Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Fundsache

Abgelegt unter: Allgemein | 21.02.2003 (13:42) |

Im Tierreich gibt es Kopffüssler. Im Pflanzenreich gibt es Lippenblütler. Im Menschenreich gibt es Schwanzdenker. Und Nabelfussler. Vorausgesetzt, man hat einen nach innen weisenden Bauchnabel und nicht einfach so einen schlecht verarbeiteten Gnubbel (solche Ärzte sollte man verklagen), dann besitzt man eine Fähigkeit. Nämlich die Fähigkeit, sich wie das Flusensieb eines Wäschetrockners zu fühlen. Wie stelle ich mir das eigentlich genau vor, vom Ablauf her? Wandern alle am Körper entstehenden Fusseln durch Mikroorganismen getrieben in Richtung Körpermitte und werden dort zum Ballungszentrum ihrer selbst? Offensichtlich. Naja, vielleicht nicht vom ganzen Körper her, aber mindestens aus dem Bereich der Oberbekleidung, denn darauf lässt zumindest die farbliche Zusammenstellung schliessen. Frage: Ist es vom Material abhängig, ob und wie stark es fusselt? In gewissem Masse ja, denn ich schätze, Lack und Leder (oder Gummi, Plastik, Flüssiglatex…) haben einen eher tiefen Fusselquotienten. Aber nun mal nur die Textilseite berücksichtigt. Hat das jemand beobachtet? Nicht? Hätte mich auch gewundert. Ich spinne die Gedanken weiter, wenn mein Nabel das Flusensieb ist, ist mein Kopf dann das Flausensieb? Also zumindest ist mein Gedächtnis ein Sieb und Flausen habe ich genug im Kopf. Kamen die geflogen und ich habe sie aufgesiebt? Ausgesiebt? Oder gebe ich die gar gegen aussen ab? Fragen über Fragen. Was mache ich jetzt bloss? Ach, ich kann ja ein bisschen mit meinen Fusseln spielen.

Aktuell im Ohr: Alison Moyet – Is This Love?

Fingerfertigkeiten und weisse Flüssigkeit

Abgelegt unter: Allgemein | 20.02.2003 (15:57) |

Nach verschiedenen Denkanstössen in Richtung Schreiboptimierung habe ich mir einen aktuellen Tipptrainer zugelegt und ihn installiert. Bisher war ich nur schlicht noch nicht betrunken genug, um mich damit ernsthaft zu befassen. Aber ich denke schon, dass es Vorzüge gibt, wenn man im Zehnfingersystem tippen kann. Möglicherweise wären meine Texte dann ja wirklich schneller fertig. Was mich abhält ist irgendwo traumatisch in der Vergangenheit begraben und begründet, nehme ich der Ausrede halber an. Meine Nemesis von damals in der Schule hiess: Mechanische Schreibmaschine. Von uns liebevoll Hackbrett genannt. Nun sollten wir Siebt- oder Achtklässler also an diesen Fingerfolterinstrumenten, entsprungen aus lehrtechnischen Inquisitionsgedanken, schreiben lernen. Wie nun jeder weiss sind die Fertigkeiten, beziehungsweise die Kraftabgaben verschiedener Finger nicht unbedingt identisch. Wenn ich also mit dem kleinen Finger (als Beispiel der Rechte) eine Taste drücken musste, die möglichst weit vom Ausgangspunkt entfernt war und den Finger auch noch in einem anatomisch ungünstigen Winkel absenken musste, dann wurde der Buchstaben eher aufs Papier gefurzt als getippt. Also mit gleichem besagten Finger versuchen, die Rücktaste zu erreichen, dabei krampfartige Verrenkungen machen, weil diese Taste NOCH verdammt weiter weg angeordnet worden war. Gut, eine Stelle zurück. Nochmal. Wieder zu schwach. Wenn keiner zusieht Rücktaste mit dem Zeigefinger betätigen und durch Säuernis angestachelt den geünschten Buchstaben gleich auch nochmal antipp… hauen. Ergebnis: Ein sehr heftig auf dem Papier hinterlassener Buchstaben (heute würde man sagen, der ist halt Fettschrift). Am Seitenrad das Papier hochdrehen (um 5 Zähne) und Tipp-Ex vorsichtig auftragen, so krass soll das ja nicht auffallen. Fluchen. Papier zurückdrehen (um 6 Zähne, weil man es vergessen hat). Buchstaben neu tippen (diesmal gleich mit dem Zeigefinger) und feststellen, dass zwar die Druckstärke im globalen Gesamtbild optimal ist, nur halt AN DER FUCKING FALSCHEN STELLE! Hochdrehen, Tipp-Ex einsetzen. Dieses Mal die Anzahl Zähne zurückdrehen, die man vorher hochgedreht hat. Buchstaben neu tippen. Feststellen, dass die Position optimal ist, aber FUCKING TIPP-EX NOCH NICHT TROCKEN! So konnte man locker Blindenschrift schreiben ohne Braille zu kennen. Rausreissen des Papiers aus der Walze. Dabei Zerreissen des Papiers in Walze, gleichzeitiges Herausziehen des Farbbandes verursachen. In Tränen ausbrechen. Stunden später… Endlich haben wir besagtes Dokument fertig geschrieben, um dann zu bemerken, dass so ziemlich genau in der Mitte ein halber Satz fehlt/falsch geschrieben ist/überzählig ist. Mit Kopf auf Tischplatte schlagen. Neues Blatt Papier einspannen. Das Ganze von vorn. Da soll mir noch jemand sagen Schreiben am Computer sei mühsam. Man haut sich auch die Hämmerchen nicht auf die Finger, wenn man ein (modernes) Tipp-Ex-Blättchen an Position hält. Oder verschmiert sich die Finger, wenn man die Anschlaghämmerchen, die sich zu lieb haben voneinander trennt. Nun gut, weiter. Zur Vermeidung von Fehlern durch muskeltechnisch nicht optimierte Feingliedmassen an den Händen direkter Einsatz von aufeinander abgestimmten Zeigefingern. Feststellen, dass diese Methode schneller und sicherer zum Ziel führt. Diese Variante die nächsten zwanzig Jahre beibehalten und optimieren, nebenbei Trauma kultivieren. Ich glaube nicht, dass ich nicht mit zehn Fingern tippen KANN. Ich fürchte mich einfach davor. Auch wenn ich eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung habe und der Drucker alle Buchstaben gleich gut zu Papier bringt. Obwohl. Tut er das? Kann ich eine Lupe haben? Und was wurde eigentlich aus der Tipp-Ex-Firma?

Aktuell im Ohr: Blackstreet – No Diggity

Ich war jung und brauchte das Geld

Abgelegt unter: Allgemein | 19.02.2003 (21:35) |

Wenn plötzlich RAndy (zur Erinnerung: der Scheffe) vor einem steht und mit verschwörerischem Grinsen ein Paket überreicht, dann sollte man vielleicht skeptisch die Stirn runzeln. Wenn er dann noch darauf hinweist, dass seine Frau es ziemlich schmutzig findet und kryptisch auf ein Ereignis in der noch nicht allzu verflossenen Vergangenheit hinweist, dann MUSS man die Stirn runzeln. Und vorsichtig das Paket schütteln. Dann packt man es aus und kann sich lautes Gelächter schon nicht mehr verkneifen. Ich präsentiere den Inhalt:

Wenn man dann auch noch die Outfits von dem HIER und mir damals (ganz rechts) vergleicht, ist eine gewisse Ähnlichkeit nicht mehr abzusprechen. Sogar die zwei Ohrringe stimmen. Aber die Seite nicht. Lustigerweise hat dieser Bär sogar einen Namen, der auf der Packung stand. Der lautete aber nicht keks. Nein, der kleine geile Puschel (der auf dem Bild natürlich, nicht der andere) hört auf den Namen Randy. Zufälle gibt’s. Mehr von den Bärchen übrigens unter Bad Taste Bears.

Aktuell im Ohr (links, nicht rechts): De/Vision – Love Me Again

Nicht jeder der dichtet muss auch ganz dicht sein

Abgelegt unter: Allgemein | 19.02.2003 (13:56) |

Immer wieder trifft man auf Selbstgedichtetes. Dabei ist Dichtkunst klar in zwei Kategorien zu unterscheiden: Gereimt und Ungereimt (sorry für das Fehlen prägnanter Fachbegriffe und Fremdwörter, aber ich beweise gerne mal wieder, dass ich nur durch Halbintelligenz glänze). Die Ungereimten sind simpel, da stellt man mal eben ein paar herumwuselnde Gedanken zusammen und voilà!

Oh, es schneit
Weiss fällt vom Himmel
Wir frieren
Oh, Winter weiche

Für sowas streckt man den Finger angefeuchtet in die Luft und nimmt die dran kleben bleibenden Wörtchen. Anspruchsvoller sind dann aber die Gedichte mit Reimen. Bloss berücksichtigen die meisten Ersteller solcher Machwerke nicht, dass auch eine gewisse Melodie darin liegen sollte, keine völlig unterschiedlichen Silbenzahlen und so. Das sind diejenigen, die bei irgendwelchen Magazinen ihre Leserbriefe in Reimform abliefern und sich (zumindest in meinen Augen) der Lächerlichkeit preisgeben. Scheisse wird auch gereimt nicht besser. Zur Verdeutlichung die Silbenzahlen in Klammern.

Oh, es schneit, wie schön (5)
Dann können wir nach draussen ins Weisse gehn (11)
Aber frieren tun, tun wir schon feste (10)
Ich glaub’ drinnen bleiben wär’ das Allerbeste (12)

Natüüürlich reimt sich das. Aber es ist SCHLECHT. Wenn schon reimen, dann hinsetzen und sich ein bisschen Mühe geben. Keine schludrige Arbeit abliefern, soviel Stolz muss sein.

Draussen schneit es, hach wie schön (7)
Will wohl heissen, s’ist kein Föhn (7)
Die Kälte bissig, grau der Himmel (9)
Ziemlich klein wird da der Pimmel (8)

Man bemerke den Unterschied von 9 zu 8 im letzten Beispiel. Eine Silbe weniger, aber die Melodie stimmt nach wie vor. Allerdings würde ich in diesem konkreten Fall eine zweite Strophe anschliessen, sonst ist das Ende zu offen. Also merke:

Gar nicht so einfach ist das Dichten
Das lässt sich nicht mit Reimen richten
Wenn Zeilenenden gleich ausgucken
Können sie noch immer sucken

Und für die Kommentare strengt euch bitte ein bisschen an.

Aktuell im Ohr: Celine Dion – Gewinsel

Ich bin geblieben auf Pro7

Abgelegt unter: Allgemein | 18.02.2003 (22:23) |

Heute war die Deutschlandpremiere von ALIAS auf dem Nicht-Film-Film-Sender. Vorschusslorbeeren gab es ja genug, aber das hatten andere “kultige” Serien auch, die kürzlich angelaufen sind und die sind a) aus meinem Gedächtnis und b) aus der Hauptsendezeit verschwunden. Entsprechend gespannt war ich auf die grossartig angekündigte neue US-Serie (und heutzutage freut man sich ja nicht mehr uneingeschränkt über Dinge von der grossen Insel, wo alle rausgeschmissenen Europäer gelandet sind). Meine Freundin meinte nach Ansichtigwerden der Vorschau “DAS magst du bestimmt!”. Vielleicht meinte sie das auch nur, weil auf jedem Plakat die Hauptdarstellerin im knallengen Pulli abgebildet ist. Nun war ich aber doch positiv überrascht. Von Handlung, Umsetzung, Musik, Stil und… öhm… Pulli. Ich werde auf jeden Fall die nächsten paar Dienstage vorsehen mir das anzusehen um weiterzusehen. Einige Serien laufen sich nach dem Pilotfilm durchaus ein bisschen tot. Vielleicht schafft es ALIAS, mich lange genug zu fesseln wie damals Space2063, von der ich keine Folge verpasst habe und konsequent das Telefon ausstöpselte. Wenn ich schon in Sachen Musik darbe, dann gebt mir wenigstens am TV wieder Hoffnung! Ja, ich weiss, ich steh auf Banalitäten. Aber warum soll ich mich künstlich intellektuell aufführen, mich an einer öden Vernissage langweilen, während ich an einem Shrimphäppchen nuckle und literweise Puffbrause runterkippen muss um vor Langeweile nicht in die vom Künstler gestaltete Vase zu kotzen? Dann tiefenpsychologisches Gewäsch von mir geben, während ich am Gestell einer schwarzgerahmten Fensterglasbrille rumkaue. Im Kino nur Filme besuchen, die aus einem Entwicklungsland (filmisch gesehen kann das durchaus auch Frankreich sein) stammen oder von einem Regisseur, der eine Sprache spricht, die zuunterst auf den plakatgrossen Bauanleitungen koreanischer Produkte stehen und fünfmal von einem des Lesens nur entfernt mächtigen burmesischen Kuhbauern per Fremdwörterbuch manuell übersetzt worden sind. Das Drehbuch des betreffenden Filmes übrigens auch. Also nochmal: Warum soll ich mich zu etwas machen, was ich weder bin, noch sein will, statt einfach zuzugeben, dass ich es geil finde, wenn in Filmen irgendwas explodiert, jemand mit Pfeilen gespickt wird oder ein Satz Brüste und Hintern in einem knatschengen Kleid bei Karatekunststücken gezeigt werden. Immer noch besser als zusehen wie ein Chinese zwei Stunden auf einem Fahhrad durch die langweiligste Pampa radelt und in Rückblenden mit seinem toten Goldfisch redet. Mit Untertiteln. In taiwanesisch. Man reiche mir bitte ein Glas Schampus. Und eine Vase.

Aktuell im Ohr: Adam Ant – Strip

In den Topf geschaut

Abgelegt unter: Allgemein | 18.02.2003 (20:13) |

Ich werde ja des Öfteren gefragt, ob ich nicht… Ja, gut… Ich werde ab und zu mal gefragt, ob ich… Jajaja… Ich werde sporadisch gefragt, ob… Okay, ist ja gut! Es soll schon vorgekommen sein,… Haaaach, ich wäre gern mal gefragt worden, ob ich denn nicht eines meiner Rezepte verraten könnte, mit denen ich bei Frauen so einen tierischen Erfolg… Na gut, na gut, aber mindestens bei einer hat’s geklappt! Egal, als ob mich jemand abhalten könnte. An dieser Stelle ist es nun also so weit und Paul Bocecs wühlt in seiner kulinarischen Wundertüte (ich wundere mich immer wieder über Geniessbarkeit) und präsentiert das Rezept für keksis’ fabulöse Lauchspätzli (bei uns heisst das li und nicht le). Benötigt werden Würstchen, Spätzli, Lauchstangen und Gewürze, etwas Wasser und einen Zwanzigfrankenschein. Zuerst stellt man das Würstchen an den Herd. Zur Vereinfachung des weiteren Vorganges schlägt man mit einer möglichst dicken Stange Lauch die Spätzli bewusstlos. Das verhindert das fiese Geflatter in der Pfanne. Mit einem kleinen Flammenwerfer (in jeder gut sortierten Küche verfügbar) fackelt man anschliessend das Gefieder ab, schliesslich will man ja keine Federfusseln zwischen den Zähnen stecken haben. Das Wasser wird benötigt, um den ganzen kokelnden Kram zu löschen. Da man die ganze Kocherei etwas suboptimal gelöst hat, greift am besten zum Telefon und ordert im ungefähren Gegenwert des Geldscheins eine Pizza. Das übrig gebliebene Gewürz kann man immer noch zur kulinarischen Verfeinerung des gelieferten Teigrundstückes (RUNDstück, nicht GRUNDstück!) verwenden. Und schon wieder ist ein Abend gerettet.

Aktuell im Ohr: L’Ame Immortelle – Have I Ever?

Am Rande gefragt…

Abgelegt unter: Allgemein | 18.02.2003 (17:14) |

Mir ist eben was eingefallen. Den Gedanken hatte ich eigentlich früher schon einmal. Aus unbestimmtem Grund habe ich das dann aber verworfen. Oder ich habs schlicht und einfach vergessen. Kürzlich kam aber in den Blahblahs die Idee zurück, weil jemand sagte: “Tage-Buch auch Papier”. Also wieder mal eine kleine Umfrage, die hoffentlich mehr beantworten als sonst. Ihr dürft auch anonym, Kinder (diesmal!). Aber ich versuche eine pseudorepräsentative Meinung zu bekommen. Weil ich mir eine Menge Arbeit sparen könnte, ich aber unter Umständen Aufopferungsbereitschaft zeigen würde. Je nachdem halt. Der Punkt: Oder die Idee: Das keks’sche Tage-Buch in Taschenbuch-Format. Vorerst von den Classix bis zu einem noch zu definierenden Punkt. Unzensiert (ausser in ganz heiklen Fällen) und wenn ich mit den Copyright-Inhabern der Bilder ein Abkommen finde, dann sind sogar die drin. Also die Bilder. Nicht die Inhaber. Selbstverständlich würde ich darauf achten, dass der Preis in erträglichem Rahmen bleibt, ich will ja niemanden abzocken. Sag ich jetzt zumindest.
Also, einfach mal so: Interesse ja oder nein? Wer ja sagt, der kauft’s dann aber gefälligst auch!

Aktuell im Ohr: Members Of Mayday – Culture Flash 2002

Du hast mich gelinkt!

Abgelegt unter: Allgemein | 18.02.2003 (16:27) |

Am Freitag wurde ich von BesteFrauVonWelt mit einem Kuchen bedacht. Der war nicht nur lecker, sondern sah auch noch witzig aus und war voll personalisiert. Beispiel im Ursprungszustand siehe hier:

Diesen Ursprungszustand behielt er allerdings nicht wirklich lange. Wobei: EIGENTLICH hätte der Kuchen schon zu Beginn anders aussehen sollen. Nämlich wie ein Gugelhupf. Also viel höher. Wenn nun allerdings ein Grossteil des Teigs schon vor dem Backvorgang per Fressvorgang in den Fresseingang wandert, dann schrumpft das zu erwartende Endprodukt natürlich um einiges. Wenn aber eben jenes Endprodukt nicht nur süss und lecker aussieht, sondern es auch is(s)t, dann umso besser. Was mich aber mehr erschreckt hat ist, dass ich bei Erwähnung des beabsichtigen Gebäcks in Gedanken SO buchstabierte: Googlehupf. Daraus würde ich schliessen, dass ich mich schon leicht zu lange mit Internet beschäftige. Der im Titel verwendete Ausdruck bekommt bei Webbies auch einen ganz neuen Anstrich. Wenn jemand mir zuruft “Guck mal, da links!” suche ich sofort eine Maus um draufzuklicken. Bin ich nur leicht überbeeinflusst oder leicht krass? Ich vergesse auch nicht nur einfach etwas, ich habe ein Memory Leak. Nach meiner Operation im letzten Frühling ging mir auf, dass ich nun auch mehrere Schnittstellen besass. Immerhin nenne ich einen Teil von mir nicht Joystick oder Plug-In, was irgendwo noch Hoffnung aufkeimen lässt. Aber es schärft die Sinne, wenn man so täglich mal darauf achtet, inwiefern Computer und Internet unser Leben beeinflussen. Wenn ich nicht ab und zu bei Amazon etwas bestellen würde, dann müsste mir wohl auch jemand erklären, wozu ein Postbote verwendet wird. Gibt es eigentlich auch schon virtuelle Hunde, die einer E-Mail ins Bein beissen? Okay, ich hör ja schon auf. Ich geh jetzt mal ein Cookie essen. Und wenn ich heute nach Hause komme, gehe ich kurz unter den Browser und danach fahr ich mich runter.

Aktuell im Ohr: Thomas D. feat. Nina Hagen – Solo (Du hast mein Herz geklaut)

Wenn der Genpool zweimal klingelt

Abgelegt unter: Allgemein | 17.02.2003 (12:05) |

Frauen wurden bei ihrer Erschaffung mit gewissen Fähigkeiten ausgestattet, dafür wurde ihnen anderes vorenthalten. Mal abgesehen von den bekannten Dingen (Kommunikation vs. räumliches Vorstellungsvermögen) gibt es auch noch die Nebenschauplätze des Lebens, wo sich Verteilungen manifestieren. Frauen können zum Beispiel Liedtexte auswendig nach einmal hören. Das ist gut. Sie schaffen es jedoch nicht, diese beim Singen auch vollständig wiederzugeben. Das ist schlecht. Frauen können sich Milliarden von Datümmern mit verknüpften Ereignissen merken. Das ist gut. Sie verwenden diese Fähigkeit aber prinzipiell dafür, Männer daran zu erinnern, dass sie an einem Tag vor vierzehn Jahren etwas vergessen haben zu tun/sagen/lassen. Oder etwas getan/gesagt/gelassen haben. Das ist schlecht. Frauen sehen gerne fern. Das ist gut. Frauen labern die erste Viertelstunde oder verpassen dieselbige und lassen sie sich dann nacherzählen. Das ist schlecht. Frauen nehmen sich vor, ihrem Partner zuliebe auch etwas ungewöhnlichere Filme anzusehen. Das ist gut. Frauen schlafen entweder bei Schlüsselszenen oder vor dem Showdown ein und lassen es sich dann nacherzählen. Das ist schlecht (insbesondere wenn die Schlüsselszene nicht am Ende des Films war und man sich nicht gleichzeitig auf Nacherzählung UND auf die weitere Handlung konzentrieren kann, die man ja sofort auch nacherzählen muss, weil die ja durch Nacherzählung zuhören ebenfalls verpasst wird). Das ist schlecht. Erstaunlicherweise können Frauen auf der Strasse irgendwelche Leute erkennen, die sie vor dreieinhalb Jahren in einem Café am Nebentisch hatten. Aber wenn in einem Film jemand auftaucht können sie Fragen stellen wie: “Wer ist das denn? Kam der schon mal vor?” – “Ja, das war der Gangster, der in der ersten halben Stunde konstant im Bild war.” – “Bist du sicher? Der kommt mir so gar nicht bekannt vor.” – “Doch doch, das ist derjenige der… (hier Nacherzählung einfügen).” – “Bist du sicher? Also ist das nicht ein anderer?” – “Nein, das ist derjenige der… (hier Nachnacherzählung einfügen).” – “Was meinst du? Ich hab grade nicht zugehört, da kam dieser Mann ins Bild und der kommt mir so bekannt vor.” – “Ja, Schatz, das ist der Held des Films.” – “Bist du sicher? Was macht der denn da grade?” – “Ich weiss nicht, das hab ich eben verpasst, weil ich dir erklärt habe, wo der Gangster einzuordnen ist.” – “Nun zick doch nicht so, ich habe ja nur gefragt, was der da macht!” … Situationen, in denen eine REWIND-Taste Gold wert ist. Lustigerweise können Frauen Schlüsselszenen auch ZWEIMAL verpennen. Das ist schlecht. Ab und zu haben sie danach ein schlechtes Gewissen und machen lecker Essen. Das ist gut. Hm. Ich habe Hunger. Ich glaube, ich hole schon mal einen Film raus…

Aktuell im Ohr: Dire Straits – Walk Of Life

Auf diese Steine können Sie bauen

Abgelegt unter: Allgemein | 15.02.2003 (12:52) |

Vor ein paar Tagen war in der Zeitung ein Artikel über einen Einbruch in eine Kinderkrippe. Geklaut wurden aber keine Kinder und die Krippen standen auch noch. Noch nicht einmal Geld haben die Banditen mitgenommen. Wozu dann also ein Einbruch? War wohl nur einfach ein Fenster eingeschlagen worden um Schaden anzurichten? Nein, das war es nicht, es wurde tatsächlich gestohlen: LEGO! Alles was die Einbrecher mitlaufen liessen war der komplette Bestand an Lego-Steinen. Mir war schon seit meiner Kindheit klar, dass diese bunten Dinger wertvoll sind, ich habe Stunden, Tage, Wochen, Jahre damit verbracht, meine Phantasien in Gebilde aus bunten Steinchen umzusetzen. Das wurde sogar einmal gewürdigt durch die Verleihung des ersten Preises bei einem Bauwettbewerb. Das macht einen Zwölfjährigen enorm stolz. Die Liebe zu Lego liess mich nie los, deshalb war es auch sehr erfreulich für mich, dass im wieder erstarkten Star Wars-Hype auch die meisten der Filmfahrzeuge in Lego zu haben waren (obwohl meine Versionen von vor fünfzehn Jahren ausgeklügelter gewesen sind). Der Nachteil allerdings ist der Preis. Der Kram ist teuer. Gut, es hält wahrscheinlich ewig und wenn wir dereinst von Archäologen der Zukunft ausgebuddelt werden, liegen neben uns immer noch schachtelweise bunte Bauklötzchen. Also rein vom Preis her könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der Vater einer mehrköpfigen Kinderschar (warum fällt mir wohl hier die Hydra ein?) sich den Gang zur Bank spart, um dort für ein paar Schachteln Lego einen Kleinkredit aufzunehmen. Warum nicht einfach kurz die Kinderchen von um die Ecke beklauen? Ts ts ts. So etwas tut man doch nicht. Das ist nicht nett. Okay, ich warte im Bus auch schon mal gerne, bis ein Kind begeistert den Arm hochreisst um den Halteknopf zu drücken und wenn es mit seinem Patschehändchen zehn Zentimeter vor dem roten Objekt der Begierde ist, dann drücke ICH. Aber das mache ich auch nur, wenn es vorher den ganzen Weg gequengelt hat, ob es denn den Knopf drücken darf. Aber zurück zum Thema: Vielleicht sollte man sich überlegen, den Legos einen neuen Stellenwert zu geben. Notierung an der Börse im Edelwarenbereich. Platin, Gold, Silber, Erdöl, Lego. Plötzlich würden viele andere Bereiche des Lebens beeinflusst werden. Schliesslich heisst eine wichtige Figur i Herrn der Ringe auch schon Legolas. Bunte Echsentiere wären neu Legoane. Und ein Mensch, der nicht fähig ist, aus ein paar Klötzchen ein Haus zu stöpseln, das ist dann ein Legostheniker. Ich sehe schon, die Idee ist ausbaufähig.

Aktuell im Ohr: Soundtrack Midnight Express – The Chase
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