Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Was man so liest…

Abgelegt unter: Allgemein | 28.11.2002 (12:06) |

Morgens unterwegs zur Arbeit lese ich bei den zwanzig Minuten im Zug jeweils “20minuten“. Natürlich die Papierversion. Das ist eine gute Informationsquelle und zur Unterhaltung dient es auch. Oder zum Kopfschütteln. Heute stand da zum Beispiel, dass der Bohlen noch ein weiteres Buch schreiben wolle. Ein WEITERES? Hm. Der hat ja das erste schon nicht selber geschrieben, wieso dann also weiteres? Mit einer Journaillentippse zusammen Kaffee trinken und ein bisschen erzählen, während das Diktiergerät läuft und die das dann abschreibt und formuliert, das nenne ICH nicht “Schreiben”. Aber ich kann mich diesbezüglich irren. Schliesslich gilt Free Jazz auch als “Musik”. Rein rhetorisch gesehen würde ich einem Menschen, der mit Cherie Cherie Lady und Geronimos Cadillac unvergessliche Textergüsse geliefert hat, eine Fähigkeit zum Bilden zusammenhängender Sätze absprechen. Apropos absprechen: Das Hörbuch zum Buch ist ja anscheinend nur Auszugsweise und möglicherweise authentischer, weil es nicht den Umweg über die Finger nehmen musste. Aber ich würd trotzdem kein Geld dafür ausgeben, das lässt sich sinnvollerweise investieren. Zum Beispiel in eine Nagelreinigungsmaschine oder so. Ach ja, eine Doktorarbeit will er auch schreiben. Doktor in Teppichkunde? Und natürlich schreibt er die mit jemandem zusammen, nämlich einem Hochschul-Professor. Es gibt Leute, die tun für Geld einfach alles.
Auch gefunden: Eine Anzeige für eine Eigentumswohnung mit einer Wohnfläche von 13m2. Ich hoffe doch schwer, dass das ein Tippfehler ist.
Und auch noch gefunden: Kinoanzeigen. Von Porno(Schmutz!)kinos. “Durchgefickt von Prof. Unsichtbar” hat mir irgendwie gefallen. Wenigstens muss man dann die hässlichen männlichen Darsteller nicht auch noch sehen. Oder “Duchgefickt und abgesaugt – Die geilen Mitarbeiter leisten Qualitätsarbeit beim Test des Fahrgestells und der prallen Airbags”. Also bei Absaugen dachte ich erst an eine Klinik für plastische Chirurgie, aber danach schloss ich dann doch eher auf den Traum aller Automechaniker. Ob das wohl ein Film ist, der im Autokino gezeigt wird?

Aktuell im Ohr: Theme from Morrowind

Welch schöner Morgen!

Abgelegt unter: Allgemein | 27.11.2002 (11:21) |

Grundsätzlich gibt es eine, maximal zwei, Arten, wie ich es mag, am Morgen geweckt zu werden. Dann gibt es eine, die ich akzeptiere. Darüber hinaus sind alle anderen verabscheuungswürdig. Insbesondere die heutige Variante, die sich unmittelbar vor dem eigentlichen Weckerklingeln einstellte: Wadenkrampf. Nachdem ich schon seit gestern zehn Uhr friedlich gemümmelt habe (ausgenommen eines kleinen, nicht durch Türkanten behinderten Ausflugs zum Kühlschrank), hätte nach ausgiebigem Schlafen der Tag durchaus gut beginnen können. Nun schreckte ich allerdings durch eine erhöhte Schmerzkonzentration im linken Unterschenkel hoch. Nun kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass meine Schmerzempfindlichkeit recht tief liegt, doch das war unschön. Nun heisst es ja, wenn man krampft, dann soll man Gegendruck geben, wozu ich mich allerdings aus dem Bett hätte bewegen müssen. So von wegen drauf stellen und so. Das wiederum hätte vorausgesetzt, dass ich das einfach und schnell bewerkstelligen könnte. Nun ist mein Bett allerdings eine Liegewiese und ich lag genau in der Mitte und robbte dann natürlich unter Verwünschungen in Richtung Bettkante, die am nächsten lag. In der entgegengesetzten Richtung meldete sich nun mein Wecker mit einem ziemlich penetranten Ton zu Wort und verlangte nach Beachtung. Als ob es nicht schon mühsam genug gewesen wäre, sich zu bewegen, weil der Krampf inzwischen Knie- und Fussgelenk-Muskulatur miteinbezogen hatte (man ist ja so ungern allein), nervte nun auch noch die Fieperei. Also robben in entgegengesetzter Richtung, um zuerst einmal diese erbärmliche Lärmquelle (bei Nichtabschalten steigert sich die Penetranz des Tones alle fünfzehn Sekunden) aus dem Leben zu befördern. [Stunden später - subjektives Empfinden] Stille. Ruhe. Schweigen. Immer noch Aua. Dafür lag ich nun an Bettrand. Rausschwingen und mit beiden Beinen fest auftreten. So war zumindest der Plan. Der Plan berücksichtigte nicht die Tatsache, dass einer meiner beiden Füsse noch nicht fest auftreten wollte (der mit dem Krampf) und ich demzufolge auch noch auf die Fresse fiel. Üblicherweise kann ich auftretende Krämpfe mit einigen Entspannungstechniken in den griff kriegen, aber nicht im vorliegenden Überraschungsfall. In eben diesem Moment fiel es mir überhaupt schwer, mich zu entspannen, stieg doch der Säuerungsgehalt in mir über den gewissen vertretbaren Pegel. Inzwischen habe ich den wieder unten. Ich konnte mich ohne Schnitte rasieren, hab mich nicht am Fruchtsaft verschluckt, bin nicht vom Bus angefahren worden, habe jede Treppenstufe richtig erwischt und wurde noch von keinem Kollegen wegen bissiger Bemerkungen nieder geschlagen. Also prozentual gesehen ist eigentlich alles gut. Ich lass mich in Zukunft aber doch lieber anders wecken.

Aktuell im Ohr: Kool and the Gang – Cherish

Mein Schnucki

Abgelegt unter: Allgemein | 26.11.2002 (14:39) |

Ich habe ein neues Spielzeug. Falsch. Nochmal von vorne. Ich habe ein neues Werkzeug. Schliesslich bin ich ja Hobbyschreiberling, auch wenn es nicht immer den Anschein erwecken mag. Wenn ich nun des Öfteren im Zug unterwegs bin (grade bei grossen Distanzen), dann würde es sich ja anbieten, unterwegs die Zeit zu nutzen und zu Schreiben. Dazu braucht man einen Block und einen Stift. Das geht dann allerdings nur so lange gut, wie man damit nicht viel mehr Anderes anstellen will. Will ich aber. Dann gäbe es ja noch Reiseschreibmaschinen, wie ich früher eine verwendet habe und nun das Problem habe, dass der darauf entstandene, zu drei Viertel fertige Roman auf kaum noch lesbarem Thermopapier vor- und rumliegt. Aber nicht in einer Form, in der ich damit was anstellen könnte. Noch nicht. Also zielte ich auf die einzig gangbare Lösung ab, einen Laptop. Nun ist es ja so, dass ich ziemlich tragefaul bin und mich generell verweigere, wenn es darum geht, schweres Zeug rumzutragen. Ausser vielleicht, wenn ich mal eine Ausnahme mache und eine halbe Stunde später mit Bandscheibenvorfall in der Notaufnahme liege. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und bin fündig geworden: Ein HP Omnibook 510. Eineinhalb Kilo schwer, grade so gross wie ein A4-Blatt und zweieinhalb Zentimeter dick. Ein schnuckliges Teil. Aber echt. Ich habe mir schon überlegt, ob ich es in Plüsch einschlagen lasse um es kuschelfähig zu machen. Extreme Notebookstreicheling. Meine Kollegen stellen schon Überlegungen an, wie lange es dauert, bis meine Freundin Äusserungen von sich gibt wie “Entweder ER oder ICH!”. Aber ich glaub nicht, dass ich da Probleme hätte mich zu entscheiden. Meine Freundin kocht besser (Autsch, schon wieder Geld in die Machokasse…). Ne, wirklich, ich wähle das Unersetzbare. Und auf dem andern schreib ich am zweiten Roman. Und wenn ich reich und berühmt bin, dann geh ich mit dem ECHTEN Schnucki Urlaub unter Palmen machen. Mist, wenn ich bloss schneller tippen würde.

Aktuell im Ohr: ATB – 9PM Till I Come

On the Wall

Abgelegt unter: Allgemein | 25.11.2002 (9:30) |

Hängt jetzt an meiner Bürowand:

Schlechte Laune ist ein Denkfehler.

Denkt mal drüber nach. Und lächelt.

Aktuell im Ohr: Eagles – Hotel California

Morgensupport

Abgelegt unter: Allgemein | 25.11.2002 (8:29) |

Man hilft ja gerne. Auch am Morgen früh, wenn über ICQ ein Hilfeschrei kommt. Zur Eruierung der Fehlerquelle frag ich dann halt mal so nebenbei: “Was hast du denn für eine Farbeinstellung auf dem Desktop?” Antwort: “True Type”. Jaja. Blondie?

Nachtrag von gestern, bester Schmunzelsatz des Tages:
“Starr mich nicht so an, du perverses Eichhörnchen!”
Aus Daria auf MTV.

Akuell im Ohr: Alphaville – Monkey In The Moon

Voll fett

Abgelegt unter: Allgemein | 24.11.2002 (21:55) |

Es gibt Gründe, warum man sich an einem Sonntagnachmittag NICHT in die Nähe eines McDoof wagen sollte. Zumeinen, weil die Talgkonzentration vor dem Eingang in etwa derjenigen eines mittelgrossen Blauwals entspricht, bloss hier verteilt auf die Gesichter der Besucher. Hinter dem EIngang ist Familiennachmittag und jeder zweite Balg versucht, einem mit dem lustigen Luftballon aufs Maul zu hauen. Dazu kommen dann noch die kreischenden Exemplare am Karussell, die sich gegenseitig an den Haaren ziehend den Platz streitig machen. Die moderat genervten Eltern sitzen mit verkniffenem Grinsen auf viel zu kleinen Stühlen und geniessen den ach so friedlichen Familienausflug, schliesslich ist ja Essen bei McDoof gesund und ausgewogen. Genau deshalb versuchen jetzt in Amiland ein paar Kläger, McBigMäc auf ein paar Milliarden zu verklagen, weil man sie nicht gewarnt hatte, dass übermässiger Fastfoodkonsum zu Fettleibigkeit führen kann. Vierzig Prozent der Amis sind zu fett. 97 Prozent der Amis sind zu doof (Ich kenn ein paar normale und da gibt es sicher noch mehr). Aber in einem Land, wo ein Lungenkrebskranker einen Prozess gewinnt, weil er sich seit 50 Jahren totraucht und dann die Schuld auf die Hersteller schieben kann, ja, das ist das Land der unbegrenzten Dämlichkeiten. Es würde mich nicht wundern, wenn auch die Überfetteten aus dem aktuellen Prozess gewinnen würden. Ich wüsste auch, womit sie ihren Sieg feiern: 85 BigMäcs pro Person und zehn Liter Cola. Aber Cola Light, damit man nicht zunimmt. Aber… Ich meine… Dick sein, okay, das gibt’s nun mal, aber SO? Ich stell mir da schon die einfachsten Tätigkeiten ziemlich kompliziert vor. Wie will man sich den Arsch abwischen, wenn man die Arme gar nicht mehr an den Körper ranbringt? Oder wie will sich da einer einen runterholen, wenn er seinen Schniedel schon gar nicht mehr findet? Oder erreichen kann. In der Schweiz versucht man jetzt mit einer Kampagne, die Leute zu mehr Sport zu bewegen. Das wird nicht klappen. Denn man kann nicht bewegt werden (ausser mit einem Hebekran), wenn man sich selber nicht bewegen will. Schliesslich ist das Heben der Fernbedienung schon extrem hart und warum nach draussen gehen wo es kalt und feucht ist, wenn man im TV Sport SEHEN kann? Oh, ich sehe grade was zu essen. Aber ich darf. Ich trainiere dreimal pro Woche, da darf ich mir auch ein paar Kägi Fretli gönnen. Was das ist? Süsse kleine Schokowäffelchen. Die heissen nicht etwa Fretli wie die schweizer Version von Frettchen. Wir essen keine Nagetiere. Obwohl ein mandelpastegefülltes Gebäck Biber heisst. Wir essen keine Ratten und Mäuse und keine Hörnchen. Weil die bei uns Gipfeli heissen. Gut. Sonst hätten wir dem Vorurteil doch langsam entsprochen.

Aktuell im Ohr: Linkin’ Park – In The End

Souvenirs, Souvenirs

Abgelegt unter: Allgemein | 24.11.2002 (19:15) |

Es gibt Sachen, die vergisst man, es gibt Sachen, die verdrängt man und es gibt Sachen, die vergisst man zu verdrängen. So lange bis sie wieder auftauchen, nachdem sie eine kleine Runde durch den Gedächtnispool geschwommen sind. Dann komme sie wieder an die Leiter, klettern raus und verlangen nach einem Handtuch. Da stehen sie dann im Bewusstsein und tropfen den Boden voll. Mir fiel zum Beispiel wieder ein, was auf dem Umbau meines Bettes stand (so ein Möbel, das zwei Seiten des Bettes umrandete, wo im Kopfteil Bettzeug drin war und im Rest Platz für kleine Sachen und darauf das Nachttischlämpchen, keine Ahnung, ob es so Möbel noch gibt). Da stand eine kleine venezianische Gondel, aus allerbilligstem Goldplastik, zumindest die Aufbauten. Der Unterbau war schwarz, der Gondoliere abgebrochen. Das war aber noch nicht das Erschreckende daran, das kam erst so richtig zum Vorschein, wenn es dunkel war. Dann konnte man nämlich das aus der Gondel führende Kabel in die Steckdose stöpseln und dann gingen etwa zwanzig bunte Lämpchen an, die im Innern des Gondelbaldachins angebracht waren. Sofort war mein Kinderzimmer in eine surreale Mischung bunter Lichtflecken getaucht. Wenn ich das als Kind schon formulieren hätte können, dann hätte ich wohl gesagt, ich bin auf einem Trip. Optisch zumindest. Wenn ich bloss gewusst hätte, wo das Teil eigentlich herkommt, denn diese Art brutalsten Touristenkitsches gibt es normalerweise nur vor Ort. Da ich aber nie in Venedig war, geschweige denn jemand aus meiner Verwandschaft, konnte ich mir das nicht erklären. Bis heute nicht. Ich wäre wohl damals selber noch nicht geschmackssicher genug gewesen, um nicht mein Taschengeld für so einen Müll auszugeben, daher wenn ICH dagewesen wäre, ich wüsste woher. Damals faszinierte mich das Farbenspiel nämlich durchaus. Heute wäre die Abschreckung wahrscheinlich das ganze Plastik und der dafür verlangte Preis, in und zu dem eigentlich in jeder Grossstadt diese Bedenken… öhm… Andenken feilgeboten werden. Egal ob Gondeln, Eiffelturm oder Tower Bridge, ich wette, der ganze Krempel wird zentral in der Marketinghölle der Fremdenverkehrsvereine ausgestanzt und ausgeliefert. Sprich: in China. Steht doch auf keinem dieser Augenbeleidiger “Made in Paris”. Wobei in Frankreich das auch wieder nicht stehen würde, weil die hundertprozentig NICHTS auf Englisch anschreiben würden. Also machen wir “Made in London”, sonst muss ich das Wörterbuch holen. Aber das Bunte vermisse ich irgendwie, wenn ich jetzt so daran denke. Da ich mich aber nicht stundenlang vor einen türkischen Laden stellen will mit seinen Lichterketten, werde ich mir wohl eine Lavablubberlampe kaufen. Hm. Möglicherweise würden aber auch drei davon cool aussehen im Abstand von je einem Meter auf einem Bord. Wenn ich noch eine Flasche Wein finde, dann geh ich schon mal die Farben austesten.

Aufruf (wieder mal): Gestehet und erzählet! Was war das peinlichste Souvenir, das ihr aus dem Urlaub zurückgebracht habt (Knutschflecken und Geschlechtskrankheiten zählen nicht)?

Aktuell im Ohr: Apoptygma Berzerk – Fade To Black

Sonntag Morgen in der Schweiz – Suntig Morge i de Schwiiz

Abgelegt unter: Allgemein | 24.11.2002 (18:03) |

Ich sollte es eigentlich langsam im Griff haben, dass halb neun NICHT 9:30 Uhr ist (Weshalb spricht man das hier eigentlich nicht neundreissiguhr? Oder schreibt es 9 Uhr 30?). Also zumindest beim Wecker stellen übt dieser Unterschied einen gewissen Einfluss aus. Aber das sind Peanuts, mit ein bisschen Denken bekommt man das geregelt, auch wenn der Wecker nach einem langen Samstag mitten in der Nacht gestellt wird. Bei den Österreichern ist es ja NOCH einen Tick schlimmer und ich schnall immer noch nicht, was „Dreiviertelzehn“ eigentlich bedeutet. Ist das Viertel vor Elf oder Viertel vor Zehn? Und wenn ja oder nein, warum? Könnte mir das in den Comments mal jemand erläutern? Da nützt es nichts, wenn ich zur Hälfte aus dem österreichischen Genpool gepanscht worden bin, so sprachliche Eigenheiten gehen mir auch an der österreichischen Arschbacke vorbei. Ich bin ja schon froh, dass mir die Bezeichnungen einiger Nahrungsmittel bekannt sind, damit ich mich nicht zum totalen Affen mache, wenn ich dort was zu Essen bestelle. Oder ich verhindere geschmackliche Entgleisungen (Zum Beispiel: Beuschel. Na, was könnte das wohl sein? Lunge! Oder: Grammeln. Na? Das ist der Abfall, der übrigbleibt, wenn man das Speckfett auslässt. Da machen sie dann Knödel draus. Yummy! Oder dann gibt’s noch „Gebackenes Euter“ oder „Gebackenes Hirn“. Das ist dann auch wirklich das, was es heisst. Ohne lustige Umschreibungen.) Aber zurück in die Schweiz. Weil, mir wurde diese Woche vorgehalten, ich sei in meinen Einträgen der Meister des Abschweifens. Das meinten früher schon meine Lehrer bei Aufsätzen, wenn ich das eigentliche Thema kurz anschnitt und dann, durch einen interessanten Gedankengang abgelenkt, anfing, quer durch die Gegend zu hüpfen und zusammenschrieb, was halt grade so kam. Es stand dann regelmässig drunter, dass es zwar sehr gut sei, ich mich aber mehr an die Thematik halten solle. Wenn ich in der Tourismusbranche arbeiten würde und es den Begriff Island-Hopping noch nicht gäbe, ich könnte ihn erfinden. So ähnlich denke ich. Sagt man. Aber zurück in die Schweiz. Schweizer sind seltsam. Man stelle sie neben jemanden, der nicht Schweizerdeutsch spricht und man beobachte zwei mögliche Verhaltensvarianten: Entweder ist es ein linguistischer Hardcorepatriot, der denkt, wer schon herkommt, der soll gefälligst schwiizerdüütsch verstehen und sprechen, oder man brabbelt automatisch in Hochdeutsch. Egal, ob das Gegenüber Schweizerdeutsch versteht oder nicht. Allein die Tatsache, dass er es nicht sprechen kann, impliziert, dass er es wohl auch nicht VERSTEHT. Einige Schweizer versteht man allerdings auch nicht, wenn sie Hochdeutsch sprechen und das nicht nur, weil sie Wörter verwenden, die es im Hochdeutschen gar nicht gibt. Noch lustiger wird es, wenn der Schweizer dann annimmt, dass der Deutsche nicht nur kein Schweizerdeutsch versteht, sondern wahrscheinlich – weil Ausländer – sowieso Mühe hat, und automatisch anfängt, langsam, laut und überdeutlich zu sprechen. Hey, die sind deutsch, nicht doof (obwohl das eine das andere nicht ausschliesst, aber das gibts überall). Haaallooo, iccchhh biin der Heerr Mülleeer, iccchhh brauuuccchhhe ein Taaaggsi am Viiiertl voor Elfi. Haaaben Siiie verschtanden? Warum nimmt man eigentlich sofort an, bloss weil jemand die Sprache nicht perfekt spricht, dass er sie dann nicht verstehen kann? Du verstehen? Ich nix italienisch, ich dir erkläre deutsch, aber sage, wenn nix verstehe. Geht ins Gleiche Kapitel wie Babysprache. NATÜRLICH lernen die unsere Sprache nie! Wenn wir mit ihnen sprechen wie die Deppen, dann müssen die doch annehmen, die Sprache SEI so. Das nennt man Eigentor. Aber zurück in die Schweiz. Wenn ich bloss noch wüsste, was ich eigentlich schreiben wollte. Na egal, wird mir sicher wieder einfallen. Wenn nicht, dann mach ich einen Kurs in Schwiizerdüütsch. Das wär sicher luschtig. Mal luege, vilicht chunnt mer öppis in Sinn, wo da würd ane passe. Zum Biischpiil, dass Keks bi eus Guetzli heisst. Odr.

Aktuell im Auge: Exklusiv Weekend. Bin grad zu faul zum Zappen.

Warten auf 18.12.02

Abgelegt unter: Allgemein | 22.11.2002 (14:41) |

Ich gebe es zu, ich bin wieder infiziert. Seit Montag habe ich die Collectors Edition zu Hause, mir fiel heute ein Magazin zum Thema in die Finger und überhaupt bin ich der…

…und am 18. Dezember kommt Teil ZWEI!
Doch, doch, man kann noch normal mit mir reden, elbisch versteh ich noch nicht. Hab auch den Ring zum Unsichtbarmachen nicht. Und ich züchte keine Uruk-hai im Keller.

Nachtrag:
Ich find es voll doof, wenn ein Laden LotR-Bettwäsche verkauft, aber keine bei mir passenden Übergrössen führt. Sauerei.

Aktuell im Ohr: Eurythmics – Here Comes The Rain Again

Nachspeise und Nachwirkung

Abgelegt unter: Allgemein | 22.11.2002 (13:49) |

Es ist Freitag, also ist es auch Zeit für HooBee, sich nach dem Essen mit einem Dessert einzudecken. VOR dem Anstehen hatte er Lust auf eine Crèmeschnitte, bei der Rückkehr zum Tisch hatte er allerdings irgendwas Crème-Pudding-mässiges in der Hand. Sah auf Distanz aus wie Vanille, das kleine Marzipantäfelchen sagte aber eher was von wegen Zitrone. Nach dem ersten Löffelchen verzog er das Gesicht noch leicht. Nach mehreren Löffeln schon schwerer und murmelte etwas von Chemie. Er mischte dann die aufgepfropfte Schlagsahne heftig rührend unter die gelbliche Masse, um eine gewisse Verdünnung oder Umkonsistenzierung zu erreichen. Dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen brachte das allerdings nichts. Ich wollte dann mal riechen, weil er mir die Frage nach der Geschmacksrichtung nicht schlüssig beantworten konnte. Wahrscheinlich früher Geschmacksnerventod. Nach einer halben Nase voll war mir klar, dass es entfernt mit Zitronen zu tun hatte, aber aufgrund der schleichenden Aggressivität kam mir als erstes Meister Proper Zitrusfrisch in den Sinn. Was wiederum zu HooBees Gesicht gepasst hätte. Er meinte dann auch, es sei, als ob man Seife frisst. Aber abgehalten hat es ihn dennoch nicht, das ganze Schüsselchen leerzufuttern, schliesslich lässt man nichts zurückgehen. Seitdem frisst er meine Kekse und meine Bonbons um den Geschmack wegzubekommen, was aber nichts bringt. Oder es ist eine Ausrede um an meine Vorräte zu kommen. Und wenn es WIRKLICH Seife oder zumindest seifenähnlich war, dann hoffe ich nur, dass er heute nicht furzen oder rülpsen muss. Seifenblasen im Büro wirken irritierend.

Aktuell im Ohr: Sugababes – Round Round
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