Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Büchergewürm

Abgelegt unter: Allgemein | 30.01.2004 (13:43) |

Buchhandlungen sind toll. Bücher sind super. Buchhändlerinnen sind, nach meinen Erfahrungen, eher… hm… wie sag ich das jetzt? Sie haben die erotische Ausstrahlung eines Birkenstock-Vertreters. Nun mag man ja sagen, das ist nicht prinzipiell ein Anstellungskriterium, aber muss man jemandem sofort ansehen, dass Bücher lesen der einzige Zeitvertreib ist? Vielleicht bin ich auch nur etwas angeranzt wegen gestriger Ereignisse. Nach wochenlangen Überlegungen, ob ich denn ein bestimmtes Buch nun kaufen soll oder nicht, beziehungsweise erst die englische Version lesen soll, die schon länger zu Hause liegt oder nicht, habe ich mich gestern entschieden, den Kauf zu tätigen. Ich habe das Buch in diesem einen Laden seit Wochen regelmässig gesehen. Ausser gestern. Da hat – ganz in Murphys Tradition – irgendein Depp genau dieses Buch gekauft. Nun ist der Laden zwar extrem gut gelegen, aber – offensichtlich kann man es sich dann leisten – wenn ich in der Hölle verloren gegangene Dämonen suchen müsste, ich würde dort fündig werden. Also habe ich mich vor den Verkäufern (männlich wie weiblich) eher gefürchtet und machte mich auf den Weg zur nahe gelegenen Zweitfiliale. Vierhundert Meter später stand ich vor einem Regal und suchte im Regal, um allerdings festzustellen, dass dort ebenfalls dieser gesuchte Roman nicht vorrätig war. Eine Stimme, welche die Aussentemperatur von Minus Vier Grad wie ein tropisches Lüftchen erscheinen liess, fräste sich gnadenlos durch mein Rückenmark. “Suchen Sie etwas?” – “Ja, doch. Cryptonomicon von…” – “Haben wir nicht *fräs*” (nicht, dass ich das nicht eben selber festgestellt hätte) …Pause… “Aber ich kann im Computer nachsehen und die andere Filiale anfragen *fräsfräs*”. Das fan ich eine gute Idee, weil zumindest schienen sich die nicht gegenseitig voreinander zu ängstigen. Also bat ich um entsprechende Unterstützung und Sie tippte den von mir genannten AUTOREN ein (nicht etwa den sehr prägnanten TITEL, schreibt also STEVENSON und startet den Suchlauf. Nach einigen Momenten fragt sie mich dann auch, wie man es schreibt, ich korrigiere auf STEPHENSON und sie sucht nochmal. Da kommen halt ein paar und sie fragt mich nach dem Vornamen. Den ich ihr auch schon gegeben habe. Sie tippt NEIL und sucht und ich darf nachher auf NEAL korrigieren und nochmals ward gesucht. Tatsächlich fand sie es dann und rief an. Kurz darauf legt sie wieder auf und sagt zu mir: “Haben die auch nicht *fräääääs*”. Was erwarte ich nun als Kunde von jemandem, der mir was verkaufen möchte, um sein Einkommen zu sichern? Einen frostigen Blick und ein Schweigen? Hallo? Kundenorientierung = Fremdwort? Kein “Ich kann es aber bestellen”? Nein. “Aha. Na dann schau ich doch mal bei der Konkurrenz, danke schön”. Wo ich es auch fand. Und noch MEHR.
Mit Cryptonomicon unterm Arm fiel mir dann noch ein, dass ich von einem Autoren zwei Bücher habe, die ich super fand und gerne mehr lesen würde. Nur fiel mir der Name nicht mehr ein. Vom Autor. Von den Büchern schon. In dem Laden sahen die Umblätterökos freundlicher aus (sind sie auch) und so begab ich mich zum Infopoint und fragte. Ich erwähnte, dass ich zwei Bücher besitze, das eine heisst SIEBEN und das zweite irgendwas ZEICHEN DER SECHS oder so. “Sieben wie der Film?”. Nein, werfe ich ein. Das ist was anderes. Nun ist das Suchprogramm der Buchhändler irgendwie Kacke und wenn man SIEBEN eingibt, dann kommen auch die sieben Geisslein. Keine brauchbare Einschränkung möglich und es waren ja auch bloss 2348 Suchergebnisse. Sie dreht sich um und fragt ihre Kollegin, ob sie ein Buch namens SIEBEN kennt. “Sieben wie der Film?”. Nein, werfe ich ein. Das ist was anderes. Nein, kennt sie nicht. Dann fällt mir ein: Der Autor könnte FROST heissen. Sie sucht. Findet einen MARK FROST und der hat ein Buch namens SIEBEN geschrieben und ich nicke und sage, das müsste der sein. Also schnappt sie sich einen Katalog, um nach einer Inhaltsangabe zu suchen, die uns bestätigen soll, was ich eigentlich schon gesagt habe. Findet aber nichts im Katalog. Will dann wissen, ob ich denn die Hardcoverausgabe haben will. Ich habe ihr dann nochmals erklärt, dass ich die eben erwähnten Bücher schon besitze. Zweite Kollegin kommt und meine Informantin fragt sie, ob sie ein Buch SIEBEN kennt. “Sieben wie der Film?”. Nein, werfe ich ein. Das ist was anderes. Konnte mich knapp davon abhalten, über den Tresen jemandem an die Gurgel zu springen. Zurück zum Computer, wo ich erfahre, dass Mark Frost nur ein Buch geschrieben habe, zumindest auf Deutsch. Ich habe dann nochmals erwähnt, dass ich die beiden Bücher HABE. Auf DEUTSCH. Und mich eigentlich nur interessieren würde, ob der noch mehr geschrieben hätte. Egal in welcher Sprache. Sie bot mir dann einige weitere Bücher an, wo aber die Titel offensichtlich (für mich zumindest) aussagten, dass das jeweils die gleichen waren wie meine, nur halt in anderen Sprachen. Das andere Buch hat er übrigens auch geschrieben, ist aber vergriffen. Dafür weiss ich jetzt, dass Frost auch schauspielert und man Filme mit ihm bestellen kann. Vielleicht ist das aber auch ein ganz anderer, was mir aber auch wurscht ist, weil ich ja eigentlich nur weiteren Lesestoff erfragen wollte. Es gibt Momente, da ist Internet der Buchhandlung voraus. Und Erotik gibt es einen Klick weiter Links.

Aktuell im Kopf: Assemblage 23 – Lullaby

Wecked by the bell

Abgelegt unter: Allgemein | 23.01.2004 (9:33) |

Grundsätzlich finde ich, nach dem Weckerklingeln sollte man eine Spur frischer aussehen als so. Es ist doch wohl grässlich genug, zu nachtverschlafener Zeit wachgeklingelt zu werden. Dass man auch noch konstant im Halbschlaf versucht den Wecker abzuschalten, aber von den beiden vorhandenen denjenigen schlägt der gar nicht klingelt und sich dann wundert warum es nicht aufhört. So fängt es doch gut an. Nebenstehendes Bild erinnert mich hauptsächlich an den Gang ins Bad mit kleinen, dunkelheitsgewöhnten Augen und plötzlich geht das Licht an und die Augen versuchen sofort in den Kopf zurückzukriechen und die Schotten dicht zu machen. Mit offenen Augen Zähne putzen ist aber einfacher und Rasieren sicherer, also werden die Augenlider per Kneifzange zum Öffnen gedrängt. Nicht dass die Augäpfel einem das danken würden, wenn man ihnen die Welt zeigt. Nein, nein. Sie verzerren dann zum Dank die Ansicht des Spiegelbildes nach Gutdünken und schicken einen per Schock hellwach in den Tag. Zumindest bis es nach zehn Minuten in die Koffeintalsohle geht und man sich Flüssigkeit in die Futterluke kippt. Ist Oberkante Unterkiefer erreicht, dann ist erstmal gut und die Wachmacherchen können anfangen, ihren Job zu erledigen, vorausgesetzt, man beugt sich nicht vor und alles pladdert auf den Tisch.
Anstatt Kaffee bieten sich ja auch andere, gesündere Getränke an. Gestern habe ich gelernt, dass es zum Beispiel entschlackendes Birken-Elixir gibt. Erster Gedanke: Huähwasbitte? Birken-Elixir. Aussehen tut es wie Wasser, dass seit einer Woche dazu gedient hat, Glücksbambus zu wässern. Riechen tut es wie Brackwasser und nach Ansicht von mehreren schmerzverzerrten Gesichtern habe ich trotz allen “kay-X testet Lebensmittel”-Folgen entschieden, das Zeugs NICHT zu probieren. Birken-Elixir. Wie stelle ich mir die Verwendung vor? Sägemehl in Teebeuteln? Stellt IKEA das her? Ist es nicht einfacher, an einem Birkenregal zu lecken? Abstauben wäre dann auch gleich mit erledigt. Ich versuche mir auch grad vorzustellen, wie das gewonnen wird. Hobelspäne, die bei der Produktion von Möbeln abfallen sind nur eine Variante, eine andere wäre die kleine elektrische Baumpresse für die Küche. Baumkuchen gibt es auch, warum dann keinen Tree Juice. Squeeze me, baby.
Nebenbei noch angemerkt: Bei uns bekommt man Feuerholz an Tankstellen. Rechne ich das jetzt zum Antriebsmaterial für Nostalgiefahrzeuge oder zu den Snacks?

Aktuell im Ohr: Von wem auch immer – Dream A Little Dream Of Me

An den Rand gefragt

Abgelegt unter: Allgemein | 21.01.2004 (9:50) |

Rein so aus Interesse: Kennt die jüngere Generation eigentlich noch dieses Bild?

Hey, Kiddies, sagt euch das was? End of Internet? Drogenrausch nach zwölf Stunden Dauerchatten? Na? Na? Wer weiss es? Wer weiss es? Bueller?

Aktuell im Ohr: Donna Summer?

Read my lips

Abgelegt unter: Allgemein | 20.01.2004 (22:53) |

Wieder einmal zerrt eine Zeitung die schon recht angestaubte Untersuchung an den Tag, dass zehn Minuten Brüstegucken pro Tag lebensverlängernde Einflüsse hat. Das gründe auf verbesserte Durchblutung und die Ausschüttung von Endorphinen. Nein, das hat nichts mit Flipper zu tun. Also singt man nicht täglich sein “OMMMM!”, sondern zieht sich Seite 3 einschlägiger Printprodukte rein und schon tritt man dem Tag stramm entgegen. Statt Prozac ein Jahresabo von Praline. Warum auch nicht? Ja, warum? Ganz einfach. Es gibt in den meisten Beziehungen einen ganz klaren Grund, warum auch nicht: die Partnerin. Last mich das mal erklären. Der Mann an und für sich ist ein Gaffer. Boah, guck’ ma’! So in dem Stil. Augen starr und eine durchtrainierte Nackenmuskulatur. Doch eines Tages passiert es und in der Regel gerät er an eine Frau, mit der er sich zusammentut und die offensichtliches Gaffen nach anderen Weibchen zutiefst primitiv und völlig unpassend findet. Das sagt sie ihm natürlich auch umgehend. Deutlich. Das sieht dann ungefähr SO aus:

Zehn Minuten gucken, längeres Leben, aber nichts davon haben, weil mann zwei Wochen nicht ran darf. Also mutiert das Männchen zum Kopfneiger und wird darauf konditioniert, eben genau NICHT zu kucken. Er wird zur Spezies des verhinderten Gaffers (luckus geilus vulgaris). Das wiederum bedeutet nun, schenken wir der oben angeführten Studie Glauben, dass durch fehlendes Betrachten von nackten Brüsten das Leben kürzer wird. Ja, warum sterben Männer früher als Frauen? Weil sie es WOLLEN! Ich nicht. Ich habe eine Freundin, die ist da ganz anders. Irgendwie erschreckend. An Kiosken habe ich ja schon manche Stunde meines Lebens verbracht. Ähnlich wie Bücher finde ich Zeitschriften überaus interessant (naja, nicht alle), das mag wohl daran liegen, dass beides aus Papier ist und entweder Buchstaben oder bunte Bildchen drin sind. Nun schlender ich da so lang und da fragt mich doch meine Eine: “Du sieh mal, willst du nicht noch den Playboy mitnehmen?” Schocksekunde. Und ich denk: “FANGFRAGE”! Aber falsch! Sie meinte das wirklich so. Ich liess dann schnurstracks mein früheres Leben kurz Revue passieren und kam zu dem Schluss, dass da doch irgendwas nicht stimmen konnte. Tat es aber, ich hätte da eigentlich alles mitnehmen können. Wollte ich aber nicht. Auch nicht den Playboy. Da sind die Mädels nämlich nackig. Was ja an und für sich nicht schlimm wäre, nicht dass mir da jetzt jemand eine Miss versteht.
Aber ich griff dann doch beherzt zur Maxim (oder FHM, hallo Göögle), weil ich mag nun mal das etwas verhüllte, wo der Kopf auch noch an der Betrachtung beteiligt ist. Was hab ich davon, wenn ich bei einem Model die Mandeln erkennen kann? Von UNTEN? Nichts. Erotische Spannung, sage ich da nur. Nicht niederstes Bumsbudenniveau. Wenn ich sowas haben will, dann schalt ich auf RTL2. Nach Mitternacht. Nur für die Werbespots. Da hin, wo Frauen aus meiner Nachbarschaft aus Leidenschaft Bekanntschaft suchen. Wenn DIE in meiner Nachbarschaft wohnen würden, ich wär der erste, der die Türen und Fenster vernageln würde. VER, klar? VER!

Aktuell im Ohr: Depeche Mode – In Your Room (Portishead Remix)

Das Leben ist keine DVD

Abgelegt unter: Allgemein | 19.01.2004 (15:28) |

Obwohl, gewisse Ähnlichkeiten hat es ja doch. Ganz am Anfang, da drückt jemand auf PLAY und los geht es. Aber mehr oder weniger war es das dann auch schon. Denn: Wenn ich in den Laden gehe und mir DVD’s ansehe, dann kann ich mehrere auswählen und mir dann eine oder zwei rauspicken, die mir gefallen könnten. Auf den Hüllen sind Bildchen und die Story wird in der Regel kurz erklärt. Nicht so beim Leben, da gibt es keine Klappentexte und üblicherweise ähnelt das Endprodukt auch eher einem Experimentalfilm eines Kunsthochschulstudenten als an eine durchorganisierte Hollywoodschaukelproduktion. Auch wenn die Scheibe dann einmal läuft, da ist nichts mit Menü und Kapiteldirektanwahl, da geht man eins nach dem anderen an. Keine Sprungfunktion für Unerfreuliches und kein Replay für Dinge, die einfach toll waren. Allerdings ist ja wiederholtes Betrachten auch nicht mehr das Gleiche, denn der Überraschungseffekt ist weg. Dann doch lieber immer wieder neue Erfahrungen? Zugegeben, Sound und Grafik ist beim Leben nicht zu toppen, schliesslich hat man ständig Surround-Sound und glasklares Bild, auch ohne fündundzwanzig Kilometer Kabel durch die Wohnung zu ziehen und am Ende zu rätseln, welcher Stecker jetzt in welche Buchse kommt. Das geht unmittelbarer.
In der Regel hast du beim Leben auch keine Collectors Edition mit zusätzlichem Bonusmaterial. Was denn? Die Geburt Reloaded? Making Of erstes Mal? Die Zusammenstellung der Dinge die etwas schief gelaufen sind mögen durchaus die Länge des Hauptfilmes übertreffen und ich muss nun ehrlicherweise auch nicht aus fünf Kameraperspektiven sehen, wie ich vom Fahrradsattel gerutscht bin und mir gewisse Zentralorgane gequetscht habe. Natürlich kann man, wie ich das auch schon einmal angeregt habe, die SLOW-Taste drücken und dadurch etwas zurücklehnen und die Welt um sich betrachten, aber PAUSE und aufs Klo rennen oder kurz zum Kühlschrank, damit kann “Leben – Der Film zur Realität” nicht dienen. Echtzeit, unverfälscht, ganz grosses Kino oder einfach billiges Reality-TV, abhängig davon, was man daraus macht. Keine Fortsetzung, aber immerhin auf Dauersendung. Wie Teleshopping, was den qualitativen Vergleich jetzt natürlich etwas hinken lässt. Natürlich hätte beides seinen Vorteil (ich denke jetzt an die Sprachumschaltung, was Ferien in fremden Ländern überaus erleichtern würde), aber wir sind nun an das eine gebunden und verwenden das andere zur Unterhaltung. Selbstverstänlich kann man auch “Leben – Das Leben zum Leben” zur Unterhaltung verwenden. Wenn man es geniesst und wirken lässt. Dabei dann nur noch daran denken: Es gibt gute und schlechte Filme, wenn man aber Regisseur, Autor, Produzent UND Darsteller in einer Person ist, was hält einen davon ab, einen guten Film daraus zu machen? Bräute in engen Lederklamotten und mit Kanonen MÜSSEN ja nicht unbedingt dazu gehören. Jemand Popcorn?

Aktuell im Ohr: Stille. Die ganzen Radio-Besitzer sind schon nach Hause

Der Tag hat 24 Stunden

Abgelegt unter: Allgemein | 14.01.2004 (13:23) |

Wenn das nicht reicht, dann nehmen wir eben noch die Nacht hinzu. Wo kommt bloss die ganze Zeit hin? Wo kommen wir hin, wenn die ganze Zeit dauernd wegkommt? Ich war ja noch nie der Hellste (halt, stop, noch nicht freuen, der Satz geht noch weiter), was Zeitmanagement anbelangt. Hm. Warum heisst das eigentlich nicht Zeitwomanagement? Egal. Also in Sachen Zeiteinteilung, Zeitaufteilung und optimale Nutzung des Ein- und Aufgeteilten, da hapert es bei mir. Oder ich nehme mir einfach zu viel vor. Oder ich mache zu wenige Dinge gleichzeitig. Entweder habe ich zu wenig Schlaf, zu wenig Zeit zum Lesen, zu viel Zeit zum Werbespots schauen, zu wenig, zu viel, zu wenig, zu viel. So geht das nicht. Das muss optimiert werden. Optimierung durch gleichzeitige Abarbeitung verschiedener Tasks. Ich bin also kein Zeitmanager sondern ein Taskmanager. Wenn Windows das kann, warum dann nicht ich. Abstürzen geht ja schliesslich auch. Bloss die richtige Zusammenstellung muss erst gefunden werden, denn nicht alles was Sinn macht, ist technisch auch umsetzbar. Schlafen und essen gleichzeitig: nicht gut. Duschen und Toast machen: ungeschickt. Zähne- und Fensterputzen: optimal, solange man die gleichen Bewegungen machen kann, da meine zwei Hände gleichzeitig keine verschiedenen anspruchsvollen motorischen Bewegungen machen können. Fitnesstraining und Fernsehen passt auch, ausgenommen Bauchmuskeln in Kombination mit Hardcore-Comedy. Ist leicht irritierend. Für die Muskeln. Essen und Fernsehen. Eigentlich kann man beim Fernsehen fast alles machen. Ausser vielleicht Playstation spielen. Per Splitscreen. Versucht euch mal auf präzises Hüpfen und schiessen zu konzentrieren, wenn in der zweiten Bildhälfte Talkshows mit Hausfrauenstrip oder akustische Castingshowvergewaltigungen gezeigt werden.
Oder Dr. Stefan Krank, der Arzt, den die Frauen verhauen. War da eigentlich zuerst der Schundheftchenroman oder die Schundfernsehserie? Kürzlich angetroffen auf einem Wohnzimmertisch: Ein Exemplar von Frankschem Druckwerk, mit dem Untertitel “Von roten Rosen und falschen Schwüren”. Häh? Was hat das mit einem Arzt zu tun? So passt das auf die Heimatschiene oder zu Habib, dem romantischen Gärtner aus Leidenschaft. Bei einem Doktorchen muss das heissen “Von roten Rosetten und falschen Geschwüren”. Dann klappt es auch mit der Nachtschwester.
Apropos Ärzte und Schwestern: Wenn man in einem Spital genau zur gleichen Zeit essen geht wie die ärztliche und schwesterliche Belegschaft (belegt da eigentlich das eine das andere?), man kommt sich vor wie in einer Schneelawine. Da träume ich doch von bunten amerikanischen Kittelchen. Oder ich träume generell. Von einem Bett. Und viel Zeit zum Schlafen. Im übrigen werde ich zukünftig ein Pyjama tragen mit der Aufschrift: “Beim ersten Klingeln bitte wenden”.

Aktuell im Ohr: Annie Lennox – No More I Love You’s

In eigener Sache

Abgelegt unter: Allgemein | 13.01.2004 (8:13) |

Eine kleine Frage am Rande, zugleich ein Anreiz, das Gedächtnis spielen zu lassen. Oder ich lasse den Verdacht aufkommen, ich würde bei den Seitenstatistiken schummeln wollen. Aber weg davon: Wenn IHR, meine geschätzten Leserinnen und Leser, euch entscheiden müsstet für die Top 5 aus meinen Buchstaben gewordenen Entgleisungen, welche wären das? Gibt es da irgendwelche Favoriten? Memory Burner? Tell me, please.

Noch was anderes:
Geht mal zu Google, gebt “miserable failure” ein und klickt “Auf gut Glück!” an. Bezeichnend, oder?

Aktuell im Ohr: Roxette – Crash Boom Bang

Schuhting star

Abgelegt unter: Allgemein | 09.01.2004 (12:52) |

Männer können die Anzahl ihrer Schuhpaare an einer Hand abzählen. Frauen können die Anzahl ihrer Schuhschränke an einer Hand abzählen. Meistens. Warum ist das so? Ein Mann hat pro Jahreszeit ein Paar, plus eines für Sport, eines für besondere Anlässe und eines das weh tut. Zieht er aber trotzdem an, ist ja schliesslich ein Mann. Frauen haben nicht für jede Saison ein Paar, sondern pro Tag. Oftmals sogar nicht nur ein Paar sondern ein paar. Schliesslich müssen Schuhe nicht einfach praktisch sein um damit zu gehen, neiiiin, das ist eine völlige Verschwendung von Material. Merke, Mann: Schuhe sind nicht zum Gehen da, sondern zum existieren. Beispiel? Nimm einen Müllsack, stell dich vors Schuhregal und fang an, Pumps reinzuwerfen. Sie wird schneller anfangen zu heulen, als wenn du sie mit einem glühenden Schürhaken kitzelst. Schuhe müssen nicht nur zur Gelegenheit passen, sondern auch zum Rock, zur Hose, zu den Ohrringen, zur Frisur, zur Unterwäsche, zur Bluse, zur Uhr, zur Tageszeit, zur Stimmung, zur Umgebung, zu den Möbeln des zum Aufenthalt gewählten Raumes, zum Partner, zum Lidschatten, zum Kleid, zum anderen Kleid, das zwei Minuten vor Verlassen des Hauses umgezogen wird, weil es nicht zu den Schuhen passt, zum Auto, zum Geldschein, mit dem abends vermutlich im Restaurant bezahlt wird, zu den Fingernägeln und zum Zahnbelag. Schuhe sind heilig. Gehören zusammen mit Taschen und Schmuck zur heiligen Dreifaltigkeit. Situation 1: “Ich schmeiss deine alten High-Heels weg.” – ” KREIIISCH! Oh mein GOTT, bitte NICHT! Ich kann ohne die nicht LEBEN!”. Situation 2: “Ich verlasse dich.” – “Ah. Oh. Nimmst du dann auch gleich den Müll mit runter?”.
Wenn Frauen an der Macht wären, es würde keine Kriege geben, sagt man. Quatsch. Die Philippinen wären schon vor langer Zeit überrannt worden, aber bloss weil die Marcos-Tussi einige tausend paar Schuhe eingelagert hatte. Man würde sich trotzdem kabbeln, bloss die Gründe wären andere. Zum Beispiel auch, wenn bei einem Empfang zwei First Ladies das gleiche Kleid tragen. Grund genug. Allerdings würde es erheblich länger dauern, bis es losgeht. Nicht mal eben ein zackiges “Kommt, wir überfallen unser Nachbarland”. Schliesslich muss man… ups… frau zuerst einmal Augenbrauen zupfen, Beine enthaaren, zur Maniküre, Pediküre, Frisüre, zum Peelen, zur Massage, zur Kosmetikerin, und und und. Am Ende ist dann der Körper tauglich, vors Volk und vor die Kameras geführt zu werden, dann fehlt nur noch das passende Kleid und – wer errät es? – passende Schuhe. Die müssen aber passen zum Rock, zur Hose, zu den Ohrringen, zur Frisur, zur Unterwäsche, zur Bluse,… Nicht weniger. Nur später.

Aktuell im Ohr: Stille. Das Klappern der Sonnenblenden. Druckersummen.

Brüder im Geiste

Abgelegt unter: Allgemein | 08.01.2004 (11:28) |

Frohes Neues Jahr zuerst einmal und vielen Dank an all die regelmässigen Besucher, die meine Statistik auf einem konstanten Level halten, weil sie den Glauben nicht verlieren, dass eben genau an diesem Tag vielleicht mal wieder was drin steht. Ja, ich weiss, ich war in der letzten Zeit nicht sehr mitteilsam, aber ein Neujahrsvosatz war, mehr zu schreiben. Ich habe ja auch nur acht Tage gebraucht, um mich wieder dran zu erinnern. Ich sollte die Erinnerungsfunktion meines Ei-Päck wohl mehr strapazieren. Um mich zu Beginn nicht auch schon über die Massen zu strapazieren, halte ich den Eintrag kurz und besinne mich eines fast so alten Sackes wie mich. Der entwickelte nämlich in den langen Lebensjahren nämlich gewisse Tendenzen, die ihn gar nicht so sehr von mir unterscheiden. Als Einsteiger ins Jahr drei meiner Lieblinge. Übersetzung für Englischkurs-Fensterplatzinhaber durch Mouse-Over (vorausgesetzt, der Browser kann das).
Jon: Du warst beim Zahnarzt? Garfield: Wo geht es zur Apotheke.
Jon: Können Sie mir über die Strasse helfen? Garfield: Oh sieh nur! ... Garfield: Gibt es Parkplätze in Russland?
Garfield: No comprendo, Senor.
Mehr von ihm HIER.
Mehr von mir HIER.

Aktuell im Ohr: Sülze von Bon Jovi. Lass dir die Haare wieder wie ein Mädel wachsen Jungchen und mach wieder Musik wie ein Mann!