Anschice im Bloggerland
Früher, früher, als das Internet gewachsen ist, da hatte viele Leute, das Gefühl, sie müssten eine Homepage basteln und die ins Web packen (gehörte ich mit dazu). Das machte damals noch nicht so viel, weil es gab damals noch nicht so viele Netzuser. Aber trotzdem merkte man, dass da zu viele Idioten unterwegs waren. Später stieg der Nutzerkreis explosionsartig an und plötzlich waren nicht mehr einfache Homepages und Websites in, en vogue oder hip, sondern Weblogs (gehöre ich auch mit dazu, aber wenigstens von früher Stunde an). Ähnlich explosionsartig stieg entspechend die Anzahl Volldeppen, die sich ebenso penetrant wie sinnfrei entleeren. Nichts gegen freie Meinungsäusserung, ich mache ja auch nichts anderes und habe mich auch damit abgefunden, dass ich verschiedentlich ebenfalls (da bin ich mir ziemlich sicher) als Idiot gelte, aber ich habe meine Bedürfnisse unter Kontrolle. Ich spiele mich im Gegensatz anderen nicht als Tschortsch “die Sackratte” Busch auf (gibt es natürlich auch in weiblichen Ausprägungen), stecke überall meine Nase rein und hinterlasse meinen geistigen Dünnpfiff an jeder Ecke wie ein diorrhöser Hund. Nun scheint es aber, als hätten betreffende Leute wohl kein eigenes Leben oder ein sehr bescheidenes (was sie selber natürlich vehement abstreiten) und haben dann das Gefühl, wenn SIE schon mit sich und ihrer Situation unzufrieden sind, warum soll es dann andere Menschen geben, die mit sich und ihrer Umwelt glücklich sind. Jaja, die bösen Kriegsmächte, die andere Länder überfallen! Schande über sie! Aber hey, überfallen wir doch mal kurz den Blogger von nebenan und zeigen ihm, wie ein richtig schöner Kommentar einen Tag versauen kann. Wie sollen wir als Manschen bitteschön im Grossen funktionieren, wenn das Kleine schon nicht klappt? Wenn der Nachbarsschreiber eine andere andere Meinung hat, eine andere Einstellung, ein Leben, dann bitte, hat er das halt, das ist noch kein Grund, ihm deswegen an die Karre zu fahren. Es ist Weihnachten, da ist es wohl auch für diejenigen, die keinen Schimmer haben, was das für ein Tag ist (nein, da hat nicht der Weihnachtsmann Geburtstag), mal Zeit, sich ein paar KRITISCHE Gedanken über sich selber zu machen. Vor den Spiegel stellen und sich geil finden gehört in diesem Moment nicht dazu. Besonders der oder die, die sich jetzt überHAUPT nicht betroffen vorkommen (wer ohne Schuld ist werfe das erste Schwein), vielleicht, ja vielleicht, ist es bei denen ganz besonders nötig. Obwohl, wahrscheinlich lesen diejenigen, die es am meisten betrifft hier gar nicht mit (oder würden es nie zugeben). Weil die denken, ich bin ein Idiot. Weil ich mich bei anderen einmische. Aber nur mit guter Absicht. Ho! Ho! Ho!

Vampire faszinieren mich seit je her. Warum weiss ich bisher allerdings noch nicht. Vielleicht liegt es an meinen längeren, spitzen Eckzähnen, an meiner Abneigung gegen Knoblauch oder an meiner Vorliebe für Blutorangensaft. Auf jeden Fall habe ich schon seit frühester… naja, früher… zumindest irgendwann in meiner Kindheit angefangen, Vampirfilme zu sehen. Grundsätzlich sind diese Art Zelluloidprodukte nicht generell für Kinder produziert worden und obwohl der böse Böse sich nach dem Drüberbeugen (und angedeuteten Aussaugen) voll dramatisch in seinen Mantel hüllt um sich in einem schlecht in den Film geschnittenen Rauchwölkchen (oder einer billigen Plastikfledermaus) aufzulösen, hinterliessen die Filme Spuren. An meiner jungen Psyche. Um das verarbeiten zu können habe ich tonnenweise Vampireis geleckt, habe mir unbequeme Vampirzähne ins Gesicht gepackt (diese Plastikgebisse passen ja wohl weltweit auch nur grad einer einzigen Person) und versucht, mein Leben in dezenter Blässe zu frönen. Aber weder die Blässe noch das Verarbeiten haben funktioniert (okay, die Blässe etwas besser). Also fühle ich mich verdammt, auf ewig auf dieser Welt zu wandeln und gute wie schlechte Blutsaugerfilmchen zu sehen. Hier ein kleines Zusammenschnittchen (unvollständig und einfach aus dem Gedächtnis gepickt):
