Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

IQ unter Zimmertemperatur

Abgelegt unter: Allgemein | 27.02.2004 (14:35) |

Es gibt diese Tage, da hat man früh schon erste Anzeichen, dass man nach dem Mittagessen eigentlich nach Hause gehen sollte. Essen mit IT ist generell schon wie ein Gemälde von Dalì, leicht verzerrt, fliessend und irgendwo fern jeglicher Realität. Wenn Tschäikb eine Netzwerkkarte auf den Tisch legt und ich als erstes den Paprikastreuer suche um Paprikachips zu machen, dann sollte dies als Wink gewertet werden. Eine Ausdruckstänzerin ist auch keine Ballerina mit Zitronen oder Orangen in den Händen. Aber wo wir schon bei Ballett sind, HooBee hat sich kürzlich den Nussknacker angesehen. Ballett gibt es durchaus auch ausserhalb von Bindenwerbung (hat das einen Zusammenhang mit Bandenwerbung?) und dort tänzeln alle, zur Freude jedes Orthopäden, auf Zehenspitzen rum und ab und zu werden Füsse und Hände in die Höhe geschleudert. Der Nussknacker war dann wohl das erste erfundene Ballett, weil ich vermute, dass die erste Tänzerin dem ersten Tänzer beim spontanrhythmischen Heben des Fusses wohl… eben… Nussknacker halt. Balletttänzer haben seitdem zwar den Ruf, sie hätten riesengrosse Gehänge, aber das sind bloss das, was wir in der Schweiz Schellenschoner nennen. Glockenprotektoren. Familienglückszustandserhalter. Maulkörbe für Fortpflanzungsorgane. Abschweifernderweise sind wir dann bei Speicherbausteinen gelandet, ich kann im Nachhinein nicht mehr vollständig wiedergeben, wie das gelaufen ist, wahrscheinlich, weil wieder jemand mit der Netzwerkkarte gespielt hat. HooBee brabbelte dann etwas von früheren kleinen Speicherchips. Worauf ich erwiderte, jaja, das seien 256 KiloByte grosse Teilchen gewesen. Neinnein, sagte er, die waren ein Viertel MegaByte. Danach hat er sich dann unter mehrfachem Gelächter rauszureden versucht, er hätte mich nicht gehört.

Apropos gehört: Ich wurde dann auch noch gefragt, was denn Mainstream eigentlich sei, beziehungsweise wo der Begriff eingesetzt würde. Tschäikb faselte etwas von Programmierung, was aber nicht ernsthaft Anklang fand, worauf ich ausführte, dass das hauptsächlich im Sprachgebrauch der Unterhaltungsindustrie zu finden sei (Filme und Musik, etc.) und zwar für Songs oder Filme, die auch Landeier wie die beiden kennen würden. Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum beide mich so strafend angestarrt haben durch den Schleier meines Gelächters. Einen Gedankensprung weiter ging es dann, ich glaube, wir waren zurück beim Nüsseknacken, um die Perspektive, wie die Bühne gebaut war und HooBee prägte den Begriff Froschauge. T. und ich erklärten ihm dann, dass er wohl Fischauge meinte wegen der Biegung und nicht wegen der Ansicht von unten. Das käme daher, dass ein Fisch auf den beiden Kopfseiten Augen hat und drum alles so umgebogen sieht. Dann kamen so Sachen geflogen wie, der hätte trotzdem einen toten Winkel, dann kam, dass Pferde auch Fischaugen hätten oder so. Ach nein, dass Pferde zwar auch die Augen so an der Seite und nicht Fischaugen, sondern den toten Winkel. Dann wagte ich zu sagen, dass müsse dann dort sein, wo EmmWee immer aufsteigt, damit sie nicht gleich wieder runter geschmissen wird. Ich kann mich nur noch vage zu erinnern versuchen, aber ich vermute, sie hat mich geschlagen. Wir sind dann trotzdem nicht nach Hause gegangen. Aber der Ansatz war da.

Aktuell im Ohr: Natalie Imbruglia – Torn

Vergangenheitsbewältigung

Abgelegt unter: Allgemein | 26.02.2004 (14:36) |

Spontan forderte kürzlich eine mich anspringende Assoziation meine eingerosteten Langzeitgedächtnis-Synapsen heraus. Ich kann nicht mehr sagen, was genau der Ursprung war, aber zumindest dessen Resultat. Ich dachte plötzlich wieder an Poesiealben. Nun wird sich wahrscheinlich die neuzeitliche Generation @ fragen, was denn das bitte sein soll. Ich könnte noch nicht einmal sagen, ob das ein länderspezifisches Phänomen war. Zur Aufklärung: Ein Poesiealbum war ein (meist von Mädchen geführtes) kleines Album, ähnlich von Grösse und Beschaffenheit wie ein Tagebuch. Dieses wurde dann zu Erinnerungszwecken herumgereicht, damit man sich mit Bildchen, Zeichnungen, Texten und Gedichten darin verewigen möge. Eigentlich ging es wohl nur darum, mit dem grossen Schwarm in Kontakt zu und etwas Persönliches von ihm zu be-kommen. Oder es ging darum, es später stundenlang anzustarren oder für Voodoo- oder Hexenrituale zu missbrauchen. Die ganzen anderen Leute bekamen es also eher als Alibiübung, damit sich Girlie rausreden konnte, dass es eigentlich nicht bloss um die feuchten Träume früher Jugend ging, sondern weil man halt alle so lieb hatte. Immer aber gab es diese paar Leute in der Klasse, denen man es halt geben MUSSTE, weil, ja weil man es ihnen aus frühsozialtechnischen Überlegungen heraus nicht verweigern konnte. Ich war wohl einer von denen.

Halt, halt, bevor jetzt alle beim Lesen ein mitleidiges OOOOOOOOOOOOOOOOH absondern, damals war mir das durchaus egal. Ich konnte damit leben. Einstellungsbedingt habe ich mir aber trotzdem immer sehr Mühe gegeben mit Selbstgedichtetem oder individuellen Zeichnungen: da gab man sich noch Mühe. Heute wären Poesiealben ja durch MMS-Handys oder PDA’s abgelöst und man bräuchte auch kein digitales Album mehr rumzureichen. Neuer Technik sei Dank kann man das auf dem kabellosen Weg sofort übertragen und Girlie muss noch nicht mal mehr infrarot werden. Was aus all diesen Büchern geworden ist, das wär durchaus spannend zu wissen. Aber ich kann mich nicht mehr wirklich daran erinnern, bei wem ich da je was reingemalt habe. Hat mich ja zwecks Alibieintrag (OOOOOOOOOOOOOOH) auch nie interessiert. Erst später hat mich dann doch etwas beschäftigt: Beim Flaschendrehen gehörte ich auch nicht zu den Wunschkandidaten. Da waren Sportler bevorzugt. Die Coolen halt. Die geilen Typen. Wie ich die damals aber sowas von nicht ausstehen konnte. Was aus DENEN geworden ist, das würde mich… Nein, eigentlich nicht. Nachdem ich gelesen habe, dass einer davon mit einer ehemaligen Big Brother-Kandidatin was hat, da bin ich dann doch froh, dass ich beim Flaschendrehen übergangen wurde und aus mir was geworden ist. Und dass meine Freundin nur VOR dem Fernseher labert und nicht DRIN.

Aktuell im Ohr: U2 – I Still Haven’t Found What I’m Looking For

Eine Ode an Zürich

Abgelegt unter: Allgemein | 25.02.2004 (10:19) |

Zürich ist, ich muss das wieder einmal sagen, eine schöne Stadt. Das ist mir aufgefallen, als mein Tram am Morgen auf der Brücke zwischen Central und Hauptbahnhof stehenblieb. Man sieht dann über die Limmat hoch in Richtung Zürichsee, links und rechts die alten, sich an den Fluss schmiegenden Gebäude. In der Ferne die schneebedeckten Berge und die aufgehende Sonne, die langsam den dunklen Himmel in ein samtiges Blau verwandelt und die Stadt mit ihrem Licht übergiesst wie Honig. Dann fühlt man sich schon mal als Zürcher, obwohl in meiner ID Appenzell steht, ich irgendwo im Unterland aufgewachsen bin, über verschiedene Kantone gezogen bin und in den letzten Jahren ein bisschen mehr Aargauer Einflüsse abbekommen habe als vorgesehen. Ich lebe ja auch jetzt nicht in der Stadt, sondern kurz davor, noch nicht richtig in der Agglomeration, aber jenseits der Stadtgrenze, in diesem surrealen Dorf-an-Stadt-Gürtel. Bei uns stehen nicht wie bei den Hardcoreagglos die Nuttenschleudern vor der Tür, bei uns gibt es keine Low-Twen-Luxus-Tussen, die zwar in den billigsten Läden den teuersten Schampus kaufen, aber bei den Pflegeprodukten offensichtlich bei der Grabbelkiste aus den Vollen schöpfen. Bei uns grüsst man sich und man sagt in der Migros danke, wenn man vorgelassen wird.

Zürich hat verschiedene Facetten. Wir haben auch wieder freundliche McDoof-Bedienungen (wahrscheinlich weil die neu sind) und obwohl Zürich als hektischste Stadt der Schweiz gilt, schlägt der Puls halt doch schweizerisch. In Los Angeles gibt es Ecken, da stehen sie JEDEN Morgen fünf Stunden im Stau. In Zürich hat man in fünf Stunden alles gesehen. Zu Fuss. Spaziertempo. In vielen Städten herrscht nach Schneefall alles im Chaos und überall ist alles matschig. In Zürich passiert das nicht. Wenn hier Schnee fällt, dann herrscht das Chaos auf den zuführenden Autobahnen und eigentlich schafft es dann keiner in die City. Matschig wird es normalerweise auch nicht, es taut höchstens and und friert dann zu, schliesslich ist mit Glatteis mehr Spass möglich als mit Pflotsch, wie das bei uns heisst. Gestern beim Umsteigen zum Beispiel ging eine Frau vor mir, die krampfhaft auf ihre Füsse starrte und vorsichtig trippelte, um nicht auszurutschen und sich langzulegen. Dafür ist sie dann mit dem Kopf mit lautem BONG an das Zone30-Schild geknallt. Ich musste ja sowas von das Lachen unterdrücken. Schadenfreudig sind sie nämlich auch, die Leute in Zürich.

Aktuell im Ohr: HP LaserJet Color

Wenn die Inspiration einmal anklopft

Abgelegt unter: Allgemein | 24.02.2004 (20:35) |

Zehn Minuten Tramfahren kann überaus konstruktive Ergebnisse abwerfen. Ein neuer kleiner Liedtext, geboren auf dem Nachhauseweg.

Küss mich

Du hast schon früh mein Blut gerochen
Kamst angepirscht, kamst angekrochen
Hast mich in den Hals gebissen
Mein Hirn zerkaut, mein Herz zerrissen

Hast mich gelockt, hast mir versprochen
Ich nickte, Du hast mich gebrochen
Wollt es nicht sehen, wollt es nicht wissen
Dir wars egal, hast mich zerschlissen

Küss mich
Nimm mich ein letztes Mal
Küss mich
Sei Lust, sei tiefe Qual
Küss mich, küss mich
Dann gottverdammt verpiss Dich

Mein Atem schreit, meine Hand, sie zittert
Mein Herz kocht über, mein Geist verbittert
Der Sensenmann wartet, jeder kann es sehen
Nur ich will nicht, lass dich nicht gehen

Ich hass Dich, ich will Dich, ich brauch Dich, ich kill Dich

Küss mich
Nimm mich ein letztes Mal
Küss mich
Sei Lust, sei tiefe Qual
Küss mich, küss mich
Dann gottverdammt verpiss Dich

Halt mich…

Copyright 2004 by kay-X

Aktuell im Ohr: Energy 52 – Café del Mar (DJ Narayana Mix)

Körper & Geist – Fitnesscenter Reloaded

Abgelegt unter: Allgemein | 22.02.2004 (17:54) |

Gesunder Geist in einem gesunden Körper propagierten damals schon die alten Griechen. Was damals funktioniert hat, kann heute ja nicht sooo abwegig sein. Griechenland zeichnet sich zwar heute mehr durch Smog und Massentourismus aus als durch geistige Meisterleistungen, aber das muss wohl das Schicksal aller ehemaligen Hochkulturen sein. Ich glaube zwar, dass damals auch die Denker und die Sportler in zwei verschiedenen Körperkategorien untergebracht waren. Diogenes zum Beispiel in einem Fass und die Olympioniken in den Wasserträgern. Meine Absicht allerdings war jedoch, in mir einen Ausgleich zu schaffen und mich wieder fit zu machen, also ab ins Fitnessstudio und wieder trainieren. Ich hab da nebenbei im Büro mal von erzählt und dass dort an den Maschinen mindestens knielange Hosen gefordert werden.

HooBee nahm das etwas befremdet auf und wollte wissen warum. Ich wies ihn darauf hin, dass ich (und viele andere sicher auch nicht) nicht das Bedürfnis habe, anderer Leute Gehänge bei so kurzen Turnhosen mitansehen zu müssen (im Übrigen finde ich auch diese Fleischmurmeln betonenden Spandexradlerhosen verbietenswürdig). Antwort: Du musst da ja nicht hinsehen. Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass mein lieber Kollege noch kein Fitnesscenter von innen gesehen hat, dann kann ich darüber mal hinwegblicken. Für alle anderen, die an diesem Kenntnisstand ebenfalls kranken: Die Trainingsgeräte stehen sich öfter mal direkt gegenüber. Das ist nett, wenn es umu die Brustmuskulatur von Damen geht, aber nicht, wenn es ein Beinspreizer ist und der Typ trägt eben diese Freiheit-für-die-Klöten-Hosen. Je nachTrainingsintensität hat man EINEN ganz bestimmten Blickwinkel und hat eine konzentrierte Blickrichtung. Wenn ich jetzt mit genügend Gewicht unter Belastung stehe und werde in eben diesem Moment von einer Eier und Würstchen-Pfanne erschreckt werde, dann ist das gefährlich, denn wenn ich keinen Gegendruck mehr gebe, will ich bestimmt nicht mit Anlauf um die Maschinerie gewickelt werden.

Nach massiver Ertüchtigung wurde ich dann zur Förderung meiner Kondition erstmals auf ein Laufband gestellt. Laufen, aber sich nicht vom Fleck bewegen war eine ganz neue Erfahrung. Besonders, was die Koordination meines Gleichgewichtsorgans betrifft. Wenn ich normal gehe oder laufe, kann ich in jede erdenkliche Richtung sehen. Auf einem Laufband kann ich das nicht. Das hat insofern den Nachteil, dass ich nicht einfach neben mir trainierende Frauen begaffen kann, ohne unmittelbar auf die Fresse zu fallen. Diese Gerätschaften hat sich bestimmt eine Frau ausgedacht. Also Blick geradeaus und abtraben. Nach dem dritten Mal habe ich auch gemerkt, dass man mit der richtigen Musikkulisse viel schneller läuft, einfach weil sich die Füsse dem Rhythmus anpassen. So musste ich das Band je länger je schneller stellen, von Walking zu flottem Gehen. Spätestens bei Thomas D.’s “Wish” rannte dann nicht nur Lola, sondern auch der keks.

Was passiert nun am Ende der Lauferei? Man steigt vom Band und rennt erstmal gegen die Wand. Ich zumindest. Es fühlt sich an wie in die Füsse implementierte Rollschuhe, man denkt, man rollt, fliesst, gleitet. Ähnliches Feeling, wie wenn man in den Flughäfen auf diesen Transportbändern nicht stehenbleibt, sondern ausschreitet. Bizarr! Wenigstens konnte ich auf der zweiten Treppenstufe noch meine Füsse wieder unter Kontrolle bekommen und nicht das ganze Stockwerk runterpurzeln. ABer auch das bekomme ich noch in den Griff. Dann kann ich auch die Pulsmessgriffe umfassen ohne über die eigenen Füsse zu stolpern.

Der Vorteil ist dann, dass ich nach genug Training nicht mehr das Gefühl habe, ich würde meine Lunge in den Bus kotzen, wenn ich wieder zu spät von zuhause losgegangen bin. Apropos Geist und kotzen: Bei der ersten Schweizer Castingshow… Falsch, ist ja schon die Zweite. Also, bei der zweiten Schweizer Castingshow namens MusicStar prägte ein Jurorenspruch unsere aktuelle Dialektwelt: “Meh Dräck” (= mehr Dreck). Damit wollte der sympathische Herr einem Kandidaten mitteilen, dass seine Präsentation zwar okay war, aber halt das raue Urtümliche, das Markante vermissen liess. Gestern las ich etwas in diesem Zusammenhang auch über das Schreiben.

Man solle echt schreiben, wie es in einem hochbrodelt, weil dann das Leben auf das Papier trieft, unverfälscht, ohne eigene Kopfzensur, einfach schreiben und nicht überlegen, ob das jetzt passt oder nicht. Mit meh Dräck eben. Eigentlich korrekt. Wenn meine Gedanken losschiessen wie rausgerotzt, dann treffen die den Punkt irgendwie besser, als wenn ich daran rumfeile. Muss nicht für jeden passen, für mich konnte ich das durchaus unterschreiben. Was klingt echter von Bruce Willis in “Die Hard” (= Stirb langsam): Yippiekayeh Moddafacka oder Jippieieh Schweinebacke. Hätte Bruce das wirklich gesagt? Uuuh, I feel dirrrty now. Und schön, dass wir mal drüber geredet haben.

Hm. Ob ich das da oben so stehen lassen kann?

Aktuell im Ohr: Oomph! – Hidden Track auf “Wahrheit oder Pflicht”

Ein Wunsch

Abgelegt unter: Allgemein | 19.02.2004 (16:07) |

Mögen Raucher, die auf Nichtrauchertoiletten am rumqualmen sind und danach noch nicht mal das Fenster aufmachen können, beim Feuer zeugen in ihren eigenen Fürzen explodieren.

Aktuell im Ohr: Whitney Houston – How Will I Know (na super, DAS kann ich wieder hören…)

Ehrlich währt am längsten

Abgelegt unter: Allgemein | 19.02.2004 (15:44) |

Was wäre, wenn Werbung ehrlich sein müsste? Wenn Waschpulver erklären müsste, dass sie auch nicht weisser waschen als die Konkurrenz, aber trotzdem teurer sind, einfach weil der Chef einen Ferrari wollte. Wenn Slipeinlagenhersteller bekennen müssten, dass man mit ihnen nicht plötzlich auf der Strasse Ballett tanzen muss. Wenn Anbieter von Unterhaltung schreiben, was man wirklich geboten bekommt:

Ab wann darf man eigentlich sagen, egal ob ob- oder ob sub-jektiv, dass ein Mensch hässlich ist? Aber so richtig! Eine Sonnenfinsternis des guten Geschmacks. Ein wahrer Grund, verspiegelte Sonnenbrillen zu tragen. Gegen INNEN! Wann darf man das? Darf man überhaupt? Weil eigentlich kann man es sich ja nicht aussuchen, mit was für einem Gesicht man auf die Welt losgelassen wird. Man kann zwar etwas draus machen. Mit Pflege. Oder mit Vollbart (besonders bei Frauen). Oder mit einer Papiertüte. Es gibt Menschen, die schlagen aus ihrer Hässlichkeit Profit und gehen zu nachmittäglichen Talk Shows. Die Gäste da sind nämlich prinzipiell hässlich. Wenn nicht, dann haben sie ein anderes Problem. Was wäre, wenn Fernsehtrailer ehrlich sein müssten? Heute bei Blablabella, Pritt, Geisseln oder wie die alle heisseln: Vier Hässliche, ein Machoarschloch, eine exhibitionistische Volltusse und zwei beziehungsgestörte Proleten. Wer davon moderiert kann man sich aussuchen.

Aktuell im Ohr: Core22 – *rausch*

Einmal pro Monat, einmal pro Jahr

Abgelegt unter: Allgemein | 16.02.2004 (22:07) |

Frauen haben nicht nur ihre Tage, sie haben auch ihre Valentinstage. Jedes Jahr, pünktlich zum Vierzehnten Februar, dieses Jahr genüsslich und prägnant direkt hinter Freitag dem Dreizehnten angesiedelt. Hätte man am Freitag schon des Samstags Damoklesschwert erkennen sollen? Letztes Jahr habe ich die Theorie vertreten, der V-Day sei von Geschäftsleuten im Allgemeinen und Blumenvertickern im Speziellen eingeführt worden. Falsch. Der Tag wurde von den Frauen erfunden zum Namenstag der heiligen Valencia, aber damit es nicht so auffällt, wurde der Tag umbenannt. Warum der Aufwand, mag man sich fragen. Keine X-Akte, keine Twilight Zone, alles ganz banal: Die männliche Vergesslichkeit. An einen Geburtstag oder an Hochzeitstage, da muss sich jeder individuell erinnern, das fällt schon mal zwischen Sportübertragung oder Besäufnis. Aber ein Tag, an den sich alle Männer erinnern sollen, auf EINEN Schlag, der multimedial und an jeder Ecke angekündigt und beworben wird, wie kann man DAS übersehen? Nicht. Tag der Verliebten, ja, ja, klar. Sicher doch. Nicht mit dem Zaunpfahl wird gewinkt, sondern mit mit einem kompletten Viehweidenzaun. Australische Abmessung.
Also sollte man denken, dass die Typen das verinnerlichen und rechtzeitig für benötigte Heuchelstauden sorgen. Und genau an dieser Stelle offenbart sich der weibliche Denkfehler: Männer haben nicht nur kein Erinnerungsvermögen an Daten generell sondern auch keines für aktuelle Wochentage. Wie sonst könnte es sonst sein, dass am Samstag, den 14.2. vor und in jedem Blumenladen rege Schlangenbildung herrscht? Interessanterweise lauter geschleimte Kravattenträger, Marke COOL, Label “Ich bin der Geilste”, nur auf dem Waschanleitungszettel steht “Intelligenzquotient wie Aubergine” oder seine Adresse, weil er zu hohl ist, sich den Heimweg zu merken. Die haben also alle in letzter Sekunde bemerkt, dass sie abends nicht rüber dürfen, wenn sie kein Grünzeug anschleppen (wobei Salat nicht zählt) und benehmen sich am Blumenstand wie die Möven bei Finding Nemo.
Vielleicht wollen aber Frauen gar keine Blumen. Vielleicht soll es einfach nur ein bisschen mehr Aufmerksamkeit sein. Oder ein bisschen Zurückhaltung. Dass man sie beim Autofahren nicht aus Versehen fragt, seit wann die Strassenverkehrsämter auch Waffenscheine ausstellen. Dass man sich Zeit nimmt. Zusammen kochen, einen Spaziergang machen, ein Kärtchen schreiben mit einem Gedicht. Es macht nichts, dass neunundneunzig Prozent der Männchen sich schriftlich-romantisch nicht wirklich artikulieren können und meistens was Schweinisches raus kommt. Der Wille zählt. Aber was tut der digital erzogene Mensch in unserer analogen Welt: SMS schreiben. So lässt sich verhindern, dass man einen Gedanken grösser 160 Zeichen fassen muss. Ist schnell erledigt und man kann es fürs nächste Jahr abspeichern. In der Schweiz wurden am Valentinstag achtzehn Millionen SMS verschickt. Bei grade mal so um die sieben Millionen Einwohnern. Aha! Wer hat da wohl mehr als ein Eisen im Feuer?

Aktuell im Ohr: Oomph! – Viel Zu Tief (wird sicher ein heftiges Konzert)

Aberglaubensfragen

Abgelegt unter: Allgemein | 13.02.2004 (11:43) |

Freitag ist, der Dreizehnte des Monats, und viele Leute werden sich heute nicht aus dem Haus trauen, an Hasenpfoten reiben, Hasenpfoten in die Hose stecken, Salz über die Schulter werfen, statt nach vorne, weil der Gehweg vereist ist, eine rosarote Brille anziehen, damit die schwarzen Katzen weniger bedrohlich wirken. Und so weiter. Ich bin nicht abergläubisch, wobei ich aber glaube, dass es durchaus Dinge gibt, die sich nicht erklären lassen. Obwohl ich am heutigen Tag nicht im geringsten Sorgen habe, gebe ich ein anderes Phänomen zu: Ich kann nicht unter Leitern durchgehen. Geht nicht. No way. Ich klopfe auch nicht den ganzen Tag auf Holzköpfe, weil das was bringen sollte, ich rubble nicht an fremden Kaminfegern rum und Marienkäfer lasse ich in Ruhe. Aber die Leitern… Wo das wohl herkommt? Vielleicht hat das ja Gründe in einem früheren Leben. Vielleicht war ich ja mal Leiter von irgendwas und habe dort kläglich versagt. Oder ich bin von einer Leiter gestürzt und dabei in dieses Leben gekommen. Dann würde es aber mehr Sinn machen, nicht auf Leitern zu klettern, anstatt nicht unten durch zu gehen. Oder ich habe generell eine Abneigung dagegen, irgendwo unten durch zugehen. Ich bin ein Überflieger. Oder Tiefflieger. Oder ein Schieflieger. Was aber, wenn wirklich früher was war? Habe ich mir irgendwann ins Karma gespuckt?
Apropos Karma: Gibt es auch Karmaschinken? Ach, Quatsch, das wollt ich doch gar nicht fragen. Karma. All unser Tun und Handeln hat einen Einfluss auf unsere nächste Existenz. Deshalb habe ich bei meinen ganzen Lästereinträgen auch die Karma-Funktion ausgeschaltet, ich muss ja nicht jeden Tag sehen, dass ich eigentlich schon ein Plätzchen an einem sehr warmen Ort (nein, nicht die Karibik) auf sicher haben könnte. Wenn ich mir das recht überlege, dann habe ich mich ja eigentlich schon ziemlich tief reingeritten und demzufolge würde ich doch eigentlich jetzt karmassive Narrenfreiheit haben. Theoretisch. Dann könnte ich mich nämlich auch fragen, warum Opernsängerinnen in der Regel aussehen wie in Fesselballons gehüllte Seelöwen. Ich glaube es gibt nur eine, die auch optisch was hermacht. Von der könnte man im CD-Booklet dann doch eigentlich ein Mittelteilausklappbild machen, so wie es in anderen Magazinen, die ich noch nie gelesen habe, welche gibt. Das kann man mit normalen Jaultussen nicht machen, weil der Papierverbrauch für deren Poster mit den Holzvorräten des Regenwaldes radikal aufräumen würde.
Und was heisst wohl “Leck mich” auf japanisch? Ein kleiner Knipstourist grinst dich an und will ein Foto von sich und a) seiner Frau, b) seinen 754 Begleitern aus dem gleichen Reisebus oder c) mit einem ortsansässigen Monument, bei dem er nicht mal weiss, aus welchem Land es stammt und er grade steht. Ihm Dann sowas vor den Kopf zu klatschen (lächelnd wie die aufgehende Morgensonne), das wäre sicher interessant. Ob er dann auch so grosse Augen macht wie Bambi bei der Begegnung mit den Scheinwerferkegeln eines Gemüselasters? Tja, wärst du bloss ein Elch und der Laster eine A-Klasse. Oder wärst du bloss nicht unter dieser Hochsitzleiter durchgegangen.

Aktuell im Ohr: Was Lahmes von den Scorpions

Zusammenstossversuchsblödlinge

Abgelegt unter: Allgemein | 12.02.2004 (13:23) |

Ich stelle mir gerne vor, wie es wäre, wenn Reality TV Soaps einmal die tatsächlich mitgenommenen Existenzen beleuchten. Aber was bekommen wir? Vor besoffenen Deutschen grölende Viagraproleten, Castingshowlosers familienangehörige Wolfgang-Petry-Klone oder demenz- und inkontinenzgeplagte Ex-Fledermausfresser. Ich hätte aber lieber einen Einblick in den Alltag von Crash Test Dummies. Mama und Papa Dummy und die Kinder Crashy und Testy. Das sieht bestimmt nett aus, wenn Papa in der Firma morgens mit Hut und Aktentasche einstempelt KTSCHING und danach ins Auto steigt und zum Einstieg gegen eine Betonwand geklatscht wird. In der Kantine Sitzen danach alle zusammen und beantworten ihre Fragebogen, wie es denn gewesen ist. “Wovon wurdest du denn heute gefahren?” – Guckt auf das Loch im Bauch und sagt: “Weiss ich nicht genau, aber die Lenksäule ist massiv”. Dann stossen die Jungs und Mädels von den Haushaltswaren dazu, der eine ohne Arm, weil der neue Lebensmittelzerkleinerer DOCH noch nicht ganz ausgereift war.
Auch für Mama Dummy kann man sich interessante Szenarien vorstellen. Auf dem Weg zum und vom Einkaufen wird sie sieben bis acht Mal überfahren, umgefahren, angefahren. Teil des Jobs ist es natürlich auch, sich beim Putzen auf Drehstühle zu stellen oder möglichst demonstrativ jegliche Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen. Urlaubsfahrten dauern selten länger als fünf Minuten, weil Mauern und andere Autos gibt es überall. Aber genau drum bekommen alle genau zur gleichen Zeit Urlaub, die Chance auf Angehörige der Firma zu stossen ist ungleich höher. Auch Dialoge laufen ganz anders ab. “Mamaaaa, wie lange dauert es denn noooch?!” – “Sei ruhig, Kind, sonst musst du den neuen Kindersitz ausprobieren!” – Mmmm Mmmm Mmmm.

Aktuell im Ohr: Gejaule
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