Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Sport ist Mo… Geschmackssache

Abgelegt unter: Allgemein | 29.01.2003 (21:25) |

Winter ist es und erneut brettern die menschlichen Werbeschilder die mit Kunstschnee imprägnierten Berghänge hinunter. In verschiedenen Disziplinen messen sich Männchen und Weibchen beim versuchten Nicht-auf-die-Schnauze fallen. Weil wer auf die Schnauze fällt, kann sich im Zielraum – noch während dem Einfahren – nicht sofort die Skier von den Füssen reissen und dem ersten Reporter plakativ vor die Kamera halten. Das kostet Werbegelder. Das Grundprinzip ist aber immer das Gleiche: Menschchen steht oben, muss aber unten sein. Also runterfahren, aber nicht egal wie. Entweder man hüpft suizidär über eine Sprungschanze oder aber bleibt auf dem Boden (abgesehen vom quer durch die Gegend in die Botanik fliegen bei ekligen Kurven) und versucht dort, so schnell und korrekt wie möglich ins Ziel zu kommen. Bei Abfahrtsrennen ginge es auf breiten Pisten ziemlich unspektakulär bergab, wäre da nicht die abartige Geschwindigkeit. Mit 110 in einem Auto kann es ja schon unangenehm sein, aber mit 110 in einem bunten Strampelanzug zwischen Felsen und Bäumen durch brettern, da darf der IQ nicht allzu weit oberhalb der Schneetemperatur angesiedelt sein. Eigentümlicherweise wundern sich immer alle, wenn einer der Abfahrer wieder mal quer in einem Fangnetz oder einer Tanne hängt. Wie konnte sowas aber auch passieren? Für weniger Kamikaze-Bedürftige stehen noch Super-G (ist kein Stringtanga für Fette) und Riesenslalom auf dem Programm. Dort geht es gemächlicher zu, weil man mehr Kurven fahren muss, jeweils zwischen zwei Toren durch. Wenn man eins verpasst hat man verloren. Aber man kann es verstehen, wenn eins verpasst wird. Ncht, wenn der Busfahrer wie heute die Haltestelleneinfahrt verpasst. Da hätte er nur zwischen zwei grossen Verkehrsschildern durchfahren müssen. Er hat es dann vorgezogen, über das Trottoir (=Bürgersteig) weiter zu fahren und dabei mit dem Heck schrammend eins der Schilder halb umzusäbeln. Hoffentlich fährt der nicht öfters diese Strecke und irgendwann mal noch Slalom, ich würde es nicht mögen, wenn der uns in ähnlicher Art um irgendwelche Stangen wickelt, wie es bei Slalomfahrern ab und zu passiert. Mir nicht. Ich mach sowas nicht. Hab ich auch nie. Ausser einmal einen kleinen Riesenslalom. Da wurde ich Dritter von zwanzig. Ansonsten war ich Sport eine Null. Immer. Naja, fast immer. Zumindest bei Ausdauersport wie Laufen war ich unter aller Sau. Für einen Kilometer brauchte ich im Gegensatz zu den anderen generell doppelt so lange. So um die fünf bis sechs Minuten. Auf hundert Meter war ich okay, aber weiter? Näääh. Ich staune dann auch, wenn Tschäikb sagt, er will an einem 21-km-Lauf teilnehmen. Dafür bräuchte ICH ungefähr achtzig Stunden. Zwei bis drei Stunden fürs Laufen und den Rest fürs Koma. Abwechslungsweise. Bei Hochsprung dagegen war ich spitze und hab mal an einem Schulsporttag aller Schulen des Ortes den ersten Preis meiner Altersklasse mit nach Haus genommen. Dabei war ich damals noch einer der Klassenkleinsten. Frustrierend für die anderen war nur, dass die mit ihren fünf Sprüngen schon fertig waren und ich noch nicht mal angefangen hatte, weil die Latte noch nicht weit genug oben lag. Ich wollte halt hoch hinaus. Ausser bei Volleyball. Da hab ich mich gedrückt. Nach jedem Spiel haben alle Finger mehr oder weniger geschwollen in verschiedenste Richtungen geschaut. Das hat mich dann doch irgendwie abgehalten. Dann lieber Hochsprung. Oder Mattenball. Das ist eine Abart des Baseballs mt Malen, aber ohne Schläger. Der Ball wird abgeschlagen und wenn man weit genug schlägt, dann hatte man Zeit, loszurennen. Und ich hatte einen perversen Abschlag. Entweder hoch in die Hallenecke, dass ihn die Gegner per Kletterstange runterholen mussten oder weit ins Feld. Oder mit einer blödsinnigen Geschwindigkeit auf Kopfhöhe. Ich war gefürchtet. Das war ein überaus netter Anblick, die Angst in den Augen und die schon im voraus halb eingezogenen Köpfe wenn ich nur den Ball in die Hand nahm. Aber die Zeiten sind vorbei. Heute ist es mir lieber, wenn die Leute den Kopf einziehen und einen panischen Ausdruck in den Augen bekomme, wenn ich einen Block und Schreiber zücke. Das ist etwas subtiler. Und nachhaltiger.

Aktuell im Auge: Medical Detectives

History repeats

Abgelegt unter: Allgemein | 29.01.2003 (8:50) |

1994 war eines der ersten Mails in meiner ersten Mailbox ein Schreiben aus Nigeria. Dort suchten irgendwelche dubiosen Finanzöre vertrauenswürdige Leute im Ausland, welche Konten unter ihrem namen anlegen und dort dann Geld horten, weil böse Menschen sonst eben jenes Geld in Nigeria oder Lagos oder sonst wo konfiszieren und für böse Zwecke einsetzen würden. Also hätte man einen beitrag zum Weltfrieden geleistet und nebenbei bekäme man einen prozentualen Anteil daran. Als Bonus, weil man den Guten hilft. Westernmässig hätte man also einen weissen Hut auf und der wäre sauber. Genau so sauber wie das ehemalige Schwarzgeld. Also jetzt nicht schwarz, weil aus Afrika, sondern ihr wisst schon. Geldwäsche eben. Damals anno 94, wo Internet erst so in langsamen Kinderschuhen daher gewackelt kam. Was aber finde ich heute, anno 2003, in meiner Mailbox? – Off Topic: OHA, es schneit! – Eine Mail aus Nigeria. Wo ich wieder mal mal ein Konto anlegen soll für gute Menschen, weil böse Menschen pipapo und so weiter. Ist das jetzt die nachfolgende Generation? oder wurde ich einfach in den letzten paar Jahren ausgerechnet von DIESEN Mails verschont (im Gegensatz zu allen Hauseigentümer und pornomails)? Nun ja, ICH werde kein Konto eröffnen, denn ICH weiss, dass das alles ein Beschiss ist. Gut für die Absender ist, dass in Boomtown Internet inzwischen Abermillionen mehr Menschen rumwuseln und prozentual gesehen auch mehr Volldeppen, die sich jeden Scheiss aufschwatzen lassen. Hat einer von euch ein nigerianisches Zweitkonto? HAH! Wer hat sich betroffen gefühlt mit Volldepp? HAH! Irgendwann erwische ich jeden von euch.

Aktuell im Ohr: Sash – Ecuadoooooooor!

Scherz lass nach

Abgelegt unter: Allgemein | 29.01.2003 (8:11) |

Bei einer kleinen Suchaktion nach etwas ganz anderem habe ich eine kleine Werbeplakette gefunden, die ich vor Jahren bei einer Messe in die Finger gedrückt bekam. Sofort spürte ich einen Hauch Realsatire. Der Spruch, der darauf aufgedruckt ist lautet: “Make Trouble and good Stuff will happen!” (für nicht Anglizisierte: Mache Ärger und gute Dinge werden geschehen). Interessante Ansicht oder Absicht. Könnte ja auch funktionieren. Vielleicht. Nun kommt aber der Clou dran. Ratet mal, welche Firma mit diesem Satz für sich geworben hat. Na? Na? Wer weiss es? Wer weiss es? Es war Microsoft. Wie realitätsbezogen. Also den ersten Teil haben sie ja schon recht gut im Griff. Wenn alle Prozesse gegen Big Copy & Resell vorbei sind, dann reden wir über Teil zwei des Satzes. Apropos drüber reden. In meinem allerersten Eintrag damals, als es hier losging, beziehungsweise in den Classix, da erwähnte ich Lara Croft. Und dass ich das Thema wieder mal aufgreifen würde. Nun, es sind inzwischen einige Jahre ins Land gezogen und ich glaube, ich habe dieses Versprechen (oder Androhung) nie wahr gemacht. Also komme ich in einem der nächsten Einträge drauf zurück. Schliesslich: Wer jetzt die paar Jahre warten konnte, bei dem kommt es auf ein paar Tage mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an. Aber ich rede da ganz bestimmt noch drüber. Und über einiges anderes mehr. Und es gibt dazu einen Wettbewerb (Preisausschreiben), bei dem es KEINEN Zwieback zu gewinnen gibt.

Aktuell im Ohr: Fine Young Cannibals – She Drives Me Crazy (David Z Remix)

Unter Geiern

Abgelegt unter: Allgemein | 27.01.2003 (21:09) |

Obiges ist der Titel eines Buches von Karl May. Das war der mit dem Wilden Westen, der filmisch in der wilden Prärie von Jugoslawien umgesetzt wurde, was aber gar nichts machte, denn May hatte Amerika nie betreten. Also waren die Filme so im Vergleich gesehen doch sehr authentisch. Ich habe es bisher nicht geschafft, auch eines seiner Bücher zu lesen, aber das wär auch nicht das gleiche. Wenn man als kleiner Stoffel mit den Filmen von Old Chatterhand (damals schon Internet?), Old Surehand (alter Weiberheld) und dem überedlen Winnetou eins bis drei (mit seiner Silberbüchse – wobei ich auch schon fälschlicherweise angenommen habe, das sei der Name einer überteuerten Prostituierten) aufgewachsen ist, dann hat man auch beim Lesen diese Bilder im Kopf und dann wär das nicht mehr so gut. Also lassen. Bei den oben genannten Geiern ging es denn auch nicht um die Vögel, sondern um die Schurken, die Bösewichte, die Schwarzhutträger. Die opportunistischen Säue, die sich bei Siedlern und Indianern einschleimten und im richtigen (beziehungsweise falschen) Augenblick beiden in den Rücken fielen. Leichenfledderer, Aasfresser, hinterhältiges Gesocks. Die konnte ja keiner leiden. Haben immer mal Frauen und Kinder entführt (nicht erschossen, das gehörte sich in den Filmen damals nicht), Häuser in Band gesteckt, betrogen und gelogen. Hässliche Vögel. Die Geier jetzt. Die sind ja nun wirklich keine Schönheiten. Die Schurken hingegen sahen nicht unbedingt hässlich aus, waren es aber tief drinnen. Hockten irgendwo und warteten nur auf den Moment, wo sie mit ihrem Schnabel bei günstiger Gelegenheit zuhacken und beissen konnten und wenn möglich (durch Verschleppen von Aas) noch Unfrieden in ganz andere Regionen tragen konnten. Und man kann ja nicht überall hinterher räumen. Damals war das noch wildes Land und die Pioniere (sowie natürlich auch die schon Ansässigen) hatten ein hartes Leben. Meinungen trafen aufeinander (“Mein Land!” – “Nein, Meins!” – PENG! “Meins!”) und schon ging das Gemetzel los. So ist es auch im Lande Internet, wenn mir der Vergleich erlaubt ist. An Orten wie diesem, in kleinen friedlichen Tage-Büchern (“Ieh, ich schreib doch kein Tagebuch, ich BLOGGE!” – “Tust du doch, dumme Nuss!” – “Tu ich NICHT!” – “Doch, aber du bist zu doof zum Schreiben, also machst du Links zu Texten anderer Leute, die du jeden Tag liest!” – PENG!), da legen Siedler ihre kleinen Gärten an und bauen Pflanzen in Form von mehr oder weniger grossen Sprechblasen an. Die einen haben schönere Pflanzen, die anderen… naja… Gewisse Leute haben halt keinen grünen Daumen. Was ich aber in meinem Garten anpflanze ist MEINE Entscheidung. Das sieht der Geier auf dem Gartenzaun aber anders. Ne, Moment, ich nehm einen anderen Vogel, Geier picken keine Samen aus dem Garten. Oder so. Also da wartet jetzt dieser Vogel darauf, was ich aussähe. Und egal was es ist, sofort stürzt er sich drauf (ein bisschen Rücken zudrehen kann helfen) und hackt es kaputt. Oder wechseln wir nochmal das Tier. Ein Coyote. Ich pflanze eine Blume an, die mir gefällt und dann kommt der rein und setzt seinen Haufen drauf. Okay, genau so wie ICH das recht habe, Blumen zu pflanzen hat der Coyote das Recht, dort drauf zu sch…, wenn ihm das ein Bedürfnis ist. Der soll sich dann aber nicht beschweren, wenn ich den Dreck wieder wegmache, schliesslich ist es immer noch MEIN Garten. Wer kann es mir da übelnehmen, wenn ich ds stinkende, hässliche Häufchen aus MEINEM Vorgarten entferne? Ist doch logisch, oder? Fühlt sich der Coyote deswegen angegriffen? Ich meine: NEIN. Oftmals sind hässliche kleine Tiere eben doch intelligenter als Menschen. Und ja, ich weiss, Geier sorgen für Ordnung, wenn sie Kadaver entsorgen. Aber das sind nur die TIERISCHEN Geier.

Aktuell im Ohr: Megaherz – Herzblut

Wellenbewegungen

Abgelegt unter: Allgemein | 27.01.2003 (14:08) |

Übrigens stelle ich fest, dass in meiner Besucherstatistik immer Wochenends ein Einbruch stattfindet. Nein, es bricht niemand hier ein, es kommen weniger Leute. Das würde ja bedeuten, dass der Grossteil meiner Leser Schreibtischtäter sind (“Ich habe doch keinen Kommpjuutäär zu Hause!”). Sagt mal, habt ihr zu sowas Zeit während der Arbeit? Häh? Im Web rumhängen und seltsame Seiten lesen? Also sowas. So einen Job hätte ich auch gern. Und jetzt geh ich mir einen Kaffee ziehen, bevor mein Chef wiederkommt.

Aktuell im Ohr: After One (feat. Suzanne Vega) – Toms Diner Rap

Wechstaben verbuchseln

Abgelegt unter: Allgemein | 27.01.2003 (14:03) |

Mit Worten und mit Wörtern spielen ist eine lustige Sache. Man kann ein bisschen dran rumdrehen, umstellen, umordnen oder unordnen. Damit kann man dann andere Menschen unterhalten. Sofern die das verstehen. Nichts ist grausamer, als einen genialen Wortwitz an Nichtversteher zu verschwenden. Ich sehe meine Leser ja nicht beim Zulesen, hoffe aber doch, dass die Kreationen, die immer wieder mal einfliessen und auf die ich richtig stolz bin, doch auch ankommen und erheitern. Vielleicht bin ich aber auch der Einzige, der die lustig findet. Oder versteht. Oder erkennt. Dabei fallen mir immer wieder zwei ehemalige Bürokolleginnen ein, denen ich folgenden Witz erzählt habe und beide haben ihn nicht verstanden:
Treffen sich zwei Yetis. Sagt der eine: “Hey, ich hab den Messner gesehen!”
Sagt der andere: “Was, den gibt’s wirklich?”
Die eine Kollegin kannte Messner nicht, die andere wusste nicht, was ein Yeti ist. Das ist tragisch. Die hätten dann auch die NOCH feineren Witze nicht erkannt. Trotzdem hier noch einige bekanntere Sprichwörter in der getunten Version. Finde ich nämlich auch spassig, Sachen zu bearbeiten, die man schon lange kennt, aber halt nicht so. Und die sind nicht von mir. Ich will keine Lorbeeren für etwas, das ich gar nicht gepflückt habe. Aber so als Anregung…
“Wer andern eine selbst hinein”
“Was du nicht willst, das man dir tu, das mach erst mal”
“Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch”
“Morgenstund hat Mundgeruch”
“Die Stossstange ist aller Laster Anfang”
“Was lange gärt wird endlich Wut”

Aktuell im Ohr: Lunik – Static

Masochismus ist lernbar

Abgelegt unter: Allgemein | 26.01.2003 (13:04) |

Warum? Warum eigentlich tu ich mir das an? Wenn es eine halbwegs rationale Erklärung geben würde, dann wär das doch schon ein Anfang. Ist es wirklich nur Neugier? Blödheit? Ein Hang zur Selbstzerstörung? Dummdreister Glauben daran, dass die Werbung uns nicht JEDEN Scheiss verkaufen will? Ich habe ja, wie vor ein paar Tagen schon erwähnt, dieses Lion-Frühstücks-Müesli-Zerealien-Krimskrams gekauft. Das ist aus dem Werbespot, wo ein Bürotyp das auspackt und alle anderen Büroinsassen flüchten so dschungeltiermässig, weil der böse, böse Löwe Lion isst. Jetzt weiss ich auch warum die flüchten. Die Hälfte von dem Knusperzeug ist mit Schokolade angereichert, die andere mit Karamell. Zusammen sieht das aus wie Brekkies, das ist Trocken-Katzenfutter. Vielleicht ist es ja auch Futter für Löwen und sieht drum so aus. Milch dazu und reingelöffelt. Ich konnte innerhalb sehr kurzer Zeit eine grundsätzliche AUssage treffen: Das ist, als ob man Kristallzucker PUR frisst (angereichert mit ein paar Nahrungsfasern, damit man was zum Kauen hat). Seit dem Versuch ist es eine Stunde her und meine Kiefer kleben noch immer zusammen. Heftig. Als Ausgleich dazu habe ich dann noch in einem Anfall von Selbstaufopferung die Zweifel WaveChips “Inferno” probiert. Nachdem ich in Deutschland und in der Schweiz schon verschiedene Chips probiert habe mit der Aufschrift “scharf” oder “pikant”, konnte das ja auch nur ein weiterer Schritt in die Enttäuschung sein, denn bisher hat eigentlich nichts diesen Anspruch auch wirklich erfüllt. BISHER. Meine Fresse. Anders gesagt: Meine Fresse brennt. Hölle, Hölle, Hölle. Nach grade mal zwei Mundfüllungen. Das schaffen andere Sorten noch nicht einmal nach einer ganzen Packung. Das verhindert zumindest, dass man die ganze Tüte auf einmal leer frisst. Aber so häppchenweise. Sobald sich Zunge, Lippen und Gaumen wieder beruhigt haben. Und das Gute daran: Von denen habe ich NICHT aus der Werbung erfahren. Wobei ich allerdings denke, dass auch wenn ich nie wieder Werbung sehen würde, ich könnte es trotzdem nicht lassen, neue Produkte auszuprobieren, die mir ins Gesichtsfeld springen. Also, warum tu ich mir das an?

Aktuell im Ohr: Linkin’ Park – Papercut

Lavaschlampen

Abgelegt unter: Allgemein | 25.01.2003 (20:55) |

Lavalampen sind ein geiles Zeug, die machen lull und lall, wenn ich mal Spliff zitieren darf. Ich habe zu Weihnachten zwei so Teile geschenkt bekommen und die sind ja sowas von schrill. Sie taugen nicht unbedingt als Leselampen (gestern getestet) oder als Nachtlicht, dafür sind sie zu hell. Aber einfach so als Zusatzleuchten (wie Hintergrundmusik) oder zum Reinstarren. Da passt das. Macht leicht psychotisch. Und, was ich festgestellt habe, wenn die Lampe grünbläulich ist und es für eine gewisse Zeit das einzige Licht ist und man dann in einen Raum mit ganz normaler Beleuchtung geht, dann sieht man alles mit einem Rotstich. So muss es in dieser Strasse in Hamburg auch aussehen. Herbertstrasse? Wo die Damen hinter einem Bretterzaun anbieten? Ist das eigentlich sowas wie ein Ersatz für die Mauer? Die auf der einen Seite haben etwas, was die auf der anderen unbedingt wollen? Auf jeden Fall dürften die dort nur rein rote Lampen haben. Was dann die Vermutung nahelegt, dass die auf dem Heimweg alles in grünblau sehen. Falls das jemand aus Erfahrung beurteilen kann, bitte her mit der Information. Schliesslich haben wir an dieser Stelle einen Bildungsauftrag. So bekommt die Seite einen gewissen Anstrich, bei dem es zur Abwechslung mal nicht um Sex geht, sondern um Wissenschaft. Hey, das wird mal ein völlig neues Gefühl geben. Abgesehen davon muss ich mich auch mal schlau machen, wie diese Psycholampen eigentlich genau funktionieren. Und danach guck ich mir ein paar Bilder mit viel nackter Haut an, sonst bekomme ich einen IQ-Overload. Soweit soll es ja nicht kommen.

Aktuell im Ohr: Meletron – Folge mir ins Licht

Auf die Verarschung gepackt.

Abgelegt unter: Allgemein | 24.01.2003 (20:31) |

Oder auf der Verpackung verarscht. Je nachdem. Ich liebe ja Brot. Ich finde das voll geil. Aber nicht dieses weissmehlige Gebissträgerzeugs oder die Ökokernerknuspervariante (ich bin aus dem Vogelfutteralter raus), sondern dunkles, herzhaftes Brot. Je nachdem mit Nüssen oder Kartoffeln variiert, aber meistens einfach in einer der etwa zwanzig verschiedenen Düsterversionen. Am liebsten, wenn es noch warm aus dem Laden kommt und die Kruste so richtig schön knusprig ist. Damit ich das nicht trocken runterdrücken muss (obwohl das bei richtig gutem Brot auch kein Problem ist), bestreiche ich dasselbige gern mit irgendwelchen leckeren Materialien. Nun muss ich zwischendrin noch erwähnen, dass ich in deutschen Supermärkten gerne einkaufen gehe und von dort immer Sachen mitbringe, die es bei uns (noch) nicht gibt. Wie diesesmal vom Kühlregal: Dort gab es (wahrscheinlich neu) “Bread & Dip” von Homann in fünf verschiedenen Sorten. Drei davon durfte ich schon von Anfang weg liegen lassen, weil… eben, siehe letzten Eintrag. Aber zwei blieben übrig und die hab ich mir mit in die Schweiz genommen. Wo ich schnell feststellte, dass da der Konsument ein weiteres Mal verscheissert wurde. Produkt 1, Geflügel & Paprika, Pikanter Brotaufstrich mit Curry und Paprika. Man reiche mir die Definition von PIKANT. Scharf gewürzt, steht im Duden. Das hatte ich auch im Hinterkopf, als ich mein bestrichenes Brötchen probierte, aber leider nicht im Vorderkopf. Meine Zunge meldete Langeweile. Es hatte einfach kein Feuer. Nicht wie die Hotwings von KFC, die brennen wenigstens ZWEImal. Aber diese Pampe auf meinem Brot tat das nicht. Noch nichtmal einmal. Ganz abgesehen davon war auch kein Currygeschmack da und ich kann Curry erkennen, wenn es daher kommt. Erinnerte mich eher entfernt an Geflügelsalat an einer extrem geflügellahmen Cocktailsauce. Durchgefallen. Also das Produkt, nicht wieder mein Darm. Also ab zum zweiten Döschen: Produkt 2, Seelachs & Schnittlauch, Brotaufstrich mit Schnittlauch verfeinert. Sicherheitshalber packte ich etwas mehr davon auf die zu testende Brotscheibe (nach der dürftigen Erfahrung mit der Pikanz von Nummer 1). Glücklicherweise hatte ich genügend Eistee bei mir, um die geografische Ausrichtung meiner Geschmacksknöspchen wieder herzustellen. Es war nicht etwa scharf, nein, das nicht, aber mit der Zunge in einen gut gefüllten Salztopf eintauchen ist ein akzeptabler Vergleichswert. Nicht scharf, aber tausend mal näher an pikant als eben grade vorher. Man konnte zwar den Schnittlauch nicht rauserkennen und Seelachs hatte ich eine Spur anders in Erinnerung (aber da kann ich mich durch den Schock auch getäuscht haben). Auf jeden Fall hat das Zeugs eine geile Farbmischung, sieht so ähnlich aus wie der bunte Sand, den man in so kleinen Souvenirfläschen in Touristenorten am Meer finden kann. Ich habe dann rausgefunden, dass wenn man Produkt 2 nur ganz dünn aufträgt das durchaus geniessbar ist. Zumindest wenn man nebenher noch neutralisierende Esswaren zu sich nimmt. Oder die Brotscheibe so dick ist, dass man sie kaum zwischen die Zähne bekommt. War eine interessante Erfahrung, aber etwas, was ich bei einem weiteren Besuch nicht wieder in der Einkaufstasche mittragen werde. Da gibt es bestimmt noch andere Esswaren, die nach ausprobieren schreien. Oder bei denen ich nach dem Ausprobieren schreie. Das nächste sind wohl verschiedene Raviolivarianten. Oder… Hat der Erasco Nudeltop, der dauernd in der Werbung läuft eigentlich Zwiebeln drin? Ach ne, ich hab ja zuerst noch diese Lion-Zerealien (geiles Wort aber total realitätsfern), bei denen immer alle aus dem Büro flüchten. In der Werbung. Meine Kollegen flüchten schon vor mir auch wenn ich nichts esse. Ob ich immer noch Seelachs & Schnittlauch ausdünste?

Aktuell im Ohr: Resistance D – Human ‘98 (Club Mix)

Dummheit siegt

Abgelegt unter: Allgemein | 23.01.2003 (21:56) |

Es gibt Menschen, die sind doof. Es gibt Menschen, die sind noch etwas doofer. Und es gibt Menschen, die sind SO DOOF, dass man sie eigentlich prügeln müsste, wenn sie sich nicht schon eben genau durch ihre Doofheit genug selber bestrafen würden. Das sind dann Menschen, die soagr selber erkennen, DASS sie doof sind. Temporärer Intelligenzquotient auf dem Level einer Zuckerrübe, aber ohne deren Nutzwert. Sofortige Zielperson für Spott aus der ganzen bekannten Umgebung. Endlich könnt ihr euch rächen, gebt es mir! Ja, ich bekenne mich! Warum? Mehr oder weniger regelmässige Leser oder Innen erinnern sich vielleicht an die Tatsache, dass ich eine kleine, unwesentliche Allergie gegen Zwiebeln und Knoblauch habe. Eigtenlich achte ich (und auch Leute in meiner Umgebung) sehr darauf, dass sich nichts derartiges in meiner Nahrung befindet. Meine Freundin kontrolliert sogar Bahlsen oder Leibniz “Schoko&Keks” auf Zwiebeln. Gestern war ich mit root bei Burger King und wie immer bestell ich meinen Whopper ohne Zwiebeln. Wie immer kontrolliere ich vor dem Reinbeissen, dass wirklich nichts drin ist. Wie nicht immer war gestern was drin. Ein Ring. Aber nicht der Eine, um mich zu knechten. Na gut. Der Eine, mich zu schlechten, zu finden und ans Klo zu binden. Aber natürlich habe ich ihn sofort entfernt. Ich hab ihn NICHT gegessen. Danach den Whopper nochmals intensiv untersucht und es war NICHTS mehr drin. Dachte ich. Eine Stunde später dachte ich das nicht mehr. Intensives Huldigen des weissen Throns war das stundenlange Resultat und ich durfte folglich heute, als ich wieder feste Nahrung zu mir nehmen konnte, natürlich mit Salzstangen und Cola (altes bekanntes Hausmittelchen) Aufbauarbeit leisten. Nun ist es Abend und ich fühl mich einigermassen auf dem Damm. Die Salzstangen sind alle und ich sage mir “Hey, warum denn nur Salzstängeli, Chips tun es auch, da ist auch Salz dran”. Gesagt, Packung aufgerissen und getan. Ich denk noch bei mir, dass ich doch bisher bei den Biochips von Coop immer die salzigen und nicht die paprikaigen hatte. Mit einer handvoll Chips im Mund drehe ich die Tüte um und lese “Zwiebelpulver”. Wenn man auf der Zunge einen Herzinfarkt haben kann, dann muss das in einer solchen Situation passieren. Bringt mal halbzerkaute Chips möglichst schnell und komplett aus dem Mund. Das Zeug pappt wie Sau. Das sollte nicht Kartoffel sondern Pappoffel heissen. Na, zumindest habe ich wohl alles entfernt. Denke ich. Ich werde es in spätestens einer Stunde wissen. Und nun gebt es mir! Hallo Gruppe, ich bin doof!

Nachtrag:
Natürlich reicht mir EINE Auszeichnung für schrittweise Verblödung nicht aus. Ich will ZWEI! Nachdem ich festgestellt habe, dass ich die Chips schnell genug rausgewürgt habe und sich bei mir keine Übelkeit oder sonstwas in dieser Richtung eingestellt hat, da musste ich das natürlich feiern. Mit einer halben Schachtel Mon Chéri. Danach war mir dann irgendwie seltsam. Aber anders. Oder es war mir anders. Oder so.

Nachtrag 2:
Mein lieber Kollege HooBee hatte natürlich sofort einen Vorschlag, wie man meinen Arbeitsplatz umgestalten könnte, damit ich trotz Ausfällen wie oben erwähnt noch zur Arbeit kommen könnte. Sehr fürsorglich:

Aktuell im Ohr: Riva – Time is the Healer (Armin van Buuren Remix)
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