Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Immer mitten in die Fresse rein

Abgelegt unter: Allgemein | 26.10.2002 (17:52) |

Heute Abend läuft auf RTL “Promi-Boxen”. Wer lässt sich eigentlich sowas einfallen? Vor allem, wer sucht sich die Leute aus, die da mitmachen? Alles irgendwelche Nasen, die in letzter Zeit zu wenig Publicity hatten und deshalb durch seltsame TV-Auftritte wieder in die Schlagzeilen kommen wollen? Eine Rocksängerin, von der man schon ewig nichts mehr gehört hat. Ein Ex-Herzblatt-Moderator (nein, leider kriegt der Carrell keine gesemmelt). Irgendwelche Seriendarsteller. Einer aus dem Kelly-Family-Clan (beim Einmarsch eines der Kelly-Lieder einspielen, da braucht man den Gegner wenigstens nicht zum Zuschlagen zu überreden). Eine Ex-Pornodarstellerin. Wieso? Hat die schon lange keinen mehr reingekriegt? Dass Stefan Raab sich zu nichts zu schade ist und sich von einer kleinen Blondine aufs Maul (bzw. die Nase) geben lässt (obwohl die Zähne viel besser zu treffen wären), das kann man nachvollziehen, der macht ja ALLES. Aber diese Ansammlung von Halbprominenz? Ich überleg mir echt, ob ich da heute mal reinzappe, ein paar Chips und ein Smirnöffchen, weil nüchtern ist das ja wohl kaum zu ertragen. Wär ja bestimmt lustig zu sehen, ob die wilde Wild (heisst ja jetzt wieder Schaffrath, die alte geile Krankenschwester) auch so stöhnt wie in ihren Filmen (nicht, das sich da jemals einen gesehen hätte). Frauenwrestling war auch schon immer lustiger zum zugucken. Mal sehen. Aber warum man nicht Promis eingeladen hat, denen man WIRKLICH mal so tüchtig in die Fresse knallen will? Wobei man wahrscheinlich bei einem Bohlen (oder Matthäus oder Mooshammer oder oder oder) per Lotterie entscheiden müsste, wer als erster draufhauen darf. Hm. Welche Chips ess ich denn dazu?

Aktuell im Ohr: Target – Harder They Come (Tracid Mix)

Germany vs. Switzerland

Abgelegt unter: Allgemein | 25.10.2002 (10:16) |

Im ewigen Kampf der Nationen (also das grosse Ding da, welches den von uns sauber übergebenen Rhein dreckig macht gegen den Inselstaat, den keiner haben will) sind wir an einem neuen Punkt angelangt. Schweizer werden ja von Deutschen regelmässig als langsam bezeichnet. Falsche Wortwahl, wir sind nicht langsam, wir sind gemütlich, nicht solche Ruckzuckzackzack-Naturen, die mal eben mit Kamikaze-Anleihen über die Autobahn brettern und denen man am Würstelstand die Currywurst vorschneiden muss, weil es zu viel Zeit braucht, selber abzubeissen. Jeder der schon mal einne Deutschen am Skilift erlebt hat weiss, was ein gehetzter Drängler ist. Könnte ja sein, dass jemand den Berg abträgt bevor sie oben sind. Eigentlich erstaunlich, dass bei Deutschen die Evolution gleich schnell vonstatten ging wie bei allen anderen. Hm. Ne, also wenn ich die deutsche Kolonie am Ballermann betrachte, dann wird mir doch klar, dass beim evolutionieren leichte Abstriche gemacht wurden. Na gut, wir reden in einer Sprache, die ausser uns keiner versteht, aber das sind bloss Schutzmechanismen. Oder Marketingstrategien, weil sich mit einem bescheuerten Akzent Ricola Kräuterzucker im Ausland viel besser verkaufen lässt. Nun, wenn es den Nachbarn vom grossen Kanton im Norden besser geht, wenn sie uns als langsam und nicht verstehbar einstufen können, dann lassen wir ihnen diese Freude gern. Und zocken sie dafür ab, sobald sie sich als Touristen in unser Land verirren. Oder beim Stauferien machen auf der Durchreise mit etwas eindecken müssen. Es sind Gerüchte, dass wenn ein Deutscher an der Grenze einmal fest aufs Gas drückt, beim Bremsen schon der Zoll vom anderen Ende zu sehen ist. Dafür stand heute in der Zeitung eine ganzseitige Werbung: “Keinen Humor, aber kennen sich mit Zahlen aus”. FÜR eine deutsche Airline. VON Schweizern. YES! Bitte Motzmails wie immer von Österreichern oder Schweizern, die den Gag nicht verstanden haben.

Aktuell im Ohr: Republica – Ready To Go

Immer wieder gern gelesen

Abgelegt unter: Allgemein | 24.10.2002 (13:35) |

Mir fielen zwei Bücher in die Hände (im Abstand von einem Jahr), bei denen sich heraus stellte, dass sie beide von den gleichen Autoren sind. Die Titel sind etwas lang, aber was soll’s. Ich find die beiden witzig, vor allem, wenn man auch über sich selber lachen kann, wenn man sich (oder seine Denkweisen) an gewissen Stellen wieder entdeckt.

Mein schwuler Frisör oder wie Sie sich mit 2222 Vorurteilen über Ihre Mitmenschen lustig machen
ISBN 3-426-61768-4

Montag morgen und es ist draussen noch dunkel und 2222 weitere Gründe, nicht aufzustehen
ISBN 3-426-62071-5

Ja, ich weiss, ich könnte jetzt auch Links zu Amazon machen oder so, aber da bin ich zu faul für.

Aktuell im Ohr: Was von Roxette

In einem Land vor unserer Zeit

Abgelegt unter: Allgemein | 24.10.2002 (8:49) |

Aber zu jener Zeit unserer Zeit verhältnismässig weit voraus, würde ich mal behaupten. Es geht um das alte Rom. Nicht um deren Sitten und Zustände, denn die haben wir ja heutzutage auch wieder, sondern um deren technische Ideen und deren Umsetzungen. Selbstverständlich könnten wir auch noch einen Schritt weite rzurück gehen zu den Ägyptern, die technisch eigentlich keine Möglichkeiten hatten, die Pyramiden zu bauen, aber es trotzdem getan haben (was einigen Architekten von heute schwer zu denken geben sollte). Aber nein, wir gehen zu den Römern, die neben den Toga-Parties auch noch einige andere Sachen erfunden haben. So zum Beispiel den ersten Handheld mit RAM. Also mit einem Speicher, der immer wieder und wieder gefüllt werden kann. Dazu entwickelten sie einen kleinen Rahmen aus Holz, der mit Wachs gefüllt wurde. In diesen Wachs wurden die Informationen (Meetings, Orgien, Zirkusspiele oder Kriegserklärungen) eingeritzt. War der Eintrag hinfällig, einfach an eine Flamme halten oder in die Sonne legen (was in wärmeren Regionen zu einem Absturz des Palmtops führen konnte) und schon war der Speicher wieder frei verfügbar. Das Tool war denn auch zweiteilig und mit Lederbändchen verbunden, damit man es zuklappen konnte. Wir haben im Werkunterricht mal sowas nachgebaut, das war extrem interessant. Was wir leider nicht nachgebaut haben waren römische Wasserleitungen, beziehungsweise Fussbodenheizungen. Man stelle sich das vor: Vor zweitausend Jahren hatten die Kerle Fussbodenheizungen und heute schafft man es noch nicht mal, dass im Herbst die Heizung rechtzeitig eingeschaltet wird und man sich nicht den Arsch abfriert, wenn man nicht auf Vorrat einige Wolldecken zu Hause hortet. In heutiger Zeit hat auch keiner mehr ein handgelegtes Mosaik auf dem Fussboden, kann kein Schwein bezahlen bei den Handwerkerpreisen. Die Kanalisation, Aquädukte, gepflasterte Strassen, war doch alles spitze. Zur Datenübertragung hatte man Kuriere, die die Wachstäfelchen unter Einsatz ihres Lebens transportierten (zugegeben, DA hat E-Mail einen Vorteil). Sogar Speiseeis hatten die ollen Römer schon. Liessen sich aus kalten Regionen Eis und Schnee bringen und versetzten das Ganze mit Fruchtsäften. Dazu in der Therme abhängen und es sich gut gehen lassen. Dann kam das finstere Mittelalter und der Homo Sapiens vergass die Grundsätze der Körperpflege, zukunftsgerichtetes Denken und seine Manieren. Dafür gabs heilige Kriege und mit der Ausbreitung einer gewissen kirchlichen Ausrichtung eine Menge Verbote und Androhungen göttlicher Strafe. Jeder Wissenschaftler wurde vorsorglich als Ketzer bezeichnet und verbrannt. War eine gute Voraussetzung, um einen Schritt in die Zukunft zu machen. Jetzt soll mal jeder für sich entscheiden, welchem Stadium der Geschichte wir jetzt näher sind. Ich hab zumindest einen Palm und bin frisch geduscht.

Aktuell im Ohr: DB Boulevard – Point of View (Club Mix)

Hiermit erkläre ich euch…

Abgelegt unter: Allgemein | 23.10.2002 (22:25) |

…leider nicht, wie ihr euch in Zukunft zusammenraufen sollt. Sondern euch zu Mann und Frau. Küsst euch. Wisst ja, wie es geht. Hält ja niemand mehr was vom guten alten Jungfräulich-in-die-Ehe-gehen. Also los. Rammelt euch doch gleich quer durch den Gang. Draussen fallen alle Gäste übereinander her und einer der Gäste fällt bestimmt über eines der Kutschpferde her… Hm. Ich glaube, ich bin leicht von dem abgeschweift, was ich eigentlich einleiten wollte. Kommen wir zurück zum Pärchen, das vor dem Altar steht. Sie in Weiss (oder Eierschale oder Ecru oder was ähnlichem), er in Schwarz (Dunkelgrau, Dunkelblau, Schottenrock, was auch immer) und beide strahlen. Sollten sie zumindest, denn schliesslich ist das der glücklichste Tag ihres Lebens. Zumindest so lange, bis der Bräutigam in der Hochzeitsnacht besoffen einpennt, natürlich nicht, ohne vorher ausgiebig zu kotzen. In diesem Moment setzt sich die Braut aufs Bett, guckt sich das Dilemma an und fragt sich zum ersten (aber bestimmt nicht zum letzten) Mal, worauf sie sich da bloss eingelassen hat. Ihr Blick wandert durchs Zimmer und bleibt am Schrank hängen, wo die beiden Kostüme des betreffenden Tages hängen. Da wird schon die erste Ungerechtigkeit völlig klar: ER kann seinen Anzug zu beliebigen weiteren Anlässen tragen. Vorausgesetzt er trägt überhaupt Anzüge. Wenn aber auch nicht, dann ist ein Anzug locker zu verschachern. Aber was ist mit IHR? IHREM Traum in Weiss (oder Eierschale oder Ecru oder etc.)? Ihr Kleid war etwa hundert billionen Mal so teuer wie seine Klamotten, megamässig viel exklusiver und sie hat davon schon als Mädchen geträumt, dass es genau so aussehen müsste. Das ist auch der Grund, warum man so ein Kleid kaum verkaufen kann, denn jedes kleine Mädchen träumt hundertprozentig von einem ganz ganz anderen Kleid. Nun sitzt sie da und hat einen Traum aus Spitze, Seide, Tüll (etc.) im Gegenwert von fünfhundert Paar Schuhen und kann ihn höchstens als Souvenir betrachten. Ich habe zumindest noch nie eine Frau gesehen, die so nebenbei beim Fensterputzen oder Staubsaugen ihren Hochzeitsfummel nochmal trägt. Ist sicher auch unpraktisch, wenn man im Büro dauernd mit der Schleppe in der Lifttür hängenbleibt. Also hängt das Kleid im Schrank, eingepackt in mottenabschreckendes Material. Wieso? Will sie es noch einmal verwenden? Darf man überhaupt zweimal in Weiss heiraten? Nicht, dass ich mich da auskennen würde, aber ich GLAUBE nicht. Also hängt da ein Kleid. Da hängt Material. Da hängt Potenzial. Der Potenzialprotz eures Vertrauens sucht natürlich nach Lösungen, wie dieses Dilemma gelöst werden kann. Aus Spitze kann man locker runde oder quadratische Stücke ausschneiden und daraus wunderschöne Platzdeckchen für unters Kaffeeservice machen. Ichhabe als Vorschlag von anderer Seite auch noch gehört (wenn der Rock aus genügend Stoff besteht), man könnte durchaus einen gediegenen Duschvorhang daraus herstellen. Dafür wäre etwas mehr schneiderisches Geschick erforderlich, wie zum Beispiel auch für Topfhandschuhe aus Satin oder Radlerhosen aus Seide. Wenn man allerdings nur einfach den Rock und die Ärmel abtrennen würde, dann käme bei einigen Kleidern eine ziemlich geile Corsage zum Vorschein, mit der die Dame von Welt beim Clubbing doch extrem Aufmerksamkeit erregen könnte. Und wenigstens halbwegs den Besoffenen vergessen, der in der Hochzeitssuite liegt, blöde grinst und von irgendwelchen Weibern träumt. Wetten, dass in seinem Traum keine Einzige ein Hochzeitskleid trägt?

Aktuell im Ohr: T.O.Y. – Dream With Me (Massiv in Mensch Remix)

In Zeiten der technologischen Entwicklung…

Abgelegt unter: Allgemein | 23.10.2002 (12:25) |

Damals war alles anders…

Früher…
Heute…

…war das Ausklappbild in der Mitte des Playboy Highlight des Monats.
…ist das Ausklappbild mit dem Schaltkreis des Monats in der Geek-Zeitschrift das Nonplusultra.

…bekamen Teenies Pickel.
…bekommen sie Pixel.

…lernte man bei BRAVO wie man poppt.
…lernt man in der BRAVO, wo man chatten muss um an Cybersex zu kommen.

…wartete man stundenlang aufeinander, weil man beim Verabreden nicht aufgepasst hatte.
…passiert so etwas nicht mehr, weil jeder mindestens ein Handy, einen Personal Digital Assistant und fünf Akkus mit sich rumträgt (und den Termin verpasst weil alle leer waren).

…kostete ein Zehnermocken (dickes rundes Bonbon) auch nur einen Zehner.
…heissen die noch gleich, aber nur weil sie das Zehnfache kosten, damit am Kiosk ein Lottocomputer finanziert werden kann.

…waren Textadventures das Spannendste, was wir uns vorstellen konnten.
…muss alles fotorealistisch, animiert, bebildert und mit SurroundSound ausgestattet sein, weil die Jugendlichen nicht mehr lesen können.

…waren wir sauer, wenn uns beim Sonnen im Freibad jemand mit Wasser bespritzte.
…sind wir sauer, wenn im Freibad jemand unseren Laptop mit Wasser bespritzt.

…hatten Telefone Wählscheiben.
…wissen die meisten Leute schon gar nicht mehr, dass es das mal gab, geschweige denn, wie man es benutzen würde.

…stand man auf, wenn man am Fernseher den Kanal wechseln wollte.
…verwendet man eine Fernbedienung oder den Lebensabschnittspartner.

…gab’s nichts im Fernsehen, weil man keinen hatte.
…gibt’s nichts im Fernsehen, weil auf 87 Kanälen überall der gleiche Mist läuft, einfach in mehreren Sprachen.

Aktuell im Ohr: Das Rauschen des Windes in den Plastikplanen vor meinem Fenster

Also, mein Sohn…

Abgelegt unter: Allgemein | 22.10.2002 (22:59) |

Nein, ich bin nicht plötzlich mit Vater”freuden” überschüttet worden, mir geht es nur rein um das Wort “Sohn”. Oder eigentlich um die schottische Version davon, sprich das urtümliche gälische Pendant, das “Mac”. MacLeod aus Highlander war also nichts anderes als der Sohn des Leod. In Schottland gab es also ganz ganz ganz früher Namen ohne das Mac vorne dran, weil das die Urväter dieser Clans waren. Danach wurden sie einfach phantasielos und nannten alle gleich. Nur musste man dann noch Vornamen erfinden, damit man sie auseinander halten konnte. Heutzutage hingegen wird man tendenziell eher häufig mit dem Mac konfrontiert. Siehe MacDonalds. Obwohl mich da schon mal wundern würde, wer genau denn dieser Donald ist. Der aus Entenhausen hatte nämlich keine Söhne. Es müsste dann ja auch den MacDucky geben, neben dem MacChicken, aber da hat es wohl sogar für MacD zu viel Fett drin. Auch die Benamsung Ronald innerhalb der Familie zeugt nicht gerade von enormer Phantasie, wahrscheinlich ist der Konzern tatsächlich von Schotten gegründet worden. Aber irgendwann sprangen noch andere Firmen auf den Mac- oder Mc-Zug auf, denn was sich bei Fetttatscherlbratern bewährte, konnte für andere Branchen nicht so falsch sein. Also machte ein findiger Schweizer den McChinese auf, ein (wie könnte es anders sein) chinesisches Highspeed-Restaurant auf. Donald klagte, aber gewann nicht, weil halt der Zusatz “Sohn”, egal in welcher Sprache, nicht geschützt werden kann. Schliesslich haben Chinesen auch Söhne (die den Schotten auch zahlenmässig massiv überlegen sind). Also war der Weg geebnet und es gibt seitdem zum Beispiel (ich rede jetzt nur von der Schweiz) auch noch McFit (Fitnesscenter für die Eiligen in der Mittagspause) und McClean (öffentliche Toiletten für die ganz Eiligen). Natürlich bieten sich da noch weitere Marktbereiche an: MacSchlürf für den Getränkestand an der Einkaufsstrasse oder MacPopp für das Puff mit dem Quickie für zwischendurch. Da gäbe es dann sicher auch ein paar MacChicks oder Chicken MacTussis. Die 20er-Packung wäre dort aber todsicher zuviel des Guten.

Aktuell im Ohr: David Bowie – When The Wind Blows

Frauen und Technik

Abgelegt unter: Allgemein | 22.10.2002 (14:40) |

Kann ich von einer Informatikbeauftragten verlangen, dass sie weiss, wie man Mails verschickt?`Ich denke JA. Trotzdem versucht mich EmmWee ab und zu vom Gegenteil zu überzeugen. Abgesehen von der Tatsache, dass sie unserem Team männerfeindliche Witze schickt und sich gleich darunter dafür entschuldigt kommen immer wieder mal Ausrutscherchen. “Guckt euch DAS mal an!”. Hm. Dann drücken wir doch mal den Knopf ANTWORTEN und schreiben ihr, dass sie möglicherweise einen Anhang dran machen sollte, damit wir auch was zum Angucken HABEN. Hat sie inzwischen im Griff. Zusatzinformation, schnell dazwischen geworfen. Tschäikb bekommt niemals eine Auflockerungsmail, weil er immer fragt: “Ist der Inhalt dieser Mail informationsrelevant? Muss ich das gesehen oder gelesen haben?”. Die Antwort darauf ist dann eben NEIN und entsprechend schicken wir ihm nix, weil er es sowieso nicht liest. Nun hatte EmmWee aber eine Mail, die sie als so wichtiglustig erachtete, dass sie sie mit dem Betreff “Auch für Tschäikb interessant” verschickte. Dann drücken wir doch mal wieder den Knopf ANTWORTEN und weisen sie diskret darauf hin, dass WENN sie das schon hinschreibt, die Mail vielleicht auch an ihn ADRESSIEREN sollte. Aber wir arbeiten weiter an/mit ihr. Das bekommen wir schon noch hin. Vielleicht sollten wir ihr pro erfolgreich verschickte Mail ein Leckerli in Aussicht stellen.

Nachtrag:
Kenbo hat noch angefügt: “Ist ja kein Problem, So viele Leckerli brauchen wir dann ja nicht.”
Guter Junge.

Aktuell im Ohr: Tears for Fears – Everybody Wants To Rule The World

Warum wettbewerbsorientierte Männer Idioten sind

Abgelegt unter: Allgemein | 22.10.2002 (8:14) |

Morgengespräch im Bus unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:
“Ach, das ist übel, mein Freund ist so weit weg.”
“Meine Freundin auch. Wo ist denn deiner?”
“In Österreich, etwa 400 Kilometer entfernt.”
“Hah! Meine ist weiter weg! 600 Kilometer! Nänänänänänääääänä, ich hab gewonnen!”
Ein Moment der Stille.
Schlagen mit Hand gegen Kopf.
Schlagen mit Kopf gegen Vordersitz.
Sich unheimlich doof fühlen.
Nein, mir ist das so NICHT passiert, aber ich wär der Typ dafür.

Aktuell im Ohr: Talk Talk – Such A Shame

Rampensau

Abgelegt unter: Allgemein | 21.10.2002 (20:19) |

Ich war euch noch was schuldig und zwar den Bericht über unser Personalfest. Das war dieser Anlass, wo EmmWee unsere Seele (und unsere Körper) verkauft hatte und wir also an einem Festchen playbackmässig was machen sollten. Zur Erinnerung: Wir wollten ABBA imitieren und weil ich nicht das blonde Chick machen wollte (mir war Beine enthaaren da zu blöd) kam ich auf die grandiose Idee, wir machen Village People, denn wenn schon nicht Frau, dann wenigstens schwul. Wir haben auch brav geübt in einigen Mittagspausen, Hoobee konnte superschön sagen “On your positions, please”, Dafür kann er heute seinen Text noch nicht (und so einer ist Laienschauspieler… ah… drum vielleicht das “Laie”…). ER hat dann auch behauptet, die Choreografie müsse nicht so perfekt sein, das Publikum fände es viel spassiger, wenn man ein bisschen schnitzert. das sagte ER. Unser Chefschnitzer. The Master of Schnitzers. Tschäikb und ich versuchten mit Müh und Not, ihn etwas zu drillen, aber wahrscheinlich geht das ohne Reitgerte nicht. Dann hätte vielleicht mein Aufruf zu mehr Dynamik auch was gebracht. Bloss weil die alle schwul waren heisst das ja nicht, dass sie sich nicht trotzdem markig bewegen konnten. Ist ja keiner als Supertunti über die Bühne gehüpft. Dafür war dann EmmWee zuständig, die hat da was falsch verstanden. Klar machte sie den Indianer, aber wegen den paar Federn rumhüpfen wie ein aufgescheuchtes Huhn passte nun doch nicht ins Bild. Hat sich aber dann zum Besseren gewendet und sie versuchte sich als Holla, die Waldfee. Eigentlich hätte ich ihr gern die Schuhe an den Boden getackert, aber zum Auftritt hin war sie barfuss, das wäre leicht unschön geworden. Einer der beiden anderen Herren titulierte sie auch noch mit “Häuptling falscher Fuss”, DA war ich aber unschuldig dran. Beim vierten und letzten Training war ich dann aber schon leicht stolz auf die Truppe, denn wir haben es entgegen allen düsteren Wolken zum trotz geschafft, synchron UND im Takt zu sein. Also schauten wir froh, durchnässt und nervös den ominösen Tagen der Ausflüge entgegen (das geht in zwei Schüben, denn bei so vielen Mitarbeitern in einem 24-Stunden-Betrieb können ja nicht alle zusammen weg. “Hier, das Skalpell, schnippeln Sie mal eben selber, wir sind um Mitternacht zurück!”).
An besagtem Tag machte ein Teil den Nachmittagsausflug mit, aber zum ersten Apéro trafen wir uns dann alle in einem Gemeindesaal irgendwo in der Halb-Pampa und dort assen wir dann auch noch was. Hoobee musste natürlich das ganze Schüsselchen Pilzsauce fast alleine fressen, was er nachträglich aber bereute und am Folgetag nicht wiederholte. Ich gehe hier auf keine Details ein. EmmWee hingegen musste aus unerfindlichen Gründen ihre Hand in Kerzennähe halten, um dann einige LANGE Sekunden später festzustellen: “AU, das brennt!”. Habe ihr dann freundlich geholfen indem ich erst auf ihr Glas gedeutet habe, dann auf die Kerze und langsam erklärt habe: “Gucken! Wasser NASS, Feuer HEISS! Gut?” Kurz darauf ging es ab in die Garderobe, wo wir und die anderen Auftretenden sich umziehen und schminken konnten. Da waren zum Beispiel Nancy & Frank Sinatra, Heintje, Nana Mouskouri, Mireille Mathieu, Andrea Boccelli & Judy Weiss und DJ Ötzi anwesend (also NACH dem Umziehen). Und eben wir, die schlimmen vier. Village People bestehen ja eigentlich aus sechs Personen, aber weil Smokey und Kenbo keinen Mumm hatten, mussten wir eben auf Vier reduzieren: Bauarbeiter, Polizist , Indianer und Biker. Wir bibberten dann etwas hinter der Bühne rum, weil wir ziemlich zum Schluss kamen, EmmWee legte 88 Mal ihre Kriegsbemalung neu auf, weil sie schwitzte wie ein Kameltreiber und ihr die Sosse durchs Gesicht lief. Wie die roten Farbschlieren auf Tschäikbs Hosen kamen wollen wir hier jetzt einfach mal nicht wissen. Die Auftritte vor uns waren schon mal recht lustig und das Publikum war angenehm vorgewärmt, da kam dann unser Auftritt. Entgegen allen anderen gingen wir aber nicht von hinten durch den Vorhang direkt auf die Bühne sondern fielen von der Seite ein mit DYNAMISCHEM Schritt und nachdem die ankündigenden Trompetenstösse von Y.M.C.A. schon einmal für euphorisches Gekreische gesorgt hatten. Aber das war noch gar nix! Die Brüller gingen dann richtig los, als wir rausstapften und unsere Kolleginnen und Kollegen vorgeführt bekamen, dass Leute bei IT alles andere als trocken und langweilig sind. Nach der Hälfte des Songs hatten wir die Hälfte des Publikums auf Tischen und Stühlen. Da ging die Luzi aber ab. Einzig die Pappnasen, die unsere Choreo durch aufdringliches Blumenüberbringen störten, die hätten wir gerne von der Bühne geschubst, denn schliesslich hatten wir uns nicht wochenlang eine durchgestylte Tanzeinlage ausgetüftelt, um die dann kaputt machen zu lassen. Die sind dann aber glücklicherweise wieder abgestoffelt, bevor auf der Bühne eine wilde Prügelei ausbrach. Aber mal so als Impression:

Und da hatten wir dann (also ICH auf jeden Fall) Blut geleckt und wir mutierten zu bühnengeilen Rampensäuen. Wir hatten so viel positives Feedback, dass wir am zweiten Abend noch einen drauf gaben (das Publikum übrigens auch, da standen dann nämlich ALLE – bis auf zwei, aber aus anstellungtechnischen Gründen sag ich jetzt nicht WER). Aber hey, mit einer Horde kreischender Therapeutinnen oder Radiologie-Assistentinnen direkt vor der Bühne, was soll man da anderes machen? RAndy, unser lieber Chef, geriet am Bühnenrand auch total aus dem Häuschen und ich glaube fast, vor lauter Stolz hatte er ein kleines Tränchen im Auge. Es war der Hammer. Noch Wochen später wurden wir angequatscht wegen dem Auftritt. WIr haben uns auch sofort für alle folgenden Ausflüge gemeldet und wir waren so drauf, wir hätten am nächsten Tag gleich nochmal alles durchgezogen. Und ich habe zwei Dinge gelernt: Schwarzes Leder kann SEHR warm sein und wenn mir EmmWee wieder mal ein Kostüm organisiert, das ähnlich durchdacht ist wie eine schwarze GEFÜTTERTE Lederjacke im SOMMER, dann binde ich sie höchstpersönlich an den Marterpfahl und peitsche sie mit einem Indianerkopfschmuck. Argh, verdammt, ich will auf die Bühne!

Aktuell im Ohr: Project Pitchfork – (Mehr als) Der Absprung
« Vorhergehende SeiteNächste Seite »