Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Begriffsstutzig

Abgelegt unter: Allgemein | 25.07.2003 (16:00) |

Da liest man nichts Böses ahnend Zeitung und dann steht da auf einmal “metrosexuell”. Häääh? Genau, so ging es mir auch. Was soll denn das wieder sein? Ein U-Bahn-Fetischist? Nein, viel besser. Metrosexuelle sind Männer, die zwar schwul leben, es aber nicht sind. Häääh? Genau. ALso Männer, die sich pflegen, gut gekleidet sind, Geschmack haben und so weiter, aber trotzdem mit Frauen in die Kiste steigen. Bloss einmal im Jahr Vivaldi hören, den Unterschied zwischen einem Chardonnay und Camembert kennen oder beim Pizzaessen den kleinen Finger abspreizen qualifiziert einen zu nichts. Also eher was dandyhaftes haben, mit Stil und so. Dabei wird der Beckham als Beispiel geführt, dieser englische Fussballfutzy, der mit den Lederbällen von Madrid und den Silikonbällen von Posh Spice spielt. Beides für Geld. Ach ja, ein kleines Bisschen protzen gehört auch dazu. Aber mit Stil. Metrosexualität sei ein neuer Trend, habe eigentlich mit Sex gar nichts zu tun, aber – wen wundert’s – der trendy Trend kommt wiedermal aus dem Land, wo man in einem Tag vom Tellerwäscher zum Minensucher in der irakischen Wüste aufsteigen kann und es so verkauft bekommt, als sei es ein Abenteuercamp für grosse Jungs. Nach mehreren Monaten Sand im Mund und Sandflöhen am Sack müsste man denen wahrscheinlich nichts von Stil, Etikette und Metrosexualität erzählen.
Apropos Sack: In der Schweizer Armee gibt’s diese lässigen Sackmesser, weil wir Hosensäcke haben und keine Taschen, also auch keine Taschenmesser. Die Schweizer Armee hat Probleme, die dergestalt sind, dass sie grossartig angekündigt haben, wie schwer es diesen Frühling logistisch und finanziell werden würde, weil irgendwie ein paar Tausend mehr Rekruten einrücken würden. Pffft. Ja, klar. Und die Hälfte der Weicheier wird in den ersten Tagen wieder nach Hause geschickt, weil sie sich das Knie aufgeschürft haben oder eine Blase haben (am Fuss, nicht die andere) oder einen Arzt kennen, der sich zu einem Zeugnis hat beschwatzen lassen oder weil sie Gewissensgründe anführen können. – Pause – . HAHAHAHAHAHA! Bitte? Hallo, wir sind in der Schweheeeeiz! Die Begründung, man könne aus Gewissensgründen keinen Menschen töten ist HIER etwa so sinnvoll wie zu sagen, man könne wegen Meteoritenabsturzgefahr nicht vors Haus gehen. Gewissen. Und dann im Wochenendurlaub besoffen mit hundert durch die Dörfer brettern und die in der Disco aufgerissene Tussi besoffen nach Hause fahren, ohne Gummi durch die Betten turnen und Gras rauchen bevor Sie im Schützenverein an Knarren rumhantieren, die sie unter der Woche im Militär wegen moralischer Bedenken nicht anfassen. Apropos Gras: Ich fand es damals so spassig, dass eine unbedingt seine Kiffermatte und das verfusselte Zeug im Gesicht behalten wollte, was er Bart schimpfte und aussah wie ein totgetrampelter Türvorleger. Es gibt da nämlich diesen einen Tag, wo jeder eine Gasmaske aufsetzen darf und alle sich gemeinsam in einen kleinen Raum setzen. Da ist es extrem hilfreich, wenn man rasiert, frisiert und die Maske dicht ist. Das ist für den Gesichtsfilzträger sonst nämlich Tränengras.

Aktuell im Ohr: Delerium feat. Jaël – After All (Svenson & Geilen Remix)

Begriffsstutzig

Abgelegt unter: Allgemein | 25.07.2003 (15:59) |

Da liest man nichts Böses ahnend Zeitung und dann steht da auf einmal “metrosexuell”. Häääh? Genau, so ging es mir auch. Was soll denn das wieder sein? Ein U-Bahn-Fetischist? Nein, viel besser. Metrosexuelle sind Männer, die zwar schwul leben, es aber nicht sind. Häääh? Genau. ALso Männer, die sich pflegen, gut gekleidet sind, Geschmack haben und so weiter, aber trotzdem mit Frauen in die Kiste steigen. Bloss einmal im Jahr Vivaldi hören, den Unterschied zwischen einem Chardonnay und Camembert kennen oder beim Pizzaessen den kleinen Finger abspreizen qualifiziert einen zu nichts. Also eher was dandyhaftes haben, mit Stil und so. Dabei wird der Beckham als Beispiel geführt, dieser englische Fussballfutzy, der mit den Lederbällen von Madrid und den Silikonbällen von Posh Spice spielt. Beides für Geld. Ach ja, ein kleines Bisschen protzen gehört auch dazu. Aber mit Stil. Metrosexualität sei ein neuer Trend, habe eigentlich mit Sex gar nichts zu tun, aber – wen wundert’s – der trendy Trend kommt wiedermal aus dem Land, wo man in einem Tag vom Tellerwäscher zum Minensucher in der irakischen Wüste aufsteigen kann und es so verkauft bekommt, als sei es ein Abenteuercamp für grosse Jungs. Nach mehreren Monaten Sand im Mund und Sandflöhen am Sack müsste man denen wahrscheinlich nichts von Stil, Etikette und Metrosexualität erzählen.
Apropos Sack: In der Schweizer Armee gibt’s diese lässigen Sackmesser, weil wir Hosensäcke haben und keine Taschen, also auch keine Taschenmesser. Die Schweizer Armee hat Probleme, die dergestalt sind, dass sie grossartig angekündigt haben, wie schwer es diesen Frühling logistisch und finanziell werden würde, weil irgendwie ein paar Tausend mehr Rekruten einrücken würden. Pffft. Ja, klar. Und die Hälfte der Weicheier wird in den ersten Tagen wieder nach Hause geschickt, weil sie sich das Knie aufgeschürft haben oder eine Blase haben (am Fuss, nicht die andere) oder einen Arzt kennen, der sich zu einem Zeugnis hat beschwatzen lassen oder weil sie Gewissensgründe anführen können. – Pause – . HAHAHAHAHAHA! Bitte? Hallo, wir sind in der Schweheeeeiz! Die Begründung, man könne aus Gewissensgründen keinen Menschen töten ist HIER etwa so sinnvoll wie zu sagen, man könne wegen Meteoritenabsturzgefahr nicht vors Haus gehen. Gewissen. Und dann im Wochenendurlaub besoffen mit hundert durch die Dörfer brettern und die in der Disco aufgerissene Tussi besoffen nach Hause fahren, ohne Gummi durch die Betten turnen und Gras rauchen bevor Sie im Schützenverein an Knarren rumhantieren, die sie unter der Woche im Militär wegen moralischer Bedenken nicht anfassen. Apropos Gras: Ich fand es damals so spassig, dass eine unbedingt seine Kiffermatte und das verfusselte Zeug im Gesicht behalten wollte, was er Bart schimpfte und aussah wie ein totgetrampelter Türvorleger. Es gibt da nämlich diesen einen Tag, wo jeder eine Gasmaske aufsetzen darf und alle sich gemeinsam in einen kleinen Raum setzen. Da ist es extrem hilfreich, wenn man rasiert, frisiert und die Maske dicht ist. Das ist für den Gesichtsfilzträger sonst nämlich Tränengras.

Aktuell im Ohr: Delerium feat. Jaël – After All (Svenson & Geilen Remix)

Kommen Sie später nochmal wieder, jetzt passt’s grad nicht

Abgelegt unter: Allgemein | 25.07.2003 (13:01) |

Diesen Satz in beliebigen Situationen anbringen zu können wäre doch eine nette Sache. Dabei erinnere ich mich auch an einen Tracktitel (Song oder gar Lied sagt man ja bei Instrumentalstücken nicht und deutsch redet man schon grad gar nicht) von Alien Factory: Tell Death you don’t wanna die. Geht aber beides nicht. Zumindest nicht immer, denn es gibt Dinge, die geschehen. Es fliesst. In der Zeit und im Leben. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand auf die Welt gestorben wird und am Ende weggebiert. Gebort. Geburtet. Aber man hätte am Ende zumindest eine Ahnung, wo man da reinkrabbelt. Eigentlich eine interessante Theorie: Wir kommen alt auf die Welt und sind tattrig und haben Zeit fernzusehen und zu lesen (je länger desto besser) und wissen, welche Sachen cool sind und wo man am Besten hingeht. Dann wächst man in die geschäftstüchtigen Jahre hinein und scheffelt Kohle, die man dann, wenn man jung ist, richtig gezielt auf den Kopf hauen kann. Am Ende kann man sich dann kindisch über alles freuen. So weit die Theorie. Geht aber nicht. Also müssen wir aus Leben Version 1.0 das Beste machen, auch wenn es in der Regel keine Updates gibt. Am Start geht es los und wir bewegen uns mehr oder weniger clever durch die Zeit, die uns gegeben ist. Unterwegs häufen sich Dinge an und Menschen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) und ab und zu trennt man sich von einem Teil, um Platz für Neues zu schaffen. Ein Beispiel? Hier:

R.I.P. 15 Jahre Wohnung füllen, komprimiert auf 1 Kubikmeter Nichtbrennbares und 0.96 Tonnen den Flammen zu Übergebendes. Die CD’s und den Fernseher habe ich gerettet, meine überlange Bettwäsche, damit ich auch im Winter Hals UND Füsse bedeckt habe, wenn ich mich strecke und meinen metergrossen Bugs Bunny. Meinen ollen, hässlichen Lieblingsteller, den es am Tag des Apfels vor etwa zehn Jahren umsonst gab. Ist überaus interessant, was so alles zum Vorschein kommt beim Umziehen. Ich habe einige Gegenstände gefunden, die ich vor ein paar Jahren mal gesucht habe. Inzwischen hat sich allerdings das meiste erledigt. Nur die Mückenkerzen, DIE sind gut für die Terrasse.
Also alten Krempel raus und Neues rein. Neue Situationen, die sich einem mehr oder weniger einfach vor die Füsse werfen, wie moderne Lemminge, die des Klippenspringens müde sind, weil es halt schon JEDER macht. Da liegt sie nun, die Situation. Direkt vor den Füssen. Eine ganz frische. Keine, wie ich sie schon mal hatte, auch nicht vor ein paar Jahren, weil in der Zeit (und dem Fluss, ihr erinnert euch) verändert man sich, egal ob wir altern oder jüngern. Wir andersen. ALso stehen wir da und werden konfrontiert. Mit etwas, mit jemandem, mit uns selber. Was nun? Umdrehen und in die andere Richtung steuern, bis dort ein neuer Situationslemming vor unsere stressgeplagten Füsse klatscht? Oder? Als Beispiel möchte ich ein Bild einbringen, leider nicht das, was ich in Australien live erleben konnte, aber ihr werdet wissen, was ich meine:

Da konnten wir nämlich zusehen, wie ein Kitz, kam geschliddert aus dem Schlitz. Klatschnass und schleimig wie die Pomadenkonzentration vor der Dorfpizzeria lag es da im Gras. Und vor sich zwei Situationen: Das Leben (gross), Aufstehen (fast so gross). Nun lässt sich das eine zwar ohne das andere bewerkstelligen, aber dauernd an einer Stelle liegenbleiben kann es ja auch nicht sein. Also muss Bambi hoch und rappelt sich auf (haben sicher alle schon im FernTV gesehen). Kaum steht es halbwegs, knallt es der Länge nach (üblicherweise mit dem Kopf voran) wieder auf den Boden und streckt alle Viere von sich. Dann denkt es: Boah, ist das ein Scheiss, könnt’ ich doch wieder zurück wo es warm ist, wo ich abhängen kann und wo das Essen nicht gekaut werden muss. Geh aber auch nicht, also noch ein Versuch, weil nun kriegt es Hunger und Gott oder die Evolution (beide mit einem miesen Sinn für Humor) haben Mamas Zitzen so angebracht, dass man nur stehend hinkommt. Scheissplanung! Also hochgerappelt und… BATSCH. Nach dem dritten Anlauf sind die Nasenlöcher voll Gras aber es probiert weiter. Schliesslich konnten es die umstehenden Gaffer auch. Und wenn sogar doofe Touristen das können, sogar mit ZWEI so Wackelstelzen, dann wird das ja wohl mit Üben zu schaffen sein. Klappt doch! Ein paar Monate später ist Bambi Filmstar oder zumindest auf dreiundzwanzig Urlaubsfilmen verewigt. Bloss den Fluss nicht von ein paar Stromschnellen unterbrechen lassen. Am Ende lockt das Mehr.

Aktuell im Ohr: ZZ Top – Rough Boy

Optionen

Abgelegt unter: Allgemein | 22.07.2003 (15:22) |

Muss ich müssen?
Will ich müssen?
Soll ich müssen?
Oder kann ich können?
Darf ich können?
Darf ich dürfen?
Kann ich dürfen?
Will ich müssen oder will ich können?

Aktuell im Ohr: Der Wind, der Wind…

Tu es nicht. TU ES NICHT!

Abgelegt unter: Allgemein | 21.07.2003 (12:33) |

Was denn? Die Freundin fragen, was sie denn gucken will, wenn man vor einem Stapel DVD’s sitzt. Und sie dann Lust auf einen Gruselfilm hat. Und sie aus Deutschland kommt, wo alle Horrorfilme kastriert sind und schon mal zwanzig Minuten kürzer sind als das Original (siehe “From Dusk Till Dawn”). Draussen ist es dunkel und ein Gewitter zieht auf. Das Licht in der Wohnung ist halb gedimmt und die Stimmung perfekt. Wir legen “Blair Witch 2″ ein (hatte bisher nur maue Kritiken gelesen, aber ein bisschen Popcorn-Kino muss auch mal sein) und starten. Ein bisschen Einleitung, ein bisschen Rückblende und dann der Vorspann. Eine interessante Farbwahl mit einem Flug über den geröteten Herbstwald und Soundtrackuntermalung von Marilyn Manson, was allein schon reicht, um im Raume anwesenden Personen die Gänsehaut in den schweisskalten Nacken zu treiben (und ich rede nicht von mir). Dann wird freundlicherweise am unteren Rand “Ungekürzte Version” eingeblendet und neben mir schrillt der Memmenalarm. Ob es denn auch anders ginge. Nein, wenn dann richtig. Wechselweise werden nn beim Vorspann in die schönen beruhigenden Waldbilder irgendwelche weniger beruhigenden Folterszenen geschnitten und Marilyn intoniert “Disposable Teens”, was ich im Zusammenhang mit dem Film eine sehr witzige Titelwahl finde. Und grad als es so richtig schön freaky zu werden beginnt da haut der Blitz in irgendeinen Schutzverteiler (was weiss ich wie die Dinger heissen, ich bin bloss Strom-User) und mit einem POOF sitzen wir im Dunkeln. Perfektes Timing. Perfekt auch, dass mein Nebenmir noch keine zu langen Fingernägel hat. Wir haben danach dann umgestellt auf “Shrek” und stocken unsere Kamillentee-Vorräte auf. Ich glaube, wir müssen die Sache langsamer angehen. Kein Horror nach zwanzig Uhr, bevor wir nicht die Nerven abgehärtet haben. Ich glaube, ich schicke sie zum Konzert von DJ Bobo. Ungeschnitten, live und kein Ausweg, weil die Halle von kreischenden Teenies zugepfropft ist. Und RAndy, der auch irgendwo sitzt und sich ein Alibi ausdenkt, wie er erklären kann, wo er an diesem Abend war. Oder eben NICHT war.
Aber zur Ehrenrettung: Es gibt auch Filme, nach denen ICH auch nicht mehr geschlafen habe. Als ich acht Jahre alt war, da konnte ich nach “Tanz der Vampire” kaum mehr ins Bett gehen, ohne nicht vorher Sherlock-Holmes-mässig mein ganzes Zimmer (sämtliche Seiten des Betts und alle Schränke, hinter der Tür, unterm Pult, etc.) auf den Kopf gestellt habe. Interessanterweise ist das ja eigentlich eine Komödie, nur hatte ich wohl damals dem Humor nicht ganz folgen können. Danach fällt mir ausser “Arachnophobia” lange nichts mehr ein. Den man sollte bei Spinnenangst meiden, sag ich jetzt mal. Aber wenigstens sass ich nicht an der Stelle im Parkett, wo die herabgelassene Gummispinne vom Balkon gelandet ist, ich hätte einen fünffachen Herzinfarkt erlitten. Die Frau eben AN dieser Stelle war dem wohl auch nahe, dem Gekreische nach zu urteilen. Das letzte Beispiel, wo es mir nicht einfach ein bisschen schlecht wurde, sondern wo ich ECHT Alpträume hatte, das war “Das Experiment”. Nicht deshalb, weil es ein deutscher Flm ist, sondern generell. Vielleicht war es die Szene mit der Hand. ABer ich sag jetzt nicht zu viel drüber, falls jemand den Film noch nicht gesehen hat. Au ja, “Verfluchtes Amsterdam” am Vorabend der Amsterdam-Reise zu sehen ist auch ein geiler Einfall. Oder “Anatomie” ein paar Tage vor einer Operation. Meiner Mutter musste ich nach dem weissen Hai auch erklären, dass sieben Meter lange Killerfische auf Mallorca keine echte Gefahr darstellen.

Aktuell im Ohr: Diary of Dreams – Traumtänzer

Angepisst

Abgelegt unter: Allgemein | 18.07.2003 (16:32) |

Unfaire Situationen gibt es in jeder Lebenslage. Zum Beispiel, wenn man mit ein paar lieben Menschen von weit weg, die man endlich mal wieder oder zum ersten Mal sieht, einen Ausflug machen will. Das ist noch nicht unfair, nein. Aber es ist unfair, wenn bis Mittwoch superschönes Wetter ist, es am Donnerstag pisst wie aus tausend hagelnden Katzen und es ab Freitag wieder superschönes Wetter ist. Der Ausflug sollte, wie kann es anders sein, am Donnerstag stattfinden. Bingo. Einzig möglicher Tag. Ursprüngliches Ziel war ein schnuckliger Bergsee, den wir aber nicht mal alibihalber besuchen konnten (Blauer Himmel? Pipifax, das ist für Touristen!), weil sich die auf uns niederschiffende Wolkendecke auf genau jener Höhe befand wie der See. Also in nasser Watte stehen. Nebenbei beim Spazieren knietief im Schlamm einsinken. Ist genau das, was ich mir unter einem gelungenen Ausflug vorstelle. Beim Stöbern nach möglichem Ersatz für Ausflugsziel stiess ich auf einen Link zum Affenberg Salem. Im amerikanischen Salem wurden lange Hexen verbrannt, im deutschen Salem laufen Affen frei rum. Fast wie bei uns im Büro, deswegen müsste ich da also nicht hin. Nun stand aber unterhalb des Links eine Zeile:
“Freigehege für Affen, Besucher-Fütterung mit Popcorn”
Cool. Ich wollte schon immer von Affen mit Popcorn gefüttert werden. In der Schweiz ist das umgekehrt. Vorstellung: Ein Berberaffe sitzt auf einem Stein mit einem Beutel und wirft lustig umherhüpfenden Touristen Popcorn zu. Später gesellt er sich zu seinen Weibchen, rammelt ein paar und erzählt ihnen, wie bescheuert es im Büro wieder zu und her gegangen ist. In einer anderen Beschreibung zu diesem Park stand unter anderem, dass dieser hautnahe Kontakt ein Riesenspass sei. Ah? Swingerclub für Primaten? Lasst mal die Menschen rein, erst machen wir sie mit Popcorn gefügig und dann HOPPALA! Nein danke, wir haben uns dann gegen die Affen entschieden und als Option bot sich noch eine Falknerei an, allerdings etwas abgeschieden irgendwo zwischen den Bergen versteckt und für uns zeitlich nicht mehr zu erreichen. So blieb es dann bei einer kleinen Rundfahrt von der Schweiz nach Österreich nach dem Fürstentum Liechtenstein nach der Schweiz nach Österreich nach der Schweiz, was im eigentlichen Sinne nich trund, sondern eher verwirrend war. Und ich die einen Besucher aus England und Deutschland enttäuschen musste, dass sie nicht das einzige Puff von Liechtenstein gesehen haben. Ich weiss noch nicht einmal, ob die das haben. Sie haben den Dialekt der Vorarlberger, das Geld der Schweizer, aber ob die ein (einen?) Puff haben? Weil mit DEM Dialekt werden die kaum freiwillig gepoppt, was sich aber durch DAS Geld wieder wettmachen lässt. Hm. Weiss jemand mehr? Übrigens: Nur weil etwas SALON heisst hier bei uns, muss das nichts anrüchiges sein. Das sind in der Regel Coiffeure. Oder Eusen. Da wird zwar auch ab und zu gebürstet, aber anders.

Aktuell im Ohr: Die Klimaanlage vom Serverraum unter mir

The Evening Bus Song

Abgelegt unter: Allgemein | 16.07.2003 (11:51) |

Zur Melodie von Smelly Belafontes “Banana Boat Song”

De-o, De-e-e-o
Der Abend kommt und ich will nach Haus
De, ich sag de, ich sag de, ich sag de
Ich sag de, ich sag De-e-e-o
Der Abend kommt und ich will nach Haus

Arbeite hart und trink ein Bier
Der Abend kommt und ich will nach Haus
Staple Kisten und stink‘ wie ein Tier
Der Abend kommt und ich will nach Haus

Komm, Mister Bauarbeiter, hebe deine Arme
Der Abend kommt und ich will nach Haus
Komm, Mister Bauarbeiter, hebe deine Arme
Der Abend kommt und ich will nach Haus

Es müffelt, es mottet, es stinkt MANN!
Der Abend kommt und ich will nach Haus
Müffelt, es mottet, es stinkt MANN!
Der Abend kommt und ich will nach Haus

De, ich sag De-e-e-o
Der Abend kommt und ich will nach Haus
De, ich sag De, ich sag De, ich sag De…
Der Abend kommt und ich will nach Haus

Ein Stinktierarsch riecht ja schon herber
Der Abend kommt und ich will nach Haus
Aber deine Achseln, die sind noch viel derber
Der Abend kommt und ich will nach Haus

Oh, es müffelt, es mottet, es stinkt wie SAU!
Der Abend kommt und ich will nach Haus
Es müffelt, es mottet, es stinkt wie SAU!
Der Abend kommt und ich will nach Haus

De, ich sag De-e-e-o
Der Abend kommt und ich will nach Haus
De, ich sag De, ich sag De, ich sag De…
Der Abend kommt und ich will nach Haus

Komm, Mister Bauarbeiter, hebe deine Arme
Der Abend kommt und ich will nach Haus
Komm, Mister Bauarbeiter, hebe deine Arme
Der Abend kommt und ich will nach Haus

De-o, De-e-e-o
Der Abend kommt und ich will nach Haus
De, ich sag De, ich sag De, ich sag De
Ich sag De, ich sag De-e-e-o
Der Abend kommt und ich will hier raus

Aktuell im Ohr: Harry Belafonte – Day-O (The Banana Boat Song)

Scheiss-Produkte Als Mailversand

Abgelegt unter: Allgemein | 15.07.2003 (11:37) |

Warum konnte ich nicht dem Analphabetismus verhaftet bleiben? Warum musste ich mir das Lesen beibringen? Warum wollte ich genau wissen, wie das geht? Warum? Hätte ich mit viereinhalb Jahren überhaupt schon die Tragweite dieser Entscheidung des Lesenlernens abschätzen können? Damals wollte ich doch nur Donald Duck und Fix&Foxi lesen, aber wie hätte ich wissen sollen, wo mich das hinführt? Ist es wirklich gerecht, dass man als (mehr oder weniger) Erwachsener Mensch für eine kleine Unüberlegtheit seiner Kindheitstage bezahlt? Scheint so. Warum sonst würde ich heute mir Schpämm bombardiert? Ich war doch sonst immer brav! Meine Suppe habe ich ausgegessen, meinen Teller mit Festnahrung auch. Ausser es gab Zucchetti oder Tomaten oder Peperoni oder ähnlich zerkochte Pampe wie Ratatouille. Die Aubergine ist ja wohl auch eher eine Bestrafung als ein Gemüse. Wie Blattspinat. Ein Spinat ohne Blubb ist wie eine Mailbox ohne Spam. Nein, falsch, irgendwie wollte ich was anderes sagen. Aber im Endeffekt weiss jeder Mailbox-Besitzer was ich meine. Die Mailboxin-Besitzerin auch. Spam und Spamine. Bisher ging es ja immer um Geld, Eigenheime, Universitätstitel, P*rn* oder Penisverlängerungen. Letzte Woche hatte ich endlich etwas Abwechslung: “Erhöhen Sie Ihren Ausstoss, Abspr^tzen wie ein P*rn*star”. Bitte was? Pillen fressen über Monate damit ich einen Rückstoss habe wie eine 45er-Magnum?
Was bringt mir SuperSCHPROZZ? Kann ich da einen direkten Nutzen ziehen? Onanieren für den Frieden und statt weisser Taube weisser Riese? Dann wär auch noch die Sache zu klären, ob Mann dann mit einem Fünfkilogehänge durch die Lande wackelt, falls er länger nicht kann. Wem fallen solche Produkte eigentlich ein? Gibt’s da ein Bedürfnis? Strassenumfragen und Statistiken? “Also ich fänd’ es voll cool, wenn ich mein Badezimmer überschwemmen könnte, höhö”. Bezeichnenderweise kommen Mails und zugehörige Produkte aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der begrenzten Geisteskraft. In diesem Hinblick wäre ein Fünfliter-WetSpot unter Umständen zu begrüssen, denn: Mehr Masse, mehr möglicher Inhalt. Da wäre die Chance, dass es das dümmste Spermium schafft (Sportler waren beim Schwimmen schon immer etwas schneller) auch kleiner. Obwohl… Der Prozentsatz an Schwachstromdenkern bleibt wahrscheinlich gleich. Kennt sich jemand mit Wahrscheinlichkeitsrechnung aus? Kann man das mal analysieren? Ach nein, lasst es. Das Prozentualprinzip hat sicher Bestand. Und wir werden wohl immer mit Pappnasen gesegnet werden. Schliesslich ging der Bohlen, nicht verlor’n beim runterholen. Die Welt bekommt, was sie verdient. SuperSCHPROZZ. Na super.

Aktuell im Ohr: Plüsch – Heimweh

Auf- und abgeklärt

Abgelegt unter: Allgemein | 14.07.2003 (17:04) |

Zeitweise fühle ich mich dazu berufen, aufklärerisch tätig zu sein. Warum ist mir nicht ganz klar, aber plötzlich ist es da, dieses Gefühl, und dann will Wissen aus mir rausquellen. Oder Halbwissen. Oder Quatsch. Hin und wieder sind auch alle drei Alternativen dasselbe. Früher galten Tomaten als Liebesäpfel. Warum? Vielleicht weil sie rot sind? Das ist jetzt DIE Hälfte des Halbwissens, die ich nicht weiss. Oder sie hiessen Liebeskugeln. Heute heissen sie Tomaten, ausser in Holland, da heissen sie Wassersäcke. Liebeskugeln sind heute etwas anderes, nicht wahr, meine Damen? Für unwissende Männer, die nach wie vor denken, dass Vorspiel mit Ausziehen gleichzusetzen ist, hier eine kleine Lektion in: “Kleine Sachen, die Frauen happy machen”. Sagt man. Ich kann das ja nicht beurteilen. Also, das sind zwei kleine (oder etwas grössere) Kugeln, die mit einem Schnürchen verbunden sind und am Ende in einem Schläufchen münden. Die Kugeln sind vielfach hohl und darin befindet sich eine weitere Kugel. Wenn man diese Kugeln (die äusseren) bewegt, dann bewegen sich die Kugeln (die inneren) mit und erzeugen Schwingung und Vibration. Nun befördert man (unter festhalten des Schläufchens) diese beiden Kugeln nacheinander (nicht miteinander, das ist sehr sehr kompliziert) in… an… hinein… also… da… ähm… ihr wisst schon… öhm… unten… da ins Dingens rein halt. Wie Kugeln auf Cornet, nur von unten statt oben und nicht drauf sondern drin. Dann sind sie da und werden per Beckenbodenmuskulatur an der Stelle gehalten. Bewegt sich die Trägerin nun gehend (radfahrend, tanzend, schwimmend, usw.) fort (hm, ist ja fast wie mit Tampax), versetzen die Schwingungen besagte Trägerin in Mitschwung und möglicherweise in Wallung. Sollte Ihnen also eine selig lächelnde Dame mit leicht vibrierendem Hüftschwung entgegenkommen, fragen Sie ruhig mal “Passen Sie auf, dass Sie sich nichts auskugeln”. Da kugelt sich die vor Lachen. Geübte Userinnen können sich steigern durch den fehlenden Einsatz von Unterwäsche, allerdings sollten Rockträgerinnen beim Niesen immer gut aufpassen. Ebenfalls sehr beliebte Kugeln, die schwingen und virbrieren sind diese Klick-Klack-Dinger für den Bürotisch, mit denen man Kollegen in den Wahnsinn treiben kann, die aber für den Einsatz als Liebeskugeln absolut ungeeignet sind. Stelle ich mir zumindest vor. Na gut, man kann ja mal drauf achten, ob die Sekretärin aus der Chefetage beim Gehen klackert wie eine Tüte Lego. Dann würde dieser Eintrag allerdings unter die Kategorie “Tools for Fools” gehören.

AKtuell im Ohr: T-Street – Words

Ich bin erregend. Besorgniserregend.

Abgelegt unter: Allgemein | 14.07.2003 (10:28) |

Zumindest scheinen Leute, die man auf dem Gang trifft (nicht der letzte Gang oder sowas, bei uns heissen Flure Gänge) dieser Meinung zu sein. Da geht man dynamisch durchs Haus, ist beschwingt und gut gelaunt und dann kommt einem jemand entgegen und sagt: “Ja sag mal, wie siehst denn DU aus?”. Sofort zum nächsten Spiegel gerannt, Augen auf Blutunterlauf kontrolliert, vorsichtshalber mobil Blutdruck gemessen und pferdchenstylish die Zähne gecheckt. Auf dem Weg zurück vom Spiegel noch die Waage gekreuzt und ein psychologisches Kurzprofil aus der Momentaufnahme erstellt. Dann vor der Entscheidung stehend, ob ich nun in Depressionen verfallen soll oder lieber beleidigend werde, weil ich mich ja eigentlich gut fühle und mich gar nicht mit dem Gedanken beschäftigen will, ob oder warum ich vielleicht in eben dieser angesichtigen Sekunde alt aussehe. Also erhobenen Hauptes ins nikotingefärbte Auge des Vis-à-vis geblickt und gesagt: “Also ich weiss, dass man mit Mann-oben-Frau-unten Jungs bekommen soll und umgekehrt Mädchen. Bei Von-hinten entstehen wahrscheinlich Hunde, aber mit was für einer Stellung (um Himmels Willen) hat man DICH erzeugt?”. Sofort kehrt Ruhe ein, der Kontrahent überlegt, was ich eigentlich ausdrücken wollte und ehe er oder sie merkt worum es ging, habe ich mich verkrümelt in den unendlichen katakombischen Gängen meiner Arbeitsumgebung. So muss eine Beleidigung aussehen, dann klappt’s auch mit dem Erzfeind.
Auch nicht ganz so dezent: “Früher beim Camping haben wir das auch so gemacht, ich als alter Camper weiss das!” – “Wohnen in Höhlen gilt nicht als Camping und die Verwendung eines Feuerzeugs anstelle zweier Feuersteine prädestiniert dich noch nicht, dich zur Zivilisation zuzurechnen. Hast du eigentlich schon deinen Plastikeimer mit Flüssigfrühstück ausgetrunken oder sucht deine Alte noch den Strohhalmersatz namens Gartenschlauch?”. Prinzipiell frage ich mich, warum ich mit einer kommunikatorischen Umgangsform wie meiner so alt geworden bin, wie ich bin. Vielleicht deshalb weil in letzter Sekunde (fast) alles noch umformuliert wird? Möglich. Richtig austoben kann ich mich ja hier. Mit gutem Gewissen. Wer frisch vom Baum geklettert ist, sich am Sack kratzt und grunzt, treibt sich eher selten im Internet rum. Obwohl…

Aktuell im Ohr: Rasenmäher und Baumaschinen
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