Das "Tage"-Buch historisch und hysterisch

Scheissdesign

Abgelegt unter: Allgemein | 30.09.2002 (20:42) |

Es gibt funktionale Produkte (Mikrowelle) oder designte Produkte (wie die dreibeinige Alessi-Saftpresse, die aussieht wie eine ausserirdische Metallspinne, aber einerseits zum Saft pressen nicht wirklich taugt und andererseits jedem, der das versucht, Prügel einbringen würde). Ab und zu versuchen findige Leute, funktionale Produkte umzudesignen, damit sie nicht nur arbeiten sondern auch cool aussehen. Oder protzig. Oder witzig. Oder beschissen. Gut, letzteres ist nicht beabsichtigt, passiert aber mehr als man denkt. Aktuellste Beispiele dafür sind Office-Multifunktionsgeräte. Was das? Das sind Maschinen, die in sich einen Kopierer, einen Fax, einen Scanner und einen Drucker vereinen. Leider wurden die so blödsinnig gestaltet, dass man auf dem Deckel eigentlich anschreiben müsste “Hier nicht draufsetzen”, auch wenn es einen Deckel zum Hochklappen hat. Die Dinger sehen in den allermeisten Fällen nämlich aus wie Kloschüsseln. Mit Knöpfen. Closomat wahrscheinlich. Kennt hier eigentlich noch jemand Closomat? Diese Supererfindung, wo man auf dem Klo sitzt und anstatt Papier zu verwenden auf einen Knopf drückt? Dann schiesst einem eine Düse lauwarmes Wasser in die Ritze (wahrscheinlich presst einem gleichzeitig eine automatische Hand eine Hand auf den Mund, für den Fall, dass nur noch kaltes Wasser da ist oder man einfach zu überrascht ist). Als nächstes sorgt ein Luftgebläse für Trocknung des Ausstossareals. Auf der Toilette einen geblasen bekommen mag ja der Traum einiger Menschen sein, aber ich glaube, die stellen sich da auch was anderes vor. Erstaunlicherweise wird man aber am Ende des Vorgangs nicht gepudert und mit einem Klaps verabschiedet. Nein, ich hatte bisher noch keinen direkten Kontakt zu einem Closomaten, aber ich nehme an dieser Stelle gerne (auch anonyme) Erfahrungsberichte entgegen. Aber nochmal zurück zu den Multifunktionsgeräten: Die sehen so aus, wie das, was man fälschlicherweise darauf deponieren könnte. Also Vorsicht, wenn sich plötzlich bei Ihnen mitten im Büro eine Kloschüssel befindet, dann ist das kein Ally-McBeal-Unisex-Gemeinschaftsklo, sondern der neue Fax. Sie sollten dann auf keinen Knopf drücken, wenn sie WIRKLICH mal mit nacktem Arsch dort drauf gelandet sein sollten.

Aktuell im Ohr: Soft Cell – Monoculture

Spruch of sä Manss

Abgelegt unter: Allgemein | 30.09.2002 (20:22) |

“Bin ich süss oder krank?”

Völlig aus dem Zusammenhang rausgerissen und einfach mal hier hingestellt, weil diese paar Worte für herzhaftes Lachen meinerseits gesorgt haben und es einfach gut tut, mal wieder richtig lachen zu können. Und es wär nur halb so witzig gewesen ohne meine Freundin.
Machen wir dpoch einfach einen Aufruf zu mehr Freude, Spass und Lachen. Nich timmer schwarz sehen und jammern. Gerade in den meisten Weblogs wäre ein Hauch mehr Humor und weniger Meckern doch stark zu empfehlen. HAVE MORE FUN!

Aktuell im Ohr: The Gathering – Debris

De Vau De vs. De Ja Vue

Abgelegt unter: Allgemein | 30.09.2002 (14:45) |

Das war mal wieder ein richtig erholsames, gemütliches Wochenende. DANKE DANKE DANKE! Abhängen und Filme gucken, nach dem Motto “wollt ich doch schon lange mal” oder “den muss ich gleich noch mal”. Ich weiss nicht mal, ob ich noch alle zusammen bekomme. Also Harry Potter war (das erste Mal gesehen, war irgendwie putzig), Pakt der Wölfe (kürzlich schon mal hier gefeatured), Tomcats (Niveau runter und dann ablachen), Weil es dich gibt (auch der Romantiker im keks wollte mal wieder raus) und als Abschluss noch Anatomie. Der war… NETT. Wirft ein ganz neues Licht auf meinen Arbeitsplatz. Ich werde jedem Weisskittel in Zukunft SEHR misstrauisch gegenüber treten. Ich werde auch sehr sehr vorsichtig sein, wenn ich zukünftig zu unserem Materiallager muss, weil das unmittelbar neben der Pathologie liegt. Man weiss ja nie. Hab ich eigentlich schon mal erwähnt an dieser Stelle, dass ich mal gesehen habe, wie ein Koch mit einer vollen Plastiktüte unter dem Arm aus dem Gang zur Pathologie kam und zur Küche hochfuhr? Nach einer Woche Salat essen wurde ich dann aufgeklärt, dass die Köche ihre Garderobe GEGENÜBER der Pathologie haben. Ich war dann doch etwas erleichtert. Etwas.

Aktuell im Ohr: Wenn ich hören könnte, was läuft, würd ich es euch sagen

Wissige Webbung im Buss

Abgelegt unter: Allgemein | 25.09.2002 (23:18) |

Kleines Plakat eines Fitnesscenters, das grad Aktionswochen hat:

Mehr Arsch, statt Knack?

Knackarsch jetzt für 100.- weniger

Aktuell im Ohr: Peter Gabriel – Signal to Noise

Mach Platz!

Abgelegt unter: Allgemein | 25.09.2002 (12:06) |

Geschickte Planung, Herr keks. Bisher nannte ich vier Werke aus der zwölfbändigen Duden-Basis-Wörterbuch-Reihe mein Eigen. Da ich mir nun schwer vorgenommen habe, meine Tätigkeiten im Bereich Kurzgeschichten und Romane wieder aufzunehmen beziehungsweise fortzuführen, musste auch eine aktualisierte und erweiterte Wörterbuch-Kollektion her. Jajaja, ich weiss, sowas gibt es auch auf CD-ROM (teilweise zumindest), aber da bin ich extrem Oldschool. Muss was zum Befingern haben, da spielt die Haptik enorm mit rein, ich brauch das Gefühl und den Geruch von Papier. Also hab ich mir in unserer Hausbibliothek Nachschub bestellt. Als ich die Bücher dann holen konnte, fragte unser neuer Stift (Lehrling), was denn das alles sei. Ich antwortete wahrheitsgemäss, dass das Deutsch-Wörterbücher seien. Die Erwiderung “Gibt es so viele deutsche Wörter?” rechne ich einmal der Unbedachtsamheit der Jugend zu, schliesslich muss man schon gewisse Erfahrungen gemacht haben, um zu lernen, dass es mehr geben muss als YO, geil und schroff krass. Also hab ich meine Neuerwerbe nach Hause transportiert und mich vor mein vollgepacktes Bücherregal gestellt. VIER Bände konnte ich daraus entfernen, die kommen jetzt ins Büro. Nur: Ich habe ACHT Bände gekauft. Clever. Geschickte Planung, Herr keks.

Aktuell im Ohr: VNV Nation – Genesis (c92 Version)

Brrrrr, Fury, ho!

Abgelegt unter: Allgemein | 25.09.2002 (11:39) |

Pferde sind schon seit Jahrtausenden nützliche Tiere für den Menschen. Entweder zum Transportieren von Lasten, von Menschen oder als Nahrungsmittel. Interessant an dieser Stelle ist der zweite Punkt, das befördern von menschen, im Allgemeinen “Reiten” genannt. Als Teamanhängsel einer anderen Abteilung haben wir EmmWee bei uns, die auch schon in anderen Beiträgen erwähnt wurde und noch werden wird (oh ja!), die sich ein Pferdl gekauft hat. Nun scheint es aber so zu sein, dass dieses Pferd sie wahrscheinlich nicht ganz so mag, wie umgekehrt, denn wie sonst ist es zu erklären, dass EmmWee sich mit konsequenter Regelmässigkeit im Dreck wiederfindet? Und das schon in der Reithalle! Im TRAB! Wahrscheinlich klammert sie sich bei Galopp so am Hals des armen Gauls fest, dass sie gar nicht runterfallen kann. Was natürlich in der Halle ein wenig peinlich aussieht. Nun war es letzte Woche so, dass ihr Hottehüh in der Halle eine Kurve beschrieb. Die Reiterin, etwas eigensinnig, versuchte ihren Weg hingegen geradeaus fortzusetzen, was zu einem leichten Konflikt führte mit darauf folgender verstärkter Wirkung der Schwerkraft. Weil man ja öfters mal was Neues ausprobieren soll, fällt man natürlich nicht wie sonst immer, sondern so blöde, dass das Seitenband im Knie reisst. Gut gemacht! Reife Leistung! Beim Judo lernt man als erstes, wie man richtig fällt, gibt’s diese Lektionen für Reiter nicht auch? Marktlücke. Ergebnis: EmmWee’s Fortbewegung poststurzal ähnelt am ehesten Long John Silver, nur der Papagei fehlt. Sie mag es auch gar nicht, wenn man sie Käpt’n Hook nennt. Versteh ich nicht. Dann hat sie noch erzählt, sie wäre dann sofort nach Leuggern ins Spital gefahren (worden?). Leuggern? Genau, dachte ich auch. Ein Kaff. Ein MEGAkaff. Behauptet aber, da gäbe es ein Krankenhaus. Wollt ich dann halt wissen, ob das dieser Kral ist mit den Mammutzähnen am Eingang und den mit Blut an die Wände geschmierten Beschwörungszirkeln, Tierknochen aufgehängt und so. Da hat sie mich leicht säuerlich angestarrt. Als ich ihr dann noch sagte, dass an einem solchen Ort die Leute nicht Ärzte, sondern Schamanen heissen, da hat sie mich geboxt. Versteh ich nicht.

Nachtrag:
Mögliche Neuverfilmung oder Sequel zu “Der Pferdeflüsterer”: “Die Pferdefliegerin”

Aktuell im Ohr: XPQ-21 – White and Alive (Club Version)

Das ist und reinlich

Abgelegt unter: Allgemein | 25.09.2002 (8:54) |

Die Schweiz ist sauber. Die Schweiz ist SO sauber, wir waschen sogar unser Geld. Okay, das war ein schwacher Einstieg. Aber es hat schon was, zum Teil sind wir peinlich reinlich. Was aber durchaus seinen Vorteil haben kann und auch als Vorbild diente für andere Länder. Wir haben zum Beispiel “RobiDogs”. Das sind die Hundescheisse-Entsorgungs-Containerchen, an denen man Plastikbeutel (in Farbe kackbraun) ziehen kann, um die Häufchen wegzumachen. Entgegen landläufiger Meinung heissen die NICHT “DoggieBags”. Das sind nämlich die Tüten, die man in Amerika in Restaurants bekommt, um das mit nach Hause zu nehmen, was man vor Ort nicht aufessen kann. Und da denke ich, ist zwischen RobiDog und DoggieBag doch ein wesentlicher Unterschied. Aber zurück zur Sauberkeit. Wir gewähren sogar Erleichterung bei der Aufnahme ins Land (hoffentlich), wenn jemand nach dem Frühstück die Krümel auf dem Tisch zusammenwischt und in die leere Tasse schmeisst. Ist mir bisher bei “Ausländern” wirklich nur bei EINEM Menschen aufgefallen. Noch was: Bei uns haben sogar Mülleimer eine eigene Werbekampagne. Unter dem Motto, wir sammeln Abfall wie die Weltmeister oder die Evolution war nur dazu da, um uns zu Recyclern zu machen. Aber was dabei witzig ist, verschiedenste Mülleimer wurden mit Logo und Slogans versehen, wie zum Beispiel:
- Licence to Fill
- Erfülltes Dasein
- Direkter Anschluss
- Rein oder nicht rein
- Gute Reise
- Endstation
Schweizer und Schweizbesucher dürfen die Liste natürlich erweitern mit Gesehenem. Au ja, Schottland ist auch sauber. Die haben auch schöne Autoaufkleber: “Haltet Schottland sauber! Schmeisst euren Abfall in England raus!”

Aktuell im Ohr: 2HD – Sunflake

Echtes Papier?

Abgelegt unter: Allgemein | 24.09.2002 (15:14) |

Es gibt sie noch, die Preisausschreiben (=Wettbewerbe), an denen man weder im Web, noch per 0180er-Nummer teilnehmen kann. Man liest ein Magazin oder einen Prospekt und siehe da, da hat es einen Abschnitt, vom Rest der Seite getrennt durch eine gestrichelte Linie und oben steht etwas wie “Teilnahmecoupon” oder so. Dann kann man darauf seine Adresse hinterlassen und ein paar Antworten ankreuzen oder hinschreiben. OHNE Tastatur! Als nächstes benötigt man eine Schere, um den Bereich vom Rest der Seite zu trennen. OHNE Bildbearbeitung! Dann nimmt man eine Postkarte und klebt den Abschnitt drauf. OHNE Cut&Paste! Nun muss man das daraus resultierende Erzeugnis bloss noch in einen Briefkasten werfen. OHNE Marke! IDIOT! Natürlich MIT Marke, aber OHNE Mailprogramm. Schon nimmt man an der Verlosung von was Schönem teil. Ob sich der Aufwand lohnt? Kann man sehen wie man will, aber ich denke, wenn eine kleine Chance darauf besteht, eine Woche mit der besten Frau der Welt auf Mauritius zu verbringen, dann sollte der Aufwand nicht gescheut werden. Wenn es nicht klappt, hatte ich immerhin diese Genugtuung: Ich habe mich nicht an einer Schere verletzt, nicht literweise Klebstoff an den Fingern, der wochenweise nicht mehr abgeht oder meine Finger im Briefkastenschlitz eingeklemmt (ihr werdet’s nicht glauben, aber DAS ist mi noch nie passiert). Nein, alles in Ordnung. Dafür geh ich jetzt ein Plaster suchen, weil der Papierschnitt des Magazins etwas tiefer ging als erwartet.

Aktuell im Ohr: Austauschbares Boybandgesülze

Tschiep tschiep schwafel laber rrrring rrrring machmichgeildusau!

Abgelegt unter: Allgemein | 23.09.2002 (20:38) |

Wenn für mich ein Haustier in Frage käme (also wenn ich tagsüber zu Hause wäre und dort arbeiten könnte und genug Platz hätte), dann DER hier:

Ein Graupapagei, hier noch ziemlich speziell fotografiert. Ich find die superschön. Ich brauch nichts quietschbuntes, so ganz dezent in Grau ist edel (aber zur Abwechslung im Gefieder gibt es noch einen knallroten Schwanz – und hier bin ich schon wieder auf die säuischen Kommentare gespannt…). Abgesehen davon sind das die Vögel mit der grössten Lernfähigkeit (nein, nicht Lärmfähigkeit, das sind Aras), lernen situationsbezogen zu quatschen und sind die mit der absolut realistischsten Wiedergabe. Was allerdings nahelegt, sie in gewissen Momenten ins Nebenzimmer zu verfrachten, weil es wohl nicht so gut kommt, wenn bei Kaffee und Kuchen mit der Familie auf einmal orgiastisches Geschreie und Gestöhne losgeht (und dann eben genau mit den passenden Stimmen). Noch mieser ist es, wenn die eigene Partnerin zwar Stöhnen erkennt, aber bloss von EINER bekannten Person. Bitter bitter. Der Vogel denkt sich dann “If you don’t like the message, don’t shoot the messenger” und setzt sich einen Ast weiter nach hinten. Ich glaube schwer dran, dass Tiere intelligent UND hinterhältig sein können.

Aktuell im Ohr: Elvis Presley – Return To Sender

Sturzwälderschwarte

Abgelegt unter: Allgemein | 22.09.2002 (21:39) |

In der Migros (Supermarkt/Kaufhaus) kriegt man superleckere Schwarzwäldertorte (mit Kirschen). Wenn einen nach derartigem gelüstet, da hin und je nach benötigter Grösse eine kaufen und schlemmen bis es einem schlecht ist. Einfach, schnell, praktisch. Aber nicht bei meiner Mutter, der geht sowas nicht runter, dass sie ihrer Familie beim Sich-mal-Wiedersehen etwas fertiges auftischen soll, obwohl die absolut nichts dagegen hätte. Nein, Sonntagmorgens wird eine Schwarzwäldertorte selber gemacht. Nun hat man ja spontan keine Kirschen im Haus, die fixfertig sind. Also noch kurz früher aufstehen, aus der Tiefkühltruhe welche holen, auftauen und entsteinen (nein, nicht entkernen, weil es Steinobst ist und kein Kernobst). Wir versuchen unserer Mom ja immer klarzumachen, dass wir nicht wollen, dass sie Stunden in der Küche verbringt, wenn wir mal auftauchen, aber da schaltet sie auf Durchzug. Meine Schwester hat mir die Geschichte mit dem Aufwand erzählt und ich konnte mir natürlich nicht verkneifen zu sagen: “Mann, wär das jetzt beschissen, wenn gar keiner Kirschen mag und sie an den Tellerrand schaufelt”. Haben wir natürlich nicht getan. Der Freund meiner Schwester hat dann mal noch auf die Zeitung gedeutet und gemeint: “Habt ihr gelesen? Migros stellt jetzt neu Schwarzwäldertorten her, die keine Kirschen mehr drin haben, die Leute mochten das nicht”. Tun sie natürlich nicht. Dafür wurde Schwesterfreund dann gestraft, denn er biss in seinem Tortenstück auf die einzige nicht entsteinte Kirsche. Da sieht man es doch wieder. Wer keine Lizenz zum Lästern hat, der bekommt auf die Mütze. Passiert mir natürlich nicht. Und wenn würd ich das wohl kaum erzählen.

Aktuell im Ohr: Carpe Diem – Them
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