Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Im Angesicht des Arschgesichts

Abgelegt unter: Allgemein | 28.02.2005 (8:40) |

Der heutige Tipp des Tages: Gesicht anfeuchten, Lächeln und dann vor die Tür treten. Auf diese Weise lächelt man den ganzen Tag, weil die Gesichtszüge bis zum Haaransatz festgefroren sind. Egal, welcher Depp einem gegenübertritt, man strahlt. Leicht verkniffen, aber so sehen die ganzen gelifteten Schickimickimausis auch aus. Nur geben die Abertausende von £iftingdollar$ aus. Dabei ginge das mit einem Tacker viel billiger. Straffen und TSCHACK. Und es ist reversibel, falls man am Ende doch aussieht wie eine zerknüllte Strumpfhose oder das Ende einer Kalbfleischwurst. Da lobe ich mir doch natürliche Vorgehensweisen zur Erhaltung der Schönheit. Beziehungsweise Versuche, ebensolchige zu erreichen.

Frauen und Männer, die sich pflegen, stehen bei mir in der Kurstabelle weit oben. Gehen lassen kann sich schliesslich jede(r). Es ist ja auch ganz einfach, ohne gleich in die “metro”-Schublade zu gelangen. Bei vielen hilft zum Beispiel schon waschen. Bei anderen sollte ein Peeling dazu. Bei einigen hingegen hilft noch nicht mal mehr Sandstrahlen. Hin und wieder ist es ja auch so, dass im Gesicht (oder sonstwo am Körper) der fortschreitenden Umgestaltung durch Mutter Natur und Vater Zeit kein Einhalt mehr geboten werden kann. Muss auch nicht, denn es gibt wenige Elemente, die sind doch gar nicht so schlimm. Lachfältchen. Warum sollte ich die weghaben wollen? Die zeigen doch, dass ich gerne lache, sprich, Humor habe. Oder dermassen hohl bin, dass ich über jeden Schrott lache.

Sehr unbeliebt sind auch die Fältchen an den Augen, die gemeinhin als Krähenfüsse bezeichnet werden. Erstens haben Krähen keine Füsse, sondern Krallen. Kralle ist eine sprachstammmässige Abwandlung von Koralle und die sind doch sehr schön. Zweitens sind Krähen sehr intelligente Tiere, also gehe ich davon aus, dass besagte Fältchen ein Zeichen von Intelligenz sind. Graue Haare sind auch nur bedingt ein Zeichen von feuchten Wohnungen sondern können ebenso als Zeichen von Phanstasie ausgelegt werden, weil das darunter liegende Gehirn die ganze Farbe für bunte Kopfbilder braucht und entsprechend aus der direkten Umgebung die Koloration annektiert. Ausgenommen bei sehr schlecht geschminkten Frauen. Aber die haben auch keine Phantasie.

Aktuell im Ohr: 18 Summers – Heavenly Creatures

Home Delivery

Abgelegt unter: Allgemein | 27.02.2005 (12:52) |

Wenn auf einmal der Hunger kommt
Da wäre es doch ganz schön nett
Wenn jemand zügig und ganz prompt
Mit Food am Eingang klopfen tät

Wär ich reiner Pflanzenfresser
Die Arschkart’ wär mein Eigentum
So hingegen geht’s mir besser
Weil Fleisch steht überall herum

Neulich abends hat’s geläutet
Draussen stand der Pizzabote
Ich stellte fest, wenn abgehäutet
Da hatt’ er leichte Käsenote

Am Morgen Lust auf Frühstücksspeck
Den Müllmann kurz in Essig tunken
Danach fritier’n und hau ihn weg
Weil er hat doch nach Trash gestunken

Kurz nach Mittag kommt die Post
Da muss man nur den Senf zu geben
Verfeinern mit einem Apfelmost
Nie aus dem Haus, doch Luxusleben

Sollten Gäste mich beglücken
Müsst’ ich nicht nach Essen äugen
Plaudern, warten mit Entzücken
Schliesslich gibt’s Jehovas Zeugen

Aktuell im Ohr: Rammstein – Mein Teil

Kuck mal wer da bricht

Abgelegt unter: Allgemein | 26.02.2005 (11:38) |

Wenn der Griff in den Kühlschrank beim Mitternachtssnack schon leicht verschleiert ist, dann macht das grundsätzlich gar nichts. Wenn aber, und bei wem wäre ein Missgriff besser angebracht, meine Hand durch ein vom Kühlilicht verschrecktes Auge seinen Weg zu etwas a) mit Zwiebeln oder b) nicht mehr Verzehrtauglichem wandert, dann wird es übel. Oder mir. Auf jeden Fall bin ich einmal mehr der Meinung, man könnte an der Rückwand der Toilettenschüssel kleine Fernseher einbauen oder zumindest Kopfhöreranschlüsse am Spülkasten platzieren um die Würgegeräusche durch laute Musik zu übertönen. Bloss besteht da wiederum die Gefahr, dass man sich grad erholt, der Sender spielt Schnappi und schon kotzt man weiter. Aber wenigstens ist man schon am richtigen Ort und reihert nicht im Bus dem Vordermann in die Kapuze (note to self: Hoody nicht im Bus tragen), weil nebenan der Sweety-Furzy-Bienchen-Klingelton abgeht.

Aber als ob das nicht genug wäre, versuchte mich am Dienstag unser Kantinenpersonal um die Ecke zu bringen. Man KANN Pommes statt mit Salz der Behandlung mit einem Mischsalz unterziehen. Plötzlich TUT jemand das auch. Das finde ich dann aber extrem mies. Grade weil unser Büroklo jegliche Annehmlichkeit oder ansehnliche Umgebung vermissen lässt. Es ist ein ziemlich kleiner Raum. Mit einem Fenster. Das im Winter selten benutzt wird. Auch wenn es Menschen gibt, deren Ausdünstungen an jeder Messe über Biowaffen ein Verkaufsrenner wären. Wenn man sich dann erlaubt, gegenüber betreffenden Sti… Vorbenützern einen Hinweis anzubringen, dass Fenster als solche in der Lage sind, geöffnet zu werden, dann bekommt man in der Regel folgende (blöde) Antwort: “Es ist noch nie jemand erstunken, aber schon erfroren”. FALSCH! Es gibt einen Artikel in der Genfer Konvention gegen Giftgas! Gegen Winter nicht. Was sagt uns das?

Ein bisschen an den Arsch frieren kann man ja mal zur Abwechslung. Ausser im Auto, wenn es eingebaute Rosettenheizer hat. Arschwärmer. Backenerhitzer. Beckentemperierer. Das hat was, wenn man bei Minustemperaturen in ein Auto klettert und gleich wird einem warm ums Gemächt. Apropos: Ich muss für meinen MP3-Player eine andere Tasche suchen in der Jacke, jedesmal wenn ich daran was mache sieht das aus, als ob ich. Ehm. Manipulatio Autoeroticus. Aber zurück zu was eigentlich. Warum bin ich heute bloss so banal fixiert? Vielleicht, weil der Tramfahrer heute zu jemandem sagte: “Gehen Sie hinten rein, da ist nicht so eng”. Und liegt es daran, dass mir eine sehr liebe Person gesagt hat, ich hätte teilweise einen Humor, als ob einem ein Elefant ins Gesicht tritt? Guuut. Da weiss man, was man hat.

Aktuell im Ohr: David Guetta feat. JD Davis – The World Is Mine (Fuck Me I’m Famous Remix)

Dramenwahl

Abgelegt unter: Allgemein | 25.02.2005 (12:56) |

Auf dem Tisch liegt ein Stapel DVDs, die meine Untermieterin sich ansehen will oder eben angesehen hat. Beim Überfliegen der Titel musste ich doch etwas Lachen, denn das war eine gute Kollektion Girliefilme. Allerdings beendete ich das Lachen doch ziemlich abrupt, schliesslich stammten sämtliche Filme aus meinem DVD-Schrank. Sollte mir das zu denken geben? Aber dann doch lieber die, als Frauenfilme. Damen. Äh, Dramen. Warum ist das so, dass Frauen in jüngeren Jahren unterhaltsame Filme bevorzugen und plötzlich erreichen sie diese unsichtbare Grenze, ab der es Problemfilme sein müssen. Eventuell, falls die Stimmung überkocht, eine Schnulze. Wenn euch zum Heulen ist, dann ab in die Küche. Zwiebeln schneiden. Wie? Wer hat eben gesagt “Machoschwein”? Hm? Ich doch nicht. Freche Sau ja, da stehe ich zu.

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit habe ich überlegt, ob ich mich bei allen von mir Verarschten (insbesondere im direkten Umfeld) entschuldigen sollte für das unregelmässige Kakaoschleifen, aber der darauf folgende Vormittag hat mich dann in einer Ansicht bestärkt: Tu ich nicht. Ihr habt mich verdient! Wenn jemand einen schlechten (und alten) Witz über Vibratoren erzählt (zum etwa fünfzehnten Mal, regelmässige Leser und Innen wissen bereist um wen es geht), dann scheue ich ich auch nicht mehr, J-Cup, unseren Mann vom Lande, zu fragen, ob man bei ihnen überhaupt wisse, was ein Vibrator sei. Die Antwort “sowas benutze ich beim Einfahrt betonieren” erleichtert mir absolut nicht das Drüberwegsehen. Vor allem die bildliche Vorstellung. Dass er dann wohl durch die (echt) weibliche (endlich was Anderes als Kühe und Hühner) Präsenz in seinem Büro dermassen verwirrt ist, dass er die Kaffeemaschine anwirft, aber den Becher daneben stehen lässt, DAS lässt mr gar keine andere Wahl.

Apropos Wahl und Vibrator: Je mehr die Technik fortschreitet, desto mehr hat man die Wahl zwischen verschiedenen Produkten. Käuflich zu erwerben gibt es den Gillette Mach3 Handrasierer für den Mann, mit eingebauter Vibration, um die Barthaare aufzurichten. Dass Geilmachen durch Vibrationen funktioniert, ist ja bekannt, aber so? Seltsame neue Welt. Auch der Fakt, dass man in einem Gebrauchsgegenstand mindestens siebzehn Funktionen unterbringen muss, verwirrt mich etwas. Heisst das Teil eigentlich aus einem bestimmten Grund Mach3? Kann das zum MP3-Player nachgerüstet werden? Oder sind… HAH! Jetzt weiss ich endlich, warum Latte Macchiato bei Frauen so beliebt ist! Vibratoren mit integriertem Milchschäumer! Das passt doch alles zusammen. Ich bleibe allerdings bei meinem Rasierer, dem Vorgängermodell. Mir ist das Aufrichten von Hand irgendwie doch lieber.

Aktuell im Ohr: Maggie Reilly – Everytime We Touch

Der Hüter des heiligen Schals

Abgelegt unter: Allgemein | 24.02.2005 (11:26) |

Draussen ist es Winter, nach wie vor, und saukalt. Vom visuellen Standpunkt her ist das eine durchaus reizvolle Jahreszeit. Schnee, Eiszapfen, Schneehäschen. Die allerdings sind wiederum temperaturbedingt so dick eingemummelt, dass an dieser Stelle die optischen Schlüsselreize auf ein Minimum reduziert werden, ausser man wäre Rote-Nasen-Fetischist. Da würden auch keine Spitzen-BH’s, sondern Spitzentaschentücher an die Angebete – das Schneenäschen – verschenkt. Hach wie nasenputzig. Trotzdem friere ich. Zur Reduzierung des Kälteeinflusses habe ich mir einen Hoody gekauft. Früher nannte man das noch Kapuzenpulli, aber das ist ja out. Und vorne steht nicht mein Alter drauf, wie ich zuerst fälschlicherweise anmerkte, sondern mein Jahrgang. Das ist zum aktuellen Zeitpunkt ein massiver Unterschied.

Kälte. Frost. Und dann Labello, was eigentlich falsch ist. Es müsste Ilbello heissen. Da es aber an meine Lippen kommt, wäre mir Labella lieber. Aber wenn das nun so heisst, soll es doch. Wenigstens zerspringen meine Lippen nicht und ich bleibe geschmeidig. Was man auch nicht tun sollte: Orallubrikanten austauschen, schliesslich weiss man ja nicht, wo der/die Ausleihende mit ihrem Mund vorher war. Oder ob da nicht gar irgendwo ein Herpessli Simplexli lauert, die gemeine Fieberblase. Eine namentlich nicht näher genannte Person trägt derzeit schmückend eine solchige. Und pappt ununterbrochen Salbe drauf, die sich Minuten später bestimmt in die angelippte Kaffeetasse begibt, aber vielleicht ist das ja ein Sälbchen, welches man auch zur internen Anwendung verwenden kann. Ist der Kaffee dann eigentlich salbungsvoll? Jedenfalls habe ich mich erkundigt, was es denn für ein Aufstrich sei und ich erfuhr, es handle sich um Notfallsalbe. Ich kenne Leute, denen würde ich in sowas ein Ganzkörperbad empfehlen.

Was anderes. Ohne apropos. Was habe ich eigentlich für einen Ruf, hm? Da bekomme ich von MissTeriös das nebenstehende Bild geschickt mit der Bemerkung “Das wäre doch was für dich”. Warum? Die? Zum Knutschen? Zum drüber schreiben? Oder um in den Laden zu gehen damit, mich suchend in den 2. Stock zu stellen und dann eine Verkäuferin zu fragen, wo ich die kaufen könne? Mach ich denn sowas? Nein. Das möchte ich hiermit klarstellen. Ich bin nicht so einer. Ich frage mich das höchstens, ganz im Stillen. Und dann schaue ich verstohlen durch die Gegend, ob nicht vielleicht doch… Und überhaupt würde ich in dem Laden als einzelner Mann sehr auffallen, denn das meiste dort sind Frauenkleider und Vorzugsweise Unterwäsche. Deshalb leihe ich mir ab und zu eine Freundin beim Einkaufen aus, damit ich dort auch mal hinkomme.

Beim Einkaufen zum Zwecke der Ernährung frage ich mich auch mal, warum ich dekorative Mandelblättchen, von denen ich vielleicht 50 Stück brauche, um sie als Tüpfchen auf dem hoffentlich nicht als Iieh deklarierten Geköch zu kredenzen. Und was bekomme ich? Minimum 500 Gramm. Das ist bei Mandelblättchen eine verdammte Riesentüte. Eine solchige hat möglicherweise auch eine Mitarbeiterin geraucht, bevor sie (nach einem Gespräch über von Zügen an- oder überfahrene Unachtsame) bemerkte, dass es halt schon schlimm sei “wenn Menschen oder auch Kinder” verunfallen. Ähm. Bisher dachte ich eigentlich, dass da ein speziöser Zusammenhang bestünde. Möglicherweise nicht. Das würde dann auch erklären, warum es in Rapperswil am Zürichsee einen Kinderzoo gibt. Womit man die wohl füttert?

Aktuell im Ohr: Angels & Agony – Circles

Globale Erwärmung

Abgelegt unter: Allgemein | 16.02.2005 (20:59) |

Haben wir den Skandinaviern eigentlich etwas angetan? Hat doch gereicht, dass die einem die Kindheit versauen mussten durch das hinterhältige Einschleusen von Hüttenfinken in Siebzigerjahrefamilien. Finken nicht als Vögel sondern diese bunten gestrickten Schuh-Socken-Zwitter mit der Aufdieschnauzefall-Sohle. Später kam Björk und um das noch zu toppen wird WAS wieder modern? Lappenkappen! Diese potthässlichen, von irgendwelchen Knäckebrotjunkies handgestrickten Kopferschreckungen, die mit dem Zötzel in der Mitte oben drauf und den Zutzeln links und rechts der Wange nach runter, als ob man vergessen hätte einem Rentier die Backenbärte zu stutzen. Aber es gibt eine gute Methode, das Tragen der erwähnten Arschfellprodukte aus dem Kopf des Trägers zu bläuen. Spontan die beiden Mützenpimmel greifen und nach unten reissen, je einen links und rechts am sich entgegenhebenden Knie vorbei. Der hätte sich unter dem Kniechen-Näschen-Öhrchen-Spiel bestimmt etwas anderes vorgestellt. Warum nur müssen die sich so verbreiten?

Und warum muss plötzlich jeder schwul werden? Wenn das mit den Outings so weitergeht, ist man als Hetero bald die Minderheit. Zur Klarstellung, ich habe nichts gegen… Darf man eigentlich noch “schwul” sagen? Oder läuft das auch unter Political Correctness und heisst neu “männlich monopolar”? Bruder Homogenus? Katzenallergiker? Egal. Seien wir trendy und nennen es shwool. Nochmal zur Klarstellung: Ich habe nichts gegen Shwoole, im Gegenteil, ich kenne einige und komm prächtig mit ihnen aus. Aber deswegen will ich dem Club nicht gleich beitreten. Oder einen adoptieren. Jedem sein Ding, und wer es will, dem eben auch ein anderes. Aber was ich nicht schnalle ist die totale Vertuntung, die derzeit abgeht. Millionen outen sich und wenn man die mal genauer anschaut, dann erkennt man das Muster.

Zum Beispiel das Muster ihrer Pullover oder Hemden. Denn ECHTE Tucken können sich a) nicht nur selber anziehen, sondern b) auch noch gut. Dann bleiben aber ganz viele, die früher schon am Spielfeldrand standen, weil keiner sie haben wollte und die nie dazu gehörten. Die merken nun, dass Rosa im kommen ist und jeder findet die gut, was liegt also näher, als sich ebenfalls zu outen und voilà ist mann trendy Dandy und ist integriert. Über sexuelle Vergangenheit brauchen sie sich keine Gedanken zu machen, sie hatten ja keine ausser den Erlebnissen mit Papiervorlagen oder den JPG-Schwestern. Aber entweder die SIND es oder sind es NICHT. Männliche Möchtegerns legen dann meist die aus Film und Fernsehen bekannte Affektiertheit an den Tag und denen könnte man dann gut und gern eine handgestrickte Ohrenmütze aufsetzen und… Ihr wisst.

Ein Aufruf an die Heterosis, die gerne auch dabei sein möchten: Lasst die Shwoolen shwool sein und bleibt das, was ihr seid. Nein, nicht allein! Geht raus und sucht euch ein Frauchen, aber nicht per Katalog oder Window Shopping. Nein, auch nicht bei eGay. Frau. Schliesslich kommt auf jeden Topf mal ein Deckelchen. Ist vielleicht ein bisschen verbeult oder einfach hässlich, aber das wird dann schon passen. Dafür könnt ihr so sein, wie ihr immer sein wolltet und müsst euch nicht verstellen. Und wir können aufatmen und wissen, wenn wir beim Coiffeur von einem Mann bedient werden, kommen wir mit einem GUTEN Haarschnitt aus dem Geschäft und wenn uns ein Mann Mode verkauft, dann werden wir darin gut aussehen. Wenn die Armee der Verkappten in diese Homäne eindringt, dann kann ich mich ja gleich wieder von Mama anziehen lassen.

Aktuell im Ohr: Camouflage – Strangers Thoughts

keksi schreibt Mails an Firmen, Abt. Fehlschläge

Abgelegt unter: Allgemein | 16.02.2005 (16:21) |

Ich habe ja angedroht, Firmen zu tage-buch-marken, die auf meine Mails nicht reagieren. Drohungen sollte man wahr machen, weil sonst denken die sich ja sonst was. Zum Anfangen: Marionnaud Parfumerien, die hatten ein Dior-Plakat im Fenster. Das wollte ich haben.

*
Schönen guten Tag
Dass ich in Ihren Filialen mit feinen Düften versorgt werde, das war mir schon lange klar. Dass Sie aber auch für Körperschädigungen wie Halskehre und Kiefersperre zuständig sind, das war mir neu. Da fuhr ich doch gestern mit dem Tram an einer Ihrer Filialen vorbei, werfe einen Blick ins Schaufenster und KNACK, war ich ein Fall für die Physio. Was für ein geniales Plakat. Dieses Foto einer Frau derer man so zwischen Hüfte und Unter… Dingens… Brust seitlich ansichtig wird.
Unglaublich. Jetzt muss ich extra nochmals das Tram nehmen in der anderen Richtung, damit sich mein Hals wieder zurückruckt. Nur den heruntergeklappten Kiefer, an dem muss ich noch arbeiten.
Wäre es unter Umständen möglich, irgendwie an dieses Bild zu kommen, um den Anblick zu trainieren, damit mir so etwas in Zukunft nicht mehr passiert?
Besten Dank und freundliche Grüsse
*

Blieb unbeantwortet. Keine Reaktion. Die sollten sich was schämen. Ich mich auch, weil ich dermassen plump auf solche Plakate starre. Aber ich hab nichts gekauft.

Aktuell im Ohr: Nicht rosanes Rauschen

Weisse Haube des Friedens

Abgelegt unter: Allgemein | 15.02.2005 (17:09) |

Unsere Familie war schon immer für Lacher gut. Wenn beispielsweise beim weihnächtlichen Familienfondue der Pott kippt und sich die ganze Bouillon in amazonesken Windungen auf den am Tischende eingezwängten keks zu sonnenuntergangsähnlichem Oberschenkelleuchten verhilft. Aber alle finden das gar nicht so schlimm, schliesslich hatte ich ja schon Erfahrung darin, mich mit kochender Milch zu übergiessen. Humor ist, wenn man’s trotzdem macht. Oder wenn mein Bruder auf meine Schwester aufpassen muss und den Kinderwagen mit selbiger eben mal einen hundertfünfzig Meter langen Hang hinunterrollen lässt. Nicht bis zum Ende der Strasse, die beschrieb unten dann nämlich eine Kurve. Im Gegensatz zum Wagen, da diese nicht mit Steuerung ausgelegt waren und sind. Aber das ist doch nicht tragisch. Kinder! Schliesslich kann man später als Ausgleich dem Bruder eine Schere in die Hand stecken. So sind wir. Kranke Brüder und Schwestern.

Apropos: Vor kurzem machte die amerikanische Turnschuhmarke Skechers Werbung mit Xristina “Döati” Agwileera. Ist das richtig? Kann man das so schreiben? Oder muss es Sneakermarke heissen? Wurscht. Die Kampagne war eigentlich ganz witzig und Christina war jeweils pro Motiv in zwei Posen abgelichtet. Solltet ihr animierte GIFs unterdrückt haben, seht ihr den Stein des Anstosses wahrscheinlich nicht, weil hier tut sich nämlich was. Das irre war dann nämlich, dass diese Werbekampagne aus dem Verkehr gezogen werden musste, aber nicht etwa wegen den üblichen Feministinnen und Sexisminnen, sondern – Motiv 3 – wegen dem Krankenschwester und -brüd… -pflegerverband. Die fanden nämlich, diese Darstellung von Krankenschwestern (darf man glaub ich bei uns auch schon nicht mehr sagen, sondern “Pflegende” heisst das) würde das Schwesternhäubchenklischee noch mehr implizieren als es ohnehin schon der Fall sein.

Schlimm. Es könnte ja jemand auf die Idee kommen, die Weisskittelchen KÖNNTEN attraktiv sein. Wie furchtbar. Was für eine grässliche Hoffnu… Vorstellung! Was ist so falsch daran, wenn in uniformierten Berufen das Gerücht umgeht, dass sich darunter durchaus leckere Personen verbergen. In New York wurde eine Polizistin entlassen, weil sie sich für den Playboy nackig gemacht hatte. Warum? Weil das vielleicht die Kriminalitätsrate gepusht hatte? Weil jeder Ganove hoffte, von IHR festgenommen zu werden (und ein Autogramm auf der Mittelseite verlangen könnte)? Übrigens schwärmen Frauen auch dauernd von Männern in Uniform. Wäre das so schlimm, wenn Patienten mit Freude in ein Spital gehen würden, mit der möglichen Aussicht auf eine Schweste*rrrrrr* statt auf eine osteuropäische Exringerin mit Bullenspritze? Er soll wenigstens mit Freude HIN! Wenn er dann nackig ans Bett geschnallt ist, dann ist es für Olga noch früh genug.

Überhaupt stelle ich es mir angenehmer vor, wenn Krankenhausaufenthalte umgestylt würden, mehr so im Sinne Club Medizinanée mit Animateuren-Atmosphäre. Die Preise bewegen sich im ähnlichen Rahmen, warum also die Angelegenheit nicht aufpeppen? Beim Eintritt bekommt man ein Blumenkränzchen umgehängt und einen Kontrastmittelshake mit Pseudo-Erdbeergeschmack. Kann ich abgrundtief empfehlen und es verbindet das Grausame mit dem Nützlichen. Die Aufnahmeprozedur würde analog dem Check-In gestaltet, man müsste Fragen beantworten, wie die, ob man den Koffer selber gepackt hat oder Mami und gibt als Erstes die Nagelschere ab, schliesslich haben nur die Ärzte mit scharfen Gegenständen zu hantieren und damit meine ich nicht die Lack- und Leder-Schwestern.

Wer mehr als einmal per Krankenwagen angeliefert wird, der erhälft Frequent Flyer Meilen gut geschrieben und während man auf dem Rollbett aufs Röntgen wartet, schiebt die Radiologieassistentin ein kleines Wägelchen durch den Gang und ruft “Djuti Friii! Djuuti Friii!”. Neben dem Sitzbad platziert man geschickt eine Plastikpalme und an der Zimmerwand kommen die übriggebliebenen Südsee-Fototapeten aus den Siebzigern zum Einsatz. Der hauseigene Radiosender bietet die Auswahl zwischen Aloha-Gewinsel oder Kiffer-Mucke aus der Karibik. Was tut man nicht alles, um ein gewisses Wohlfühlgefühl zu erzeugen. Schmerztabletten wirken übrigens viel besser, wenn sie mit einer Piña Colada verdünnt werden. Und wenn dann der wunderschöne Aufenthalt zu Ende ist, kann man die liebgewonnene Umgebung über eine ausrangierte Flugzeug- oder Kreuzfahrtdampfergangway verlassen. Sollte man dabei aus Versehen ausrutschen, ab die Post wieder rein und eine Bonusmeile abstauen. Einfach so und mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Aktuell im Ohr: Gerald McMann – Cry Little Sister (Theme from The Lost Boys)

Schaaaatziiii? Schaaaahaaaaatziiiiiiii?

Abgelegt unter: Allgemein | 14.02.2005 (13:15) |

Jaha? – Weisst du, was heute für ein Tag iiist? – Montag. – Und was nooohoooch? – Ja, was noch?. Der Tag, an dem überarbeitete Blumenboten ausgelaugt in Vorgärten liegen. Der Tag, der die Kolumnen dieser Welt füllt, inklusive meinem schon in mehreren Jahren. Die Frage ist dann bloss: Warum eigentlich? Neid auf Blumenhändler oder ist es schlichtes Unverständnis darüber, warum Verliebte einen Anlass brauchen, eine Markierungsflagge in der See der beziehungtechnischen Unwägbarkeiten? Oder anders gefragt, brauchen MÄNNER das? Siehe früheren Eintrag, schätzungsweise den vor zwei Jahren. Wahrscheinlich, denn Frauen glauben in der Regel (oder ausserhalb, je nach Mondstand), dass Valentinstag dazu da ist, dass Männer Frauen was schenken. Das ist MUTTERTAG. One-Way-Festivität. Valentinstag ginge in beide Richtungen, wenn da nicht die konstante Implizierung von schlechtem Gewissen wäre, die die Männchen gar nicht auf diesen Gedanken kommen lässt.

Also Mädels, ihr dürft ruhig auch losrennen und statt Warteschlangen vor dem Blumenladen Warteschlangen vor Weinhandlungen, Autozubehörshops oder U2-Konzertticket-Schaltern erzeugen. Aber wer steht denn frierend am Morgen in der Kälte? Girlie? No way! Also gebt euch einen Ruck, zeigt eurem Attachement, dass ihr nicht bloss geil auf Blumen seid. Ihr könnt ihm auch einfach zeigen, dass ihr geil seid, das akzeptieren Männchen durchaus als Gegengeschenk. Dieses allerdings nicht am Muttertag. Das war nur bei Ödipus. Zu Muttertag übrigens noch eine Anmerkung: Da bekommt nicht JEDE Frau Geschenke. Nur Mütter. Sonst hiesse es Frauentag. Vatertag gibt es in der Schweiz glücklicherweise nicht und wie in Deutschland den Ollen einfach zum Saufen und Randalieren rauslassen muss auch nicht sein. Dafür gibt’s doch die Fussballstadien.

Vatertag ist aber auch nur für Väter. Obwohl nach Fasching, Fasnacht, Karneval und dem dabei konsumierten Alkohol die Anzahl Papas sprunghaft ansteigt, bloss keiner weiss, dass er es ist. Also saufen sie halt im Andenken, weil man ja sein KÖNNTE. Und irgendwie muss man Jahre später auch die Talkshows füllen mit dem Thema “Du bist der Gorilla, der damals die Kostümträgerinnen Banane und die Big-Brother-Bewohnerinnen-Schlampe geschwängert hat und jetzt möchte ich dich damit überraschen”. Dass es solche Titel mal geben wird ist schon fast ein Versprechen.

Apropos Versprechen: Warum klingt Versprechen und Versprecher so ähnlich? Ich vermute da einen gewissen Zusammenhang. Heute Morgen im Büro hatten wir, beziehungsweise HooBee einen wunderschönen Verplapperer, den ich mir allerdings nicht notiert habe. Also frage ich per SMS am Abend nach, ob er sich denn entsinnen könne. Seine Antwort: “Kann mich im Moment nicht erinnern. Werde mich aber auch nicht freiwillig belasten!” Hallo? Was habe ich eigentlich für einen Ruf? Da denken alle, ich würde sofort über sie etwas verfassen, was dann alle lesen können. Tu ich doch gar nicht. Schon gar nicht mit Namensnennung. Weiter oben habe ich auch nicht gesagt, dass der arme Kerl am U2-Schalter der Freund der Vibrationskisseninhaberin ist. Versprecher entstehen nun mal. Vorgestern habe ich zum Beispiel gesagt: “Ich kann mit Sex nichts anfangen”.

Das war SO eigentlich nicht gedacht, denn es ging im Gespräch um Puffbrause. Nuttendiesel. Der heisst ja je nach Land, beziehungsweise Anbaugebiet anders, was aber vielen Einwohnern kulinartechnisch barbarischer Länder (wie beispielsweise Deutschland) völlig egal ist. Hauptsache Alkohoool! Wirf mir noch einen Eiswürfel in den Merlot! In dem Zusammenhang wollte ich lediglich sagen: “Ich kann mit Sekt nichts anfangen”. Ehrlich! Mit Sex könnte ich durchaus was anfangen, wenn denn das Gegenüber oder Untendrüber stimmen täte. Je nachdem würde ich mich sogar zum Trinken von Traubenfürzel Edeltrunk hinreissen lassen oder wie der Fusel da auch immer heissen mag. Aber ich bevorzuge Freixenet. Fräschnä.

Mit leicht angekokelter Tfunge läfft fich daf aber nur fwer auffprechen. Ungefickterweife war ich mit meiner Tfunge an einer Ftelle wo fie nicht hätte fein follen. Unachtsamkeit in der Küche hat schon zu manchem Malheur geführt und beim Vorkosten des Gemüsesüppchens sollte man eben aufpassen, woran man leckt. Die Nerven kommen zwar langsam wieder, aber als Frauenablecker-und-Badezusatzerkenner bei “Wetten dass…?” wäre ich derzeit ungeeignet. Aber eigentlich eine interessante Idee. Das hat meines Wissens auch noch niemand gemacht. Was meines Wissens AUCH keiner macht: Keine Sau hängt den Weihnachtsmännern und Osterhasen bei Lindt von Hand diese blöden Glöckchen um. Niemals! Und diese Pralinen, die zu Aberschoggillionen hergestellt werden, die malt auch kein tuntiger Konditor von Hand die karamelisierten Linien drauf. Aber Lindt (oder alle anderen), wenn ihr den Gegenbeweis antreten wollt, ihr dürft mich gerne zu euch einladen und zeigen, dass ihr das doch tut. Ich lecke dann auch nicht an eurer Empfangsdame. Wahrscheinlich.

Aktuell im Ohr: Depeche Mode – Little 15 (Ulrich Schnauss Remix)

Themenschemen

Abgelegt unter: Allgemein | 11.02.2005 (13:36) |

Schemen wie Schemen, nicht Schemen wie Schema (Mz.). Verschwommene schattenhafte Andeutungen von Ideen, aber nichts Fassbares. Ich würde schreiben wollen, aber geistige Interferenzen disturbieren die Korrelation meiner Synapsen. Sollte mir spontan noch etwas einfallen, würde ich euch teilhaben lassen. Oder werft mir ein Thema vor. Zu.

Erschreckend genug ist ja auch, dass dieses Wochenende als ein grosses diffuses Nichts vor mir schwebt. In unserer Bereitschaftsliste habe ich eingetragen, dass ich an diesem Weekend nicht Pikett (CH für Bereitschaft) machen kann, fest eingetragen, weil ich offensichtlich was geplant hatte. Bloss kann ich mich nicht erinnern WAS. Das macht mir irgendwie Angst. Vor allem, wenn mir dann noch eine MissTeriöse Bekannte sagt, ich solle halt mal schauen, wer spontan vor der Türe steht. Na Danke. Hab ich mit jemandem von euch was ausgemacht?

Aktuell im Ohr: Core 22 – Coz I Need U
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