Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Ein Zombie hängt am Frühstückstisch

Abgelegt unter: Allgemein | 31.05.2005 (5:33) |

Schon morgens früh wandern kalte Schauer über meinen Rücken, die Nackenhaare stellen sich auf wie in einem kühlen Herbstwind. Wer einen Blick in die glasigen Augen geworfen hatte, der wusste was Leere ist. Sie erschienen einem wie die Fenster zu tiefen, in die Abgründe führenden Tunneln. Keines meiner Bücher erwähnte dies, nirgends wurde darauf hingewiesen, womit wir es hier zu tun haben würden. Armeen von Untoten gleich strömen sie jeden Tag und am Wochende sogar nachts durch die Strassen, rotten sich zusammen, tragen seltsam bunte Gewänder und stossen seltsame Geräusche aus. “Ey Man!”

Wären sie tatsächlich untot, so könnte man sie – so denn die Überlieferungen stimmen – enthaupten, doch sie sind am Leben. So scheint es zumindest, nehmen sie doch Nahrung zu sich. Die Art ihrer Nahrungsaufnahme allerdings rückt sie sehr Nahe an das Verhalten von Tieren oder Zombies, sie greifen ihr Essen, ihre Beute, plump mit den Händen, führen es zum Mund und vergraden das halbe Gesicht darin, als ob sie Gedärme aus einer Bauchdecke beissen wollten. Dabei grunzen sie ihre Artgenossen an, lassen Nahrungsstücke aus dem Mund fallen oder bewerfen sich gegenseitig damit. Möglicherweise gehört das zu den Vorgängen, die sie für ihre Verständigung oder ihr Sozialgefüge verwenden.

Weitere Erkenntnisse zu erhalten gestaltet sich als sehr schwierig, da man sich als Aussenstehender nur schwer vergegenwärtigen kann, was genau sich in einem solchen Rudel abspielt. Kommunikation als solches ist eine grosse Hürde, denn wenn Angehörige dieser Gattung angesprochen werden, reagieren sie in der Regel mit einem Aufrichten, dem Zurückziehen der Schulterpartie und dem Geräusch “Ey Alda, wasch los!” Da das devolutionäre Fortschreiten dieser Entwicklung noch nicht sehr lange stattfindet, stecken entsprechende Forschungen noch in den Kinderschuhen. Das Sozialverhalten reduziert sich meistens auf rudelweises Schlurfen durch Innenstädte, das Gruppieren vor Gebäuden mit der Aufschrift H&M oder McDonalds.

Auffällig sind Männchen, die im Pulk auf der Lauer liegen und Weibchen hinterherpfeifen. Sollte dieses Vorgehen ausnahmsweise zum Erfolg führen, so bespringt das Männchen das Weibchen einmal und begibt sich wieder auf die Jagd. Angesichts des doch immer wieder vorkommenden Erfolgsfalles liegt die Vermutung nahe, dass die Weibchen im Gegensatz zu allen anderen Lebewesen in der Natur nicht die geringsten Ansprüche ans Männchen haben, ausser dass es cool ist. Dies scheint allerdings der ganzen Gattung ziemlich gleichgültig zu sein und so pflanzen sich diese Wesen auch weiter fort, ganz im Gegensatz zu Untoten, die keinerlei geschlechtliche Reproduktion ausüben. Aber es sind auch keine Zombies, es sind Teenies.

Aktuell im Ohr: Michael Bublé – Home

Viele viele bunte Teechen

Abgelegt unter: Allgemein | 26.05.2005 (7:16) |

Interessant. Noch vor nicht allzu langer Zeit benötigte ich ein Jahr und den vergleichbaren Stresspegel eines dritten Weltkriegs, um zweiundzwanzig Kilo abzunehmen. Steter Tropfen höhlt und so. Das mag als Zahl nach viel klingen, rein vom Zeitraum her relativiert sich das, denn innerhalb einer Woche fünf Kilo zu verlieren zeigt doch, dass da mehr gehen würde. Aufs Jahr gesehen. Hoch- und umgerechnet. Wie schon verschiedentlich erwähnt, hätten meine Nieren gerne erhöhte Flüssigkeitszufuhr, um Geröllhalden schmerzhafterer Art zu vermeiden, ebenfalls sollte, wenn schon, bei geringerer Nahrungsaufnahme wenigstens genügend Wasser zugeführt werden. Oder Ähnliches. Tee zum Beispiel. Allerdings ja wieder kein Schwarztee, weil der obiger Geröllaufschüttung wiederum förderlich ist. Grüntee wiederum mag ich nicht, der ist äääbääääh. Nicht in meinen Augen, sondern auf meiner Zunge. Die anderen Farben und Mischfarben hatte ich weitestgehend durch, aber plötzlich stehe ich vor einer Flasche Weisstee. Die ist heute fällig. Wie, ihr wisst nicht, was Weisstee ist? Ich auch nicht. Wenn ich es wüsste wäre der Test ja nur halb so spannend.

Na gut, zugegeben, das hat jetzt etwas länger gedauert. Umfrage: Was macht ein keks, der das erste Mal zum Bowlen geht? Kegeln war ich schon diverse Male, an Bowlen erinnere ich mich nicht, oder ich habe es verdrängt. Egal. Kann ich mich einfach hinstellen und die Kugel nach vorne schmeissen (gewisse australische Exportmädels machen ihre Strikes auf die Art) oder muss ich möglichst elefant versuchen, den bunten Ball nach vorne zu werfen? Letzteres. Das klappt beim Kegeln auch sehr gut, da trägt man auch nicht die obligaten Fusspilzverbreiter. Da rutscht man auch nicht. Gut, Danü wirft die Kugel nach hinten, wenn möglichst viele Leute direkt hinter ihm stehen, aber das ist etwas anderes. Aber ich werfe nach vorne, rutsche und zerre mir die Arschbacke. Und den Oberschenkel. Und den Wurfarm. Später stelle ich auch einen Bluterguss am Daumengelenk fest, aber da versuche ich jetzt nicht mehr nachzuforschen, wie der da hinkommt. Und ich bin froh, kann ich nicht alle meine Körperteile (die schmerzenden) sehen.

Aber zurück zum Tee. Weisstee wie gesagt. Li Mei steht auf der Flasche und “feel the asian spirit”. Der da wäre? Probieren wir halt und stellen fest, ob ich den spirit dann feelen werde. Aussehen tut der Tee wie das Becherchen, was man beim Urologen so abgibt, aber davon lasse ich mich nicht abschrecken, Apfelsaft sieht auch so aus. Ich würde behaupten, es riecht leicht zitronig, das mag aber auch daher kommen, dass auf der Flasche “Weisstee mit Zitronensaft” steht und meine Nase von Voltaren Emulgel leicht benebelt ist. Schmecken tut es wie… Hm… Etwas mit Zitrone. Nicht unlecker, aber irgendwie banal. Möglicherweise lässt sich eine dezente Holunderkopfnote erkennen, mit Sicherheit aber ist es sehr süss, sogar wenn’s kalt ist. Damit kann man im warmen Zustand bestimmt Poster an die Wand kleben. Es ist nicht so, dass das Zeugs nicht schmecken würde, aber andererseits tut es mir auch nicht leid, dass ich das bisher nur auf einer Autobahnraststätte im Tessin gesehen habe. Ich werde es nicht vermissen. Dann lieber Wildkirsch- oder Waldbeereistee von Pfanner. Mit viel Eis. Siehe Wand und Poster.

Aktuell im Ohr: Billy Idol – Tomorrow People

Heute schon geschluckt?

Abgelegt unter: Allgemein | 23.05.2005 (20:39) |

Es ist Zeit. Zeit für neue Produkte. Was gibt es Schöneres, als sich bei diesem herrlichen Sommerwetter mit kühlen, neuen Getränken zu erfrischen? Ganz einfach, wenn es Sommerwetter WÄRE. Nichtsdestotrotzdem nehme ich mir die erste Flasche jetzt vor und möglicherweise sind wir dann auf den Sommer besser vorbereitet. Das Ablaufdatum wird ja nicht in einer Woche sein. Glaube ich. Ich suche noch. Das Etikett besagt “Mindestens haltbar bis Ende: siehe Flasche”. Auf der Flasche finde ich zwar lustige Augen und nach dem Entfernen des Etiketts gar ein lustiges Gesicht, aber kein Datum. Im übrigen gibt es zwölf verschiedene lustige Grinsegesichter. Zum Sammeln. Mit Pfötchen und Schwänzchen. Haha, was hab ich gelacht. Nur was nützt mir das, wenn ich danach mit Magenverstimmung im Spital liege. Egal, man gönnt sich ja sonst nichts. Es handelt sich beim mir vorliegenden Getränk um “Vittel Knackiger Apfel” aus der Migros. Gibt es auch mit Erdbeere, aber ich wollte nach den Erfahrungen mit Produkten aus Schweden erstmal potentiell ungefährlichere Gebiete beschreiten.

Hah! Ich hab das Datum gefunden! Eventuell sollte ich mir NOCH eine Lampe kaufen. Gut bis 12.2005, na also dann. Es zischt nicht beim Öffnen, also keine Kohlensäure, sommerlich gut geeignet zum Runterstürzen, ohne dass einem der halbe Mageninhalt wieder hochrülpst. Es riecht wie ein geschnittenes Apfelscheibchen, das zwei Meter entfernt an einer Wäscheleine hängt, also sehr dezent. Schmecken tut es wie kastrierte Apfelschorle, lässt Pepp vermissen. Sehr weich im Abgang, hinterlässt eine Kopfnote von Gravensteiner und die Zunge fühlt sich an wie in Dove gebadet. Die Seife, nicht die Schokolade. Hat was Nettes und langsam verflüchtigt sich das Apfelige im Mund. Ich mag es. ICH. Irgendwer findet es bestimmt Scheisse. Ich denke, ich werde Erdbeere auch ausprobieren, jedoch empfiehlt sich wohl der Genuss von beidem unter Einfluss von Eis oder Kühlgerät. Auch wenn es so als Getränk sehr angenehm rüber- und reinkommt, wenn das wärmer wird, dann dürfte das eine ganz üble Gülle werden. Und nein, ich werde das NICHT versuchen. Noch nicht.

Aktuell im Ohr: Icehouse – Cross The Border (Funk Corporation Remix)

Zeig mir deinen Bären

Abgelegt unter: Allgemein | 23.05.2005 (14:16) |

Nachts und nebels kamen sie und haben sich nackig gemacht. Nach Kühen, Löwen und Sitzbänken jetzt eine Stadt voller Teddybären. In wenig Formen, dafür in umso mehr Farben und ich muss sagen, ich finde sie putzig. Wie immer sind nicht alle gelungen, aber grundsätzlich sind da einige originelle Ideen dabei. Ist auch sehr angenehm, spontan lächeln und grinsen zu müssen bei einigen von den Viechern. Die Zürcher Innenstadt macht einen freundlicheren Eindruck hatte ich heute das Gefühl. Egal, wie man sich sonst fühlt. Schade nur, dass es wohl einige Zipfelgesichter gibt, die erneut versuchen, die Bärchen zu demolieren oder wieder welche in die Limmat werfen. Darf man denen eigentlich ungestraft hoolibärig in die Fresse hauen?

Wiederum andere meckern rum, was das jetzt wieder alles unnötig ist und man mit dem Geld, was das kostet, ja sooooo viel anderes anstellen könnte. Baaah! Baaah! Määäh! Blablabla. Als ob einer von diesen Meckerfritzen zum Beispiel mal ein Strassenmagazin kaufen würde um etwas Gutes zu tun. Etwas besser machen müssen immer nur die anderen. Unzufriedenheit kann man auch kultivieren. In einer Gameshow wurde ein Mann angerufen und der Showmaster teilte ihm mit, er hätte soeben ein nigelnagelneues Auto gewonnen. Antwort: “Aha. Was für eine Farbe?” Ähm. Ab hier tut sich für mich ein Riss im Realitätskontinuum auf. Ich hab eine Scheissfreude, wenn ich entdecke, dass an den Trams vorne drauf Minibärchen mit Pullöverchen der Liniennummern hängen und wenn ultrasaure Kaugummis wieder verkauft werden, während mir eigentlich zum Kotzen zumute ist. Wer setzt jetzt wo die falschen Prioritäten?

Apropos Prioritäten: Eigentlich sollte ich dringend ein Bügelbrett kaufen. Aber ich renne lieber in knittrigem Kram rum und erkläre, das sei jetzt wieder hip, als dass ich ein mit rosaroten Blümchen bespanntes Bügelteil kaufe und damit im Tram durch die ganze Stadt fahre. No way! So viel Stolz trage ich noch in mir und der liesse sich nicht glattbügeln. Egal mit welchem Brett. Aber warum bekommen Haushaltsutensilien keine brauchbaren Looks verpasst? Weil Männer sowieso nicht bügeln? In Zeiten der überbordenden Singlehaushalte und der gepflegten Männer (sagt uns zumindest die Werbung) ist es wohl nicht völlig fehl am Platze anzunehmen, dass nicht alle Männer bei Mutti bügeln lassen. Wobei es auch Frauen gibt, die jedesmal wenn man sie sieht den gleichen zerknitterten Pullover tragen. Die haben zwar jede Woche Waschtag, sollten unter Umständen auch einen Bügeltag einrichten. Vielleicht aber warten die auch nur auf ein Bügelbrettdesign, das nicht zartrosa ist. So sieht schliesslich schon der Pulli aus.

Aktuell im Ohr: Icehouse – Crazy (Josh Abrahams Remix)

Nimm einen Bruch, nimm eine Bausatzkatze

Abgelegt unter: Allgemein | 19.05.2005 (17:07) |

Kennt jemand den Film “Indiana Jones und der Tempel des Todes”? Das war Teil zwei mit den Affenhirnen und den vielen Insekten irgendwo in Indien mit dieser aggressiven Sekte. Da gibt es diese Szene, wo der Hohepriester unter Gesinge (der angekifften Gemeinde) einem angeketteten Opfer in die Brust greift und sein Herz rausreisst. Weniger splatterig als im gemeinen Horrorfilm, aber gemein genug, vor allem die Szene danach, wo er die Hand hochstreckt und das Herz in der Hand noch pumpt. So fühle ich mich zur Zeit. Man möge also einen allfälligen schreiberischen Aussetzer verzeihen. Nein, nicht die Aussetzer, die ich in jedem Beitrag habe, sondern rein zeitlich gesehen.

Aktuell im Ohr: Diskutierende Menschen

Es ist nicht alles Sinn, was lost

Abgelegt unter: Allgemein | 18.05.2005 (21:31) |

“Du stellst immer alles in Frage” – “Tu ich das?” – “Siehst du!” Sollte mir das zu denken geben? Möglicherweise. Wenn in Comedysendungen ultrabizarre Fragen aufgeworfen werden und mir gesagt wird, DIE hätten jetzt auch von mir kommen können, dann zeichnet sich doch etwas ab: Ich kann nicht ganz normal sein. Leute, die mich kennen, würden dem diskussionslos zustimmen. Es ist ein übermässiger Drang, als ob ich Soufflé wäre, das langsam aufgeht, aber mit dem Quellen nicht aufhören kann. Das schlägt sich dann schon mal in konsequentem Unernsthaftsein nieder. Da rutscht mir dann schon mal nach einer entnervten Tirade als Erwiderung raus: “Ja wo wächst denn Pfeffer eigentlich?”. Das muss nicht zwingend in jeder Situation ankommen. Eigentlich eher nicht. Selten. Das beweist dann doch, dass witzige Ideen in den falschen Momenten sehr, sehr unwitzig sind. Ich bin dann wohl, um beim Vergleich mit dem Soufflé zu bleiben, ganz einfach eine Portion heisse Luft. Die mit Teig fällt dann allerdings lautlos in sich zusammen. Am lautlosen Part arbeite ich noch.

Aktuell im Ohr: Rotersand – Almost Violent

Liebe geht durch den Schwartenmagen

Abgelegt unter: Allgemein | 15.05.2005 (10:55) |

Verschiedene Erfahrungen in nicht ganz so weiter Vergangenheit in Kombination mit einer Werbeanzeige machten mich darauf aufmerksam, dass ein gewisses Mass an sprachlicher Aufklärung dringend nötig ist. Edeka als urdeutscher Laden schaltet in einem Rezeptmagazin eine Anzeige mit dem Titel “Tagliatelle, Prosciutto, Mortadella: So schön klingt Liebe auf Italienisch”. Leider ist es so, dass die meisten Deutschen ausser Mortadella nichts davon korrekt aussprechen können. Nicht so wie man es schreibt. Talljatelle. Proschuuto. In Berlin (möglicherweise noch in anderen barbarisch angehauchten Städten) wird Zucchini Zutschini gesprochen. Aber was will man denn, mit der eigenen Rechtschreibung nicht klar kommen und in jahrelangem Kampf möglicherweise reformieren, wie um Himmels willen soll man denn auch noch Fremdsprachen können?

Vielleicht weil man sich weniger zum Affen machen will? Weil es auch unkomplizierter geht? Wurstwarenfachverkäuferin. Noch länger geht’s nicht? Charcuterie. Scharggüterii. Das verleiht dem Sprecher auch gleich einen eleganteren und gepflegteren Touch (Tatsch). Die Abhebung zu Socken&Sandalenträgern, die ihren Bierbauch in Begleitung von einer sangriageschwängerten Erna über touristische Anlagen schubsen wäre doch angenehm. Sprache ist spannend, Sprache ist vielfältig, noch mehr Sprachen sind vielfältigerer. Der Vorteil in der Schweiz mit vier eigenen Sprachen plus Fremdeinfluss aus dem Englischen erweitert den Horizont enorm und wir haben eine Entschuldigung warum wir nicht Portmonä (oder was auch immer) schreiben müssen. Wenn man nämlich alles so schreibt wie man es spricht, dann viel Spass mit Dialekten.

Also einigen wir uns zumindest darauf, dass Lebensmittelsprachen in der Schule gelernt werden müssen. Ich möchte nicht beim Auswärtsessen konstant Messer in Rücken von Nebengästen stecken müssen, weil sie ein Schtiik bestellen statt eines Stäiiks. Oder Karpazzio. Oder Bagu-ettes. Oder Strazziadella. Oder Rössdi. Oder Gorgonntsola. Broccoli kann man auch ohne zwei K schreiben. Und warum eigentlich wird in Deutschland nicht Frischschmiere geschrieben statt Crème Fraîche, was ja keine Sau aussprechen kann. Willkommen zur Preisverleihung zu Miss und Mister Inkonsequenzia. Ein bisschen Mühe darf man sich geben, dann kommt man nämlich tatsächlich wieder in die Richtung der oben erwähnten Werbung.

Meine Freundin ist halbitalienisch angehaucht und wenn sie von Essen spricht, weiss ich nicht, ob ich hungrig oder geil werden soll. Oder beides. Essen ist etwas Schönes, Genussvolles, was leider verschiedene Leute nie schnallen werden, aber mögen die vom grossen bösen Cholesterin erschlagen werden. Es gibt mehr Gewürze als Salz und Maggi. Gesprochen Matschi, weil das verdammt nochmal italienisch ist! Auch Nichtglatzenträger müssten sich damit abfinden, dass in anderen Ländern andere Sprachen gesprochen werden und deutsch nicht Weltsprache ist. Da kämen inglisch oder esspannjoll der Sache näher. Pa-ella auf Mall-orka. Paejja auf Majjorgga. Es muss wie ein guter Gjianddi oder Riocha über die Dsunge rollen. Es klingt halt einfach besser als zum Beispiel Schmand. Was zur Hölle soll das eigentlich sein? Schmand. Das klingt für mich wie das dunkeleingesaute Restfett in einer Bratpfanne. Obwohl es mich nicht wundern würde bei so speziell nicht weiter erwähnten Personen, wenn die DAS zum Kochen verwenden würden. Lecker. Da lässt man sich doch gerne einladen. “Fettklops, Kartoffelbrei, Schweinehaxe: So schön klingt Liebe auf Deutsch”.

Aktuell im Ohr: Fettes Brot – Glaub daran

Wir sind was wir sind wie wir es sind

Abgelegt unter: Allgemein | 13.05.2005 (10:21) |

Wir Menschen werden in den unterschiedlichsten Farben und Formen ausgeliefert, ähnlich wie Kleidungsstücke. Wie diese ist auch der Mensch Modetrends unterworfen, denen meist bekanntere Vertreter oder damit in Verbindung gebrachte Berühmt- oder Bekanntheiten zugeordnet werden. Beispielsweise “Twiggy” (für Kleiderstangen) oder “Rubens” (fett) als Ganzes oder ein Pitt-Brett für Bauchmuskelanordnungen oder Angelippen für hübsche (franz. = jolie) Zahnbedecker. Was nicht passt wird umgestaltet. Allerdings lässt sich eines nicht ganz so einfach verändern, das ist die grundsätzliche Physionomie des Kulturraumes, aus dem man stammt.

Natürlich kann man sich die hohen slawischen Backenknochen operativ oder aggressiv zertrümmern lassen, aber darum geht es nicht. Wir haben Körpereigenschaften und wir haben Hautfarben, mit denen wir geboren werden und mit denen wir am Ende zurückgeliefert werden. Ausser Michael Jackson, der konsequent versucht, auszubleichen. Solariumsbesucher wären glücklich, sie hätten dessen ursprüngliche Bräune. Aber warum sind die Menschen auf dieser unserer Erde so komplett unterschiedlich? Dafür gibt es den einen oder anderen Grund. Oder auch nicht.

Am nördlichen Polarkreis zu leben und das ganze Jahr die Augen zusammenkneifen zu müssen, erklärt zum Beispiel, warum die Schollenhopser diese zusammengekniffenen Augen haben. Allerdings erklärt es nicht, warum das bei den meisten Asiaten auch so ist. Dort liegt weniger Schnee. Dafür ist es die kontinentale Ecke mit den meisten lächelnden Leuten, insofern sind das keine Schli… Mandelaugen sondern Lachfalten. Oder es stimmt wirklich, dass Reis stopft und es kommt von konstantem Pressen. Aber warum sind Asiatis gelblich? Bei Indern würde das durch stete Curryzufuhr zu erklären sein. Ach ja, Teildeutschland, es heisst Körri und nicht Kürri, das war eine französische Wissenschaftlerin. Inder sind aber nicht gelb, die haben eher einen Hang zum Braun.

Um den Äquatorialgürtel rum ist die Hautfärbung generell dunkler, aber, um das einmal mehr zu sagen NIE schwarz. Kommt das tatsächlich von der erhöhten Sonneneinstrahlung? Also erhöhte Pigmentierung zum Schutz vor Sonne? Müssten die Äquatorianer aber dann nicht immer völlig überhitzt sein? Schliesslich lernen wir in der Schule, dass Weiss Sonnenlicht besser reflektiert, man sich also im Süden HELL kleiden soll, dunkel schluckt Sonne. Also sind hellhäutige doch besser dran, weil sie reflektieren. Ah Moment, da wir sehr viele japanische Touristen haben im Sommer, die durch die Reflektionen unserer käsebleichen Haut geblendet werden, DESHALB haben sie Schli… Mandelaugen. Das erklärt aber immer noch nicht die unterschiedliche Dunkelung. In Afrika ist grundsätzlich dunkler als zum Beispel in Südamerika, auch wenn man auf der gleichen geographischen Breite nachguckt.

Möglicherweise liegt es an der Vegetation. In Equador beispielsweise stehen ganz viele Bäume und spenden mehr Schatten, wohingegen in Kenya (gleiche Breitengradlage) weniger Bäume wachsen und deshalb der Bräunungsgrad höher sein könnte. Vielleicht hellen die dortigen Einwohner auch auf, wenn man die Sonne mal für einige Monate ausknipst. Bei uns funktioniert das ja auch. Aber, farbtabellenvergleichsmässig liegt ein Equadorianer nahe beim Sizilianer, wobei Letzterer aber wiederum KEINE Bäume hat und demzufolge dunkler sein müsste. Auf gleicher Breite wie Sizilien liegt allerdings auch die USA, die uns ja physionomisch näher liegt (kaukasisch heisst das wohl). Dort hingegen treffen wir allerdings den Unterschied an, dass die Einwohner einen ziemlichen Drang zu “Rubens” haben. Und zu bodenwüchsigen Grünpflanzen. Sind aber wieder um einiges heller (Farbe, nicht Geist) als die Betonfussproduzenten.

Die Hellhäuter sind dort wiederum nur Importware, das Land gehörte ursprünglich den dort ansässigen, fälschlicherweise als Indianer bezeichneten Eingeborenen. Da verdrängten die Naiven die Nativen. Diese sollen angeblich ROTE Haut haben, was ich nicht so recht glauben will, denn rot ist für mich eine Tomate (Asiaten = gelb? Simpsons = Chinesen?). Woher soll das denn kommen? Früher war es bei den Stämmen üblich, sich im Krieg oder zu Festen mit Erde oder ähnlichen Naturprodukten zu bemalen und durch häufige Anwendung könnte die Pigmentierung da evolutionäre Anpassung geleistet haben. Insofern hätten die Native Americans also den Selbstbräuner erfunden, nur eben mit anderen Farben. Eigentlich den Selbströter. Das wiederum haben die englischen Besiedler nach Hause überliefert und deswegen werden Engländer an der Sonne zuerst rot. Evolution ist schon cool.

Aktuell im Ohr: Chicago – Hard To Say I’m Sorry

Wir sind was wir sind wie wir es sind

Abgelegt unter: Allgemein | 11.05.2005 (13:02) |

Ach übrigens…

Abgelegt unter: Allgemein | 09.05.2005 (23:06) |

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Aktuell im Ohr: Annie Lennox – Why
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