Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Schwertkrampf

Abgelegt unter: Allgemein | 24.11.2003 (14:06) |

Morgens nach dem Aufstehen die öffentlichen Verkehrsmittel benützen ist das Eine, unterwegs keinen Kaffee bekommen ein Anderes. Wenn man aber einen Kaffee bekommt, der schmeckt wie ausgewrungene Abwaschlappen, dann kann man den Tag wohl schon als gelaufen bezeichnen. Da kommen mir dann so Ideen, wie mich in Marinade wälzen und dann ins Solarium legen, um mich etwas umzustimmen (ob das hilft zum Bräunen?). Wenn man dann schräg genug drauf ist, dann begeht man auch gerne einen Schritt zur Auslösung eines Glaubenskrieges. Will ich aber jetzt nicht, entsteht wohl nebenher. Im Film- beziehungsweise Fernsehbereich stehen sich ja seit Jahren die beiden Konkurrenten gegenüber, Star Trek und Star Wars. Ungeachtet der Tatsache, dass ich zwar als kleiner Stoffel sehr interessiert Raumschiff Enterprise verfolgt habe, bin ich später zur Konkurrenz abgewandert, weil ich dort nicht pro Woche fünfundzwanzig verschiedene Folgen aus achtzehn verschiedenen Storylines ankucken muss und dazu noch mehrere Handbücher benötige um die Zusammenhänge aufzudecken. Nebenbei sehen bei Start Trek alle Figuren (auch Aliens) irgendwie aus wie Menschen mit viel Schminke, was sich glaube ich (steht in irgendeinem Handbuch) darauf stützt, dass alle aus dem gleichen zerpanschten Genpool stammen (blah blah, wir sind alle Brüder). Bei Star Wars ist der ganze Aufbau auch eher angelehnt an klassischen Märchen, mit Guten und Bösen, mit Helden und Prinzessinnen, da braucht man auch keine Frauen in knallengen Anzügen, um Publikum zu werben (obwohl man das durchaus als Star Trek-Pluspunkt sehen kann). Inzwischen ist SW allerdings auch etwas verwirrend, denn zuerst kamen ja die Teile IV, V und VI einer auf III mal III Teilen angelegten Saga ins Kino, also das Mittelteil von den IX. Dann kamen als nächstes die Teile I und II, Teil III müsste nächstes oder übernächstes Jahr soweit sein und wahrscheinlich noch mehr in computergenerierte Massenschlachten ausarten. Charmebonus für Episoden IV bis VI. Die Episoden VII, VIII und IX soll es dann aber eigentlich gar nie mehr geben. Dafür werden sämtliche Episoden nochmals neu überarbeitet und zum siebenundzwanzigsten Mal auf den Markt geschmissen, weil ein echter Fan kauft ja alles.
Was man leider nicht kaufen kann sind die Laserschwerter aus den Filmen. Das sind wirklich geile Teile. Obwohl, WENN man die kaufen könnte, dann würden die ganzen Bekloppten an den Fan Conventions nicht bloss mit bemalten Stöcken rumrennen, sondern sich auch noch gegenseitig dauernd Arme abtrennen. Kurz für Themenfremde: Laserschwerter bestehen aus einem Griff, den sich die Jedi-Ritter bauen und aus dem auf Knopfdruck ein Energiestrahl austritt, mit dem sich die Jungs dann schwertgleich kloppen oder damit Schüsse abwehren und und und. Generell gesehen kann man es auch phallisch sehen, schliesslich fummelt man daran rum und dann werden sie gross. Überdimensionierte Leuchtdildos. Bisher lag der Fokus auch nie auf weiblichen Ritterinnen, also muss da was dran sein. Oder die Angst ist zu gross, dass sich die weibliche Jedi eine vibrierende Zusatzfunktion mit einbaut. Dürfte auch kein Standard sein, man stelle sich den hässlichen Darth Maul vor, zückt die Doppelklinge und statt zwei roten ZISSSSSCCHH gibt es ein lautes BRRRRRRRRRRRRM. Nein, geht gar nicht, das mit dem Frauen. Jedi tragen ihre Waffe am Gürtel und nicht im Beautycase mit sich (“Oh, entschuldige eine Sekunde, ich muss erst mein Schwert auspacken *zzzipp* und ein wenig Rouge auflegen”). Nö. Was ich auch nie verstanden habe: Jeder depperte Walkman säuft Batterien leer wie doof, bloss diese vielfach energielastigeren Schwerter laufen immer. Wie würde Darth Vader denn dastehen, wenn mitten im Endkampf plötzlich die Lichtsäule schrumpfen würde und der Handgriff meldet sich mit “Low Battery”? Und funktionieren die Dinger bei Regen? Gibt es da Referenzen? Oder verabschieden sich die mit einem lauten FRRRZZZL in einem Kurzschluss? Ich befürchte allerdings, diese ganze Thematik wurde bereits erforscht und steht in einem Handbuch niedergeschrieben. Vielleicht sind ST und SW doch nicht so unterschiedlich. Hm. Aber SW hatte die Ewoks. Süss die.

Aktuell im Ohr: Alphaville – Big In Japan

Ka-Boom!

Abgelegt unter: Allgemein | 23.11.2003 (23:00) |

Musik kann Reaktionen auslösen, sie bewegt. Einige Songs bewegen zum Tanzen. Einige Songs bewegen zum Schmusen. Einige Songs bewegen zum Kotzen. Einige Songs bewegen zu Gedanken an den Weltuntergang. Nehmen wir als konkretes Beispiel das aktuelle Stück von Mark Owen, der zu Zeiten von… hmm… was war der? Backstreet Boylie? En Syncer? Beim Poppen erwischter? Ach nein, Täik dät! Wo sich Milliarden Teenies in Antipickelcréme ersäufen oder mit Teddybären ersticken wollten. Also damals bereits Weltuntergangsstimmung. Aber wegen was anderem als diesmal. DIESES Mal nicht etwa, weil sich eine auf unnatürlichem Weg zustande gekommene Verbindung wieder auflöst oder weil die Musik einfach Kacke ist, nein, this time it’s different. Der Song ist nämlich ziemlich gut und deshalb ist es auch die Thematik desselben, der mich an Weltunter- oder aufgang denken lässt. Das Lied nennt sich “Four Minute Warning” und es geht um die letzten Minuten. Also frage ich mich, was würde ich tun, wenn eine Warnung kommt, dass unsere blaue Kugel nicht mehr den langsamen Tod im Würgegriff des Menschen stirbt, sondern mit einem gleich grossen Knall abtritt, wie sie ursprünglich aufgetreten ist. Was tun, um die letzten Minuten nochmal so richtig zu nutzen. Oder auch nicht. Natürlich macht es einen Unterschied, ob man es wirklich erst vier Minuten vorher erfährt, oder schon früher. Und ob man es als einziger weiss oder ob alle das wissen teilen. Wenn alle es wüssten, dann wäre das ziemlich doof, denn dann gingen die Plünderungen los, was völlig daneben ist, denn wenn’s kracht, ist auch Geklautes im intergalaktischen Arsch. Also gehen wir davon aus, dass nur ich es weiss. Dann aber abgestuft nach den folgenden Terminen. Was könnte man tun?
4 Wochen: Im Büro etwas veranstalten, was zu sofortiger Freistellung führt. Keine Rechnungen mehr bezahlen. Die Kreditkarte ausreizen. Ferien buchen an Orten, wo man schon lange hinwollte, die es aber nicht mehr lange machen würden. Ein ausführliches Nümmerchen.
4 Tage: Ganz viele Videos ausleihen und nicht zurückbringen. Skifahren lernen und sich nichts draus machen, wenn man sich am letzten Tag das Bein bricht. Am Strand oder in den Bergen einen extremen Sonnenbrand einfangen und auf Hautkrebs spucken. Krieg und Frieden lesen. Ein gemütliches Nümmerchen.
4 Stunden: Einigen Leuten sagen, dass man sie schon immer für ziemliche Arschlöcher hielt. Die vor fünf Wochen im Kaufrausch erstandene CD endlich hören. Mit der Freundin Schuhe kaufen gehen (okay, da reicht die Zeit nur für die Hälfte…). Lernen, wie man Sushi macht. Ein normales Nümmerchen.
4 Minuten: Drogen ausprobieren, die erst nach fünf Minuten beschissen werden. Ein Fallschirmsprung, der sechs Minuten dauern würde, einmalige Aussicht garantiert. Ausführlich an einer Blume, einer Frucht oder an einer Frau riechen. Ein Telefonanruf und auf dem Anrufbeantworter wüste Beschimpfungen hinterlassen. Ein sehr schnelles Nümmerchen.
4 Sekunden: Den geliebten Menschen noch einmal küssen. Das erste Mal von einem Chnoblibrot abbeissen (nicht die Reihenfolge verwechseln). Genussvoll einatmen. Hoffen, dass es auch wirklich eintritt, nachdem man es sich bei den vorherigen Stufen mit so ziemlich jedem versiebt hat. Ein extrem schnelles Nümm…

Aktuell im Ohr: Mark Owen – Four Minute Warning

Jetzt werden wir aber langsam alt, oder?

Abgelegt unter: Allgemein | 20.11.2003 (16:17) |

Kürzlich abends auf dem Heimweg stand ich mit RAndy im Stau. Aber so richtig. An verschiedenen Stellen, aber immer wieder. Bedingt durch mehrere Unfälle, eine Demo, ein Iron Maiden-Konzert und eine Automesse standen wir so ziemlich an jeder Ecke in und um Zürich. Für eine Strecke, die an und für sich in dreissig Minuten zu bewältigen ist, eine Dauer von zwei Stunden aufzuwenden ist extrem mühsam. So langsam macht sich dann auch der Hunger breit, besonders, wenn man per Handy von zu Hause mitgeteilt bekommt, was denn da auf dem Tisch darauf wartet, den Verdauungssäften zugeführt zu werden. Im Gegenzug bittet man darum, doch bitte Rotkreuz-Nahrungsmittelpakete abwerfen zu lassen und verflucht heimlich den Umstand, dass es a) bereits nach Ladenschluss ist und das Aus-dem-Auto-zum-Bäcker-rennen nicht mehr möglich ist und es b) verkehrstechnisch unmöglich ist, an einem McDoof Drive-In vorbei zu fahren. Irgendwann ist es dann so weit, dass ich mit weit geöffneten Augen und einem leicht glänzenden Sabbertropfen im Mundwinkel auf ein Werbeplakat starre und keuche: “Guck mal DA!”. RAndy folgt dem Blick und wird auch sofort ziemlich wuschig. Nur: Es blitzt uns keine Bikiniwerbung oder etwas ähnliches entgegen, sondern eine Mövenpick Schwarzwälder-Eis-Werbung, Limited Edition. Früher wurde man noch von zwei Kugeln angeregt, mit fortgeschrittenem Alter reicht auch schon mal eine.
Wenn ich dann in den Buchladen gehe und so kurz vor Weihnachten sind an der ersten Ecke nicht ein Stapel Backbücher oder Schneesternbastelanleitungen zu finden, sondern Bücher zum Thema Midlife Crisis, DANN frage ich mich schon, was eigentlich los ist. Verschwörung? Der erste Titel, der mir ins Auge fällt ist irgendwas mit “Ab 35 zum alten Eisen” oder so. Das gibt zu denken. Bei uns in der Essenholschlange stehen mit all den Schwesternschule-Girlies wird auch immer schwieriger, weil wenn man vergisst, dass die grad mal knapp halb so alt sind wie man selber, und denen dann hinterher sabbert, dann kommt das nicht ganz so gut an. Aber wenn man aufs Starren verzichtet, bekommt man dafür eine andere Show geboten, wenn sich die Mädels nämlich gegenseitig anzicken und abwertend mustern, bloss weil die eine was Knapperes anhat als die andere (oder es halt einfach tragen kann). Ich warte ja nur drauf, dass sich mal zwei die Augen auskratzen, grade unter dem Aspekt, dass unsere Kantine neu in “Arena” umgetauft wird. Werden da neu Schwerter statt Messern ausgegeben (zugegeben eine sinnvolle Idee, wenn man den Zustand gewisser Schnitzel berücksichtigt)? Oder kann man neu durch Daumensenken dem Koch einen Aufenthalt im Innenhof zusammen mit einigen hungrigen Löwen vermitteln? Man wird sehen. Ist ja bald Weihnachtsessen. An dem Tag, an dem IT hingeht, haben sich noch ein paar andere interessante Teilnehmer angemeldet. Und eine Horde Schwesternschülerinnen. Bei Kerzenlicht im Raum fällt es auch nicht so auf, wenn ein paar Midlifegecriste verstohlene Blicke um sich werfen. Vielleicht gibt es ja irgendwo diese leckeren, diese süssen, diese wohlgeformten… Eiskugeln von Mövenpick.

Aktuell im Ohr: Komakino – Man On Mars

Rausgepickt

Abgelegt unter: Allgemein | 06.11.2003 (15:28) |

Ich habe das figurtechnisch perfekte Gegenstück für modelmässige Hungerhaken gefunden. Mit dem Unterschied, dass man diese Gattung unterwegs antrifft und prinzipiell über sie flucht. Ich rede von Fahrradkurieren. Die sind ja in der Regel kaum von ihren Fahrrädern zu unterscheiden, wenn da nicht der starre Blick hinter den Brillengläsern und die Insekten zwischen ihren verkrampft grinsenden Zahnreihen wären. Aber die müssen ja freundlich sein zum Kunden, also Nahkampfgrinsen auf und durch. Und von wegen durch: Man kann so ziemlich jedem Verkehrsteilnehmer Unachtsamkeit oder ein Scheissbenehmen vorwerfen, aber Velokuriere toppen alles. Wenn Gott gewollt hätte, dass Radlkuriere sich wie Irre durch Autoschlangen zwängen und unentwegt die Spur wechseln (inklusive Gegenfahrbahn, schliesslich sind sie von jeglicher Rechtssprechung befreit), dann hätte Gott auch nicht die Stossstangen erschaffen. Müssten die Liefertaschen von denen eigentlich nicht mit Zielscheiben versehen werden? Kann man die den australischen Känguruhs gleichsetzen? PAFF! Du, was flog da grad über unser Auto? – Ach, bloss der Morgenkurier. – Ach so, na dann. Falls so eine befreifte Wildsau dann doch einmal (widerwillig) anhält, dann besitzen die ja oft auch noch die Frechheit und stellen ihre Füsse nicht auf den Boden (Zeitverlust), sondern stützen sich auf dem nebenstehenden Auto ab. Oh, Frevler! Je nachdem wo sie das tun, müsste man eigentlich blitzschnell Türe-auf-Finger-rein-Türe-zu machen. Oder etwas in der Art. Bewusst die Scheibenwischeranlage leicht verstellen und SWISH! Bewegte Ziele geben mehr Punkte und im World Wide Wegmitihm kann man eine Hitliste führen. Es wäre Zeit, dass die sich zu benehmen lernen.
Apropos Zeit: Was mir kürzlich auf einem Nahrungsmittelprodukt auffiel war ein Verfallsdatum inklusive Zeitstempel. Irgendwann im nächsten Jahr verfällt dieses Ding und zwar um vierzehn Uhr fünfundfünfzig. Aha. Woher kennt dieses – sagen wir mal – Frühstücksmüsli die Uhrzeit? Wurde schon jemals jemand von einer Futterpackung nach dem Datum gefragt? Woher wissen die das? Ich nehme nicht an, dass unsere Wissenschaftler schon so weit sind, dass in jedem Gegenstand eine itzibitziiniminiwinzige Uhr eingebaut ist. Muss schliesslich auch keiner an den Nudeln die Batterien wechseln. Nun kommt also dieser Tag und die Suppe schmeckt superlecker und plötzlich hüpft der Zeiger und ich spotze alles wieder aus. Aah, Zeit erreicht, abgelaufen. Soll mir mal einer erklären. Warum haben eigentlich Menschen kein aufgedrucktes Verfallsdatum? Das würde dann mindestens auf einen Blick erklären, warum jemand ranzig riecht oder nur noch faul in der Gegend rumliegt. Hm. Na gut, da würde ein Aufdruck auch nichts bringen, man merkt es ja auch so. Dann doch lieber Zielscheiben und Punktwerte auf Velofreaks.

Aktuell im Ohr: Lovebugs – Under My Skin

Move me, Movie

Abgelegt unter: Allgemein | 04.11.2003 (15:49) |

Tage fangen an und Tage vergehen und Tage hören auf. Andere Tage fangen mit Verpennen an und entsprechend verhält sich dann der weitere Tag. Vorerst. Ausgerechnet an meinem wöchentlichen Helpdesktag (jetzt kein Gejammere von denen, die jeden Tag Helpdesk machen) muss das sein. Anfangs dachte ich ja noch, es wird so ein netter Tag wie letzten Dienstag, aber nein. Natürlich nicht. Meine Wunschträume werden in den ersten fünf Minuten schon Lügen gestraft. Danach verliefen die Wünsche und Diskussionen von Usern je länger je mehr in eine Richtung, wo man sich einen Argumentationsverstärker wünscht (Baselballschläger, UZI, Kettensäge, etc.). Das geht ja aber leider nicht, also lächeln und durch. Umso mehr wünscht man sich dann einen netten Abend zu Hause mit einem Schätzchen, Bierchen, Weinchen, Chipschen und einem Filmchen. Dann kommt aber genau der Moment, wo der männliche TV-User einen Film wählen will, in dem möglichst viele Darsteller möglichst plakativ ihr Leben aushauchen, weil man da so schön den Tagesablauf reininterpretieren kann. Dann ist aber die Userin noch da. Eine Frau. Die mag keine Explosionen oder Kung-Fu-Prügeleien. Die mag es, wenn geredet wird. Aha. Stundenlang. Am besten, wenn nur Frauen reden und zwischendurch mal ein Handwerker auftaucht, der seinen Hintern in Jeans durchs Bild wedelt. Oder sowas. Damit kann mann nicht. Halbnackte Mädels und/oder Explosionen. Ein Film, in dem es weniger Leichen gibt, als der IQ des Hauptakteurs hoch ist, ist Mist. Auch ist ja der Tränendrüsenfaktor je nach Zuseher völlig unterschiedlich. Es stimmt zum Beispiel nicht, dass Männer bei Filmen nicht weinen. Zeigt einem Kerl eine Szene, wo einer so RICHTIG was voll in die Eier bekommt. Da fühlt man mit! Das nennt man Empathie. Bei Frauen nennt man das Marketing-Berechnung. Ich behaupte nach wie vor, dass Filme wie Sissi (buhuhuu), Titanic (schluchz), Pearl Harbor (wäääh, Josh!) und Konsorten von Leuten produziert und initiiert werden, die mindestens eine Papiertaschentuchfirma besitzen oder an einer beteiligt sind. Gewisse Strickmuster einhalten (ein bisschen reden, ein bisschen knutschen, ein bisschen Held oder Heldin sterben lassen) und schon wird die optimale Reaktion ejakulierender Augen erreicht. So einfach geht das. Das einzige was NICHT einfach geht: Die Einigung darauf, was man sich ankuckt. Obwohl es ja durchaus Überraschungen gibt, auf die man sich erst widerwillig einlässt und plötzlich merkt: Hmmm, der ist ja GUT, der Film. Es gibt ja auch Filme, da wird geredet bevor einer umgelegt wird. Ist doch ein Anfang.

Aktuell im Ohr: Helpdeskdauerklingeln

Duftmarken

Abgelegt unter: Allgemein | 03.11.2003 (9:43) |

Liebe Verkäuferinnen, ich habe da eine kleine Bitte: Zieht euch was an. Oder anders gesagt, macht das, was ihr anhabt zu. Auch wenn es langsam auf Weihnachten zugeht, die Glocken läuten im Kirchturm und die Kugeln gehören an den Christbaum. Schliesslich soll ich ja was kaufen und nicht auf eure… öhm… Augen starren, oder? Da vergisst man doch als Kunde, was man eigentlich wollte. Oder ist das Taktik, um einem hinterher jeden Stuss aufschwatzen zu können, weil man(n) sowieso dank Blutsturz keinen klaren Gedanken mehr fassen kann? Da ist wohl System dahinter, denn sonst würde kaum einer der erfolgreichsten Autoersatzteilhändler seine Kataloge mit Leichtgeschürztem versehen. Das geht so weit, dass Jugendliche, die zu jugendlich für die Ab-18-Ecke sind, sich schon mal einen Autokatalog als Wixvorlage besorgen. Die sind dann auch zu jung um einen Führerschein zu haben, fahren aber zu Automessen, weil sich da die Halbnackigen auf den Prototypen und Luxuskarossen räkeln. Da bekommt die Werbung für Einspritzmotoren ganz neue Dimensionen. Aber zurück zum Einkaufen. Nein, ich habe da nichts gekauft und ich habe auch nichts gestarrt, schliesslich war ich auf einer Mission zum Essen kaufen. Die ganzen Präsentierhühner standen aber in der Parfumabteilung, was in Warenhäusern generell eher ein Hort des Grauens ist. Aha! Die Damen lenken mit den… öhm… der… den Dingens halt von ihrem GESICHT ab! Ich finde es wohl gut, wenn man im Verkauf seine Produkte auch präsentiert, aber nicht alle 37 Kosmetikprodukte im GLEICHEN Gesicht. Spachtelmasse kaufe ich im OBI, wenn ich sie brauche und wer sich freiwillig hergibt, seine Arme jedem als Teststreifen zur Verfügung zu stellen, verdient den Namen Duftschlampe.
Parfum gehört auf die Haut des Trägers, weil jeder stinkt für sich allein. Nun kommt aber der leicht trottelige Weihnachtsgeschenkkäufer und sucht ein Duftwässerchen für seine Partnerin. An sich selber testen ist ja doof, schliesslich ist er ein mann und er muss es ja an einer Frau riechen, also soll die Verkäuferin das ausprobieren. In Läden, wo es noch keine papierenen Teststreifen gibt, tun die das auch tatsächlich. Anscheinend betäubt zuviel Stinkstink die Restintelligenz. Nach drei verschiedenen Bemusterungen ist nicht mehr zu erkennen, wonach die Dame eigentlich riecht. Was also tun? Doch an sich selber ausprobieren? NIEMALS! Sonst kommt der Herr nach Hause und hat einen Frauenduft an sich. Wie könnte das enden? Eben. Funktioniert selbstverständlich auch geschlechtertauschend. Also wenn Frau sich mit Männerduft besprüht. Eau de Toilette (Toilettenwasser? YUCK!) zu verschenken ist sowieso nur dann zu empfehlen, wenn man den bevorzugten Duft des Beschenkten kennt. Oftmals wäre es allerdings sinnvoller, einfach ein Duschmittel zu schenken, weil ein gewisser Grad an Sauberkeit vorgängig erreicht werden sollte, bevor ein anderer Duft überhaupt wahrgenommen werden kann. Aber das könnte als taktlos ausgelegt werden. Also lieber was anderes suchen. In anderen Abteilungen tragen die Konsumgutanbieterinnen auch nicht so krass enge Fummel. In der Küchenabteilung zum Beispiel. Da gibt es auch sehr schöne Geschenke.

Aktuell im Ohr: Das Radio quält mit Celine Dion