Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Ich hatte grade den besten Sex meines Lebens

Abgelegt unter: Allgemein | 27.12.2004 (14:15) |

Erstaunlich, was man alles anstellen kann mit einem Kürbis, einem halben Liter Bienenwachs, drei Erdbeeren, einer Reitpeitsche, einem X-Box-Controller, einer Flasche Rotwein und fünf Meter Paketschnur. Ohne jetzt weiter ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass der Alltag bei weitem seltsamere Sachen zu bieten hat. Realsatire zu Weihnachten. Erstaunlich, wofür Handys alles missbraucht werden. Nicht nur, dass die wenigsten wirklich noch zum Telefonieren verwendet werden, sie dienen neurdings wohl auch als Wichsvorlage und das nicht für Technikverliebte.

Gestern am Kiosk stand ein pickliger (schätzungsweise) Sechzehnjähriger neben mir und hat ganz verschämt und versteckt einen Playboy durchgeblättert und dabei mit seinem Fotohandy die Mädels fotografiert. Es ist dann natürlich zuhause einfacher, ein kleines Telefon ins Klo zu schmuggeln, als ein Hochglanzheft. Wenn es daneben geht kleben auch keine Seiten zusammen. Aber die Bildqualität lässt dann doch irgendwie zu wünschen übrig. Oder er protzt damit bei Freunden und behauptet, er hätte DIE bei sich im Zimmer gehabt. Pubertäres Kichern. Und dann haben sie zusammen Playstation gespielt, BOAH! Mit fünf Jahren schon das Wort “fi**en” kennen, aber bis fünfundzwanzig nicht wissen, wie es geht.

Frauen mit aufgespritzten Lippen sehen doof aus. Wenn ich früher was sehen wollte, das so aussieht, habe ich eine Fahrradpumpe geholt und unser Gummiboot aufgeblasen. Lippen wie die von Angelina sind nun nicht jeder gegeben und damit muss man sich abfinden können. Es geht doch auch ins Geld, pro Schminksitzung einen kompletten Lippenstift zu verbrauchen. Kann dort eigentlich auch wieder abgesaugt werden, falls an anderer Stelle wieder benötigt wird? Womit wird das eigentlich gemacht? Sind das Mini-Silikonkissen oder ist das abgesaugtes Fett vom Arsch? Das wirft völlig neues Licht auf den Satz “Kiss my ass”.

Auf einem der Schwafelsender lief ein Report zum Thema Weihnachtsgeschenke und da hat ein Typ 5000 Euro gespart, um seiner Freundin eine Brustvergrösserung zu schenken, die sie sich ja soooooo gewünscht hat. PERFEKTE Brüste, aber nein, die müssen grösser sein. Und dann der brilliante Satz von ihr: “Jetzt sind die so schön straff, jetzt brauche ich auch keinen BH mehr zu tragen”. Hallo? Tussi? Schwerkraft? Je gross, desto schwer, desto BH. Was mich zur Frage bringt, ob man eigentlich bei den ganzen Umbauten mit der Zeit geht und statt unter der Brust zuzunähen kommt ein Reissverschluss rein? “Heute hätte ich gerne ein anderes Kleid getragen, ich nehm da 500 Gramm raus”.

Warum nehmen Frauen, die Kaffee im Becher kaufen immer einen zweiten Becher drumrum, weil er so heiss ist, lassen ihn dann aber so lange irgendwo rumstehen, bis er kalt ist?

Vorgestern musste ich mich im Zug umsetzen. Schräg gegenüber sass ein Herr, der wohl aus unserem südlichen Nachbarland stammte und der seit dem Glatzenlifting von Berlusdingsbums auch denkt, dass diese Piratentücher um die Birne cool sind. Verwegen. Wild. Rrrrrrrrr! Nur Johnny Depp sieht als Pirat heutzutage noch cool aus. Da es aber Winter ist und kalt und sich Köpfe wieder vermehrt bedecken, ist wieder die Zeit der hässlichen Mützen. Mehrheitlich wäre es erträglicher, mit glühenden Eisen geblendet zu werden (Aus welchem Film/TV-Schinken der 70er war das noch gleich?), als dieser Kreationen textiler Perversionen ansichtig zu werden.

Die Top 3 der letzten Woche, den Pizzaten nicht mitgezählt:
1. Marke Ölbohrer. Aus rotem Filz gezwirbeltes Designerteil, sieht aus wie eine riesige Bohrerspitze mit rosa Schnörkeln. Reizt nicht zum Bohren sondern zum unangespitzt in den Boden rammen.
2. Marke Blumenbouquet. Jeder weiss, wie Blumensträusse oder Töpfe in Blumenhandlungen eingepackt werden, in diesem Falle pinkes Papier. Dann setze man dieses einer Frau auf den Kopf und lasse es von innen heraus explodieren und in Fetzen runterhängen. Voilà.
3. Marke Töpfchen. Und zwar das Töpfchen, auf das kleine Kinder gehen, wenn sie Pipi oder A~A. Nur, dass dieses nicht nur auf den Kopf gedreht, sondern auch noch drübergestülpt wurde. Sieht auch ähnlich beschissen aus. Unterstützt, da aus weissem Kunstleder, auch noch durch weisse Fusselpelzchen-Applikationen.
Man nehme die sieben Artikel aus dem ersten Abschnitt und bastle einen Hut. das Ergebnis KANN nur besser werden.

Aktuell im Ohr: Soundmischmasch, weil meine beiden benachbarten Mitarbeiter sich nicht auf einen Radiosender einigen können.

Ihr Rinderlein kommet

Abgelegt unter: Allgemein | 24.12.2004 (12:07) |

Kürzlich am Mittagstisch gerieten wir auf wundersame Art ins Thema Rinderzucht. Und zwar fiel der Begriff Korrelation, was eine Beziehung zwischen statistischen Variablen sein soll. TiiTschäi hat versucht, mir das zu erklären, aber genau so weit entfernt, wie er sich von Filmen und Musik der Gegenwart entfernt befindet, genau so weit ab muss ich mich themenumkreisungsmässig im Orbit befunden haben. War das jetzt auch schon korrelierend? Auf jeden Fall hat er mir das dahin gehend erklärt, dass es wohl wohl Rinderrassen wie Angus gibt (die Kuh, nicht der AC/DC-Typ), denen man die Hörner weggezüchtet hat, damit sie bessere Milch geben. Nagelt mich jetzt nicht darauf fest, ich sage ja, ich entbehre da jeden Durchblickes. Aber so grundsätzlich. Nimm was weg, um was anderes zu bekommen.

Das bringt mich zu Frauen auf der Suche nach Bekanntschaften. Ich bin mir ja wieder mal für nichts zu schade (eine Mitarbeiterin unseres Hauses formulierte es: “Du machst schon jeden Scheiss mit, oder?”) und bewege mich auf verschiedenen Kontaktseiten, um mich… ähm… zu bilden. Schreibt da also eine oder mehrere gut aussehende Frauen, sie hätten gerne intelligente, originelle und witzige Mails von intelligenten, originellen und witzigen Männern. Da schreibe ich also eine intelligente, originelle und witzige Mail und passieren tut natürlich gar nichts. Weil die Empfängerin wahrscheinlich weder das Eine noch das Andere oder Andere ist. Um dem Vorwurf vorzubeugen, ich würde mich selber überschätzen: Ich habe Mails testlesen lassen von Frauen, die bescheinigten mir alle benötigten Punkte.

Also gehe ich jetzt korrelierend davon aus, dass die statistisch gesehen zwar rattenscharf aussehen, aber dafür den IQ einer Sachertorte und den EQ einer toten Ratte besitzen. Oder ich bin einfach zu hässlich. AHA! Umgekehrte Korrelation. Es hiess ja schon immer in Beziehungsbüchern und schlechten Frauenzeitschriften, dass sich Leute, die optisch nicht dem Gardemass entsprächen, dafür mehr Mühe in andere Taktiken legen würden. Um sich wie ein trojanisches Pferd reinzumogeln.

Apropos Gardemass und Troja: Der entsprechende Film wurde ja wohl mehrheitlich deswegen ein Erfolg, weil Brääääd darin mitspielt. Und die Frauen gehen ja wegen der tollen Story (sollen lieber Homers Bücher lesen) und den super Kostümen rein, aber niiiiiemals wegen Brääääd. Stellt einer Frau, die den Film wegen Brad gesehen hat die Frage, welchen Charakter er verkörpert hat (Achilles). Lustigerweise (ich hab das getestet) kommen allerlei Ausreden, warum man das jetzt nicht mehr wisse. Jegliche billige Ausflucht wird zur Hilfe beigezogen. Wahrscheinlich aber einfach deswegen, weil er nackig war.

Apropos mogeln: Eine Methode, um Leute kennen zu lernen, wäre möglicherweise die: An Bahnhöfen gibt es oftmals diese Treffpunkt-Areas, wo man sich verabredet, weil man sich dort eher findet. Das nehmen aber auch die andern 467 Menschen an und inzwischen treffe ich mich mit Leuten lieber an anderen Stellen. Aber: Wenn man gar keine Verabredung hat, kann man ja hingehen, sucht sich die Putzigsten aus und quatscht die an mit “Entschuldige, aber sind WIR verabredet?” von wegen Blind Date und so. Das Blödeste was passieren kann ist, dass die Zielperson auf ihren Bespringer wartet. Wenn nicht, wer weiss. Allfällige Erfolgsgeschichten unter Beilage irgendwelcher Dankesgeschenke bitte an meine Adresse.

Ebenfalls an meine Adresse erging rechtzeitig zu Weihnachten ein Päckchen aus Schweden. Inhalt desselben zwei Tütchen mit Bonbons, deren Inhalt ich jetzt einmal antesten werde. “Soda Pops Surt” steht da auf der einen drauf und soll angeblich sauer sein. Jaja. Das versuchten mir schon andere weis zu machen. Erster Eindruck: Leichtes Anheben der Unterarmhärchen, die haben so dieses Bekannte Sauerpulver drauf. Danach geht es über in gemächliche Gummisüsse. Ich habe meine Socken noch an. Wertung nach Schweden: Kannst beruhigt zugreifen! Tüte zwei: “Kryptoniter Sura & Salta”, pink mit einem schwarzen Streifen. Lutschlutsch. Bis jetzt angenehm süss, eine ganz sanfte säuerliche Tendenz unterm Gaumen. WAAAAAAAAAAAAAH! What the fuck…

Sprengt sofort dieses Land weg. Jetzt weiss ich, was ich Leuten anbiete, die ich nicht mag. Das ist ja widerlich. Obwohl, Mindi, der auch Käse-Marmelafe-Brötchen ist, der könnte drauf abfahren. YUCK. Sobald sich der schwarze Streifen auflöst wird’s brutal. Streifen in Unterhosen sind schon würg zum Ansehen, das hier muss die kulinarische Ableitung davon sein. Bjäärrch. Frau Doktor: HANDS OFF! Aber schön, dass du mich kulinarisch weiterbringst. Warte nur, du du! Ich muss diesen Geschmack aus dem Mund bekommen. Gut hab ich grad Flüssigwaschmittel gekauft. Als ob IKEA als Export von Gemeinheiten nicht gereicht hätte.

Nichtsdestotrotz wünsche ich aber allen FROHE WEIHNACHTEN! Oder den Verweigerern eben nicht.

Aktuell im Ohr: Nik Page – Dein Kuss

SMS = Save My Soul?

Abgelegt unter: Allgemein | 15.12.2004 (9:53) |

Meine Erinnerungen an den Kleinstadtpfarrer des Ortes, an dem ich aufgewachsen bin, sind eher durchzogen. Das war ein kleiner dicker Mann mit einem jovialen Grinsen, der auf den ersten Blick freundlich war, aber bei genauerer Kenntnis selbiger Person durchaus religionsdiktatorische Tendenzen offenbarte. Da war dann nichts mit anderen Ansichten, schliesslich waren die Katholiken ja die ersten. Zumindest die ersten, die Bräuche anderer Religionen zusammengeklaut haben und es unter ihrem eigenen Label verkauften. Im Religionsunterricht brachte uns eben dieser Herr Pfarrer auch nicht unbedingt offene denkweise bei und wenn man nebenbei in Geschichte noch die Inquisition behandelt, dann erscheint alles unter einem sehr dubiosen Licht. Und das Bild des Pfarrers ist geprägt.

Inzwischen weiss ich auch, dass es andere gibt, denn ich hatte kürzlich eine sehr interessante Diskussion mit unseren hauseigenen Spitalpfarrern und Innen. Pfarrerin. Stimmt das so? Pfarristin? Seelsorgerin macht es einfacher. Wenn die nun Werbung macht, ist die dann Seelenbesorgerin? Egal.Jedenfalls sind die hier offen, mögen auch einen Spass auf Kosten ihrer Fraktion einstecken und kommen auch gut mit der Konkurrenz aus. Ich konnte sogar Fragen aufwerfen, die mich recherchetechnisch beschäftigen, die aber eigentlich dem herkömmlichen Kirchengedanken eher quer im Gebälk hängen. DAS nenne ich konstruktive Gespräche und es ist ein durchaus netter Ausgleich zu all den Geschichten, die sonst so in den Medien auftauchen.

Frau Seelsorg war sogar ziemlich überrascht, dass ich die ursprüngliche hebräische Bedeutung meines Vornamens kenne und mir auch die Geschichte mit der Löwengrube nicht fremd war. Ich vermute ja, dass ich von anno damals meine Katzenallergie habe. Wie ich auch keine heisse Milch mehr mag, seit ich als Kind einen Pott kochender Solchiger über mich gekippt habe und meine Mutter mich schreiend (also ich, nicht sie) durchs Dorf zum Spital schleppen durfte. Das muss doch prägen. Wenn wir jetzt aber wieder einen Blick nach oben werfen, dann sehen wir schlechtes Wetter. Was fragt man also einen Kirchenvertreter? “Ihr habt doch einen guten Draht nach oben, oder? Macht mal besser Wetter.” – “Geht nicht, wir sind protestantisch, Petrus ist katholisch”. Schlagkräftig. Falsch, fertig.

Kann man Petrus eigentlich SMS senden? Weil das mit dem Wunschwetter per WorldWideWetter hat auch nach wiederholten Versuchen nichts gebracht. Oder hat der Himmel einen Deal mit über 1000 Höhenmetern liegenden Touristik-Orten? Hochnebeldecke auf 600 Metern festschrauben (so habe ich zu Hause nicht nur kein schönes Wetter sondern sitze auch noch voll in der Pampe) um zu erreichen, dass wir alle in die Berge fahren. Bergregionen sind schliesslich überwiegend katholisch geprägt. Ich wittere eine Verschwörung. Und Kaffee. Fehlen nur noch die kayxe. Apropos Keks und Religion: Kekse gab es schon im Alten Testament, nur hiess es da noch Manna. Hat noch jemand das Rezept?

Aktuell im Ohr: Rotersand – Hush

Beleidigungswochen bei MacKeks

Abgelegt unter: Allgemein | 09.12.2004 (13:08) |

Zur Zeit lese ich intensiver Bücher über Creative Writing um Input zu bekommen, was die möglichen Techniken und Fallstricke beim Erstellen von Literatur anbelangt. Warum nicht von den Grossen lernen, sag ich mir da. Aber natürlich kommt neben der Technik auch noch die Frage nach dem Talent, über dessen Vorhandensein sich ja gut und gerne streiten lässt. Schriftsteller haben immer gewisse Eigenheiten, die wegen (oder trotz) denen richtig gut schreiben. Henry Miller hat sich besoffen, seine Frauen besprungen und sich dann zum Schreiben hingesetzt. Hemingway hat sich besoffen, seine Frauen geschlagen und sich dann zum Schreiben hingesetzt. Ich trink eine Cola, schau mir Frauen im Internet an und setze mich dann zum Schreiben hin. Da besteht wohl noch Potential.

Darf man eigentlich einer Frau sagen: “Hey Tussi, geh nicht wie ein Bauer”? Nein, darf man nicht. Das muss heissen “Hey Tussi, geh nicht wie eine Kuh”! Bauer ist männlich, Kuh ist weiblich. Sonst ist man sofort wieder sexistisch. Soviel Anstand muss sein. Aber gewisse Bewegungen passen nun mal nicht zu Frauen. Weibliches Verhalten, Flair, Elegance ist gefragt, da bekommt sogar ein Arbeitskollege mit seinem weibischen Getue näher an die XX-Chromosomen ran. Aber danach im Zug beim Klatschhefte durchblättern wieder auf Mann machen. Boah, die ist aber heiss. Ich schau das Bild auch an. Ich weiss ja nicht, ob ich einen Besen, der mit zwei Fussbällen betackert und mit bemaltem Leder überspannt wird, geil finden soll, egal ob Beckham drauf steht oder nicht. Oder liegt. Da kann er wenigstens rumfummeln ohne wegen Handspiel Ärger zu bekommen.

Ich finde auch Julia Roberts nicht süüüüüss. Wenn die lacht kann man einen Ferrari in ihrem Mund parkieren. Aber sowas darf man ja nicht äussern. Ist jetzt auch Mami geworden von Zwillingen. Die sind ja sooooooo süüüüüüss. Nein. Die sind klein und schrumplig und sehen auch nicht viel anders aus als diese Hunde mit zuviel Haut dran. Eine Freundin, die Nachwuchs erwartet, erwartet dann wohl auch Zuckerbekundungen, also muss ich mich im Lügen üben. In engeren Beziehungen, wie bei Freunden oder Liebesbeziehungen sind ab und zu Lügen erforderlich. Support. “Schatz, wie fandest du meinen Vortrag?” – “Ähm.” – “Nicht gut?” – “Naja, nein, eigentlich nicht. Also ganz ehrlich gesagt fand ich es beschissen!” – “Wääääh, du liebst mich gar nicht! Du bekommst vier Wochen keinen Sex!” – “Cool, der war nämlich AUCH schlecht”. SO tötet man eine Beziehung.

Tötungen anderer Art lagen am Weihnachtsmarkt in Stuttgart nahe. Irgendwie schien es, als ob jeder, der einen gewissen glühweinesken Promillegrad überschritten hatte, sich mit VÖLLIG bescheuerten Nikolausmützen behütete. Und dann übelst rumprollten, dass einem friedlichen Besucher übelste Gedanken kamen. Im Dunkeln zum Beispiel dienen diese blinkenden Hütchen ideal als Scharfschützenmotivator. Schützenmützen. Apropos Zwangsbefriedung: Welche Frage sollte ein Kellner nicht stellen, wenn indianische Gäste das Restaurant betreten? “Haben Sie eine Reservation?” Hugh. Skalp ab. Antraben an der Himmelspforte und Engelslöckchen fassen. In den Himmel werde ich persönlich es kaum mehr schaffen, obwohl ich mir das schon noch nett vorstelle. Den Rauschgoldengelchen unter das Hemdchen spitzeln, ihnen an die nackten Flügel fassen, die Laute auf Elektroharfe tunen und dann auf Wolke 69 extrem laut “Highway to Hell” rocken. Yeah Baby.

Aktuell im Ohr: Frankie Goes To Hollywood – Relax

Schrummelschrammel

Abgelegt unter: Allgemein | 08.12.2004 (11:33) |

Rammstein ist als Band ja ein wenig umstritten. Immer wieder bekunden verschiedenste Gruppierungen, dass solche Musik die Menschen negativ beeinflussen würde und man deswegen verroht und ausklinkt. Oftmals kommt diese Kritik aus eher ländlichen Gegenden, wo man vielleicht die Errungenschaften abseits von Caroline Reiber und Stefan Mross schlichtweg nicht versteht. Dabei wäre Rammstein doch optimaler Schunkelsound. Wenn man ein bisschen härter schunkelt. Deshalb sollte man eventuell für die musikalischen suburbanen Hühnererzeugnisse eine Coverversion herausgeben. Und welche Ecke wäre dafür besser geeignet als das Heimatland des Hardcoreschunkelns, die eigentlichen Verursacher von Hörstürzen und intoniertem Massenhass? Eben. Deshalb hier die Neuauflage von Rammsteins „Amerika” (vorzugsweise eingespielt mit Quetschbalken und Zither): BAVARIA.

We’re all living in Bavaria
Bavaria ist wunderbar
We’re all living in Bavaria
Bavaria
Bavaria

We’re all living in Bavaria
Bavaria ist wunderbar
We’re all living in Bavaria
Bavaria
Bavaria

Wenn getanzt wird will ich klatschen
Auf and’rer Leute Hinterteil
In Clubs lasst mich die Frau’n betatschen
Ihr Türgorillas macht mich geil

Schicki-Mickis bei den Starfrisören
Parolen sollen uns betören
Daisy wird zu Terrieraky
Und Deutschland fliegt in den Iraki

We’re all living in Bavaria
Bavaria ist wunderbar
We’re all living in Bavaria
Bavaria
Bavaria

Ich möchte es im Herbst nicht missen
Ungestraft ins Zelt zu pissen
Ansichtskarten von Ludwigs Schloss
Fussballspieler auf hohem Ross

Wir nehmen uns alle bei der Hand
Und begründen unser eigen Land
Einen Kaiser haben wir ja schon
Zu Weihnacht gibt’s ein Telefon

We’re all living in Bavaria
Bavaria ist wunderbar
We’re all living in Bavaria
Bavaria
Bavaria

We’re all living in Bavaria
Lederhosen
Olli Kahn
We’re all living in Bavaria
Bavaria
Bavaria

Des is ned a Liabsliad
Des is ned a Liabsliad
I sing ned mei Muaddasproch
Na, des is ned a Liabsliad

We’re all living in Bavaria
Bavaria ist wunderbar
We’re all living in Bavaria
Bavaria
Bavaria

We’re all living in Bavaria
Lederhosen
Sauerkraut
We’re all living in Bavaria
Bavaria
Bavaria

Und bei de wäy, für diejenigen welche es interessieren mag: Das Konzert war schweinegeil. Interessanter Nebeneffekt war sogar, dass durch die Bassläufe sogar ein Nierenstein sich bemüssigt fühlte, sich auf den Weg nach draussen zu machen. Um noch eine Zeile aus einem älteren Song zu dezitieren: “Nierstein! Ein Schwanz brennt!”. Ob mir was peinlich ist? Pietät endet beim letzten Klick vor kay-X.net.

Aktuell im Ohr: Simply Red – Holding Back The Tears (Kontrastprogramm)

Meine Fresse, Erotikmesse

Abgelegt unter: Allgemein | 01.12.2004 (9:59) |

Ich gehe für meine Leser gerne dort hin, wo es weh tun müsste. So auch dieses Wochenende, als in Zürich die Extasia04 stattfand, eine die grösste Messe für Erotik in der Schweiz.
Früchtchen sind gesund und lecker Drei Tage lang wurde in einer Eventhalle dem hüllenlosen Treiben gehuldigt, das niemand guckt, kauft oder überhaupt davon gehört hat. In weiser Voraussicht habe ich den Samstagnachmittag als Besuchszeitpunkt gewählt, denn da rechnete ich mit den wenigsten Besuchern und demzufolge den kleinsten Chancen, etwelchen Nachbarn oder Arbeitskollegen zu begegnen. Wenig Besucher war leider nicht, schon am hellheiteren Nachmittag war es so voll wie Dolly Busters Bluse. Trotz des gepfefferten Eintrittspreises von 45 Franken. Willkommen in Dekadenzia.

Also an den Freigeifernden vorbei (das sind die, welche draussen an der Scheibe leckten an der einen Stelle wo man zu einem kleinen Showbühnchen sehen konnte), abzocken lassen und die ersten drei Plastiktüten mit Kontaktmagazinen in die Hand gedrückt bekommen. Kaum drin und schon die Hände voll, wie sollte ich den da die Kamera noch festhalten? Eigentlich egal, denn jedesmal WENN eine mehr oder weniger bekleidete Frau durch die Menge stolzierte, war sie sofort von Dutzenden Fotografenständern umgeben und ich meine jetzt NICHT Stative. Bei diesem Anlass wurden unzählige Showgirls vorgekarrt, damit sich nicht alles nur auf die Pop-Stars konzentrierte. Wie zum Beispiel das Früchtchen auf dem Bild hier. Ein Airbrusher – ein Luftbürster also, sprich ein Farbonanierer – sprühte im Akkord die Äpfel megavieler Damen zu Kirschen um, weil halt eines der Magazine Cherry heisst. Originelle Idee. Ich hätte gern auch die Arschbacke mit dem Schriftzug präsentiert, allerdings hüpfte mir da dauernd ein fetter kleiner Mann vor die Linse.

Der hatte dann auch noch die Frechheit und wollte sich von mir seine neue Digicam erklären lassen. Keine Chance. Der meckerte dann auch noch die ganze Zeit, wie langsam seine Cam sei. “Eh weisst du, voll langsam Kamera! Hab ich da gehabt Schnitte vor mich, hat gemacht Beine breit und ich kniips und Kamera macht nischt. Dann dreht um und Kamera macht kniips! Voll Scheisse, sehe gar nix!” So ein Pech. Aber die Besucher (18000 an den drei Tagen) waren bunt gemischt, zwar überwiegend männlich, aber doch entfernt vom klischeehaften Notgeilen. Viele Junge (die wahrscheinlich endlich mal eine Frau aus der Nähe und nicht bloss im Internet sehen wollten und überraschend viele Frauen. Die waren weniger bei den Gazongilliarden Filmen zu finden als bei den “Tooooyyys”. Die meisten suchten da wohl nach einem handyfreien Vibrationsalarm. Gab es, in allen Farben, Formen und Grössen. Sogar als Teddybär verkleidet.

Zur musikalischen Auflockerung hat man eine Band namens Erocktica eingeflogen, die wohl eher weniger durch musische Leistungen, denn durch frei schwingenden Ausdruckstanz den Bühnengraben zum pulsieren brachten. Hab ich leider verpasst, denn die ganze testosterongeschwängerte Luft war irgendwann auch mal zu viel. Die “Polizistin” wollte mich nicht verhaften und der aus dem Publikum auf die Bühne geholte Strip-Show-Unterstützer versuchte sich dauernd wieder anzuziehen wenn die Stripperin wieder von ihm abliess und da entschloss ich mich dann zu gehen. Seit diesem Tag hat auch der Begriff “After Show Party” (die im Anschluss stattfand) eine GANZ neue Perspektive bekommen.

Wenn aber schon dekadent, dann auch zum Abschluss und nach Monaten habe ich mir bei Sprüngli die Collection Truffes Grand Cru gegönnt. Sechzehn Pralinen für 26 Franken, je vier aus vier ganz extraordinairen Kakaoanbauregionen, ausgestattet mit Booklet, in dme Herkunft, Geschmacksnuancen und geschmackliche Abgangstöne erläutert werden. Zuerst dachte ich ja, der Preis werde abgeleitet davon, dass die Dinger nicht mit Kakao sondern mit dunkelbraun gefärbtem Koks bestäubt wurden. Ist nicht so. Schmecken edelst lecker, muss ich sagen. Nur das braune Zeugs geht so schwer wieder von der Nase weg.

Aktuell im Ohr: Rosenstolz – Die Liebe ist tot