar nicht.

Zurück zur Höhle. Da sitzen also die gen-retypischen Frauchen um die Feuerstelle und brutzeln das von den Männchen erlegte Mammut. Damals hatte der Mann noch nicht dieses dringende Bedürfnis, sich an den Grill zu stellen und Männlichkeit zu beweisen. Und, dass man trotz Bierbauch keine Brandspuren um den Bauchnabel haben muss. Höchstens weggeschmürzelte Bauchhaare. Wenn’s stinkt, bitte zurück treten. Aber früher waren die Möglichkeiten noch beschränkt, man teilte sich die Feuerstelle, entweder zum Kochen oder zum Reinstarren. Letzteres wurde später durch Fernseher abgelöst. Kommunikation fand damals durch Grunzen und gegenseitiges Aufs-Maul-hauen statt. Ein findiger Kopf entdeckte schliesslich, dass Trommeln nicht nur zum Nerven der Nachbarn gut sind, sondern surch lautstarkes Bearbeiten auch über grössere Distanzen vernommen werden konnten. Ferngespräche wurden möglich.

Nun konnten der Homo Connectus ja noch gar nicht sprechen, also erfand er die Morsezeichen und den rhythmischen Ausdruckstanz, wenn ein anderer die Trommel benutzen wollte, aber nicht dran durfte. Inzwischen konnten sehr viele Feuer machen, aber wenige Trommeln basteln, deshalb erfand der Homo Abfaclus die Rauchzeichen. Machte weniger Lärm, dafür war es wetter- und tageszeitabhängig. Noch findiger ist ja kaum vorstellbar und doch: Wenn man sich über kleinere Distanzen unterhalten wollte, ohne durch Grunzen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, so zündete man sich eine Luftwurzel an, zog tief daran und blies Rauchzeichen in die Luft. So waren also die ersten Rauchartikel nicht die Vorläufer der Zigaretten sondern der Handys.

So entwickelte der Homo Entdecus sich langsam weiter, erfand die Sprache, verlernte sie wieder, ey weisst du, Mon! Der ganze Techschnickschnack wurde über viele hilfreiche Zwischenstufen zu Nutzwert getrieben (leichte Einbrüche waren im Mittelalter erkennbar, wo von römischen Fussbodenheizungen und Kanalisation wieder zu Aussenklos und Durchzug gewechselt wurde). Doch jetzt kommen wir so weit, dass die Errungenschaften der Neuzeit mit Anleihen der Ur-Ur-Urbewohner dieses Planeten kombiniert werden. Der Laptopgrill. Zusammengeklappt sieht das Teil aus wie ein Laptop, aufgeklappt ist es ein Gasgrill und schon haben die Männchen gleich mehrere Gründe, wieder ins Pseudofeuer zu starren. Das ist auch tatsächlich ein Grill und nicht wirklich ein Laptop, der so heiss ist, dass er einem auf dem lap das Würstchen verbrennt (in den USA schon passiert und beklagt). Läuft nicht unter Windows, sondern unter BratApple. Aber seltsam, was wir alles erfinden. Homo Becloptus.

Aktuell im Ohr: Kosheen – Hide U

Pringles für Singles

Abgelegt unter: Allgemein | 23.07.2005 (9:12) |

Das Leben als Single ist teuer. Wenn wir die ganzen Studien über uns selber auch mitbezahlen müssten, wir wären ruiniert. Wer kommt eigentlich auf diese Ideen? Wacht da ein Wissenschaftler auf, kratzt sich am Gehänge und fängt an, die Verhaltensweisen Fremder zu analysieren? “So, heute befragen wir mal Leute, wie oft sie poppen/essen/während dem poppen essen”. Also wird studiert, veröffentlicht, dann erfolgt die Gegenstudie. Obwohl, das mit der Studie und dem Befragen habe ich mir ja auch schon überlegt. Die hübschesten Mädels anquatschen und fragen, ob sie Single sind, man würde eine Umfrage zum Thema BLAHBLAH machen. Sollte diese dee jetzt jemand abkupfern, ich hätte da gerne Beteiligung. Finanziell. Naturalien sind auch in Ordnung.

Aber zurück zu den Singles und den Kosten. Seit einigen Jahren hat die Industrie festgestellt, dass Singles eine enorme Kaufkraft darstellen, da sie an sich mit niemandem ihr Einkommen teilen müssen. Dazu später mehr. Also flossen Produkte auf den Markt, die für den gemeinen Single (solous masturbarus) konzipiert waren wie Kleinpackungen von Nahrungsmitteln. Pringles Minirollen zum Beispiel. Ein Drittel so lang, dafür nur halb so teuer, die Alleineschlafenden haben es ja. Nun kennen wir den Spot, einmal gepoppt, nie mehr gestoppt. Nicht als Single, aber dazu später mehr. Kaum ist die Minirolle offen, ist sie auch schon leer. Bei mir zum Beispiel ist es so, dass wenn statt Toni Testosteroni nur Justus Frustus zu Becush ist, dann fresse ich auch eine ganze Rolle Pringles durch. Was am Ende wieder günstiger kommt. Oder nein, eigentlich wieder teurer, schliesslich musste ich doch die gleiche Menge Chips vertilgen, benötigte also vier (nicht drei, wenn man die Verpackungen wegzählt, bleibt auf einer Rollenlänge nicht mehr viel übrig) Kleine. Rollen.

Denn, in der Annahme, dass ich als Single doch keine ganze Rolle futtere, beziehungsweise den Inhalt, was bei Pringles aber nicht wirklich einen Unterschied macht, denn beides schmeckt gleich, was uns aber jetzt nicht weiter aufhalten sollte, da diese betreffenden Chips ganz einfach als Beispiel, als Metapher für die vorherrschenden Missstände dienen sollten. Krasser Satz. Missstände? Misstände? Egal. Ach, das Ende: Ich habe deswegen natürlich die kleinen gekauft und nicht die grossen. Zu viel Geld ausgegeben, das ich aber als Single dringend anderweitig benötige. Gemeinhin wird angenommen, der nicht in einer Beziehung lebende, sei doch gut dran. Kann so oft er will. Eher ist es so, dass er will so oft er kann. Ein Irrglauben und da tritt die Studie an unsere Seite ist nämlich, dass Singles dauernd Sex haben. Falsch. Sie wollen dauernd. Können aber nicht. Da sind Beziehungsmenschen besser dran, die haben nämlich, so sie es sich nicht durch ungünstige Bemerkungen verschissen haben, den Partner für… ähm, ja… direkt in der Nähe.

Der Single hingegen muss auf die Pirsch und HIER geht die ganze Kohle flöten. Bars, Clubs, Essengehen, Blumen, Kino, Friseur, Schminke, Klamotten, Schuhe, Arschenthaarung, Benzin, wenn man so zusammenzählt, was an einem Wochenende von den Singles einer einzelnen Stadt so investiert wird, da kann man also schon ganz schön also ich meine zum Beispiel eine Kleinstadt beheizen. Ganz doll lange. Ach, was weiss ICH denn, bin ich Studienhersteller? Kann mich auch so am Gehänge kratzen. Aber irgendwie wollt ich da jetzt gar nicht hin. Ach ja, Abzocke mit Verzweifelten. Falsch. Das sind Gepaarte. Singles sind Vereinzelte. Obwohl sich einige (meist Männer) aber eher wie Vereinzellerte aufführen. Besonders in Singlebörsen im Internet. Da geht auch je länger je mehr Geld hin.

Portale für Suchende und solche die keiner finden will, erfreuen sich je länger je grösserer Beliebtheit. Einerseits deshalb, weil einige der Partnerschaftstrabanten (auch drittes Rad am Wagen) schlicht an keinem Türsteher vorbei kommen, andererseits, weil im realen Leben die gleiche Anmache nicht an alle zig anwesenden Damen gleichzeitig abgesondert werden kann. Plus, es ist eine nette Abwechslung, wenn man eine Milch und einen Keks nuckeln kann, anstatt an der Bar Missgriffe bei der Getränkebestellung zu tätigen. Ja, ich weiss, Cosmopolitan ist ein Girliegetränk, aber ich habe genug Testosteron, dass wegen einem bei mir nichts verwässert wird. Und das Zeugs schmeckt lecker. Ich KÖNNTE in Schlabberhosen oder halbnackig dort rumsitzen und keinen kratzt es, ausser ich mache die Webcam an. Nun muss ich ja zu meiner Freude gestehen, dass auch der keks sich da angemeldet hat, in der Hoffnung, dass jemand auch mal an einer Milch und einem keks nuckelt.

Was passiert nun da? Was habe ich, hatte ich vor, was sind die Absichten? Menschen kennen lernen. Wetten abschliessen, welche überhebliche Zicke ganz bestimmt nicht antworten wird. Bisher funktioniert das schon recht gut. Ich habe schon recht lustige, nette, originelle, gebildete, interessante, attraktive Frauen kennengelernt. Da allerdings die einen jetzt hier mitlesen muss ich wohl aufpassen, was ich von mir gebe. Sonst kennen die, die mich schon kennen, mich plötzlich nicht mehr und die, die mich noch nicht kennen, lassen es lieber bleiben. Möglicherweise müsste ich sicherheitshalber die Kommentarfunktionen dicht machen, damit ich nicht von Retourkutschen überrollt werde. Ach Quark, von guten Freunden verträgt man ein Küsschen und Kopfnüsschen. Wobei mich jetzt sicherlich wieder neugierige Zeitgenossen fragen werden, warum ich mit so vielen Bekanntschaft schliessen will.

Da ist eine alte Freundin schuld. Naja, alt ist sie… SO alt ist sie nicht. Aber die meinte, ich bräuchte drei Frauen. Wohl gemerkt, das ist NICHT meine Theorie. Drei. Ich. Eine zum reden, eine zum rumzeigen und eine zum… ähm, ja. Nun klappt das ja vielleicht in der Theorie, ist aber in der Realität total inpraktikabel. Sitze ich mit der Präsentante im Restaurant und alle stoffeln mit offenen Mundhöhlen vorbei, bloss habe ich da nichts von, weil ich mich gerne unterhalten hätte. Also telefoniere ich inzwischen mit der Beredten. Wenn ich am Ende des Abends dann durch motiviertes Ankucken des Gegenübers eine grandiose Hornyness verspüre, dann muss ich auch noch schauen, dass das Betthäschen in erreichbarer Nähe ist. Sorry, no way. Nun kenne ich welche fürs Reden. Aber eigentlich eher andersrum. Mit MIR redet man. Aha! Frauen machen das tatsächlich so. Mit mir reden und dann zum Begatter fahren. Hm. Vielleicht müsste Mann Frau sein um das im Griff zu haben. Aber nochmal, ich kann mit ihnen reden. Eigentlich kann ich alle vorzeigen UND mit ihnen reden. Wenn ich das ähmja auch noch aber das ist ja jetzt nicht wichtig, sonst denken wieder alle, ich wolle nur das eine. Poppen. Stimmt doch gar nicht. Ich will jetzt einen Keks. Und das solltet ihr Frauen auch wollen.

Aktuell im Ohr: David Guetta feat. JD Davis – The World Is Mine

Erinnerungsfunktiönchen

Abgelegt unter: Allgemein | 21.07.2005 (22:58) |

Im Eintrag “Kinderüberraschung” vor einigen Tagen gab es eine Mitmach-Aktion. Mir wurde nun nahegelegt, ich solle darauf nochmals hinweisen im Sinne unser aller Schadenfreudezentrum. Was hiermit geschieht. Also scrollt mal kurz, lest nach und macht mit. Danke schön.

Aktuell im Ohr: Tina Turner – We Don’t Need Another Hero

Ver-Mythen und Ver-Sagen

Abgelegt unter: Allgemein | 17.07.2005 (21:35) |

Befassen wir uns kurz mit mythischen Erzählungen, die ausnahmsweise nicht mit meinem nicht existenten Liebesleben zu tun haben. Rotkäppchen hat kürzlich einen Begriff in eine Mail geworfen, dem ich nachgestiegen bin (dem Begriff, nicht dem Rotkäppchen), nämlich “Sphingen”. Das ist wider Erwarten keine Geschlechtskrankheit sondern die Mehrzahl von Sphinx. Dies wiederum ist den meisten bekannt als das Steinteil in der ägyptischen Wüste mit der von Obelix abgebrochenen Nase. Die Sphinx. FALSCH. Ich habe mich belesen lassen, dass es in Ägypten DER Sphinx ist und DIE Sphinx aus Griechenland stammt. Geflügelter Löwe mit Frauenkopf. Bizarr, aber erklärbar.

Zeus verwandelte sich ja dauernd in jedwelche Tiere, um sich begattenderweise den verschiedensten Frauen nähern zu können. Ja wen wundert es da, dass bei dem ganzen genetischen Speziesgepansche so Mischimaschiwesen rauskommen? Die Frau Sphinx nun war die Dämonin der Zerstörung und des Unheils, wobei wir auch schon beim Link zur aktuellen Zeit sind und dem Hintergrund, warum die weiblich war. Die Sphinx lauerte in der Nähe von Theben Reisenden auf und stellte ihnen bizarre Rätsel und wer sie nicht beantworten konnte, fiel der Vernichtung anheim. Wo bitte unterscheidet sich dieses Vorgehen von der modernen in einer Beziehung lebenden Frau?

Rätsel wie “Findest du mich dick?” oder “Soll ich das Schwarze oder das Rote anziehen?” können niemals schlüssig beantwortet werden und sofort wird der Mann ins Verderben gestürzt. In der Antike konnte allerdings Ödipus das Rätsel lösen und die Sphinx stürzte sich in den Tod, das würde heutzutage ja nicht funktionieren. Denn egal, wie die Antwort ausfällt und sich möglicherweise in wahnwitzigem Zufall der tatsächlichen Gegebenheit annähert, wird die zeitgenössische Sphinx sofort ihre dämonischen Fähigkeiten ausspielen und die Realität verändern. Beziehungsweise die für sie stimmige Realität. So war also die Dame aus der griechischen Mythologie wenigstens fair. Hatte wahrscheinlich auch nie PMS.

Eine andere Frage in dem ganzen Zusammenang: Ab wann wird eine Figur mythisch, sagenhaft oder ist einfach nur eine Figur? Siegfried mit dem Bauchnibel und den Nibellungen, Superheld und Drachentöter, der wegen fehlendem Poolreiniger ins Gras biss. Wilhelm Tell, Superheld und Kinder-unter-Äpfeln-Wegschiesser (Training muss sein), der ein Volk von der Knechtschaft der Linzertortenfresser befreite. Zorro, Superheld und Latin Lover, der in die Gegner den Degen steckte und in Frauen… Ach und er konnte das Z ganz gut schreiben, was ihm durchaus zu einem Job in der Sesamstrasse hätte verhelfen können, aber dann Samson abstechen und Tiffy flachlegen, ich weiss nicht. Was aber ist mit modernen Comicsuperhelden?

Haben die auch Zeug dazu, irgendwann in späteren Jahrhunderten noch in epischen Geschichten ausgewalzt zu werden? Batman. Superman. Spider-Man. Vermutlich nicht, trotz ihrer Heldentaten. Und warum? Zu wenig Sex und zu wenig Blut um saftige Erzählungen zu garantieren. Obwohl die Heldinnen allesamt Bombshell Bodies haben, die Männer vor optischer Präsenz nur so strotzen… Es wird nicht gevögelt. Nicht wie bei Zeus. Und gerade bei Superhelden, die ihr Aussehen ändern können wäre doch abgucken ein Leichtes. Die haben auch nie etwas miteinander und wenn, dann wird sofort geheiratet. Abgekratzt wird bloss unblutig oder per Altersschwäche. In den Filmen wurde zwar die Möglichkeit des Sterbens eingeführt, nur muss durch Altersfreigabe gebunden der Blutlevel tief gehalten werden und da die meisten Filme aus den Verweigerten Staaten von Amerika schwappen, existiert auch kein Sex. Da lobe ich mir doch Fleischeslust, Meuchelmord und Fetzereien. Zum Lesen. In Echt würde mir Punkt 1 reichen. Aber nicht mit Schwänen. Die beissen. Und schlagen. Hm. Gibt zwar auch solche Frauen. Und die werden mir immer ein Rätsel bleiben.

Aktuell im Ohr: Nick Hornby & The Range – The Way It Is