Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Bekennerschreiben

Abgelegt unter: Allgemein | 20.01.2005 (20:02) |

Ich habe keine Leiche im Keller, ich habe keine Leiche in der Tiefkühltruhe und ich habe keine Leiche auf dem Dachboden. Aber ich gestehe, temporäre Aussetzer bei der Musikauswahl zu haben. Irgendeine Kreatur, die findet, alles was ich höre ist Müll, kann sich von mir aus im nächsten passenden Eimer ertränken, denn Geschmäcker sind nun mal verschieden und ich will mich nicht für gehypten Einheitsbrei begeistern müssen. Wenn ich Sülze will, dann gehe ich in die Metzgerei. Ich habe einen gewissen eigenen Stil, aber eben, ab und zu geht es auch mit mir durch und es wird peinlich, Siehe unten. Wenn ich aber weichgespülten Allerweltsmist will, dann schalte ich zwischen den Klingeltonwerbungen auf MTV oder VIVA, die den ganzen Tag den identischen Murks spielen. Nachts hingegen, da gibt es plötzlich anderen Sound.

Hey, Musiksender, spielt das zur Abwechslung unter Tags. Vielleicht reisst sich dann ein stepfordisiertes Vorstadtküken die Kleider vom… ähm… die Britney-Poster von der Wand und tackert Apocalyptica an dessen Stelle. Oder kauft sich eine Mista-Lava-Lava-Lampe und hört FusionJazz. Whatever. Vielfalt. Viel Falten. Also ruhig auch mal ältere Sachen zeigen. Älter als die Neunziger. Und steht auch zu den peinlichen Ohrwürmern, die ihr so habt. Das tu ich auch, ich bekenne mich. Es war schon immer etwas schräger, einen exklusiveren Geschmack zu haben. Allerdings zieht das einen Nachteil mit sich, denn wenn man querbeet hört (heisst wohl heute Crosslistener), dann gehört man nirgends richtig dazu. Eine Gothic-Website hat mein Userprofil abgelehnt, weil ich zu wenig geschminkt bin auf dem Bild und deswegen nicht eindeutig der Szene zugehörig wirke. Da reicht eine schwarze Seele wohl auch schon nicht mehr, hm?

Apropos Szene: H&M ist recht gut von kleinen Szenies frequentiert, denn hier gibt es zu guten Preisen gute Qualität. Sorry, wenn ich grad huste, aber ich bin noch etwas vergrippt. Eine gute Seele hat mir deswegen so kleine Kapseln geschickt, die man schluckt und die dann von innen heraus wirken, mit dem Vermerk, nach einer halben Stunde würde man riechen wie ein Hustenbonbon. Sie hat mir allerdings nicht gesagt, dass sich damit auch so ein “Lutsch-mich-Feeling” einstellt. Aber zurück zu H&M. Die haben da immer wieder mal wirklich coole Sachen. Nur waschen darf man sie nicht. Zumindest nicht zu oft. Aber an einem ganz normalen Einkaufstag einfach reinstellen und das Tussenmeeting mitverfolgen hat auch was. Als männlicher Besucher (ohne weibliche Begleitung) nur nicht zu nahe an der Unterwäscheabteilung, das könnte schlechtes Licht werfen.

Was mir dabei aufgefallen ist, früher wollten alle Cindy Crawford nacheifern (kennt die heute noch jemand) und einen Schönheitsfleck haben. Wir sagten ursprünglich ganz banal Muttermal, aber das ist wohl nicht in. Schönheitsflecken sind auch nicht mehr in, weil nicht drin genug, denn heute lässt man sich an besagter Oberlippenstelle lieber piercen. Wenn man das gross genug machen würde, könnte das Loch bei MacDoof zugleich als Eingang für den Strohhalm dienen. Aber praktisch denkt wieder keiner. Nehmen die Verkäuferinnen in diesen Läden eigentlich Valium oder sehen sie nur so aus? Plötzlich entsteht neben mir eine extreme Verlängerung der Warteschlange, weil sich nämlich vier Frischbeflügelte (erste Periode) unterhalten und sich alle Umkleidewilligen hinter diesen anstellen, statt an der richtigen Schlange. Eigentlich hätte ich an dieser Stelle auch gerne ein paar Gesprächsmuster zum besten gegeben, allerdings hörte sich das alles zusammen an, wie wenn man mit ein paar Vorschlaghämmern auf einen grossen Kübel voll Quietscheenten eindrischt.

Aber fast noch schwesternhafter als bei echten Schwestern, geht es zu und her, wenn zwei Drittel der RAndy-Kiddies bei H&M einfallen und das genau NICHT das weibliche Drittel ist. Einer braucht Klamotten und der andere berät ihn und holt ihm den ganzen Anprobierkram. “Hier, nimm das Hemd hier, da kommen die Muskeln am Oberarm voll gut zur Geltung” – “Aber das ist SMALL!” – “Egal, schau mal, wie die Mus…” – “Muss das so sein, dass es vorne nicht zu geht?”. Also weg von Hemden zu Pullovern. Jetzt ist es aber so, dass natürlich (hallo Mädels), die Frisur beim An- und Ausziehen nicht kapuut gehen darf, also zieht man den Pullover Grösse SMALL (bei anderen gilt der Lerneffekt, hier gilt Blond) eben nicht einfach über den Kopf, sondern wurschtelt zuerst die Arme raus. Rrrrrtsch. “Ich nehm dann doch lieber den anderen”. Also doch zurück zum Hemd und das ward dann wohl rosa. Na gut, einen Versuch geb ich euch damit. Wenn die Frauen es gut finden, heisst das noch nicht, dass ihr darin gut ausseht. Vielleicht heisst es einfach, dass sie euch gut finden, aber denken, sie müssten euch erst umdrehen. Hm. Warum ist mir das nicht früher eingefallen. Beim nächsten Einkauf bin ich mit dabei.

Aktuell im Ohr: Scooter – One (Always Hardcore) (hab’s doch gesagt…)

Dramenstau

Abgelegt unter: Allgemein | 18.01.2005 (20:02) |

Als ich vor etwas mehr als einer Woche gesagt habe, ich würde mir eine Grippe bestellen, da war das eigentlich anders gemeint. Aber man muss sich eben klar ausdrücken, wenn man etwas will. Da sitze ich nun und habe Zeit, um Gedanken zu sortieren und um sie wieder in Unordnung zu versetzen, wenn mir die endgültige Anordnung doch nicht zusagen sollte. Allerdings hat der Einsatz von verschiedenen Grippemittelchen über Kreuz durchaus verschiebende Wirkung auf die Ansichten von Un- und Ordnung. Besonders Vicks MediNait haut gut rein. Ein paar Stichworte in den Pott geworfen und zusehen, was dabei rauskommt.

Vor vielen vielen Einträgen habe ich mich gefragt, warum bei Statistiken oder Umfragen in Frauenzeitschriften zum Thema “Männer verschiedener Nationalitäten” die Schweiz jeweils asexualisiert wird. Wir tun das auch. Schliesslich sind wir noch nicht ausgestorben. Aber so langsam erkenne ich die tieferen Zusammenhänge. Wir haben in der Schweiz Nummernkonten. Wir sparen nicht nur Geld, wir sparen auch Sex. Bloss wofür? Sind wir auch in der Illusion gefangen, irgendwann kommt dann doch die/der Richtige und wir müssten uns aufsparen? Schliesslich muss da auch ein Return of Investment rausspringen. Was ich reinstecke, bekomme ich auch zurück. Halt falsch, das würde nur funktionieren, bei zwei Männern. Also doch anders.

Dann musste ich mich auch noch mit der Frage beschäftigen, woher der Ausdruck “bauchpinseln” stammt. Ich weiss, was er bedeutet, aber wie entsteht so etwas. Zum Thema passend müsste ich ja zugrunde legen, dass bauchpinseln eigentlich Koitus mit einem Nabel wäre. Da ja bauchpinseln ein anderes Wort für schm-eichel-n ist, käme da die Ableitung durchaus zustande, weil ja, wie wir alle wissen, der Nabel nur Fusseltiefe besitzt und der Annäherung männlicher Anatomie genau in dem Umfang Platz anbieten könnte. Ausser da, wo die Gebärmutter oder Hebamme, die Nabelschnur falsch verknotet hatte und statt des piercingtauglichen kleinen Lochs ein Gnubbel entstanden ist wie das Ende eines zugeknoteten Luftballons.

Ebenfalls völlig unzusammenhängend kam mir die Theorie vor, dass Masturbation der Zahnerhaltung dient. Allerdings muss das mit Testosteron zusammenhängen, denn bekanntlich sei ja der Rubbelquotient bei Männern höher als bei Frauen. Ich berufe mich da wiederum auf schon vorgängig erwähnte Zeitschriften aus ärztlichen Wartezimmern. Hm. Wenn im Wartezimmer lauter Zeitschriften für Frauen ausliegen, ist das dann ein Frauenzimmer? Wahrscheinlich nicht. Also, wenn jetzt das Training der rechten Armmuskulatur in regelmässigem Ausmass stattfindet und der Proband besitzt noch alle Zähne, hat das einen direkten kausalen Zusammenhang? Wahrscheinlich nicht. Aber es ist schön, dass man mit euch darüber reden kann.

Nein, liebe Friseusen, wenn ich meine Haare im Winter von 6mm auf 2mm zurückstutzen lasse, dann friere ich deswegen nicht, weil man mit fast Nichts genau so an die Rübe friert wie mit faster Nichts. Nein, ich lasse meine Haare nicht länger wachsen. Ich besitze drei Wirbel auf dem Kopf, wovon zwei von den Schläfen nach hinten verlaufen und wenn ich die Haare länger als ein Komma zwei Zentimeter lasse, dann bekomme ich einen Doppelscheitel. Die Aussenteile gegen aussen und die Innenteile basteln sich einen Kamm und das sieht Scheisse aus. Aber trotzdem hält das hunderte Männer nicht ab, mit dieser ach so trendigen Kai-Pflaume-Gedächtnis-Giebel-Frisur rumzurennen. Sagt euch das Wort “Individualität” was? Naja, ich glaube, den Stylingkenntnissen nach zu urteilen, trifft öfter wohl eher das Wort “Invalidität” zu.

Bevor nun die weibliche Leserschaft anfängt zu lästern: Schaut mal kurz in den Spiegel. Wieviele von euch tragen hellblauen Lidschatten und finden sich scharf damit? Weil hellblau unterstützt den Glanz meiner blauen Augen. Oder hellblau kontrastiert so schick mit meinen braunen Rehäuglein. Los, stell dich ins Scheinwerferlicht, Bambi. Hellblauer Lidschatten suckt in neunundneunzig Prozent der Fälle. Man sagt zwar schon, dass es Gesichter gibt, die nichts entstellen kann. Aber nicht weil die so schön sind, sondern so hässlich, dass der Mond sich weigert zuzunehmen, damit wenigstens nachts der Mantel der Verhüllung ausgebreitet bleibt. Gut, per se hässlich sind die Menschen dann ja nicht, sondern lassen sich nur in den ungünstigsten Momenten fotografieren und stellen die Bilder dann auf Kontaktseiten im Web. Und wundern sich, wenn sie niemanden abkriegen. Aha, es gibt sie also doch. Gerechtigkeit.

Aktuell im Ohr: L’âme Immortelle – Es zieht dich davon

Forschung für Dummies

Abgelegt unter: Allgemein | 14.01.2005 (14:30) |

Durchwegs mit Un- oder Halbwissen glänzen beherrsche ich. Zugeben desselbigen fällt mir auch nicht schwer. Ich weiss Wenig über Vieles, aber nicht Vieles über Wenig. Oder so. Wenn mich etwas interessiert und sich meine Neugier noch mehr in den Vordergrund wirft als sonst, erlaube ich mir sogar, Fragen zu stellen. Gelegentlich bekomme ich dann auch eine Antwort, mit der ich etwas anfangen kann. Deshalb an dieser Stelle, die klarste Antwort der letzten Wochen:

“Was stelle ich mir unter Bindegewebe vor?”
“Ohne Bindegewebe wäre der keks eine Qualle.”

DAMIT kann ich etwas anfangen. Danke, Doc.

Oh, apropos Forschung: Mir ist eingefallen, dass ich zu Hause noch eine Box Nesquik habe. Erdbeer-Nesquik. Sollte ich mich bis heute abend noch daran erinnern UND Milch finden, wäre das ein neuerliches Experiment wert. Warum tu ich das eigentlich? Weiss das jemand zu schätzen? Egal, Hauptsache IHR habt euren Spass dran. Hm. Okay, DESWEGEN tu ich das.

Aktuell im Ohr: Kapellengebimmel

Vom Füller getropft

Abgelegt unter: Allgemein | 13.01.2005 (21:23) |

In einer Weiterbildung zum Thema “Creative Writing” durften wir eine Übung durchführen, die den Teilnehmern den Blick über den Tellerrand ermöglichen wollte. Oder, umformuliert, nicht nur den Blick auf die naheliegenden Dinge zu richten. Die Aufgabe wurde formuliert und dann hatten wir zwanzig Minuten Zeit, um einen Weg zu finden, die Problematik zu erkennen und am Ende eine gelungene Arbeit abzuliefern. Nach der zu Beginn dargelegten Thematik dachten wir alle “Pft, wie einfach!”, doch dann kam der Knackpunkt und der ganze Raum reflektierte die offenen Münder der Teilnehmer.

Man hätte nun annehmen können, wir dürften zu Beginn der Abende noch banale Probleme knacken, aber nein, unverzüglich bekamen wir volle Kanne auf die Gehirnwindungen. Am Anfang hatten wir ein Gefühl, wie an Tannenharz zu kleben, aber auf einmal zerteilte jeder den Knoten im Kopf und ab ging der Bär. Alle konnten am Ende ihre Texte vortragen und alle drum herum wachten mit weit offenen Ohren darüber, ob denn auch in keinem Wort auch nur ein Hauch von Fehler zu finden war. Welche Fehler? Welche Aufgabe wir hatten?

Wenn ihr entdeckt, welche Angelegenheit hier dem Text zugrunde liegt, bitte ab in die Kommentare.

Aktuell im Ohr: Unheilig – Ihr Kinderlein kommet

Wie geht eigentlich…

Abgelegt unter: Allgemein | 13.01.2005 (11:00) |

…ein BlowJob. Das wird ja oft falsch gemacht. Als Aufklärer eures Vertrauens bin ich aber der Ansicht, derart sensitive Angelegenheiten müssen korrekt gehandhabt werden. Nicht alle, die in der Schule französisch lernen, können das später auch sprechen. Aber zurück zum Thema, wie also bläst man/frau korrekt? Zuerst nimmt man das lange harte Teil vorsichtig mit der einen Hand, beziehungsweise den Fingerspitzen, bevorzugt am hinteren Ende. Als nächstes ist es wichtig, dass es gut befeuchtet wird. Aber nicht mir Wasser, das bringt überhaupt nichts. Ein bisschen schmierig muss das schon sein. Nun richtet man es leicht auf und spitzt die Lippen. Die Zunge sollte in diesem jetzigen Moment nicht zum Einsatz kommen, das würde alles zunichte machen. Jetzt wird ganz vorsichtig geblasen. Aber nicht zu heftig, nicht zu kräftig. Wenn alles richtig war, dann kann man sich zurücklehnen und zusehen, wie’s schwebt. Je nachdem platzt auch mal was und es gibt diese feuchten glibbrigen Flecke, aber das ist bei Seifenlauge nun mal so. Seifenblasen sind schon etwas Schönes.

Hinter mir sagte neulich ein Kollege, Google sei ja wohl das Geilste, seit es Internet gibt. Ich war bislang der Ansicht, P*rn*-Bildchen seien das Geilste, aber jeder hat andere Anforderungen bei der Selbsterotisierung. Eine Klarstellung generell noch: Es gibt für alles ein bestes Alter. Man muss bloss herausfinden, was es jeweils zu der Zeit ist, in der man sich grade befindet. Sollte jemand eine Skala kennen, wo ich nachschlagen kann, auf was ich mich derzeit konzentrieren sollte, her damit. Apropos konzentrieren: Frauen mit spitzen Nasen sollten sich in oralischen Fragen vorsichtig verhalten und langsam vorgehen. Wenn ich einen Specht haben wollte, dann würde ich in den Wald gehen und mir einen runter holen. Einen Specht! Vom Baum! Ihr Säue. Also echt…

Aktuell im Ohr: Hintergrundgesäusel

Vorgefreudelt

Abgelegt unter: Allgemein | 12.01.2005 (23:21) |

Yes, give me the Fleathermouse.

Batman, wie alles anfing. Hauptrolle Christian Bale, das passt. Will ich sehen, auch wenn diesmal keine Tussi in Latexklamotten rumrennt.

Aktuell im Ohr: Nu Pagadi – Sweetest Poison (Extended Mix)

Jahresverwechsel

Abgelegt unter: Allgemein | 10.01.2005 (11:49) |

2005. 2005. 2005. Langsam gewöhne ich mich dran. Der Übergang von alt zu neu lief dieses Jahr überaus spassig ab, locker, entspannt und mit Wohlfühlgefühl. Dabei hätte alles ganz anders kommen können. Fast hätten wir das miezmiez am Flughafen verpasst, weil wir in die Betrachtung schwedischer Pornomodels versunken waren (O-Ton Oh-li). Diskretes Hüsteln aus dem Hintergrund holte uns dann allerdings auf den Boden wohlgeformter Tatsachen zurück. Oh, da bist du ja. Wo kommst DU denn plötzlich her? Oh, wir haben dich üüüberall gesucht! Was gar nicht so falsch war. Doch eigentlich schon, wir haben sie lange gesucht, aber da kamen auch so viele Blondinen aus der Tür.

In den darauf folgenden Tagen konnte ich mir verschiedentlich ein überraschtes Gesicht nicht verkneifen. Wenn eine Frau einen Mann fragt, was sie (bei zwei Varianten) anziehen soll und der Mann antwortet, dann macht Frau genau das Gegenteil. Aber es geht auch anders! Das war eine durchaus interessante und gar nicht unangenehme Erfahrung. Im Gegensatz zur Feststellung, dass BoFrost die Rezeptur ihrer Piadine angepasst haben muss und die plötzlich mit Knoblauch belegt werden. Machte aber gar nichts, denn die katza ist zwar halb so gross wie ich, kann aber doppelt soviel Futter verdrücken wie ich.

Was war sonst noch los? Ein Besuch im Papiliorama, einer Einrichtung, wo tropischer Regenwald nachgebaut wurde, und einem tausende Schmetterlinge und Kolibris um die Ohren pfeifen. Dabei lassen sich interessante Beobachtungen machen, wie zum Beispiel das einfache Erkennen des schmetterschen Geschlechts. Die schwarzen mit den zerfetzten Flügeln und dem kamikazeartigen Flugverhalten sind Männchen. Diejenigen, welche über die Pflanzen zappeln und Anstalten machen “Hach, hier setz ich mich nicht, das ist nicht grün genug” oder “Neinein, da piekt’s” oder “Ich sitz hier auf diesem Blatt, oder nein, doch besser hier auf diesem, oder neiiin, da drüben ist noch besser, oder NOCH besser ist der Baum da am anderen Ende”, DAS sind Weibchen.

Seltsamerweise reizen so zarte filigrane Geschöpfe zu sehr schmutzigen Sprüchen. Nein, nicht die Weibchen, die Flatterdinger. Gut, die anderen zwar auch. Wollte ich doch kurz zuhause auf katzas Website und öffne in den Favoriten statt des Ordners (Hallo Doc: GENITIV) “Friends” den mit der Aufschrift “Dirty Stuff”. War wohl Wunsch Erzeuger des Gedanken. Aber zurück zu den Schmetterlingen. Die sitzen da so an der Nektarbar und spielen mit ihrem Rüssel. Was bitte soll einem da anderes einfallen? Wenn dann noch der Satz fällt “da muss man nur von hinten blasen, da spreizt der die schon”, da bekomme ich NICHT das Gefühl, mich an einem Ort der unbedarften Zoologie zu befinden. Um hier Auklärung zu schaffen: Will man einen Schmetterling fotografieren, der die Flügel zusammenhat, dann schiebt man nicht die Wurstfinger dazwischen wie dieses Krückenmonster, das ich zusammenscheissen musste, dass sogar die Rüsselspieler rot wurden (vorher blau), sondern man pustet sie von hinten leicht an. Klapp, auf. Geht leider nur bei Schmetterlingen.

Daneben in der nächsten Kuppel befindet sich das Nocturama, wo der Tag/Nachtwechsel umgedreht wurde, damit wir nachtaktive Tiere in Aktion beäugen können. Dort ist es also dunkel, wenn es draussen hell ist. Und umgekehrt. Frauen mit langen Haaren sollten diese vorher dutten oder zopfen, denn auch die Fledermäuse sind aktiv und frei fliegend. Nun kann zwar eine Fledermaus durchaus mit einer Frau umgehen, im umgekehrten Fall ist dies nicht hundertprozentig gegeben. katza musste mehr oder weniger zum Einpacken genötigt werden, weil ich vermutete, die will welche fangen und mit nach Hause nehmen. Zum Auspacken hingegen kamen wir ganz leicht.

Auf dem Heimweg fuhren wir streckenweise in einem Wagen mit ohne Heizung. Bei Aussentemperaturen von einem Hauch unter Null eine dumme Idee. Harte Säue, die wir waren, wollten wir eigentlich die Fahrt durchhalten, tiefgefrorene Rinderhälften, die wir kurz darauf waren, wechselten wir dann doch in wärmeres Gefährt. War aber eigentlich egal, denn kurz darauf warfen wir uns im Aquarena in warmes gethermtes Wasser. Leider schneite es andem Abend nicht, das kommt besonders gut in der Aussenanlage. Und ich hätte zu gerne gesehen, wie jamend im Bikini rausklettert und einen nackigen Schneeengel macht. Schneengel? Sieht beides doof aus. Als wir nach draussen schwammen mussten wir allerdings feststellen, dass wir zwar einen kühlen Kopf bekamen, aber nichts sehen konnten. Aussentemperatur Luft ungefähr -2 und Wassertemperatur ungefähr +30. Da hat jemand auf der Nebelbank ein feines Konto angelegt. Zur Sicherheit der Blindfische gibt’s an gezielt ausgewählten Stellen kleine rote Säulen mit der Aufschrift “SOS”. Nicht “SMS”, Mädel! Ausser du wärst egoistisch und willst wirklich nur deine Seele retten.

Flussbad. Strömung. Stromschnellen und Stromlangsamen nach zu urteilen, ist das ein Spass, den sich jede Altersklasse gönnt. Bei den ersten paar Durchgängen lag die katza jeweils vor mir und da war es mir durchaus egal, wenn ich durch spontane Beschleunigung dank Wasserkaft, ein bisschen angebumst bin. Nur bei der letzten Runde hat sich das Kräfteverhältnis leicht verdreht und ich wurde mit mehr Tempo, als es für meinen Seelenfrieden gut gewesen wäre auf eine alte Schaluppe zugeschossen. Zeichentrickfilm: Die Hauptfigur treibt in einem Fluss auf den Wasserfall zu und paddelt wie wild, um sich vor dem übelsten Übel zu retten. Realität: ICH paddle. Ich kraule, ich werfe Anker und kann mich in der letzten Sekunde um die Ecke in Sicherheit bringen. Sonst hätte ich ernsthaft den SaveMySkin-Button hauen müssen.

Die ganzen Tage waren von überaus gutem Timing geprägt, ausser bei diesem depperten Taxifahrer. Und bei der späteren depperten Busfahrerin. Merke: Keine Frauen oder Handys am Steuer. Wegen beidem haben wir nämlich einen Zug oder Bus verpasst. Gestrandet in Brugg (wo ich ja schon immer gerne mal wieder hinwollte), Notverpflegung mit BiFi im Teig und gemeinsam an einer Limoflasche nuckeln. Aber wir kamen trotzdem nach Hause und dann gab’s lecker essen. Ich behaupte mal, es sei lecker gewesen, weil wenn jemand mit grossen Augen und Napf… Schüsselchen in der Küche steht und FÜLLEN plärrt, kann es entweder gut sein oder das einzige, was es seit Wochen gab.

Den Zoobesuch werde ich etwas später noch erwähnen, da waren wir zwischen der ganzen Esserei und vielen vielen bunten Smarties (kennt die eigentlich noch jemand oder bloss noch M&M?) ähm… Freunden auch noch. Wir hatten es mit Tieren und Essen, aber was erwartet man bei katza und keks. Silvester, um das hier noch kurz anzubringen, war ganz cool, danke an Tschamp für das tote Tier und an Rent-a-to (kann für Geburtstagsparties oder Silvester kurzfristig als Gast angefordert werden) für die Unterhaltung und das Abwimmeln der besoffenen Tussi am Hauptbahnhof. Die stand bestimmt auf dich. Der Ort des Flascheköpfens war zwar nur suboptimal, hat sich aber auch in unserem Gedächtnis festgebrannt. Das Feuerwerk war auch sehr schön. Warum aber die Idee, dass bei solchen Menschenmengen nachts auf der Strasse sofort alle Geschäfte aufzumachen seien, AUSGERECHNET von der einzigen Ausländerin in der Gruppe kommen musste, sollte uns Schweizer beschämen. Besonders im Angesicht des neben uns gelegenen Nationalbankgebäudes. Wo hatten wir da nur unsere Köpfe? Wahrscheinlich war da dieser schwarzrote Ausschnitt massgebend beteiligt…

Aktuell im Ohr: Nik Page – Herzschlag

Neues Jahr, neue kekse

Abgelegt unter: Allgemein | 04.01.2005 (9:03) |

Wenn die Verkäuferinnen an meiner regelmässig frequentierten Take-Away-Kaffeebar einen IQ oberhalb der zur Zeit gängigen Aussentemperaturen hätten, würde ich ja gerne einmal eine Morgenlatte bestellen. Nur so zum kucken, wie die Reaktion ausfällt. Oder bei Starbucks einen Mokka Pornoccino. Ihr seht, auch in der Keksdose geht das Jahr schon wieder gut los, auch wenn der keks derzeit gar keine Dose zur Verfügung hat.
Hm. Mir wurde zugetragen, dass der letzte Satz möglicherweise einen hauch missverständlich sein könnte. Aber es geht nun wirklich um Guetsli, Kekse, Plätzchen, die an winterlichen Feiertagen so eintrudeln und die man gar nicht so schnell essen kann, wie man kotzen könnte, WENN man denn alle gegessen hat. Also döst man sie ein. WENN man eine Dose hätte. Leider steht mit nur ein Einmachglas zur Verfügung, das dicht genug wäre, um vorzeitigen Verfall des Gebäcks aufzuhalten. Als Ausgleich dazu werde ich nun eben die ganze Woche Süppchen essen, um die Fressorgien der vergangenen Tage wieder auszugleichen.

Apropos letzte Tage: Siehe folgenden Eintrag. Ich muss das strukturieren, sonst verzettel ich mich.
Apropos verzetteln: Ich muss in den nächsten Tagen meine ganzen Notizen von ihren Zettelchen befreien, mein Notizbuch zerfällt und bevor tolle Ideen verfallen, mach ich einfach mal alle fertig. Die Einträge.
Apropos tolle Ideen: Nach nur zwei Gläsern Wein habe ich gewettet (Alkohol = böse), dass dieses Jahr mein erstes Buch rauskommt. Super. Danke keks. Ich möchte alle, die mir dazu Hilfe zugesichert haben, daran erinnern, dass dies durch Fresspakete, Arbeit oder Entspannungsmassagen erreicht werden kann.

Aktuell im Ohr: Kaffeemaschine – Espresso