Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Der Frühling schlägt aus und um sich

Abgelegt unter: Allgemein | 04.04.2005 (19:51) |

Die Sonne scheint, es ist warm draussen, die Schwesterschülerinnen räkeln sich auf dem Rasen vor unserm Büro und dank Sommerzeit sind einige wenige zwar um keine Müdigkeitsausrede verlegen, aber am Abend ist es länger hell. Nicht ganz so hell sind leider einige unserer Mitmenschen. Die sind das allerdings das ganze Jahr durch. Im November zum beispiel gibt es auf dem Zürcher Strassenverkehramt jeweils eine Versteigerung von coolen Autonummern, da wir in der Schweiz ansonsten Prüfschildbürgerisch durchnummeriert werden und uns nichts aussuchen können. Schon morgens zu sehr unreligiösen Zeiten stellen sich da die ersten Verzweifelten an. Nebenbei: Man schreibt jetzt neuerdings nicht mehr v.Chr. (vor Christi) sondern v.u.Z. (vor unserer Zeitrechnung) und man das in der Schweiz vorzugsweise VAU UU ZETT aussprechen sollte, ansonsten man unter Umständen eine gefedert bekommt. Dies ist nebenbei bemerkt der neue offizielle Ausdruck für eine wuchtig rechtshändig geschlagene Ohrflätter, angelehnt an unseren international anerkannten Tenniswastl.

Aber zurück zu der Versteigerung der Nummern. Ich mag falsch informiert sein, aber eine Versteigerung geht los und dann bietet man und das höchste Gebot gewinnt. Warum, frage ich mich dann, stellen diese Deppen sich denn schon um FÜNF dort an? Oeeehhh, ich war der Eeeeerste! Bekommt die geistige Sub-Elite beim Autokauf eigentlich einen Kanister Testosteron umsonst als Bonus? Warum heisst ein Frauenauto aus dem Hause Alfa Romeo nicht Alfa Julia? Sind Frauenautos einfach Handtaschen auf Rädern? Handtaschen. Das ist auch so seltsam. Reiss einer Frau ihre Handtasche weg und sie führt sich auf, als wärst du der Hohepriester aus Indiana Jones (Tempel des Todes), der das noch schlagende Herz seines Opfers in Händen hält. PUMP. PUMP. Ooooh! Meine Taschäääähääääähäääää!

Noch erschreckender wäre es, wenn eine Frau dann tatsächlich den Löffel abgeben würde. Tendenziell eher möglich ist allerdings, dass sie sich nach Verlust der Louis Vuitton Gedenkausgabe mit Anlauf aus dem Fenster wirft. Dies kann man zum Anlass nehmen, ihr noch kurz die Mülltüte auf den Weg nach unten mitzugeben, schliesslich hat ja in der Regel der MANN die Tasche bezahlt, also müsste IHM das weh tun und als Ausgleich macht sie kurz noch SEINEN Job. Sollte sie vorbei RENNEN, kurz noch eine Abfallgebührenmarke auf die Stirn geklatscht, so bleibt sie am nächsten Morgen auch nicht liegen.

Selbstverständlich kann man auch, so sie einem am Herzen liegt, im Tiefkühler ein Plätzchen frei machen. Man muss halt den BoFrost-Lieferanten etwas zur Seite rücken, der einmal mehr nicht dabei hatte, was man wollte. Man bekommt ja auch keine anderen Goodies. Oder ich bestelle zu wenig. Oder am falschen Ort. HooBee bestellt ja nur Bücher bei Reader’s Digest, weil es Steakmesser umsonst dazu gibt. Hm. Digest. Verdauen. Leser verdauen. Ich will jetzt da keine Details haben, unverdauliche Dinge gibt es schon zu Hauf. Grade jetzt, wo es Frühling wird. Denn wenn es schon warm wird, dann bekleidet man sich auch leichter und was sieht man bei den Damen zuerst (neben den hässlichsten Strings)? Arschgeweihe. Die outensten Tattoos der Welt. Was mich aber noch mehr entsetzt sind die fetten Ohren die meistens links und rechts über die Jeans hängen. Das haben Hirsche nicht!

Aktuell im Ohr: Sven Franzisko oder Lotte Ohm – Hinter diesen Mauern (Celthop Mix)

P-ost-ern

Abgelegt unter: Allgemein | 01.04.2005 (23:07) |

Die Osterfesttage sind vorbei, die Eier sind gefunden oder modern vor sich hin, der Frühling greift blühendermassen um sich und die Kalorien verzupfen sich auch gemächlich wieder. J-Cup analysiert die beiden vergangenen Osterfeste, bei denen seine Kinder die Eier entweder gar nicht oder sofort gefunden haben. HooBee fährt zwecks Ferien in den Süden, wo es nächste Woche kälter und nasser sein wird als bei uns. Ich blicke zurück auf Ostern, an denen einiges los war, wie zum Beispiel Familienfete zum Achtzigsten meiner Mama, die interessante Mitteilung, dass meine Schwester nun doch endlich geheiratet hat und die Umstellung zur Sommerzeit. An das Eine denkt man, das Andere überrascht und das Dritte vergisst man. Wenigstens erinnert der zufällig angemachte PC, dass in einer Viertelstunde Besuch vor der Tür steht und überhaupt, dass die Zeit nicht einfach schnell vergeht, sondern es eben soweit ist. “Du, es ist Viertel vor Drei” – “Zwei.” – “Drei” – “WAS? Nein, das ist heute!”

Apropos drei: Meine Mutter hatte anlässlich oben erwähntem Tag Besuch von ihren zwei Schwestern und die wollten mein neuer Schwager und meine Schwester am Montag abholen. Die waren selbst dann noch der Ansicht, eine Stunde zu früh aufgescheucht zu werden. Danach stelle man sich Hühnerstallatmosphäre vor, denn wie mein Bruder richtig erkannt hat: “DREI Frauen, EIN Badezimmer?” Es schien aber zu klappen, mehr oder weniger pünktlich trudelten alle ein und wir hatten einen lustigen Tag mit viel Essen. Und trinken. Am Abend flösste uns dann meine Untermieterin noch ganz üblen Prosecco ein (Rache folgt in Kürze), der dermassen abartig müde machte, dass an NICHTS anderes mehr zu denken war als sofortiges Einschlafen. Saboteurin.

Irgendwie kamen wir diesen Nachmittags auch noch auf den Bolero. Der gilt ja seit diesem Achtziger-Kracherfilm “10″ mit Bo “ich hab Zöpfchen und Titten” Derek als DER Soundtrack zum Poppen. Hat den klaren Vorteil, dass er immer lauter wird zum Ende hin, also sehr gut geeignet ist, um allfällig entstehende Lautäusserungen zu übertönen. Nachteil für viele ist hingegen die Dauer: Je nach Orchester 15 bis 19 Minuten. Da empfiehlt sich für einige schon eher der Radio Edit. Aber auf keinen Fall einen Remix, der hat einen zu schnellen Takt. Wenn schnellere akustische Taktrate schon Auswirkungen aufs Verhalten beim KAUEN hat…

Und jetzt mache ich mal eben kurz ein bisschen Systemsupport nach Schweden. Be right back.

Aktuell im Ohr: Pachelbel – Canon in D Major
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