Ideen, die keiner haben will
In Amerika, dem Land der unbegrenzten Klageschriften, weigern sich zur Zeit die Angehörigen von Johnny Cash, eines seiner Werke für einen Werbespot freizugeben. Da erdreistet sich eine Firma, für ihren Werbespot, den sie in der Flimmerkiste schalten wollen, den Song “Ring of Fire” zu verwenden. Nun ist das ja bis zu diesem Punkt noch nichts Anrüchiges, schliesslich gibt es unzählige Werbespots mit unzähligen vermarkteten und verwurschtelten Songs. Nur, dass diese Firma mit betreffendem Titel für Hämorrhoidensalbe werben will und das brennt den Verwandten jetzt gehörig unterm Arsch. Äh, sorry, unter den Nägeln. Also verbieten und verhindern. Finde ich gut. Man sollte auch andere Werbeeinsätze präventiv unterbinden weil unpassend. Stairway to Heaven (Led Zeppelin) bei Fluggesellschaften. Toxic (Spears) für Greenpeace. Du hast mein Herz gebrochen (Catterfeld) bei Partneragenturen. Friss oder Stirb (Tote Hosen) bei Weight Watchers. Aber es ist erhebend zu wissen, dass die Angehörigen von Johnny auch Cash ablehnen können.
Sitzringe, wie sie Zielgruppenangehörige oben erwähnten Spots verwenden, hätten Potential. Steht man in der Kantine in der Warteschlange und das Tablett wird zu schwer, man benötigt nur einen Sitzring und einen kleinen Vordermann und das Problem ist gelöst. Als Springring für mit Kaffee abgefüllte Hamster kann ich mir die Teile auch vorstellen. So ein Ring ist auch einzusetzen als Seitenaufprallschutz für überfettete Kleintölen oder noch besser, man stülpt davon gleich zwei über und rollt den Fetti… ähm… Fiffi nach Hause. Dann peitscht man die Besitzer, weil sie die armen kleinen Tiere völlig falsch ernähren. Gibt es eigentlich keine Tierführerscheine? Wo man zuerst einen Lehrgang durchstehen muss und eine Prüfung hat am Ende, die einen befähigt, mit dem kleinen Wau oder Miez umzugehen? Müsste es eigentlich auch für Kinder geben. Also den Schein, die Prüfung für die Zeugen. Zeuger. Da versteh ich nur bedingt Spass.
Apropos bedingt Spass: Man darf wohl heute auch nicht mehr Spässchen machen in Einkaufsläden für Tierartikel. Dabei habe ich die Kassiererin nur gefragt, ob es nach dem zehnten Stempel einen Hund umsonst gibt, als EmmWee ihre Katzenstreu gekauft und ihre Bonuskarte hat markieren lassen. Von der Kassiererin durch einen Stempel, nicht durch einen Hund. Die fand das gar nicht witzig oder mich einfach generell doof, was ich als Aussenstehender auch verstehen könnte. Dank meiner enormen Feinfühligkeit erkannte ich aber, dass genau in dieser Sekunde ein weiteres Spässchen nicht angemessen platziert gewesen wäre. Und genau in dieser Sekunde fiel mein Blick auf ein Regal mit Dosen auf denen sich eine Miezekatze räkelt und darunter gross: “Zarte Häppchen”. HAH! Wer hat jetzt da NICHT genau das gleiche gedacht wie ich? Ich habe aber nichts gesagt. Meine Zunge tut heute noch weh. Aber ich hab nichts gesagt.
2 Krümel
Krümel von lydia
Freitag, 5. März 2004 @ 13:57 #
Schade war ich nicht dabei. Das wäre ein Fest geworden und EmmWee hätte sich mit Sicherheit neben uns geschämt.
Krümel von EmmWee
Sonntag, 7. März 2004 @ 19:44 #
Mir tat eigentlich nur die Verkäuferin leid, die konnte jetzt mit d e m Humor, wirklich nichts anfangen……. Mir hats gefallen.
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